Klimaanlage im heutigen „Klimawahn“ – Meine Sicht auf die Debatte

Klimaanlage im heutigen „Klimawahn“ – Meine Sicht auf die Debatte

Klimaanlage

Klimaanlage vs. "Klimawahn"

Ja, die vergangenen Tage waren nahezu unerträglich heiß. Da hat wohl jeder die Abkühlung durch eine Klimaanlage zu schätzen gewusst.

Umso mehr stellt sich die Frage: Warum gehören technische Möglichkeiten zur Kühlung in unseren Häusern und Wohnungen nicht längst zur Standardausstattung?

Ein Grund dürfte sein, dass die Diskussion rund um den Klimaschutz häufig dazu führt, dass der Einsatz von Klimaanlagen mit einem schlechten Gewissen verbunden wird. Viele Menschen haben den Eindruck, sie müssten aus Rücksicht auf das Klima auf Komfort verzichten.

Ja, es gibt einen Klimawandel – und das Klima der Erde hat sich seit Millionen von Jahren immer wieder verändert.

Klimaanlage

warum laufen wir dem Fortschritt hinterher?

Lange Zeit habe ich als Freiberufler in Miami gearbeitet. Das Erste, was mir dort auffiel, waren die großen Temperaturunterschiede zwischen Innen- und Außenbereichen. Bei Tagestemperaturen von durchschnittlich rund 30 Grad Celsius und nächtlichen Temperaturen um die 25 Grad war der Aufenthalt im Freien aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit oft sehr unangenehm. Deshalb verfügten dort nahezu alle Gebäude und Wohnungen über Klimaanlagen.

Natürlich war auch jedes Auto mit einer Klimaanlage ausgestattet. Bereits 1939 wurden in den USA die ersten Fahrzeuge mit Klimaanlage angeboten. In Deutschland dauerte es dagegen noch viele Jahrzehnte, bis Klimaanlagen in Autos verbreitet waren. Zunächst waren sie nur gegen einen hohen Aufpreis erhältlich und wurden erst in den 1990er-Jahren zunehmend zur Standardausstattung.

Klimaanlage

Wärmepumpe

Mit der Einführung des aus meiner Sicht völlig unsinnigen Heizungsgesetzes der damaligen Bundesregierung wurde die Wärmepumpe einer breiten Öffentlichkeit überhaupt erst bekannt. Viele Menschen hatten den Eindruck, dass ihnen diese Technologie aufgezwungen werden sollte, um fossile Brennstoffe zu ersetzen.

Als Begründung wird häufig angeführt, dass Wärmepumpen mit Strom betrieben werden, der zunehmend aus erneuerbaren Energien stammt. Ich halte diese Darstellung jedoch für zu einseitig. Solange ein erheblicher Teil der Stromerzeugung weiterhin auf konventionellen Kraftwerken basiert, erscheint mir die Behauptung einer vollständig klimaneutralen Lösung wenig überzeugend.

Hinzu kommt, dass in der öffentlichen Diskussion nach meiner Ansicht zu selten über den Ressourcenverbrauch bei der Herstellung von Windkraftanlagen, Solarmodulen und Batteriespeichern gesprochen wird. Auch die dafür benötigten Rohstoffe, die energieintensive Produktion und die spätere Entsorgung sollten in eine ausgewogene Gesamtbetrachtung einbezogen werden.

Anbieter von Wärmepumpen

Wie in jeder Branche verfolgen auch Hersteller von Heiztechnik selbstverständlich das Ziel, Gewinne zu erzielen. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen. Kritisch sehe ich allerdings die Frage, welchen Einfluss die Industrie auf politische Entscheidungen nimmt. Ob und in welchem Umfang Hersteller oder deren Interessenverbände an der Ausgestaltung des Heizungsgesetzes mitgewirkt haben, wird kontrovers diskutiert.

Besonders profitiert hat Viessmann vom Verkauf seiner Klimasparte an den US-Konzern Carrier Global. Der Kaufpreis belief sich auf rund 12 Milliarden Euro, wobei ein Großteil der Summe in bar gezahlt wurde.

Auch andere Hersteller, wie beispielsweise Vaillant, investierten aufgrund der erwarteten hohen Nachfrage in neue Produktionskapazitäten. So entstand in der Slowakei ein neues Werk, das Wärmepumpen in großer Stückzahl produzieren sollte. Die Erwartungen an den deutschen Markt haben sich jedoch offenbar nicht in dem erhofften Umfang von jährlich 300.000 Wärmepumpen erfüllt.

Viele Hausbesitzer stellten fest, dass der Austausch einer Öl- oder Gasheizung gegen eine Wärmepumpe häufig weit mehr bedeutet als den bloßen Austausch des Heizgeräts. Je nach Gebäude können zusätzliche Maßnahmen erforderlich werden, etwa an der Dämmung, den Heizkörpern oder der elektrischen Installation. Die damit verbundenen Kosten führten dazu, dass manche Interessenten ihre Kaufentscheidung überdachten oder ganz von einer Umrüstung Abstand nahmen.

Tägliche Heizkosten im Winter-Vergleich

So sehen die tatsächlichen Kosten an einem typischen Wintertag bei -5 °C für ein Einfamilienhaus aus:

 

Heizsystem
Verbrauch/Tag
Preis/Einheit
Tageskosten
Luft-Wasser-WP
20 kWh Strom
30 Ct/kWh
6,00 €
Wasser-Wasser-WP
20 kWh Strom
28 Ct/kWh (WP-Tarif)
5,60 €
Gasheizung
50 kWh Gas
12 Ct/kWh
6,00 € + CO₂
Ölheizung
5 Liter Öl
1,00 €/Liter
5,00 € + CO₂

Der Clou: Die CO₂-Abgabe verteuert "fossile" Heizungen kontinuierlich. Ab 2025 kommen auf Gas und Öl zusätzlich 50-80 Cent pro Tag, Tendenz steigend. Mit einem günstigen Wärmepumpen Stromtarif vergrößert sich Dein Kostenvorteil zwar, doch die Preisschraube für Strom wird immer weiter hoch gedreht.

Die Erdölversorgung ist auf Jahrzehnte hinaus gesichert. Das belegen aktuelle Daten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Deren Auskünften zufolge liegen die sicheren Erdölreserven weltweit bei gut 244 Milliarden Tonnen und sind damit so hoch wie nie zuvor.

Sicher macht es Sinn sich nach neuen Energieträgern und günstiger Energieerzeugeung umzusehen. Dabei ist die Lösung so einfach: absolut CO₂-freie Energie erhalten wir über Kernkraftwerke!!
Genau die Kernkraftwerke, die die rotgrün-woke Regierung unter der CDU und Merkel in Deutschland stillgelgt haben. Kein normal denkender Mensch wird das nachvollziehen können. Natürlich wurde den Bürgern mit der Begründung, dass Wind- und Sonnenenergie die KKW ersetzen können, Sand in die Augen gestreut. Heute wissen wir, dass das alles die Unwahrheit war und ist. Unsere "CO₂-Abgabe" wird für die weitere Erzeugung von CO₂ in den Kriegsgebieten der Ukraine benutzt oder für "Radwege in Peru" oder auch für die "LED-Beleuchtung von Moscheen in Marokko".

Wäre die Gas- und Erdölversorgung mit Russland weiterhin gegeben, hätten wir Heizpreise, die für jedermann bezahlbar wären. Aber es kommen weitere Faktoren zur Preissteigerung hinzu. Netzentgelte, EEG-Umlage, Solar- und Windkraftsubventionen etc. 
Als Grundeigentümer können Sie für ein Windrad mit jährlichen Pachteinnahmen zwischen 20.000 Euro und 100.000 Euro (gelegentlich sogar mehr) rechnen. Die genaue Summe hängt stark von der Anlagengröße, der Laufzeit und dem Standort ab. Für eine unverbindliche Ersteinschätzung Ihres Grundstücks können Sie Plattformen wie den Caeli Pachtrechner nutzen, um die Einnahmen besser einzugrenzen. Zudem werben Energieversorger mit Konzepten, bei denen Projektentwicklung und Rückbau komplett übernommen werden, sodass für den Eigentümer keine finanziellen Risiken entstehen.

