Holzarten im Vergleich: Haltbarkeit, Eigenschaften und Verwendung

Holzarten im Vergleich: Haltbarkeit, Eigenschaften und Verwendung

ein etwas längerer Beitrag

Holzarten werden tausendfach im Netz beschrieben. Haltbarkeit, Bearbeitung, Einsatzbereiche und Wetterbeständigkeit sind offenbar die Hauptkriterien.
Genau wie viele andere Materialien werden Vergleiche aufgestellt, die meistens im Labor oder unter besten Bedingungen bewertet werden. Die Wirklichkeit sieht meist anders aus.
Und ja, es gibt Holzarten, die wirklich sehr gut für den Einsatz im Außenbereich geeignet sind. Doch diese werden mittlerweile verteufelt. Nicht weil diese gefährlich oder nicht umweltverträglich sind sondern weil diese angeblich nach Abbau in den jeweiligen Heimatländern der Holzarten das Klima schädigen würden.
Für solche Zwecke wurden sogenannte "Holzqualitätssiegel" erfunden um den Verbraucher auf solche "Gefahren" hinzuweisen. Das für uns bekannteste ist FSC (Forest Stewardship Council). Dann gibt es noch andere, wie PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification), Blauer Engel oder auch EU-Ecolabel.

Aber: Bei Nachhaltigkeitssiegeln wie dem FSC betreffen vor allem gefälschte Lieferkettennachweise, illegale Abholzungen trotz "grünem" Stempel sowie das bewusste Deklarieren von konventioneller Ware als zertifiziert. Schätzungen von Umweltorganisationen wie Earthsight gehen davon aus, dass jährlich weltweit Produkte im Wert von Milliarden Euro fälschlicherweise mit Nachhaltigkeitssiegeln gehandelt werden.

Aber da werde ich nicht weiter eingehen sondern ganz einfach aus meinen Erfahrungen mit verschiedenen Holzarten bei Projekten im Holzwerkerbereich berichten
Ja, und sicher ist, dass ich aufgrund all dieser (aus meiner Sicht) falschen Informationen Holz gekauft und verarbeitet habe, welches für den eigentlichen Zweck gar nicht tauglich war.
Zunächst beschreibe ich kurz mehrere heimische Holzarten und natürlich meine meist eingesetzten tropischen Hölzer. Ganz am Ende kann jeder meine persönliche Erfahrungen kennen lernen.

heimische Bäume

Holzarten im Vergleich: Haltbarkeit, Eigenschaften und Verwendung

Holz ist ein faszinierender Werkstoff: natürlich, vielseitig, langlebig und zugleich relativ leicht zu bearbeiten. Ob Dachstuhl, Parkett, Möbel, Fassade, Gartenhaus oder Terrasse – für nahezu jeden Einsatzbereich gibt es geeignete Holzarten. Doch die Unterschiede zwischen den einzelnen Hölzern sind erheblich.

Fichte ist leicht und vielseitig, Eiche ist hart und robust, Robinie überzeugt durch ihre außergewöhnliche natürliche Dauerhaftigkeit. Bei Terrassen und Außenkonstruktionen werden außerdem tropische Harthölzer wie Bangkirai, Kambala und Meranti eingesetzt.

Welche Holzart die richtige ist, hängt deshalb nicht nur von der Optik ab. Entscheidend sind unter anderem Härte, Festigkeit, Gewicht, Bearbeitbarkeit, Feuchtigkeitsbeständigkeit, natürliche Dauerhaftigkeit, Verwendungszweck und Herkunft.

Dieser Überblick stellt wichtige heimische und tropische Holzarten vor und zeigt, welche Eigenschaften sie besitzen und wofür sie sich besonders eignen.

verfaultes Holz

Was bedeutet „Haltbarkeit“ bei Holz?

Bei Holz wird häufig von „Haltbarkeit“ gesprochen. Fachlich ist meist die natürliche Dauerhaftigkeit gemeint. Sie beschreibt vor allem die Widerstandsfähigkeit des Kernholzes gegenüber holzzerstörenden Pilzen; je nach Holzart spielen auch Insekten eine Rolle.

Die europäische Norm DIN EN 350 unterscheidet fünf Dauerhaftigkeitsklassen:

Klasse Bedeutung
1 sehr dauerhaft
2 dauerhaft
3 mäßig dauerhaft
4 wenig dauerhaft
5 nicht dauerhaft

Die Einteilung ist allerdings kein Versprechen einer bestimmten Lebensdauer. Tatsächlich hängt die Lebensdauer eines Holzbauteils auch von Konstruktion, Feuchtigkeit, Witterung, Holzqualität, Pflege und Einbausituation ab. 

