ein etwas längerer Beitrag
Holzarten werden tausendfach im Netz beschrieben. Haltbarkeit, Bearbeitung, Einsatzbereiche und Wetterbeständigkeit sind offenbar die Hauptkriterien.
Genau wie viele andere Materialien werden Vergleiche aufgestellt, die meistens im Labor oder unter besten Bedingungen bewertet werden. Die Wirklichkeit sieht meist anders aus.
Und ja, es gibt Holzarten, die wirklich sehr gut für den Einsatz im Außenbereich geeignet sind. Doch diese werden mittlerweile verteufelt. Nicht weil diese gefährlich oder nicht umweltverträglich sind sondern weil diese angeblich nach Abbau in den jeweiligen Heimatländern der Holzarten das Klima schädigen würden.
Für solche Zwecke wurden sogenannte "Holzqualitätssiegel" erfunden um den Verbraucher auf solche "Gefahren" hinzuweisen. Das für uns bekannteste ist FSC (Forest Stewardship Council). Dann gibt es noch andere, wie PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification), Blauer Engel oder auch EU-Ecolabel.
Aber: Bei Nachhaltigkeitssiegeln wie dem FSC betreffen vor allem gefälschte Lieferkettennachweise, illegale Abholzungen trotz "grünem" Stempel sowie das bewusste Deklarieren von konventioneller Ware als zertifiziert. Schätzungen von Umweltorganisationen wie Earthsight gehen davon aus, dass jährlich weltweit Produkte im Wert von Milliarden Euro fälschlicherweise mit Nachhaltigkeitssiegeln gehandelt werden.
Aber da werde ich nicht weiter eingehen sondern ganz einfach aus meinen Erfahrungen mit verschiedenen Holzarten bei Projekten im Holzwerkerbereich berichten
Ja, und sicher ist, dass ich aufgrund all dieser (aus meiner Sicht) falschen Informationen Holz gekauft und verarbeitet habe, welches für den eigentlichen Zweck gar nicht tauglich war.
Zunächst beschreibe ich kurz mehrere heimische Holzarten und natürlich meine meist eingesetzten tropischen Hölzer. Ganz am Ende kann jeder meine persönliche Erfahrungen kennen lernen.
Holzarten im Vergleich: Haltbarkeit, Eigenschaften und Verwendung
Holz ist ein faszinierender Werkstoff: natürlich, vielseitig, langlebig und zugleich relativ leicht zu bearbeiten. Ob Dachstuhl, Parkett, Möbel, Fassade, Gartenhaus oder Terrasse – für nahezu jeden Einsatzbereich gibt es geeignete Holzarten. Doch die Unterschiede zwischen den einzelnen Hölzern sind erheblich.
Fichte ist leicht und vielseitig, Eiche ist hart und robust, Robinie überzeugt durch ihre außergewöhnliche natürliche Dauerhaftigkeit. Bei Terrassen und Außenkonstruktionen werden außerdem tropische Harthölzer wie Bangkirai, Kambala und Meranti eingesetzt.
Welche Holzart die richtige ist, hängt deshalb nicht nur von der Optik ab. Entscheidend sind unter anderem Härte, Festigkeit, Gewicht, Bearbeitbarkeit, Feuchtigkeitsbeständigkeit, natürliche Dauerhaftigkeit, Verwendungszweck und Herkunft.
Dieser Überblick stellt wichtige heimische und tropische Holzarten vor und zeigt, welche Eigenschaften sie besitzen und wofür sie sich besonders eignen.

Was bedeutet „Haltbarkeit“ bei Holz?
Bei Holz wird häufig von „Haltbarkeit“ gesprochen. Fachlich ist meist die natürliche Dauerhaftigkeit gemeint. Sie beschreibt vor allem die Widerstandsfähigkeit des Kernholzes gegenüber holzzerstörenden Pilzen; je nach Holzart spielen auch Insekten eine Rolle.
Die europäische Norm DIN EN 350 unterscheidet fünf Dauerhaftigkeitsklassen:
| Klasse | Bedeutung |
| 1 | sehr dauerhaft |
| 2 | dauerhaft |
| 3 | mäßig dauerhaft |
| 4 | wenig dauerhaft |
| 5 | nicht dauerhaft |
Die Einteilung ist allerdings kein Versprechen einer bestimmten Lebensdauer. Tatsächlich hängt die Lebensdauer eines Holzbauteils auch von Konstruktion, Feuchtigkeit, Witterung, Holzqualität, Pflege und Einbausituation ab.
Das bedeutet beispielsweise: Selbst ein sehr dauerhaftes Holz kann vorzeitig geschädigt werden, wenn Wasser dauerhaft stehen bleibt oder das Holz ständig feucht bleibt.
Fichte – leicht, günstig und vielseitig
Fichte gehört zu den wichtigsten heimischen Nutzhölzern und ist aus dem Bauwesen kaum wegzudenken.
Das Holz ist leicht, weich, hell und relativ elastisch. Es lässt sich gut sägen, hobeln, bohren und verschrauben. Durch sein günstiges Verhältnis zwischen Gewicht und Festigkeit eignet es sich hervorragend für konstruktive Anwendungen.
Typische Einsatzbereiche sind:
· Dachstühle
· Balken und Sparren
· Holzrahmenbau
· Innenausbau
· Möbel
· Wand- und Deckenverkleidungen
Die natürliche Dauerhaftigkeit ist allerdings relativ gering. Fichte gehört zur Dauerhaftigkeitsklasse 4 und ist deshalb für dauerhaft ungeschützte Außenanwendungen weniger geeignet.