Was glauben eigentlich die Stromkunden, wer all diese Kosten tragen wird? Natürlich der Kunde selbst und auch der Steuerzahler, der eine konventionell Ölheizung betreibt auch! 
Die "Nutznießer" dieser absolut unnötigen "Klimaschutz-Regeln" verdienen sich dabei eine goldenen Nase.

Klimaanlage

Klimaanlage zu Hause

Seit vielen Jahren haben wir eine Klimaanlage von Mitsubishi mit integrierter Heizfunktion im Einsatz. Sie hat uns in dieser Zeit stets zuverlässig gute Dienste geleistet.

Unsere erste Klimaanlage hatten wir in einem Baumarkt gekauft und von einem Fachbetrieb montieren lassen. Allerdings stellte sich bereits beim Einbau heraus, dass die Anlage einen Defekt hatte. Wir gaben sie deshalb zurück und entschieden uns stattdessen für eine Markenanlage. Der Preisunterschied zwischen dem Baumarktmodell und der Mitsubishi-Anlage betrug damals lediglich rund 300 Euro – eine Investition, die sich rückblickend mehr als gelohnt hat.

Warum also mit einer Klimaanlage heizen? Ganz einfach: Unsere Wohnung wird ohnehin vollständig elektrisch über Wandkonvektoren beheizt. Da wir inklusive aller Nebenkosten rund 30 Cent pro Kilowattstunde Strom bezahlen, bietet die Klimaanlage mit ihrer Wärmepumpenfunktion eine deutlich effizientere Möglichkeit zu heizen als herkömmliche elektrische Heizkörper.
Der "normale" Preis für Strom wäre ohne die völlig unsinnige Co2-Steuer 15 Cent pro Kilowattstunde.

Klimaanlage

Hitzewarnungen und Ängste

Die Nachrichten im ÖRR sind beängstigend. "Höchste Temperaturen seit Menschengedenken", Temperaturen des Todes, tausende Hitzetote befürchtet...
Der Bürger, der nur auf die Inhalte dieser Nachrichten im ÖRR und den parteigesteuerten Printmedien hört und an die Wahrheit der Aussagen glaubt, wird sicher vor Angst zittern.
Verständlicherweise, denn vor vielen Jahren konnte man den Nachrichten tatsächlich noch trauen.
Im Internet-Zeitalter könnten zwar alle Menschen diese Informationen direkt überprüfen, doch leider kann der Großteil dieser Menschen mit den Möglichkeiten im Netz nicht umgehen oder schon so beeinflusst, dass sie andere Meinungen und Fakten gar nicht mehr interessieren.

Wer nur einige gezielte Suchanfragen im Internet stellt, findet schnell zahlreiche interessante Informationen und unterschiedliche Sichtweisen zur tatsächlichen Entwicklung des Klimas. Es lohnt sich, verschiedene Quellen miteinander zu vergleichen und sich ein eigenes Bild zu machen.

Als Beispiel möchte ich auf die folgende Seite verweisen. Dort werden die Klimaveränderungen der vergangenen 500.000 Jahre anschaulich dargestellt und erläutert. Für den einen oder anderen bietet sie möglicherweise eine interessante Ergänzung zur aktuellen Diskussion.

Warum werden Klimaanlagen nicht subventioniert um Bürger vor dem "Hitzetod" zu schützen?

Das scheint eine berechtigte Frage zu sein. Allerdings wird sie meiner Ansicht nach in der politischen Diskussion kaum gestellt. Zudem würde eine staatliche Förderung von Klimaanlagen den Steuerzahler vermutlich weitere Milliarden kosten.

Hinzu kämen wahrscheinlich umfangreiche Vorschriften und Förderbedingungen, wie sie auch aus anderen Bereichen bekannt sind. Und es ist durchaus denkbar, dass neue Abgaben oder gesetzliche Auflagen hinzukämen.

Ein weiteres Problem wäre die praktische Umsetzung. Wer soll Millionen zusätzlicher Klimaanlagen installieren? Bereits heute sind viele Fachbetriebe mit der Installation und Wartung bestehender Anlagen stark ausgelastet.

Hinzu kommt die Frage der Stromversorgung. Klimaanlagen werden vor allem an heißen Sommertagen und oft auch in den Abend- und Nachtstunden benötigt. Gleichzeitig steigt der Strombedarf durch Elektromobilität und andere elektrische Verbraucher. Aus meiner Sicht stellt sich daher die Frage, wie dieser zusätzliche Energiebedarf dauerhaft und zuverlässig gedeckt werden soll. Ich halte eine Kombination aus einem leistungsfähigen Stromnetz, grundlastfähigen Kraftwerken – einschließlich der Kernenergie – sowie weiteren Energiequellen für sinnvoll.

Meiner Meinung nach erschweren die politischen Entscheidungen der vergangenen Jahre eine bezahlbare und sichere Energieversorgung. Dadurch werden technische Lösungen, die den Alltag vieler Menschen erleichtern könnten, aus meiner Sicht unnötig erschwert.

Aus meiner Sicht sollte Deutschland zu einer Energiepolitik zurückkehren, die auf einer sicheren, bezahlbaren und zuverlässigen Versorgung basiert. Dazu gehören für mich auch die Wiederaufnahme von Erdgas- und Erdölimporten aus Russland – sofern die geopolitischen Rahmenbedingungen dies künftig zulassen – sowie eine Prüfung, ob noch stillgelegte Kernkraftwerke technisch und wirtschaftlich wieder in Betrieb genommen werden könnten.

Ich bin überzeugt, dass ein solcher Kurswechsel mit der derzeitigen Bundesregierung nicht zu erreichen ist. Deshalb halte ich einen Regierungswechsel für notwendig. Nach meiner persönlichen Einschätzung vertritt derzeit nur die AfD diese energiepolitischen Positionen konsequent. Deshalb würde ich mir eine von der AfD geführte Bundesregierung wünschen.

 

Automatische Gartenbewässerung selber installieren: Tipps und Ideen

Automatische Gartenbewässerung selber installieren: Tipps und Ideen

Gartenbewässerung

Gartenbewässerung

Nach dem Kauf unseres Ferienhauses lag viel Arbeit vor mir – unter anderem auch die Einrichtung einer automatisierten Gartenbewässerung.

Vor fünfzehn Jahren kannte ich kaum Alternativen zu Gardena-Produkten und plante deshalb die komplette Gartenbewässerung mit deren System. Im Nachhinein war das ein großer Fehler.

Um alle Bereiche des Gartens zu bewässern, reichte eine einzige Leitung nicht aus. Deshalb musste ich die Anlage mit einer Verteilung auf sechs Kanäle planen.

Gartenbewässerung

Ventilkästen von Gardena

Es waren zwei Ventilkästen nötig, um die sechs anzusteuernden Ventile unterzubringen. Die Ventile lassen sich mit 24 Volt ansteuern und arbeiten recht zuverlässig. Für ihre Steuerung benötigt man natürlich auch einen sogenannten „Bewässerungscomputer“. Das Standardmodell von Gardena verfügt allerdings nur über vier Anschlüsse und musste deshalb mit zwei Zusatzmodulen erweitert werden – billigstes Plastik und eine äußerst primitive Elektronik.

Wie auch immer: Ein bekannter Installateur hat uns diese Anlage eingebaut, ebenso die 1-Zoll-Wasserleitung für die großen Versenkregner. Die 1/2-Zoll-Leitung für die Tropfbewässerung konnte ich dagegen selbst verlegen.

Gartenbewässerung

Versenkregner

Zum Einsatz kommen verschiedene Arten von Versenkregnern. Im Vorgarten habe ich aufgrund der schmalen Rasenfläche zwei Viereckregner von Gardena eingebaut.

Grundsätzlich sind diese Viereckregner für diesen Bereich ideal – solange sie funktionieren. Regelmäßig fällt im Frühjahr mindestens einer der beiden aus, weil das Innengetriebe defekt ist. Reparieren lassen sich die Viereckregner nicht, sodass jedes Mal ein Neukauf nötig wird. Das ist einfach nur schrecklich – die Qualität ist schlichtweg miserabel.