Das bedeutet beispielsweise: Selbst ein sehr dauerhaftes Holz kann vorzeitig geschädigt werden, wenn Wasser dauerhaft stehen bleibt oder das Holz ständig feucht bleibt.

Holzarten

Fichte – leicht, günstig und vielseitig

Fichte gehört zu den wichtigsten heimischen Nutzhölzern und ist aus dem Bauwesen kaum wegzudenken.
Das Holz ist leicht, weich, hell und relativ elastisch. Es lässt sich gut sägen, hobeln, bohren und verschrauben. Durch sein günstiges Verhältnis zwischen Gewicht und Festigkeit eignet es sich hervorragend für konstruktive Anwendungen.
Typische Einsatzbereiche sind:

· Dachstühle
· Balken und Sparren
· Holzrahmenbau
· Innenausbau
· Möbel
· Wand- und Deckenverkleidungen

Die natürliche Dauerhaftigkeit ist allerdings relativ gering. Fichte gehört zur Dauerhaftigkeitsklasse 4 und ist deshalb für dauerhaft ungeschützte Außenanwendungen weniger geeignet.

Eigenschaften: leicht, hell, weich, gut bearbeitbar
Haltbarkeit: gering
Einsatz: vor allem Konstruktion und Innenbereich

Holzarten

Tanne – hell, harzarm und gut zu verarbeiten

Tannenholz ähnelt der Fichte in vielen Eigenschaften. Es ist leicht, weich, hell und relativ gleichmäßig strukturiert. Im Gegensatz zur Fichte ist Tanne vergleichsweise harzarm.
Tannenholz wird hauptsächlich im Bauwesen und Innenausbau verwendet. Auch für Holzwerkstoffe und bestimmte Verpackungen kommt es zum Einsatz.
Für den ungeschützten Außenbereich ist Tanne aufgrund ihrer geringen natürlichen Dauerhaftigkeit nur eingeschränkt geeignet.
Beim Holzhändler muss man bei Bedarf ausdrücklich danach fragen.

Eigenschaften: leicht, weich, harzarm, gleichmäßig
Haltbarkeit: gering
Einsatz: Bauholz, Innenausbau und Holzwerkstoffe

Holzarten

Kiefer – harzreich und charaktervoll

Kiefernholz ist ein vielseitiges Nadelholz mit markanter Maserung. Das Holz ist relativ leicht, aber etwas härter als Fichte und Tanne. Charakteristisch ist der relativ hohe Harzgehalt.
Kiefer lässt sich gut bearbeiten und wird beispielsweise für:

· Möbel
· Fenster
· Türen
· Fußböden
· Dachkonstruktionen
· Innenausbau
· Gartenkonstruktionen

verwendet.
Die natürliche Dauerhaftigkeit liegt ungefähr im mittleren Bereich. Kiefer kann deshalb unter geeigneten Bedingungen auch im Außenbereich eingesetzt werden, benötigt dort jedoch einen entsprechenden konstruktiven Schutz.
Eigenschaften: harzreich, relativ leicht, gut bearbeitbar
Haltbarkeit: mittel
Einsatz: Möbel, Bauholz, Fenster und Türen

Holzarten

Lärche – eingeschränktes Holz für draußen

Lärchenholz ist eines der bekanntesten heimischen Hölzer für Außenanwendungen. Es ist harzreich, fest und relativ widerstandsfähig gegenüber Witterung.
Besonders charakteristisch ist die rötlich-braune Farbe. Unter Bewitterung verändert sich die Oberfläche und kann eine silbergraue Patina entwickeln.
Lärche wird häufig eingesetzt für:

· Terrassen
· Fassaden
· Balkone
· Fenster
· Gartenhäuser
· Außenverkleidungen
· bestimmte konstruktive Anwendungen

Die Dauerhaftigkeit wird je nach Einordnung und Herkunft typischerweise im Bereich 3 bis 4 angegeben; andere praxisbezogene Einstufungen bewerten geeignetes Lärchenkernholz günstiger. Deshalb sollte bei konkreten Bauprodukten immer die jeweilige Holzqualität und Herkunft betrachtet werden.