Eigenschaften: leicht, hell, weich, gut bearbeitbar
Haltbarkeit: gering
Einsatz: vor allem Konstruktion und Innenbereich
Tanne – hell, harzarm und gut zu verarbeiten
Tannenholz ähnelt der Fichte in vielen Eigenschaften. Es ist leicht, weich, hell und relativ gleichmäßig strukturiert. Im Gegensatz zur Fichte ist Tanne vergleichsweise harzarm.
Tannenholz wird hauptsächlich im Bauwesen und Innenausbau verwendet. Auch für Holzwerkstoffe und bestimmte Verpackungen kommt es zum Einsatz.
Für den ungeschützten Außenbereich ist Tanne aufgrund ihrer geringen natürlichen Dauerhaftigkeit nur eingeschränkt geeignet.
Beim Holzhändler muss man bei Bedarf ausdrücklich danach fragen.
Eigenschaften: leicht, weich, harzarm, gleichmäßig
Haltbarkeit: gering
Einsatz: Bauholz, Innenausbau und Holzwerkstoffe
Kiefer – harzreich und charaktervoll
Kiefernholz ist ein vielseitiges Nadelholz mit markanter Maserung. Das Holz ist relativ leicht, aber etwas härter als Fichte und Tanne. Charakteristisch ist der relativ hohe Harzgehalt.
Kiefer lässt sich gut bearbeiten und wird beispielsweise für:
· Möbel
· Fenster
· Türen
· Fußböden
· Dachkonstruktionen
· Innenausbau
· Gartenkonstruktionen
verwendet.
Die natürliche Dauerhaftigkeit liegt ungefähr im mittleren Bereich. Kiefer kann deshalb unter geeigneten Bedingungen auch im Außenbereich eingesetzt werden, benötigt dort jedoch einen entsprechenden konstruktiven Schutz.
Eigenschaften: harzreich, relativ leicht, gut bearbeitbar
Haltbarkeit: mittel
Einsatz: Möbel, Bauholz, Fenster und Türen
Lärche – eingeschränktes Holz für draußen
Lärchenholz ist eines der bekanntesten heimischen Hölzer für Außenanwendungen. Es ist harzreich, fest und relativ widerstandsfähig gegenüber Witterung.
Besonders charakteristisch ist die rötlich-braune Farbe. Unter Bewitterung verändert sich die Oberfläche und kann eine silbergraue Patina entwickeln.
Lärche wird häufig eingesetzt für:
· Terrassen
· Fassaden
· Balkone
· Fenster
· Gartenhäuser
· Außenverkleidungen
· bestimmte konstruktive Anwendungen
Die Dauerhaftigkeit wird je nach Einordnung und Herkunft typischerweise im Bereich 3 bis 4 angegeben; andere praxisbezogene Einstufungen bewerten geeignetes Lärchenkernholz günstiger. Deshalb sollte bei konkreten Bauprodukten immer die jeweilige Holzqualität und Herkunft betrachtet werden.
Eigenschaften: harzreich, fest, eingeschränkt witterungsbeständig
Haltbarkeit: mäßig bis vergleichsweise gut
Einsatz: Fassaden, Terrassen und Außenbau
Douglasie – guter Kompromiss für den Außenbereich
Douglasie stammt ursprünglich aus Nordamerika, wird inzwischen aber auch in Europa angebaut. Sie ist fest, relativ leicht und harzreich und besitzt eine warme, rötlich-braune Färbung.
Aufgrund ihrer technischen Eigenschaften wird Douglasie häufig für Außenkonstruktionen verwendet.
Typische Einsatzgebiete sind:
· Terrassen
· Fassaden
· Carports
· Balkone
· Gartenhäuser
· Zäune
· Holzbau
Douglasie wird häufig als Alternative zu importierten Harthölzern eingesetzt. Bei der natürlichen Dauerhaftigkeit ist allerdings zwischen verschiedenen Qualitäten und dem Anteil an Kern- und Splintholz zu unterscheiden.
Eigenschaften: fest, relativ leicht, harzreich, rötlich
Haltbarkeit: mäßig bis mittel
Einsatz: Außenbau, Fassaden und Terrassen
Eiche – hart, robust und langlebig
Eiche ist eines der wichtigsten europäischen Laubhölzer. Sie ist hart, schwer, fest und relativ dauerhaft. Die markante Maserung macht sie darüber hinaus zu einem ausgesprochen beliebten Gestaltungsmaterial.
Eichenholz wird verwendet für:
· Möbel
· Parkett
· Treppen
· Türen
· Arbeitsplatten
· Fassaden
· Fachwerk
· hochwertige Konstruktionen
Eichenkernholz wird in der klassischen Einordnung häufig der Dauerhaftigkeitsklasse 2 zugeordnet. Neuere Untersuchungen weisen allerdings darauf hin, dass die tatsächliche Dauerhaftigkeit unter bestimmten realistischen Außenbedingungen geringer sein kann. Die konkrete Einbausituation ist deshalb entscheidend.
Eigenschaften: hart, schwer, fest, markante Maserung
Haltbarkeit: dauerhaft
Einsatz: Möbel, Böden, Treppen und ausgewählte Außenanwendungen
Buche – hart und belastbar, aber nicht für draußen
Buchenholz ist eines der wichtigsten heimischen Laubhölzer. Es ist hart, schwer und sehr belastbar und besitzt eine relativ gleichmäßige, helle Struktur.