Inzwischen bewahre ich die Rechnung sorgfältig auf, um im Frühjahr gegebenenfalls Garantieansprüche geltend machen zu können.

weitere Versenkregner

Neben den Viereckregnern haben wir noch einige Gardena S80, T200, T100 und MD300 im Einsatz.

Alle diese Versenkregner bestehen zu 99 Prozent aus Kunststoff. Selbst die Verstellschrauben beim T200 und T100 sind aus Plastik. Solange alles neu ist und funktioniert, ist das kein Problem. Aber wehe, es muss etwas eingestellt oder gar ausgetauscht werden.

Anpassung der Gardena-Bewässerungsanlage

Gartenbewässerung

Hunter HC WLAN

Die Gardena-Steuerung war nur Müll. Entweder war die lokale Batterie leer und das Gerät musste von grundauf neu programmiert werden, oder die Kontakte waren im Inneren korrodiert.
Deshalb habe ich zunächst dieses Steuergerät von Hunter gegen die von Gardena getauscht.

Nicht nur, dass diese Steuerung auch im Außenbereich angebracht werden kann, nein, auch lässt sich diese kleine 6-Kanal-Anlage auch über PC und Smartphone steuern.

Vorteile für einen angemessenen Preis

  • Zeit sparen: Ortsunabhängige Verwaltung über Smartphone, Tablet oder Computer
  • Wasser sparen: Die Predictive Watering™-Technologie passt die Bewässerung auf Grundlage lokaler Wetterdaten an
  • Benutzerfreundlich: Die Dashboard-Steuerung und die Touchscreen-Oberfläche vereinfachen die Programmierung

Wir haben die Anlage an die Wetterdaten des Flughafens Weeze gekoppelt und erreichen dadurch stets die passende Bewässerungsmenge. Bei angekündigtem oder bereits eingetretenem Regen schaltet sich die Anlage gar nicht erst ein.

Gartenbewässerung

kompatible Versenkregner

Nach und nach tausche ich die Gardena-Versenkregner gegen kompatible Modelle von Rain Bird aus.

Diese sind qualitativ deutlich besser und lassen sich wesentlich einfacher einstellen.

Leider habe ich bislang noch keinen alternativen Regner für den Viereckregner von Gardena gefunden. Wäre die Zuleitung näher am Fahrbahnrand verlegt worden, könnte ich dort auch Getrieberegner einsetzen. Das war damals aber keine Option.

mein Fazit

Gardena wurde bereits 2007 von Husqvarna übernommen – allerdings ohne großes Aufsehen.

Seitdem habe ich in diesem Bereich keine wesentlichen Innovationen mehr erkennen können. Andere Anbieter, die ursprünglich vor allem Golfplätze als Kunden hatten, sind inzwischen auch im privaten Segment aktiv. Leider erzielen sie dort offenbar nicht den gewünschten Umsatz. Vermutlich schrecken viele potenzielle Kunden davor zurück, weil sie annehmen, Produkte aus dem Golfplatzbereich seien besonders teuer. Das stimmt jedoch überhaupt nicht: Das Preisniveau ist vergleichbar, die Qualität aber deutlich besser.

Heute würde ich meine Gartenbewässerung komplett anders planen und keine Gardena-Produkte mehr einsetzen.

Gartenbewässerung

exklusive Ausnahme!!

Im Jahr 2013 kauften wir die weltweit erste motorisierte Schlauchbox, die den Gartenschlauch per Knopfdruck und ganz ohne Kurbeln vollständig einzog – natürlich von Gardena.

Erst letzte Woche haben wir die bis heute noch funktionierende Schlauchbox gegen ein neues Modell von Gardena ausgetauscht. Nach 13 Jahren war der Schlauch einfach nicht mehr so flexibel und sah auch optisch nicht mehr schön aus. Das war jedoch der einzige Grund für den Austausch. Die alte Schlauchbox wird künftig ihren Platz an den Parkplätzen unserer Pkw finden.

Unsere ersten Erfahrungen mit dieser Schlauchbox sind hervorragend. Selbst der komplett ausgezogene 40-Meter-Schlauch lässt sich per Knopfdruck automatisch wieder einziehen. Die neue Schlauchbox arbeitet dabei leiser als das alte Modell und wirkt gleichzeitig kraftvoller. Der mitgelieferte 2,5-Ah-Akku reicht laut Hersteller für rund 50 vollständige Einzüge. Kompatible Akkus mit 8 Ah sind zudem sehr günstig im Internet erhältlich.

Diese Schlauchbox haben wir für 263 Euro inkl. Akku und Ladegerät im Netz gekauft.

Diese Schlauchbox kann ich daher ohne Bedenken empfehlen.

Gardena Akku

NACHTRAG:

Die Schlauchtrommel wird mit einem 2,5-Ah-Akku geliefert. Damit sind etwa 50 Aufrollvorgänge problemlos möglich. Ärgerlich wird es nur, wenn der Akku ausgerechnet beim letzten Aufrollen leer ist und der Schlauch nicht mehr vollständig eingezogen werden kann.

Wer das vermeiden möchte, kann sich einen zweiten Akku zulegen. Der originale 18V POWER FOR ALL-Akku mit 2,5 Ah kostet rund 26 Euro. Ich habe stattdessen einen kompatiblen 3,5-Ah-Akku bei Temu für 15 Euro inklusive Versand gekauft. Er funktioniert einwandfrei.

Möbelbeschläge im Praxistest: Meine Erfahrungen aus der Werkstatt

Möbelbeschläge im Praxistest: Meine Erfahrungen aus der Werkstatt

Möbelbeschläge

Möbelbeschläge im Praxistest

Heute bin ich auf YouTube eher zufällig über ein Video gestolpert, in dem ein Schreiner den Bau eines hölzernen Schubladenauszugs erklärt.

Mein erster Gedanke war allerdings: Wer braucht so etwas eigentlich? Wer baut sich so einen Holzauszug nach – und vor allem: Welchen praktischen Mehrwert soll das am Ende bringen?

Wie auch immer – vielleicht gibt es tatsächlich den einen oder anderen, der für so etwas einen sinnvollen Einsatzzweck hat. Mir persönlich fällt allerdings keiner ein.

Dafür kann ich aus eigener Erfahrung umso mehr zu wirklich praxisrelevanten Themen beitragen – etwa zu Auszügen, Griffen, Topfbändern oder Stützen. Genau dort liegen für mich die Dinge, die im Werkstattalltag tatsächlich zählen.

Möbelbeschläge

Topfscharniere (Topfbänder)

Jeder Schrank mit Türen braucht Scharniere. Früher kamen dafür häufig sogenannte Klavierbänder zum Einsatz: äußerst stabil, aber auch arbeitsintensiv in der Verarbeitung und beim Spaltmaß nicht gerade unproblematisch. Normale Klappscharniere schieden wegen der geringen Wandstärken vieler Schränke oft von vornherein aus.

Das moderne Topfscharnier – oft auch Topfband genannt – hat keinen einzelnen Erfinder. Die Entwicklung des ersten verdeckt liegenden Scharniers mit Schließautomatik und Topfbohrung geht auf das Jahr 1957 zurück, als das italienische Unternehmen Salice ein entsprechendes Patent anmeldete. In den folgenden Jahrzehnten wurde dieses System vor allem durch den österreichischen Beschlägehersteller Blum sowie weitere deutsche Hersteller entscheidend weiterentwickelt und im Möbelbau praktisch zum Standard gemacht.

Möbelbeschläge

Topfband-Arten

Topfbänder (oder Topfscharniere) werden primär nach der Position der Tür am Schrankkorpus unterschieden. Die drei gängigsten Arten sind der Eckanschlag , der Mittelanschlag  und der Innenanschlag. 
Die 3 Haupt-Anschlagarten
 
  • Eckanschlag (Außenanschlag): Die Möbeltür liegt flach auf der Außenseite des Korpus auf. Sie überdeckt die Seitenwand fast komplett. Diese Variante wird bei klassischen Schranktüren am häufigsten verwendet. 
  • Mittelanschlag (Halbaufschlagend): Zwei Türen schlagen an einer gemeinsamen Mittelwand an. Jede Tür deckt die halbe Stärke der Trennwand ab, was typisch für Kleiderschränke ist. 
  • Innenanschlag (Einschlagend): Die Tür liegt im Korpus und schließt bündig mit der Schrankvorderkante ab. Sie befindet sich also zwischen den Seitenwänden. 