Besonders beliebt ist Buche für:
· Möbel
· Stühle
· Tische
· Treppen
· Parkett
· Küchenutensilien
· Innenausbau
Trotz ihrer hohen Härte ist Buche im Außenbereich wenig dauerhaft. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass Härte und Dauerhaftigkeit nicht dasselbe sind. Ein hartes Holz muss nicht automatisch witterungsbeständig sein.
Eigenschaften: hart, schwer, belastbar, gleichmäßig
Haltbarkeit: gering im Außenbereich
Einsatz: Möbel und Innenausbau
Esche – elastisch und zäh
Eschenholz ist besonders für seine Zähigkeit, Elastizität und hohe Belastbarkeit bekannt. Die markante Maserung macht es gleichzeitig zu einem attraktiven Möbelholz.
Esche wird unter anderem verwendet für:
· Möbel
· Parkett
· Werkzeugstiele
· Sportgeräte
· Innenausbau
· Furniere
Für dauerhaft witterungsbeanspruchte Konstruktionen ist Esche dagegen nicht besonders geeignet.
Eigenschaften: hart, zäh, elastisch, stoßfest
Haltbarkeit: gering im Außenbereich
Einsatz: Möbel, Werkzeuge und Sportgeräte
Robinie – eines der dauerhaftesten europäischen Hölzer
Robinienholz gehört zu den interessantesten heimischen Alternativen zu tropischen Harthölzern.
Das Holz ist sehr hart, zäh, elastisch und witterungsbeständig. Das Kernholz der Robinie wird nach DIN EN 350 in die Dauerhaftigkeitsklassen 1 bis 2 eingeordnet. Damit gehört es zu den dauerhaftesten Hölzern aus europäischem Anbau.
Robinie eignet sich deshalb hervorragend für:
· Terrassen
· Zäune
· Pfosten
· Spielplatzgeräte
· Gartenmöbel
· Außenkonstruktionen
· Anwendungen mit Erd- oder Feuchtigkeitskontakt
Ein weiterer Vorteil: Robinie kann eine interessante europäische Alternative zu importierten Tropenhölzern darstellen.
Eigenschaften: sehr hart, zäh, elastisch, äußerst dauerhaft
Haltbarkeit: sehr hoch
Einsatz: besonders Außenbereich und Gartenbau
Kambala – robustes afrikanisches Hartholz
Kambala, auch als Iroko bezeichnet, stammt überwiegend aus West- und Zentralafrika. Botanisch wird es der Gattung Milicia zugeordnet.
Das Holz besitzt eine gelblich-braune bis olivbraune Färbung und dunkelt mit der Zeit nach. Es ist relativ schwer und hart, gleichzeitig aber gut für verschiedene Anwendungen im Innen- und Außenbereich geeignet.
Besonders interessant ist die natürliche Dauerhaftigkeit. Iroko/Kambala wird in aktuellen Tabellen zur natürlichen Dauerhaftigkeit in die Klasse 1–2 eingeordnet.
Dadurch eignet sich Kambala unter anderem für:
· Terrassen
· Fassaden
· Fenster
· Türen
· Gartenmöbel
· Außenkonstruktionen
· Innenausbau
· teilweise Bootsbau
Kambala wird gelegentlich als Alternative zu Teak betrachtet. Bei der Auswahl sollte allerdings auf Qualität, Herkunft und nachhaltige Beschaffung geachtet werden.
Eigenschaften: hart, dauerhaft, relativ schwer, gelblich bis olivbraun
Haltbarkeit: hoch bis sehr hoch
Einsatz: Außenbereich, Fenster, Fassaden und hochwertige Innenanwendungen
Meranti – nicht gleich Meranti
Meranti ist ein besonders interessantes Beispiel dafür, warum man bei Tropenhölzern genau hinschauen sollte.
Der Handelsname Meranti bezeichnet nicht eine einzige Holzart, sondern verschiedene Hölzer aus Südostasien. Je nach Art und Rohdichte können sich Eigenschaften und Dauerhaftigkeit erheblich unterscheiden. Entsprechend lässt sich nicht für jedes „Meranti“ pauschal dieselbe Dauerhaftigkeitsklasse nennen.
Besonders bekannt ist Dark Red Meranti. Schwerere Qualitäten können eine deutlich höhere Dauerhaftigkeit besitzen; eine aktuelle Übersicht führt Dark Red Meranti mit einer Rohdichte über 670 kg/m³ in Klasse 3.
Meranti wird unter anderem eingesetzt für:
· Fenster
· Türen
· Fassaden
· Möbel
· Furniere
· Innenausbau
· teilweise Außenkonstruktionen
Ein großer Vorteil ist die gute Bearbeitbarkeit. Meranti lässt sich vergleichsweise gut sägen, hobeln und bearbeiten und besitzt eine attraktive rötlich-braune Färbung.
Bei Meranti sollte man deshalb beim Kauf möglichst genau nach Art, Herkunft, Rohdichte und Dauerhaftigkeitsklasse fragen.
Eigenschaften: je nach Art leicht bis schwer, meist gut bearbeitbar, rötlich-braune Farbtöne
Haltbarkeit: je nach Meranti-Art unterschiedlich
Einsatz: Fenster, Türen, Möbel, Innen- und teilweise Außenbereich
Bangkirai – Klassiker für Terrassen
Bangkirai gehört zu den bekanntesten tropischen Hölzern für Terrassen und Außenbereiche. Im Handel wird es häufig auch unter der Bezeichnung Yellow Balau angeboten.
Das Holz ist hart, schwer und widerstandsfähig. Es besitzt meist eine gelblich-braune bis braune Färbung und eine relativ gleichmäßige bis grobe Struktur.
Bangkirai beziehungsweise Yellow Balau wird in aktuellen Übersichten überwiegend der Dauerhaftigkeitsklasse 2 zugeordnet.
Typische Einsatzbereiche sind:
· Terrassendielen
· Balkone
· Gartenmöbel
· Stege
· Außenkonstruktionen
· stark beanspruchte Bodenflächen
Bangkirai ist aufgrund seiner Härte und Dauerhaftigkeit für Terrassen interessant. Allerdings bringt die hohe Härte auch einen erhöhten Bearbeitungsaufwand mit sich.
Eigenschaften: hart, schwer, dauerhaft, witterungsbeständig
Haltbarkeit: hoch
Einsatz: vor allem Terrassen und Außenbereich
Teak – der Klassiker unter den dauerhaften Tropenhölzern
Teak ist für seine außergewöhnliche Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit und Witterung bekannt. Das Holz enthält natürliche Öle und ist dadurch für anspruchsvolle Außenanwendungen besonders geeignet.
Traditionelle Einsatzbereiche sind:
· Gartenmöbel
· Terrassen
· Schiffbau
· Außenmöbel
· hochwertige Innenausstattung
Teak gehört zu den besonders dauerhaften Hölzern. Bei tropischen Hölzern ist allerdings die Herkunft von besonderer Bedeutung. Eine hohe technische Qualität sollte immer mit einer verantwortungsvollen Beschaffung verbunden werden.
Eigenschaften: ölhaltig, hart, dauerhaft, witterungsbeständig
Haltbarkeit: sehr hoch
Einsatz: Außenmöbel, Terrassen und Schiffbau
Heimische Hölzer oder Tropenholz?
Die Entscheidung zwischen heimischem Holz und Tropenholz ist nicht ausschließlich eine technische Frage.
Heimische Hölzer wie Eiche, Robinie, Lärche und Douglasie bieten eine große Auswahl an Eigenschaften und können für viele Außenanwendungen eingesetzt werden.
Tropische Hölzer wie Bangkirai, Kambala oder Teak können eine sehr hohe natürliche Dauerhaftigkeit und hervorragende technische Eigenschaften besitzen. Beim Kauf wird deshalb immer wieder auf eine nachvollziehbare und verantwortungsvolle Herkunft hingewiesen. In der Praxis sehe ich das allerdings deutlich kritischer. Zertifikate und Herkunftsnachweise sollen zwar Sicherheit schaffen, doch auch hier hat es in der Vergangenheit immer wieder Fälle von Missbrauch und Betrug gegeben. Blindes Vertrauen halte ich deshalb für nicht angebracht.
Im Netz finden sich zudem zahlreiche Blogs und Beiträge, die grundsätzlich auf Tropenholz verzichten und diese Holzarten teilweise pauschal schlecht darstellen. Das halte ich für eine zu einfache Betrachtungsweise bzw. recht dumm.
Ich arbeite sehr gerne mit Tropenhölzern wie Kambala, Bangkirai und Meranti. Sie besitzen Eigenschaften, die sie für bestimmte Anwendungen geradezu prädestinieren. Ein pauschaler Verzicht auf Tropenholz ist für mich deshalb nicht automatisch gleichbedeutend mit Naturschutz.
Denn eines sollte man nicht vergessen: Nicht jede Nutzung von Tropenholz ist automatisch Raubbau – genauso wenig ist jedes Zertifikat automatisch ein Garant für nachhaltige Forstwirtschaft.
Lärche - bevorzugtes Holz für den Außenbereich?
Nein!
Natürlich musste ich mich anfangs auf die Aussagen anderer verlassen, schließlich hatte ich keinerlei Ausbildung im Holzbau. Rückblickend war das – wie so oft – ein Fehler. Erst die eigenen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass Theorie und Praxis häufig weit auseinanderliegen.
Lärche gilt zwar als eine der dauerhaftesten heimischen Holzarten und wird deshalb gerne für den Außenbereich empfohlen. Meine Erfahrungen fallen jedoch deutlich kritischer aus.
Gerade stärker dimensionierte Lärchenhölzer neigen nach einiger Zeit zu ausgeprägter Rissbildung. Dringt anschließend Wasser ein, beginnt – wie bei nahezu jeder heimischen Holzart – der natürliche Alterungs- und Zersetzungsprozess. Konstruktiver Holzschutz und geeignete Oberflächenbehandlungen können diesen Prozess zwar verlangsamen, verhindern können sie ihn jedoch nicht.
Aus meiner praktischen Erfahrung wird die Eignung von Lärche für den dauerhaften Einsatz im Außenbereich häufig überschätzt. Sie ist zweifellos widerstandsfähiger als viele andere heimische Holzarten, erreicht jedoch nach meiner Auffassung nicht die Dauerhaftigkeit hochwertiger Tropenhölzer wie Bangkirai oder Kambala. Wer eine möglichst langlebige Konstruktion mit geringem Wartungsaufwand erwartet, sollte diesen Unterschied berücksichtigen.
Zuletzt habe ich noch versucht einen "haltbaren" Gartentisch aus Lärche zu bauen. Er sah wirklich ganz gut aus, doch nach 2 Wintern habe ich diesen Tisch entsorgen müssen. Die Tischplatte hatte erhebliche Risse und die "Qualitätsbeschichtung" löste sich aufgrund dessen auf.