Zusätzliche Unterscheidungsmerkmale bei Topfbändern

Neben dem Anschlag lassen sich Topfbänder durch ihre speziellen Funktionen und Bauweisen unterscheiden:
Öffnungswinkel: Standardbänder öffnen meist in einem Winkel von 95° bis 110°. Für besondere Raumlösungen gibt es Weitwinkelscharniere mit bis zu 165°.

  • Kröpfung: Der "Knick" (Kröpfung) im Scharnierarm bestimmt den Anschlag. Ein gerader Arm ist meist für den Eckanschlag gedacht, während stark gekröpfte Bänder für den Innenanschlag genutzt werden.
  • Zusatzfunktionen: Topfbänder sind oft mit Dämpfung (Soft-Close) für ein leises Schließen, Clip-Technik zur werkzeuglosen Montage oder mit Selbsteinzug ausgestattet.
  • Spezialbänder: Für spezielle Schrankformen existieren Winkelbänder (für z.B. Eckschränke mit 45°- oder 90°-Winkeln) sowie für rahmenlose Konstruktionen.
  • Topfdurchmesser: Der Standard für Möbeltüren ist ein Topfdurchmesser von 35 mm. Für kleine Schränke oder sehr dünne Türen werden seltenere 26-mm-Töpfe eingesetzt.
Waschraummöbel

Topfband positionieren

An mein erstes Topfband kann ich mich noch gut erinnern. Als Anfänger habe ich damals natürlich erst einmal nach passenden Videos im Netz gesucht – und auch einige gefunden. Aus heutiger Sicht waren viele davon allerdings vor allem dazu da, interessierten Neulingen möglichst viel teures Zubehör aufzuschwatzen.

Dabei ist die Sache in Wahrheit erstaunlich einfach. Diese kleine Schablone von Hettich zum Anzeichnen der Bohrungen kostet gerade einmal vier Euro und erfüllt ihren Zweck völlig problemlos. Dafür braucht es weder das viel bemühte „32er-System“ noch irgendwelche aufwendigen Frässchablonen. Sie funktioniert sowohl für anschlagende als auch für einliegende Türen.

Mein damaliger Kauf einer Frässchablone für die Oberfräse samt teurem Fräser war rückblickend betrachtet schlicht überflüssig.

Wer allerdings sehr viele Topfbohrungen herstellen muss – etwa bei einem langen oder hohen Schrank mit zehn oder mehr Bändern –, für den kann eine einfache Frässchablone durchaus sinnvoll sein. Dann geht die Arbeit schneller, gleichmäßiger und man spart sich auf Dauer auch etwas Nerven.

Dafür muss man allerdings kein Vermögen ausgeben. Eine einfache Schablone lässt sich mit wenig Aufwand selbst bauen oder für kleines Geld beschaffen. Der Materialeinsatz liegt oft bei gerade einmal fünf Euro, und in verschiedenen YouTube-Videos wird der Bau solcher Schablonen sehr anschaulich erklärt.

Was aus meiner Sicht jedenfalls nicht nötig ist: für einen 35-mm-Beschlagbohrer von Festool über 100 Euro auszugeben. Der HW S8 D35 liegt inzwischen bei rund 103 Euro – und das ist für diese Arbeit schlicht überzogen. Ein guter Forstnerbohrer mit demselben Durchmesser kostet oft nicht einmal die Hälfte und erfüllt seinen Zweck in der Praxis völlig problemlos.

Was brauche ich im Normalfall an Werkzeug für ein Topfband?

  • Forstnerbohrer 35mm Durchmesser
  • Holzbohrer 5mm Durchmesser
  • Akkuschrauber
  • Schablone für das Anzeichnen
  • TK-Stift

 

Hier einmal ein Beispiel nach dem Bohren der Topflöcher und der Bohrungen für die Befestigungsschrauben.

Ja, bei beschichteten Spanplatten macht diese Arbeit ordentlich Dreck. Natürlich könnte man versuchen, schon während des Bohrens abzusaugen – ich räume den anfallenden Schmutz allerdings lieber anschließend weg. Bei Vollholz sieht es im Grunde nicht viel anders aus, nur dass dort die Späne meist deutlich größer ausfallen.

Praktisch ist bei den neuen Hettich-Kreuzplatten, dass die passenden Befestigungsschrauben bereits dabei sind. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch die Suche nach den richtigen Schrauben.

Waschraummöbel
Waschraummöbel
Waschraummöbel

Einstellmöglichkeiten

Natürlich kann es vorkommen, dass ein Topfband einmal nicht auf Anhieb perfekt sitzt. Bei Markenqualität von Hettich oder Blum passiert das zwar eher selten, weil diese Bänder in der Regel bereits so gefertigt sind, dass sie im montierten Zustand sauber zur Kreuzplatte passen.

Trotzdem lässt sich bei Bedarf nachjustieren – sowohl in der Höhe als auch in der Tiefe. Die Einstellung erfolgt über die entsprechenden Schrauben am Band, leider meist noch mit Kreuzschlitz.

Wichtig ist dabei: Nicht wahllos an allen Topfbändern gleichzeitig drehen, solange die Tür noch komplett mit dem Schrank verbunden ist. Immer nur ein Band nach dem anderen verstellen, prüfen und dann erst das nächste anpassen. Sonst verliert man schnell die Übersicht und verschlimmbessert am Ende mehr, als man korrigiert.

Blum und Hettich gehören für mich ganz klar zu den besten Herstellern von Möbelbeschlägen. Das ein oder andere Bauteil mag sich im Detail unterscheiden, doch die Maße für die Befestigung sind im Grunde gleich. Entscheidend ist am Ende nicht die Optik, sondern die Qualität – und genau dort trennt sich die Spreu vom Weizen. Baumarkt-Müll kommt mir jedenfalls nicht mehr ins Haus.

Was gegen No-Name-Beschläge spricht, ist nicht nur die oft miserable Qualität, sondern auch der Preis im Baumarkt. Dort zahlt man erfahrungsgemäß schnell rund 6 Euro pro Topfband – und das oft noch ohne Kreuzplatte und ohne passende Schrauben.

In vielen Onlineshops bekommt man dagegen für knapp 4 Euro bereits Topfbänder von Hettich oder Blum, also echte Markenqualität. Kreuzplatten gibt es häufig schon für rund 80 Cent zusätzlich. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Preisvergleich – und vor allem der Verzicht auf billigen Baumarkt-Kram.

Schublade selber bauen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schubladenauszüge

Wie bereits am Anfang erwähnt, kann ich mir heute keinen sinnvollen Anwendungsfall vorstellen, in dem ein selbst gebauter Holz-Schubladenauszug noch ernsthaft eine Rolle spielen sollte. Für mich fällt so etwas eher in die Kategorie „Mangel an interessanteren Themen“ – oder anders gesagt: Man baut es, weil einem gerade nichts Besseres einfällt, nicht weil es im Alltag wirklich einen praktischen Nutzen hätte.

Auszüge gibt es inzwischen in hunderten Varianten, Längen und Qualitätsstufen. Vom einfachen, robusten Standardauszug für rund 12 Euro bis hin zu aufwendig einzubauenden Komfortauszügen für weit über 40 Euro pro Paar ist alles dabei.

Hier verbaue ich gerade Blum-Auszüge für knapp 30 Euro in einen Werkzeugschrank. Nicht etwa, weil ich ausgerechnet in diesem Schrank unbedingt diese Auszüge bräuchte, sondern schlicht deshalb, weil ich sie noch im Bestand hatte. Bevor so etwas im Regal verstaubt, kann es auch sinnvoll verbaut werden.