Auch die 100er Lärchepfosten unseres Gartenzaunes faulen komplett durch.
Glattkantbretter kosten beim Maß von 27x145mm ca, 8 Euro pro laufenden Meter im Baumarkt. Bei einem Holzhändler ist es preiswerter UND dort wird Qualität angeboten!
Fichte - preiswertes Holz für den Holzwerker
Fichte ist für die meisten Holzwerker das erste Holz, mit dem sie arbeiten. Das hat gute Gründe: Sie ist preiswert, leicht erhältlich, lässt sich mit nahezu allen Werkzeugen problemlos bearbeiten und verzeiht auch Anfängern den einen oder anderen Fehler. Zum Lernen und Üben ist Fichte daher hervorragend geeignet.
Ihre Schwächen werden jedoch häufig unterschätzt. Fichte arbeitet erheblich – vor allem in der Breite, abhängig von der Holzfeuchte. Maßhaltigkeit darf man von diesem Holz nicht erwarten.
Für den dauerhaften Einsatz im Außenbereich halte ich Fichte deshalb für wenig geeignet. Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und die ständigen Wechsel zwischen Trockenheit und Nässe führen zwangsläufig zu Verformungen, Rissbildung und schließlich zu Fäulnis, wenn das Holz nicht konsequent konstruktiv geschützt wird.
Selbst Dreischichtplatten aus Fichte bleiben davon nicht verschont. Nach einigen Jahren im Freien zeigen sie häufig deutliche Verformungen und Wellen. Wer glaubt, Fichte sei allein durch Verleimung oder eine Mehrschichtkonstruktion dauerhaft formstabil, wird in der Praxis oft eines Besseren belehrt.
Wie bei Buchenleimholz sollte Plattenware aus Fichte schnell verarbeitet werden um nicht die Nachteile des Schüsselns zu haben.
Sollte Fichte im Außenbereich eingesetzt werden, ist eine Behandlung mit Grundierung und ausreichender Lackierung unabdingbar. Durch die Lackschicht wird das Eindringen von Wasser lange verhindert.
Fichtenleimholz 18mm stark kostet im Baumarkt sagenhafte 45 Euro / qm !!! Beim Holzhändler habe ich nie mehr als 12 Euro / qm bezahlt. Das ist einfach unglaublich; wer kauft sowas??
Buche -verzieht sich schon beim Hinschauen
Zu Beginn meines Hobbys wollte ich einen Werkzeugschrank aus Buche bauen. Den Bauplan hatte ich aus der Zeitschrift HolzWerken.
Das Buchenholz wurde beim Holzhändler exakt nach meinen Vorgaben aus Plattenmaterial zugeschnitten. Zu Hause stellte ich die zugeschnittenen Teile an die Wand, um am nächsten Tag mit der Bearbeitung zu beginnen.
Ein schwerer Fehler – den ich als Anfänger allerdings nicht erkennen konnte.
Am nächsten Morgen kam die böse Überraschung: Die größeren Teile, insbesondere die Türen, hatten sich massiv verzogen. Eine Korrektur war nicht mehr möglich. Der sorgfältig angefertigte Zuschnitt war damit praktisch wertlos.
Und genau hier beginnt mein Problem mit solchen Fachzeitschriften. Warum wird ein für Anfänger so entscheidender Punkt nicht erwähnt?
Wenn eine Zeitschrift den Anspruch hat, Anfänger und Fortgeschrittene anzusprechen, dann sollte sie nicht nur zeigen, wie etwas gebaut wird. Sie sollte auch auf die Fehler hinweisen, die ein Anfänger zwangsläufig machen kann. Gerade beim Massivholz gehören Lagerung, Akklimatisierung und das Verhalten des Materials zu den Grundlagen, die man wissen muss, bevor man den ersten Schnitt macht.
Stattdessen bekommt man einen schönen Bauplan, eine Materialliste und eine vermeintlich einfache Anleitung – und steht anschließend mit verzogenen Bauteilen da.
Vielleicht liegt genau darin das Problem: Ein wirklich erfahrener Holzwerker braucht solche Hinweise kaum noch. Ein Anfänger dagegen schon.
Und deshalb frage ich mich inzwischen durchaus kritisch, welchen praktischen Wert manche dieser „Anleitungen für Anfänger“ tatsächlich haben. Denn ein Bauplan, der wichtige Eigenschaften des verwendeten Materials verschweigt, ist bestenfalls unvollständig – und für einen Anfänger im schlimmsten Fall eine teure Einladung zum Scheitern.
Buche liegt als Plattenware (19 mm) im oberen Preisbereich. Zurzeit berechnet mein Holzhändler bei Abnahme einer ganzen Platte ca. 120 Euro / qm. Nur Eiche ist etwas teurer. Achtung: im Baumarkt gibt es meist nur B/B-Ware. A/A wäre ideal und die gibt es nur im Fachhandel.
Douglasie - Geheimtipp für Gläubige
Gläubige? Nun ja – man muss offenbar nur fest genug daran glauben, dass Douglasie im Außenbereich deutlich haltbarer sei als Lärche. Spätestens nach drei Jahren wird man allerdings häufig eines Besseren belehrt.
Natürlich ist Douglasie haltbarer als Fichte. Wer jedoch wirklich eine langlebige Konstruktion für den Außenbereich bauen möchte, sollte sich überlegen, ob nicht ein dauerhaftes tropisches Hartholz die bessere Wahl ist.
Ein weiteres Problem der Douglasie ist die Anzahl der Äste – zumindest bei der Ware, die man häufig im Baumarkt findet. Gerade bei anspruchsvolleren Projekten können die zahlreichen Äste die Bearbeitung erheblich erschweren und die Möglichkeiten bei der Konstruktion und Oberflächenbearbeitung einschränken.
Was die Douglasie wirklich attraktiv macht, ist vor allem der Preis. Rund 5 Euro pro laufendem Meter wirken zunächst verlockend. Ansonsten sehe ich gegenüber wirklich dauerhaften Hölzern nur wenige überzeugende Argumente.
Viele verwenden Douglasienplanken als Terrassenbelag. Ist die Terrasse dauerhaft vor Regen und Schnee geschützt, kann das durchaus einige Jahre funktionieren. Wer allerdings einen möglichst langlebigen und wartungsarmen Terrassenbelag sucht, sollte sich nach meiner Erfahrung andere Holzarten ansehen.
Meine erste Wahl wäre hier eindeutig Bangkirai. Es kostet mehr als Douglasie, bietet dafür aber eine deutlich höhere natürliche Dauerhaftigkeit und ist für den Außenbereich wesentlich besser geeignet.
Eiche - Maß aller Dinge als europäisches Holz
Eiche gilt seit jeher als eines der bevorzugten europäischen Hölzer für den Außenbereich. Auch im Möbelbau arbeite ich ausgesprochen gern damit.
Aber Vorsicht: Eiche ist nicht gleich Eiche. Es gibt verschiedene Eichenarten und erhebliche Unterschiede in Qualität, Optik und Preis. Für mich ist deutsche Eiche die erste Wahl. Als Plattenware ist sie allerdings entsprechend teuer – derzeit liegt der Preis bei knapp 145 Euro pro Quadratmeter.
Amerikanische Weißeiche ist dagegen deutlich günstiger. Wer nicht genau hinsieht und sich mit Holzarten nicht auskennt, wird den Unterschied möglicherweise zunächst kaum bemerken. Trotzdem gibt es ihn – und zwar nicht nur beim Preis.
Ich habe sowohl amerikanische Weißeiche als auch deutsche Eiche in verschiedenen Projekten verarbeitet. Beide lassen sich hervorragend bearbeiten, doch die deutsche Eiche besitzt für mich eine ganz andere Ausstrahlung. Maserung, Farbton und die gesamte Wirkung des Holzes wirken wesentlich hochwertiger und charaktervoller.
Auch bei der Dauerhaftigkeit spielt Eiche in einer eigenen Liga. Im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Holzarten ist sie für den Außenbereich ausgesprochen widerstandsfähig.
Aber auch hier gilt: „Sehr gut“ bedeutet nicht automatisch „das Beste“. Es gibt Hölzer, die Eiche hinsichtlich natürlicher Dauerhaftigkeit noch deutlich übertreffen.
Und ja – diese Hölzer kommen aus den Tropen.
Meranti - günstiges und haltbares Tropenholz
Meranti war das erste Tropenholz, das ich für meine eigenen Projekte verwendet habe. Bis heute ist es mein persönliches „Lieblingsholz“ für viele meiner Arbeiten.
Warum? Meranti lässt sich hervorragend bearbeiten, ist astfrei, besitzt eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit im Außenbereich und zeigt auch nach einer Lackierung eine ausgesprochen schöne Maserung. Für mich ist es damit eine Kombination aus hervorragenden Verarbeitungseigenschaften und ansprechender Optik.
Auch preislich ist Meranti interessant. Es wird beispielsweise als sogenanntes „Balkonbrett“ in den Abmessungen 27 × 140 mm und in verschiedenen Längen angeboten. Auch Kanthölzer sind vergleichsweise günstig erhältlich. Plattenware findet man dagegen leider kaum. Wer größere Flächen benötigt, muss sich sein Leimholz daher selbst herstellen.
Aktuell liegt der Preis für einen laufenden Meter eines solchen Balkonbrettes in einem Baumarkt bei etwa 18 bis 20 Euro.
Der Fachhandel bietet das Holz deutlich günstiger an.
Ich habe im Laufe der Jahre zahlreiche Projekte aus Meranti gebaut und dabei durchweg gute Erfahrungen gemacht. Enttäuscht hat mich dieses Holz bisher noch nie. Für mich ist Meranti deshalb nicht nur irgendein Tropenholz, sondern eines der Hölzer, auf das ich mich bei meinen Projekten verlassen kann.
Kambala bzw. Iroko - für den Außenbereich prädestiniert
Kambala gehört zu den afrikanischen Dauerhölzern und wird in der Regel als Schnittholz angeboten. Wer beim Holzhändler nach einer verleimten Platte fragt, wird deshalb meist vergeblich suchen. Kambala ist üblicherweise nur sägefallend und in verschiedenen Stärken erhältlich. Glücklicherweise hat mein Holzhändler dieses Holz noch regelmäßig auf Lager.
Dass Kambala unter Hobbyholzwerkern eher selten verwendet wird, hat einen einfachen Grund: Die Verarbeitung setzt leistungsfähige Maschinen voraus. Für exakte Ergebnisse sind eine Formatsäge, eine Abrichte und ein ausreichend großer Dickenhobel praktisch unverzichtbar. Da ich im Laufe der Jahre einige Schreiner und Tischler kennengelernt habe, kann ich diese Arbeiten bei Bedarf durchführen lassen.