Eine pauschale Empfehlung für bestimmte Schubladenauszüge kann ich nicht geben, denn am Ende entscheidet immer der Einsatzzweck. Für meine Werkstattschränke verwende ich grundsätzlich kräftige Teleskopauszüge von Teleskopschienen24. Dort zählt vor allem die hohe Tragkraft, denn Werkstattschubladen müssen Gewicht aushalten und dauerhaft zuverlässig laufen. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich diese Auszüge vergleichsweise einfach montieren lassen.

Und ja: Ich werde ganz sicher nie wieder sogenannte Push-to-open-Auszüge verbauen. Auf dem Papier klingt das immer modern und elegant – in der Praxis sind diese Systeme aber deutlich anfälliger, als man zunächst denkt. Wenn so ein Auszug ausfällt, wird der Austausch schnell zu einer unnötig lästigen und unbequemen Arbeit.

Bei selbst einziehenden Auszügen sollte man deshalb aus meiner Sicht keine Kompromisse machen. Hier würde ich ausschließlich zu Markenware greifen. Nur dann ist die Chance groß, dass man nicht schon nach kurzer Zeit wieder an den Schrank muss, sondern über viele Jahre Ruhe hat.

Wer noch nie Schubladenauszüge eingebaut hat, dem kann ich nur raten, zunächst ein Probestück anzufertigen. So lassen sich mögliche Einbaufehler oder Passprobleme sehr viel schneller erkennen, bevor man sich den eigentlichen Schrank unnötig verdirbt.

Gerade bei Teleskopauszügen ist es entscheidend, den vorgeschriebenen Abstand zwischen Schublade und Schrankwand exakt einzuhalten. Schon ein Millimeter zu viel Spiel kann dazu führen, dass der Auszug nach einigen Bewegungen ausklinkt oder nicht mehr sauber läuft.

Genau deshalb lohnt sich ein Probestück fast immer: Es kostet wenig Material, spart aber im Zweifel eine Menge Ärger.

Teleskopauszüge sind in der Praxis sehr einfach zu verbauen. Die Schublade lässt sich dabei vergleichsweise frei positionieren, ohne dass man an bestimmte komplizierte Mindestmaße gebunden wäre.

Befestigt werden diese Auszüge in der Regel mit sogenannten Euroschrauben am Korpus. Und genau da zeigt sich wieder einmal, wie absurd manche Baumarktpreise inzwischen geworden sind: Ein 1000er-Pack solcher Schrauben kostet online gerade einmal rund 10 Euro. Im Baumarkt habe ich dagegen ernsthaft schon Packungen mit sechs Stück für 4,65 Euro gesehen.

Mehr muss man über das Preisniveau im Baumarkt eigentlich nicht wissen.

Werkbank selber bauen
Schublade selber bauen – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schrank mit 4 Schubladen

hochwertige Auszüge

Es macht durchaus Spaß, hochwertige Auszüge in einen Schrank einzubauen. Man sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass man damit an ganz bestimmte Einbaumaße gebunden ist – und zwar nicht nur bei der Schrankkonstruktion, sondern vor allem bei der Schublade selbst. Höhe, Tiefe und Breite müssen exakt zu den Vorgaben des jeweiligen Auszugssystems passen.

Damit nicht genug: Auch die Schublade muss nach den Anforderungen des Auszugs gebaut werden. Je nach System sind bestimmte Schubkastenseitenstärken, Aussparungen im Frontbereich und Bohrungen an der Rückseite für die Führungen erforderlich. Wer hier schludert oder „frei nach Gefühl“ baut, wird mit solchen Auszügen nicht glücklich.

Der Vorteil ist allerdings nicht von der Hand zu weisen: Ist alles sauber gebaut und korrekt montiert, läuft der Schubkasten sehr präzise, ohne zu wackeln und praktisch ohne Spiel. Dazu kommt, dass sich viele hochwertige Auszüge im eingebauten Zustand noch fein justieren lassen – horizontal wie vertikal, meist über kleine Einstellrädchen oder Exzenter.

System 32

Steckbodenträger System 32

Selbstverständlich hatte ich auch das Festool-Frässystem 32. Damals war ich noch deutlich stärker vom Festool-Virus befallen als heute.

Ohne groß über Sinn oder Unsinn nachzudenken, habe ich dieses System bei nahezu allen früheren Schrankprojekten eingesetzt. Lochreihe von oben bis unten gefräst – einfach, weil man es eben so macht, wenn man das System schon besitzt. Irgendwann habe ich mich allerdings gefragt, warum ich mir diese Arbeit eigentlich antue. Jeder weiß doch, dass ein Einlegeboden in den meisten Schränken später kaum noch umgesetzt wird. Trotzdem werden brav komplette Lochreihen durch den ganzen Korpus gezogen, als gäbe es dafür einen handwerklichen Orden.

Und diese Zahl „32“ hatte auf mich damals fast etwas Magisches. Heute weiß ich: Das war Unsinn.

Ein exakter Abstand von 32 Millimetern zwischen den Bohrungen ist in den allermeisten Fällen schlicht nicht nötig. Wer einen Schrank baut, muss nicht automatisch das komplette Systemdenken der Möbelindustrie übernehmen. Für ein paar Einlegeböden oder einfache Beschläge braucht es keine heilige Lochreihe über die gesamte Schrankhöhe.

Waschraummöbel

Bohrungen Steckbodenträger

Für diese paar Bohrungen brauche ich weder eine Schablone noch irgendein Frässystem. Was man dafür wirklich braucht, ist ein wenig Verständnis für Statik und Hebelwirkung, einen 5-mm-Bohrer und einen Akkuschrauber.

Hier habe ich die Bohrungen ganz schlicht mit einem großen Anlegewinkel im Abstand von 7 cm in der Höhe angezeichnet und anschließend ausreichend Löcher gesetzt. Schon beim Bau war mir klar, dass ich die Position dieses Einlegebodens mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie wieder verändern werde. Warum also eine komplette Lochreihe nach dem 32er-System fräsen, wenn am Ende doch nur wenige Bohrungen tatsächlich gebraucht werden?

Genau dafür brauche ich weder eine Schablone noch ein teures Frässystem.

Normale Hettich-Steckbodenträger sind 24 mm lang. Eine Bohrtiefe von 12 mm ist deshalb völlig ausreichend und in der Praxis mehr als genug.

500 Stück dieser Bodenträger kosten im Onlinehandel rund 25 Euro. Im Baumarkt werden dagegen teilweise ernsthaft 6er-Packs für 4 Euro angeboten. Nur mal so nebenbei – damit man eine Vorstellung davon bekommt, wie absurd manche Preise inzwischen geworden sind.

Natürlich gibt es unzählige Varianten von Bodenträgern. Am Ende erfüllen sie aber alle denselben Zweck: Sie tragen den Einlegeboden. Keiner davon hält den Boden plötzlich besser, nur weil er besonders raffiniert aussieht oder im Baumarkt in einer schicken Blisterverpackung hängt.

Badschrank selber bauen

Möbelgriffe

Davon habe ich im Laufe der Jahre sicher schon Hunderte verbaut – und dabei auch einiges an Lehrgeld bezahlt.

Als wir damals unsere neue Küche gekauft haben, mussten wir für jeden einzelnen Griff 39 Euro Aufpreis bezahlen. Heute kann ich darüber nur noch den Kopf schütteln. Damals wussten wir es schlicht nicht besser. Am Ende waren das ganz normale Stahlgriffe, die selbst im Baumarkt kaum mehr als 12 Euro kosten.

Natürlich gibt es bei Möbelgriffen erhebliche Qualitätsunterschiede. Der Griff auf dem Bild besteht aus verchromtem und poliertem Spritzguss. Es gibt äußerlich fast identische Modelle aber auch in einfacher Kunststoffausführung – und genau dort liegt oft der Unterschied, den man auf den ersten Blick nicht erkennt, später aber sehr wohl bemerkt.

Der Markt für Möbelgriffe ist riesig. Gerade deshalb sollte man sich bei der Auswahl Zeit lassen und nicht einfach den erstbesten Griff kaufen. Am Ende entscheidet nicht nur die Optik, sondern auch die Haptik, die Verarbeitung und die Dauerhaltbarkeit darüber, ob man mit einem Griff wirklich zufrieden ist.