Wofür eignet sich Kambala besonders? Vor allem überall dort, wo Holz über viele Jahre Wind und Wetter ausgesetzt ist. Ein gutes Beispiel ist unser Gartenzaun.
Mein erster Zaun bestand – wie bei vielen Heimwerkern – aus Lärche. Damals kannte ich keine bessere Alternative. Das Ergebnis war ernüchternd: Bereits nach wenigen Jahren war der Zaun so stark geschädigt, dass er ersetzt werden musste.
Heute steht an derselben Stelle ein Zaun aus Kambala. Seit seiner Errichtung zeigt das Holz keinerlei nennenswerte Anzeichen von Verwitterung, Fäulnis oder anderen witterungsbedingten Schäden. Für mich war das der endgültige Beweis, wie groß der Unterschied zwischen einem gewöhnlichen europäischen Nadelholz und einem hochwertigen Dauerholz tatsächlich sein kann.
Kambala ist nahezu astfrei, lässt sich hervorragend bearbeiten und bleibt außergewöhnlich formstabil. Allerdings verändert unbehandeltes Holz im Laufe der Zeit seine Farbe. Wer den ursprünglichen Farbton erhalten oder eine gleichmäßige Optik erzielen möchte, sollte das Holz mit einer geeigneten Oberflächenbeschichtung schützen.
Der einzige wirkliche Nachteil ist inzwischen der Preis. In Online-Shops wird Kambala-Schnittholz mit 52 mm Stärke mittlerweile für rund 225 Euro pro Quadratmeter angeboten. Das wirkt auf den ersten Blick sehr teuer.
Bei meinem Holzhändler habe ich nur einen Bruchteil davon bezahlt.
Andererseits relativiert sich dieser Preis, wenn man die außergewöhnliche Dauerhaftigkeit berücksichtigt. Ein Holz, das Jahrzehnte nahezu wartungsfrei übersteht, ist am Ende häufig wirtschaftlicher als ein vermeintlich günstiges Holz, das nach wenigen Jahren ersetzt werden muss.
Bangkirai - für den anspruchsvollen Gebrauch draußen
Wer wirklich ein Holz sucht, das im Außenbereich über Jahrzehnte zuverlässig hält, kommt aus meiner Sicht an Bangkirai kaum vorbei.
Selbst unbehandelt besitzt Bangkirai eine außergewöhnlich hohe natürliche Dauerhaftigkeit. Natürlich arbeitet auch dieses Holz – wie jedes andere Holz auch. Es quillt, schwindet und kann sich verziehen. Durch eine durchdachte Konstruktion und eine fachgerechte Befestigung lassen sich diese Bewegungen jedoch auf ein sehr geringes Maß reduzieren.
Leimholz aus Bangkirai herzustellen ist dagegen nur bedingt sinnvoll. Ohne Gratleisten oder vergleichbare konstruktive Maßnahmen bleiben größere Platten selten dauerhaft eben. Zudem zeichnen sich die einzelnen Lamellen mit der Zeit leicht an der Oberfläche und an den Kanten ab. Das konnte ich bei mehreren eigenen Versuchen immer wieder beobachten. Für großflächige Möbelplatten würde ich Bangkirai deshalb nur mit entsprechenden konstruktiven Vorkehrungen einsetzen.
Die meisten kennen Bangkirai lediglich als geriffelte Terrassendiele mit etwa 25 bis 27 mm Stärke. Dabei lässt sich dieses Material problemlos zu Glattholz hobeln und für viele andere Projekte verwenden. Selbst verleimte Pfosten oder massive Konstruktionen lassen sich daraus herstellen.
Die Bearbeitung verlangt allerdings gutes Werkzeug. Bangkirai ist ein sehr hartes Holz und fordert Sägeblätter, Fräser und Hobelmesser deutlich stärker als heimische Holzarten. Wer saubere Ergebnisse erzielen will, braucht scharfes Werkzeug und etwas Geduld.
Preislich liegt Bangkirai als Diele mit 25 × 145 mm im Angebot bei etwa 10 Euro pro laufendem Meter. Viel wichtiger als der Preis ist jedoch die Bezugsquelle.
Meine Empfehlung: Bangkirai nur beim Holzhändler kaufen. Dort wird das Holz in der Regel fachgerecht gelagert und man erhält gerade, spannungsarme Dielen. Im Baumarkt habe ich dagegen häufig stark verzogene Bretter gesehen – offenbar eine Folge ungeeigneter Lagerung.
Ein Punkt wird meiner Meinung nach häufig unterschätzt: Der Unterbau entscheidet über die Lebensdauer einer Holzkonstruktion. Wer Bangkirai als Terrassenbelag verlegt, beim Unterbau aber aus Kostengründen auf eine weniger dauerhafte Holzart setzt, spart an der falschen Stelle. Wenn der Unterbau frühzeitig verfault oder sich stark verzieht, nützt auch der beste Terrassenbelag nichts.
Deshalb verwende ich für Konstruktionen mit dauerhaftem Erdkontakt oder hoher Feuchtigkeitsbelastung konsequent Bangkirai – nicht nur für die sichtbare Oberfläche, sondern auch für den tragenden Unterbau. Gerade dort zeigt sich, ob eine Konstruktion nur preiswert oder tatsächlich dauerhaft gebaut wurde.
Teak - anspruchsvolles Holz in jeder Beziehung
Teak gehört zweifellos zu den besten Hölzern für den Außenbereich. Seine natürliche Dauerhaftigkeit, der geringe Schwund und die ausgezeichneten Verarbeitungseigenschaften haben dafür gesorgt, dass es seit Jahrzehnten unter anderem im Boots- und Schiffsbau eingesetzt wird.
Allerdings hat diese Qualität ihren Preis.
Rechnet man beispielsweise eine Teak-Rechteckleiste mit 125 mm Breite, 17 mm Stärke und 2 Metern Länge auf den Quadratmeter um, landet man bei rund 200 Euro pro Quadratmeter. Da sollte man sich gut überlegen, ob das geplante Projekt diesen Materialeinsatz wirklich rechtfertigt.
Für einen hochwertigen Gartentisch mag Teak durchaus eine sinnvolle Wahl sein. Wirtschaftlich betrachtet ist es jedoch häufig günstiger, einen bereits fertig gefertigten Gartentisch mit einer Teakplatte zu kaufen, als das Material selbst zu beschaffen und zu verarbeiten.
Ich selbst habe bislang nur ein einziges Projekt aus Teak gebaut – allerdings nicht, weil es technisch notwendig gewesen wäre. Ich wollte dieses Holz einfach einmal selbst verarbeiten und seine Eigenschaften kennenlernen. Rückblickend war das eine interessante Erfahrung, aber für die meisten Projekte hätte ein anderes dauerhaftes Holz völlig ausgereicht.
Teak lässt sich ausgesprochen angenehm bearbeiten, arbeitet vergleichsweise wenig und bleibt auch bei wechselnden Witterungsbedingungen sehr formstabil. Genau diese Eigenschaften erklären, warum es im Boots- und Schiffsbau bis heute einen so guten Ruf genießt.
Aus meiner Sicht ist Teak ein hervorragendes Holz – aber in den meisten Fällen schlicht zu teuer. Für viele Projekte bieten andere dauerhafte Harthölzer, beispielsweise Bangkirai oder Kambala, ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
Zu guter Letzt
Zu guter Letzt möchte ich noch eines klarstellen: Alle Bewertungen in diesem Kapitel beruhen nicht auf Laborwerten, Werbeprospekten oder den Aussagen von Händlern. Sie basieren ausschließlich auf meinen eigenen Erfahrungen aus zahlreichen Projekten, die teilweise seit vielen Jahren Wind und Wetter ausgesetzt sind.
Natürlich wird es Holzwerker geben, die zu anderen Ergebnissen kommen. Das ist völlig legitim. Holz ist ein Naturprodukt, und jede Konstruktion, jeder Standort und jede Beanspruchung sind unterschiedlich.
Trotzdem hat sich für mich im Laufe der Jahre eine Erkenntnis immer wieder bestätigt: Nicht der Preis und schon gar nicht ein Nachhaltigkeitssiegel entscheiden über die Qualität eines Holzes, sondern sein Verhalten in der Praxis.
Wer einmal ein wirklich dauerhaftes Holz verarbeitet hat, wird viele der heute verbreiteten Empfehlungen deutlich kritischer hinterfragen. Ich jedenfalls verlasse mich heute lieber auf meine eigenen Erfahrungen als auf Werbeaussagen, Hochglanzprospekte oder allgemeine Empfehlungen im Internet.
Informationen über Holz, Holzverbindungen, Maschinen, Techniken und Arbeitsabläufe findet man heute in großer Zahl im Internet. Die meisten beginnen ihre Suche bei Google und landen kurze Zeit später bei YouTube.
Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Kritisch wird es allerdings dann, wenn Empfehlungen ungeprüft übernommen werden. Genau diesen Fehler habe ich selbst gemacht.
Ich habe mich auf die Aussagen eines bekannten Tischlermeisters verlassen und ihn nach Empfehlungen zu Maschinen und Werkzeugen gefragt. Gleich dreimal erwiesen sich diese Empfehlungen im Nachhinein als Fehlentscheidungen. Ob aus seiner Unkenntnis, aus wirtschaftlichem Interesse oder aus anderen Gründen, kann ich nicht beurteilen. Das Ergebnis war jedoch eindeutig: Rund 3.000 Euro waren verloren.
Mit diesem finanziellen Verlust konnte ich umgehen. Andere Hobbyholzwerker können das vielleicht nicht.
Früher gab es zahlreiche private Blogs, auf denen Menschen ihre Erfahrungen offen teilten – mit gelungenen Projekten ebenso wie mit ihren Fehlern. Genau diese ehrlichen Erfahrungsberichte waren oft wesentlich hilfreicher als perfekt produzierte Videos oder Hochglanzartikel.
Heute sind von diesen privaten Blogs nur noch sehr wenige übrig geblieben (2), die regelmäßig aktualisiert werden.
Warum diese Entwicklung stattgefunden hat, lässt sich nur vermuten. Möglicherweise spielte die "Corona-Zeit" dabei eine Rolle. Hinzu kamen die teilweise drastischen Preissteigerungen bei Holz und Werkzeugen, die das Hobby für viele deutlich teurer gemacht haben.
Beide "Krisen" wurden künstlich erzeugt!
Dadurch dürften zahlreiche Hobbyholzwerker ihr Engagement reduziert oder ganz aufgegeben haben.
Mein Eindruck ist jedenfalls, dass unabhängige Erfahrungsberichte immer seltener werden, während Marketing, Produktempfehlungen und kommerzielle Inhalte einen immer größeren Teil der Informationen rund um das Holzwerken ausmachen. Genau deshalb halte ich eigene Erfahrungen heute für wertvoller denn je.