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Griffbohrungen

Über Jahre hinweg habe ich die Bohrungen für Möbelgriffe ganz klassisch von Hand gesetzt: anzeichnen, messen, mit dem 4-mm-Bohrer durch die Front – fertig. Das funktioniert grundsätzlich auch, solange man sauber arbeitet. Das Problem ist nur: Liegt man bei einer Bohrung auch nur einen halben Millimeter daneben, wird die Montage des Griffes schnell unerquicklich.

Natürlich könnte man gleich mit 5 mm bohren. Dann passt der Griff im Zweifel zwar leichter, dafür sitzt er unter Umständen auch sichtbar schief. Und genau darauf habe ich keine Lust.

Deshalb habe ich mir irgendwann eine einfache Bohrschablone speziell für Möbelgriffe zugelegt. So etwas wird in den üblichen Werbevideos irgendwelcher „Tischlermeister“ gern für 45 Euro oder mehr angepriesen. Meine Schablone hat bei TEMU gerade einmal 20 Euro gekostet und erfüllt ihren Zweck vollkommen problemlos.

Mehr braucht es dafür aus meiner Sicht nicht.

Möbelbeschläge

Rückwandverbinder

Wer sich beim Selbstbau eines Schranks an fabrikgefertigten Möbeln orientiert, stößt früher oder später auf die verschiedensten Rückwandverbinder und hält sie schnell für den normalen Standard. Genau das ist aus meiner Sicht ein Irrtum.

Der eigentliche Grund für diese ganzen Rückwandverbinder ist in den meisten Fällen nicht bessere Konstruktion, sondern schlicht möglichst billige Serienfertigung. In industriell produzierten Möbeln wird an jeder Ecke gespart – und dazu gehört eben auch die Rückwandkonstruktion. Einen sauber gefrästen Falz in einem stabilen Korpus oder Rahmen findet man dort eher selten. Und wenn ein vernünftiger Falz vorhanden ist, braucht es zusätzliche Rückwandverbinder in aller Regel überhaupt nicht mehr.

Dasselbe Spiel sieht man bei der Rückwandstärke. Früher waren 5-mm-Rückwände durchaus üblich, heute werden aus reinen Kostengründen oft nur noch 3-mm-Platten verbaut. Technisch notwendig ist das nicht – billig ist es allerdings.

Natürlich ist eine sauber eingelassene Rückwand im Schrankbau deutlich arbeitsaufwendiger als irgendeine billige Lösung mit Rückwandverbindern. Wenn man es ordentlich machen will, versieht man eben nicht einfach stumpf alle Rahmenteile rundum mit einem durchgehenden Falz. Gerade in den Ecken wird es dann etwas aufwendiger – aber genau dort zeigt sich am Ende auch, ob sauber gearbeitet wurde oder nicht.

Der Mehraufwand lohnt sich allerdings. Eine sauber eingelassene Rückwand sieht nicht nur deutlich besser aus, sondern macht den gesamten Schrank auch konstruktiv stimmiger.

Hier zeige ich nur ein Beispiel. Obwohl es sich lediglich um einen Werkstattschrank handelt, habe ich auch dort die Rückwand sauber eingelassen. Gerade bei solchen Details fängt für mich vernünftiger Möbelbau erst an.

Waschraummöbel
Waschraummöbel
Massive Eichentüren: Qualität und Natürlichkeit

Massive Eichentüren: Qualität und Natürlichkeit

Eichentür

Türen aus massiver Eiche

Beide Schleppschuppen habe ich neu gebaut – breiter und tiefer als die ursprünglichen Gebäude.

Die alten Türen waren zwar noch brauchbar, doch ich wollte etwas Dauerhaftes und Robustes einbauen. Daher fiel meine Wahl auf Eiche. Vorweg gesagt: Heute würde ich die Türen vermutlich nicht mehr selbst bauen.

Glücklicherweise hatte mein Holzhändler Rohware aus nordamerikanischer Weißeiche auf Lager. Die Bretter suchte ich sorgfältig aus, und ein befreundeter Tischler schnitt sie anschließend auf Maß. Das Besäumen, Fügen, Abrichten und Hobeln hätte meine kleine Werkstatt an ihre Grenzen gebracht.

Die Weißeiche fühlt sich anders an als heimische Eiche: Sie lässt sich etwas leichter bearbeiten, ist dabei aber dennoch äußerst widerstandsfähig.

Eichentür

Vorbereitung Beschläge

Der Schreiner hat das Holz hervorragend vorbereitet. Das endgültige Ablängen erfolgt später.

Zunächst müssen die Schlosskästen und Scharniere eingepasst und montiert werden. Danach folgen die Rahmen mit den Türeinlässen sowie die Nuten für die Dichtungen.

Die Holzteile sind bereits gehobelt, jedoch noch nicht geschliffen. Im Internet behauptete ein „Meister“, dass eine gehobelte Oberfläche Lack ebenso gut aufnimmt und hält wie eine geschliffene. Diese Ansicht teile ich nicht – und das aufgrund langjähriger praktischer Erfahrung.

Im Netz wird vieles behauptet. Noch problematischer ist, dass zahlreiche Holzwerker solche Aussagen ungeprüft übernehmen und bei ihren eigenen Projekten anwenden. Meine Erfahrungen zeigen jedoch, dass eine sorgfältig geschliffene Oberfläche für ein hochwertiges und dauerhaftes Ergebnis meist die bessere Grundlage bietet.

Eichentür

Schließblech einarbeiten

Das Schließblech soll ebenso wie das Kastenschloss exakt mittig sitzen. Dabei arbeite ich grundsätzlich vom Einfachen zum Anspruchsvolleren.

Nachdem ich die Kontur des Schließblechs angezeichnet hatte, fräste ich die erforderlichen 2 mm Materialstärke mit der Oberfräse aus. Für mich ist das die sauberste und präziseste Methode.

Die Ecken konnte ich anschließend mit einer Stanze exakt auf 90 Grad ausarbeiten. Dieses Werkzeug hatte ich seinerzeit recht teuer im Sauter-Shop gekauft. Inzwischen habe ich festgestellt, dass vergleichbare Stanzen bei TEMU deutlich günstiger erhältlich sind und qualitativ keinen erkennbaren Unterschied aufweisen.

Die Bohrungen zeichnete ich anschließend mit einem Körner sauber und zentrisch vor, damit der Bohrer später nicht verlaufen kann.

Eichentür

Schlosskasten stemmen

Ohne Kettenstemmer oder Vierkantlochbohrer ist das eine Arbeit für Menschen, die Vater und Mutter erschlagen haben.

Früher habe ich solche Schlosskästen mit neuen Stechbeiteln von Kirschen ausgearbeitet und mich dabei oft über die enorme Anstrengung gewundert. Als Anfänger wusste ich noch nicht, dass neue Beitel dieser Marke keineswegs gebrauchsfertig sind, sondern vor dem ersten Einsatz sorgfältig geschärft werden müssen.

Erst nachdem ich Beitel der Firma MHG gekauft hatte, wurde mir klar, wie angenehm und präzise sich wirklich hochwertige und scharfe Werkzeuge führen lassen.

Die Fläche des Schlosskastens habe ich zunächst mit einem Holzbohrer grob ausgeräumt. So bleibt nur noch die Feinarbeit mit dem Beitel, um Ecken und Wände sauber auszuarbeiten. Wichtig dabei: Noch nicht fräsen! Wird die Fräse zu früh eingesetzt, können die Kanten ausreißen oder unsauber werden. Erst wenn die Grundform sauber vorbereitet ist, lohnt sich der Einsatz der Oberfräse.

Eichentür
Eichentür

Die Stulpe des Kastenschlosses ist nach Norm 20 mm breit und 2 mm stark. Dadurch lässt sich dieser Bereich sehr einfach mit einem 20-mm-Nutfräser ausarbeiten.

Die eigentliche Herausforderung besteht lediglich darin, den Fräsvorgang exakt am markierten Anfangspunkt zu beginnen und ebenso präzise am Endpunkt zu beenden. Nur so erhält man eine saubere und passgenaue Aufnahme für die Schlossstulpe.

Eichentür

Scharnierpositionen

Jede Tür wird von vier Scharnieren getragen. Um das hohe Gewicht sicher aufnehmen zu können, befinden sich zwei davon im oberen Bereich der Tür.

Sowohl auf der Rahmenseite als auch auf der Türseite werden die Scharniere bündig ins Holz eingelassen.

Nach dem Anzeichnen – ich vermeide bewusst den Begriff „Anreißen“ – wird der innere Bereich in der Stärke des Scharnierblatts mit der Oberfräse ausgearbeitet.

Anschließend werden die Ecken mit dem Eckenstemmer sauber auf 90 Grad gebracht. Natürlich lässt sich diese Arbeit auch mit einem scharfen Beitel erledigen. Der Eckenstemmer sorgt jedoch für ein besonders schnelles und sauberes Ergebnis.

Eichentür
Eichentür
Eichentür

Rahmen bauen

Der Türrahmen wird in gedoppelter Bauweise hergestellt und nicht aus massivem Vollholz gefertigt. Aus meiner Sicht wäre Letzteres weder wirtschaftlich noch konstruktiv sinnvoll.

Bevor die Rahmenteile verleimt werden, werden die Nut für die Türdichtung sowie der Falz in das Rahmenbrett eingebracht. Die Nut ist 5 mm breit und 10 mm tief und damit exakt auf das Profil der verwendeten Dichtung abgestimmt.

Den Falz fertige ich mit einem Falzkopf. Als ich dieses Werkzeug zusammen mit der passenden Welle gekauft habe, lag der Preis noch bei rund 100 Euro. Heute werden für dieselbe Kombination bereits etwa 250 Euro verlangt.

Daher lohnt sich durchaus ein Blick auf Anbieter im Ausland. Mit precisionbits.com in den USA habe ich gute Erfahrungen gemacht: Die Preise sind oft deutlich günstiger, und die Lieferung erfolgt überraschend schnell.

Eichentür

Auswahl der Dichtung

Da ich kein Dichtungsspezialist bin, habe ich mich eher pragmatisch für diese Türdichtung entschieden. Im Internet waren 30 Meter für rund 12 Euro erhältlich – ein überschaubares Risiko.

Dank der kleinen Widerhaken sitzt die Dichtung sehr fest in der Nut und verrutscht nicht. Gleichzeitig lässt sie sich bei Bedarf problemlos wieder entfernen und austauschen.

Der Falz ist notwendig, damit die Tür trotz der Dichtungsstärke sauber und plan schließen kann. Erst durch diese Konstruktion liegt die Tür ordentlich am Rahmen an und sorgt für einen weitgehend dichten Abschluss.

Eichentür

Rahmenblatt und Rahmenständer

Hier habe ich den Rahmenständer bereits mit dem Rahmenbrett verbunden. Für diese Verbindung bieten sich verschiedene Möglichkeiten an: Sie kann entweder mit Edelstahlschrauben oder mit Lamellos ausgeführt werden.

Ich habe mich der Einfachheit halber für die Verschraubung entschieden. Selbstverständlich werden die Teile zusätzlich mit D4-Leim verleimt, sodass eine stabile und dauerhaft belastbare Verbindung entsteht.

Eichentür

Tür bauen

Die Rahmenverbindungen habe ich mit Festool-Dominos in der Größe 10 × 50 mm ausgeführt. An jeder Verbindung kamen jeweils drei Dominos zum Einsatz.

Heute würde ich mich allerdings nicht mehr für diese Lösung entscheiden. Eine solide Überblattung, gegebenenfalls zusätzlich mit Runddübeln verstärkt, halte ich inzwischen für die bessere und sauberere Konstruktion. Aber genau das macht den Reiz solcher Projekte aus: Man lernt bei jeder Arbeit etwas Neues dazu und sammelt wertvolle Erfahrungen.

Wie auch immer – zu diesem Zeitpunkt waren alle Rahmenteile bereits gefräst und exakt auf Länge zugeschnitten.

Eichentür

alle Kanten fasen

Das Anbringen der Fasen ist einer der letzten Arbeitsschritte vor dem Schleifen.

Für diese Arbeit eignet sich die kleine DeWalt-Oberfräse hervorragend. Da beim Fasen nur wenig Material abgetragen wird, ist keine hohe Leistung erforderlich. Zudem lässt sich die kompakte Fräse sehr angenehm und präzise mit einer Hand führen.

Ein Nachteil ist die eher mäßige Absaugung. Bei einer kleinen Fase fällt jedoch nur wenig Spanmaterial an, sodass sich die Staub- und Spanbelastung in Grenzen hält.

Eichentür

Rahmen für Fenster und Füllung

Fenster und Füllung werden von einem Innen- und Außenrahmen gehalten. Beide Rahmen bestehen selbstverständlich aus demselben Material wie die Tür selbst: Eiche.

Die schmalen Leisten habe ich auf der Tischsäge zugeschnitten und anschließend im Rahmen auf Gehrung eingepasst. Auf dem Bild ist gut zu erkennen, wie präzise die Gehrungen an den Ecken zusammenlaufen.

Selbstverständlich wurden auch diese Kanten mit einer Fase versehen. Dadurch entsteht ein harmonisches Gesamtbild, das optisch sehr gut zur übrigen Tür passt.

Die äußeren Leisten habe ich mit dem Prebena-Druckluftnagler befestigt. So können sowohl die Verglasung als auch die Türfüllung sauber in den Rahmen eingesetzt und sicher gehalten werden.

Eichentür

OSMO Landhausfarbe

Das Anbringen der Fasen ist einer der letzten Arbeitsschritte vor dem Schleifen.

Für diese Arbeit eignet sich die kleine DeWalt-Oberfräse hervorragend. Da beim Fasen nur wenig Material abgetragen wird, ist keine hohe Leistung erforderlich. Zudem lässt sich die kompakte Fräse sehr angenehm und präzise mit einer Hand führen.

Ein Nachteil ist die eher mäßige Absaugung. Bei einer kleinen Fase fällt jedoch nur wenig Spanmaterial an, sodass sich die Staub- und Spanbelastung in Grenzen hält.

Eichentür

Edelstahlschrauben

Wahrscheinlich werden jetzt viele Leser denken, dass bei solchen Eichentüren selbstverständlich Edelstahlschrauben verwendet werden müssten. Als Anfänger habe ich das genauso gesehen und Edelstahlschrauben eingesetzt – in der Hoffnung, Verfärbungen der Eiche durch gewöhnliche Stahlschrauben zu vermeiden.

Mit der Zeit habe ich jedoch gelernt, dass Edelstahlschrauben nicht in jeder Situation die beste Wahl sind. Im Vergleich zu klassischen Holzschrauben sind sie oft spröder und deutlich bruchanfälliger. Gerade bei hohen Belastungen oder wenn Schrauben stark angezogen werden, ist das ein echter Nachteil. Zudem dauert es bei normalen Holzschrauben im geschützten Einbau ohnehin sehr lange, bis Korrosion tatsächlich ein ernsthaftes Problem wird.

Eichentür
Eichentür
Eichentür

Montage Türen

Rahmen und Tür sind nun vollständig vorbereitet. Alle Beschläge passen, und sowohl die Verglasung als auch die Füllung sitzen sauber im Rahmen. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, die Tür im rechten Winkel zu halten. Auch die Spaltmaße stimmen, sodass die Türen insgesamt einen sehr stimmigen Eindruck machen.

Optisch gefallen mir die Türen ausgesprochen gut – allerdings sind diese Eichentüren wirklich enorm schwer.

Den passenden Einbaurahmen im Schuppen habe ich selbstverständlich exakt nach Maß gefertigt. Dadurch ließ sich die Tür trotz ihres hohen Gewichts vergleichsweise problemlos einsetzen.

Eichentür
Eichentür

Was würde ich heute anders machen?

Als Holzwerker denkt man natürlich zuerst daran, alles selbst bauen zu wollen. Und in den meisten Fällen funktioniert das auch – zumal bei solchen Projekten oft nicht nur das Ergebnis zählt, sondern auch der Weg dorthin. Genau darin liegt ja ein großer Teil der Freude am Handwerk.

Trotzdem stellt sich im Nachhinein immer die Frage, ob sich der Aufwand tatsächlich gelohnt hat. Gerade beim Bau dieser Eichentüren bin ich mir da heute nicht mehr so sicher. Hätte ich von Anfang an fertige, farblich passende Nebeneingangstüren aus Kunststoff mit Fenster gekauft, hätte ich nicht nur sehr viel Arbeit, sondern vermutlich auch einiges an Geld gespart.

Nordamerikanische Weißeiche in dieser Stärke ist im verarbeitungsfähigen Zustand ausgesprochen teuer – mindestens so teuer wie eine fertige Tür. Hinzu kommt, dass bei einer industriell gefertigten Tür das Risiko von Undichtigkeiten, Passfehlern oder konstruktiven Schwächen deutlich geringer ist.

Wenn ich heute noch einmal vor derselben Entscheidung stünde, würde ich solche Türen vermutlich wieder fertig kaufen – zum Beispiel bei Welthaus Türen und Fenster. In meiner neuen Werkstatt haben sich die dort gekauften Türen und drei Fenster jedenfalls bestens bewährt.

Türen aus massiver Eiche bauen
TEMU Diamant-Schleifsteine – Profi oder nur günstig?

TEMU Diamant-Schleifsteine – Profi oder nur günstig?

Diamant-Schleifsteine von TEMU

TEMU Diamant-Schleifsteine – Profi oder nur günstig?

 

Heute sind die Schleifsteine eingetroffen – nach fünf Tagen Wartezeit.

Natürlich habe ich die Steine sofort ausgepackt und ausprobiert.

Seit Jahren schärfe ich meine Beitel mit herkömmlichen Schleifsteinen, die vor der Benutzung gewässert werden müssen. Das ist an sich kein Problem. Störender ist vielmehr die Abnutzung der Steine und die damit verbundene Verformung. Bei jedem Schleifvorgang wird eine geringe Menge Material vom Stein abgetragen.

Mit der Zeit entstehen dadurch Mulden im Schleifstein, die sich natürlich auch auf das Schleifergebnis auswirken. Die Schneide des Beitels wird dann nicht mehr exakt plan geschliffen.

Deshalb habe ich mich schon länger für Diamant-Schleifsteine interessiert und versucht, mich im Internet darüber zu informieren. Videos, Testberichte und Werbung gibt es dazu reichlich.

Allerdings sind diese Steine recht teuer, zumal man in der Regel mehrere Körnungen benötigt. In einem Holzwerker-Onlineshop wird beispielsweise eine „Side-by-Side-Diamant-Schärfstation“ für sage und schreibe 243 Euro angeboten. Das wäre mir deutlich zu teuer.

Gibt es tatsächlich so große Qualitätsunterschiede, die solche Preisunterschiede rechtfertigen?

 

Diamant-Schleifsteine von TEMU

2 verschiedene Sets

Da diese Schleifsteine extrem preiswert sind, habe ich gleich zwei Sets bestellt.

Eines der Sets besitzt eine deutlich größere Arbeitsfläche. Zunächst dachte ich auch, es handele sich um Produkte von zwei verschiedenen Herstellern. Offenbar stammen jedoch beide Sets aus derselben Produktion.

Wie auch immer – ran an die Arbeit!

Die Schleifsteine fühlen sich alle recht glatt an. Wesentliche Unterschiede zwischen den einzelnen Körnungen sind mit den Fingern kaum zu spüren. Da kam natürlich die Frage auf: Bin ich vielleicht auf ein fragwürdiges Angebot hereingefallen?

Erst vor wenigen Tagen hatte ich meine Beitel noch mit den herkömmlichen Wassersteinen geschärft. Mit dem Ergebnis war ich durchaus zufrieden. Allerdings hat das Ganze auch entsprechend viel Zeit in Anspruch genommen.

Für das fünfteilige Set der kleinen Diamant-Schleifsteine habe ich gerade einmal 11,80 Euro bezahlt. Die drei größeren Steine kosteten zusammen 24,00 Euro. Der Versand war sogar kostenlos.

 

Diamant-Schleifsteine von TEMU

erster Schliff mit 240

Zuerst nahm ich den Schleifstein mit 240er Körnung zur Hand und bearbeitete damit einen älteren Beitel, den ich für allgemeine Arbeiten verwende. Dieser war bereits geschärft.

Schon nach wenigen Hüben kontrollierte ich die geschliffene Fläche – und war regelrecht von den Socken. Die Schneidfase glänzte spiegelblank, und das ganz ohne Wasser und mit erstaunlich geringem Aufwand. Nur wenige Bewegungen hatten ausgereicht.

Keine schmutzigen Finger, kein schmieriges Wasser und keine Vorbereitungszeit. Das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen.

 

Diamant-Schleifsteine von TEMU

Breiter Beitel

Irgendwie konnte ich die Geschwindigkeit, mit der sich die Beitel schärfen ließen, zunächst kaum glauben.

Also nahm ich meinen breitesten Beitel zur Hand, um das Ganze genauer nachzuvollziehen.

Breite Beitel und herkömmliche Wassersteine vertragen sich meiner Erfahrung nach nicht besonders gut. Durch die Abnutzung der Steine entstehen mit der Zeit Vertiefungen, sodass die Schleiffläche nicht mehr vollkommen eben ist. Das führt schnell dazu, dass die Schneide nicht exakt rechtwinklig geschliffen wird.

Genau das war bei diesem Beitel deutlich zu erkennen. An der bereits angeschliffenen Fläche konnte man sehen, dass ein Teil der Schneide vom bisherigen Schleifstein noch gar nicht erreicht worden war.

Mit dem Diamant-Schleifstein brachte ich die Fläche zunächst wieder grob in den richtigen Winkel. Anschließend arbeitete ich mich mit den feineren Körnungen Schritt für Schritt weiter vor.

 

 

Diamant-Schleifsteine von TEMU

hervorragendes Ergebnis

Den zuvor auf den Nassschleifsteinen geschärften Beitel habe ich anschließend testweise auf ein Stück Multiplex angesetzt. Ohne großen Druck auszuüben, hob sich sofort ein sauberer Span ab. Ein derartiges Ergebnis hatte ich mit den herkömmlichen Wassersteinen bislang nicht erzielt.

Dabei hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal die großen Schleifsteine benutzt. Allein die Bearbeitung mit dem kleinen Set hatte bereits zu diesem überraschend guten Ergebnis geführt.

 

Diamant-Schleifsteine von TEMU

Mein Fazit zu Diamant-Schleifsteinen von TEMU

Jahrelang habe ich mich mit den verschiedenen Nassschleifverfahren herumgeschlagen und sie als selbstverständlich angesehen.

Bereits aufgrund des günstigen Preises war ich mit dem Kauf der Schleifsteine bei Temu mehr als zufrieden. Die Diamant-Schleifsteine haben meine Erwartungen jedoch deutlich übertroffen.

Selbst wenn dieses Set nur für eine einzige Komplettschärfung meiner Beitel ausreichen würde, hätte sich die Investition von weniger als 12 Euro für mich bereits gelohnt.

Auf den Bildern ist auch meine Schärfvorrichtung von Veritas zu sehen. Mit ihrer Funktion bin ich durchaus zufrieden, allerdings halte ich den Preis für dieses recht einfache Hilfsmittel für deutlich zu hoch.

Bei meiner Recherche bin ich außerdem auf das WOODPECKERS-Schärfsystem für Schleifsteine gestoßen. Als ich den Preis gesehen habe, musste ich erst einmal schlucken.

Da stellt sich mir schon die Frage: Wer kauft so etwas?

Mein Fazit nach den ersten Erfahrungen: Es lohnt sich, gelegentlich auch einen Blick auf günstige Alternativen zu werfen. In meinem Fall haben die preiswerten Diamant-Schleifsteine meine Erwartungen jedenfalls deutlich übertroffen.

(Und nein – das soll keine Werbung für Temu sein, sondern lediglich ein Erfahrungsbericht.)