Eigenschaften: harzreich, fest, eingeschränkt witterungsbeständig
Haltbarkeit: mäßig bis vergleichsweise gut
Einsatz: Fassaden, Terrassen und Außenbau

Holzarten

Douglasie – guter Kompromiss für den Außenbereich

Douglasie stammt ursprünglich aus Nordamerika, wird inzwischen aber auch in Europa angebaut. Sie ist fest, relativ leicht und harzreich und besitzt eine warme, rötlich-braune Färbung.
Aufgrund ihrer technischen Eigenschaften wird Douglasie häufig für Außenkonstruktionen verwendet.
Typische Einsatzgebiete sind:

· Terrassen
· Fassaden
· Carports
· Balkone
· Gartenhäuser
· Zäune
· Holzbau

Douglasie wird häufig als Alternative zu importierten Harthölzern eingesetzt. Bei der natürlichen Dauerhaftigkeit ist allerdings zwischen verschiedenen Qualitäten und dem Anteil an Kern- und Splintholz zu unterscheiden.

Eigenschaften: fest, relativ leicht, harzreich, rötlich
Haltbarkeit: mäßig bis mittel
Einsatz: Außenbau, Fassaden und Terrassen

Holzarten

Eiche – hart, robust und langlebig

Eiche ist eines der wichtigsten europäischen Laubhölzer. Sie ist hart, schwer, fest und relativ dauerhaft. Die markante Maserung macht sie darüber hinaus zu einem ausgesprochen beliebten Gestaltungsmaterial.
Eichenholz wird verwendet für:

· Möbel
· Parkett
· Treppen
· Türen
· Arbeitsplatten
· Fassaden
· Fachwerk
· hochwertige Konstruktionen

Eichenkernholz wird in der klassischen Einordnung häufig der Dauerhaftigkeitsklasse 2 zugeordnet. Neuere Untersuchungen weisen allerdings darauf hin, dass die tatsächliche Dauerhaftigkeit unter bestimmten realistischen Außenbedingungen geringer sein kann. Die konkrete Einbausituation ist deshalb entscheidend.

Eigenschaften: hart, schwer, fest, markante Maserung
Haltbarkeit: dauerhaft
Einsatz: Möbel, Böden, Treppen und ausgewählte Außenanwendungen

Holzarten

Buche – hart und belastbar, aber nicht für draußen

Buchenholz ist eines der wichtigsten heimischen Laubhölzer. Es ist hart, schwer und sehr belastbar und besitzt eine relativ gleichmäßige, helle Struktur.
Besonders beliebt ist Buche für:

· Möbel
· Stühle
· Tische
· Treppen
· Parkett
· Küchenutensilien
· Innenausbau

Trotz ihrer hohen Härte ist Buche im Außenbereich wenig dauerhaft. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass Härte und Dauerhaftigkeit nicht dasselbe sind. Ein hartes Holz muss nicht automatisch witterungsbeständig sein.

Eigenschaften: hart, schwer, belastbar, gleichmäßig
Haltbarkeit: gering im Außenbereich
Einsatz: Möbel und Innenausbau

 

Holzarten

Esche – elastisch und zäh

Eschenholz ist besonders für seine Zähigkeit, Elastizität und hohe Belastbarkeit bekannt. Die markante Maserung macht es gleichzeitig zu einem attraktiven Möbelholz.
Esche wird unter anderem verwendet für:

· Möbel
· Parkett
· Werkzeugstiele
· Sportgeräte
· Innenausbau
· Furniere

Für dauerhaft witterungsbeanspruchte Konstruktionen ist Esche dagegen nicht besonders geeignet.

Eigenschaften: hart, zäh, elastisch, stoßfest
Haltbarkeit: gering im Außenbereich
Einsatz: Möbel, Werkzeuge und Sportgeräte

Holzarten

Robinie – eines der dauerhaftesten europäischen Hölzer

Robinienholz gehört zu den interessantesten heimischen Alternativen zu tropischen Harthölzern.
Das Holz ist sehr hart, zäh, elastisch und witterungsbeständig. Das Kernholz der Robinie wird nach DIN EN 350 in die Dauerhaftigkeitsklassen 1 bis 2 eingeordnet. Damit gehört es zu den dauerhaftesten Hölzern aus europäischem Anbau.
Robinie eignet sich deshalb hervorragend für:

· Terrassen
· Zäune
· Pfosten
· Spielplatzgeräte
· Gartenmöbel
· Außenkonstruktionen
· Anwendungen mit Erd- oder Feuchtigkeitskontakt

Ein weiterer Vorteil: Robinie kann eine interessante europäische Alternative zu importierten Tropenhölzern darstellen.

Eigenschaften: sehr hart, zäh, elastisch, äußerst dauerhaft
Haltbarkeit: sehr hoch
Einsatz: besonders Außenbereich und Gartenbau

Holzarten

Kambala – robustes afrikanisches Hartholz

Kambala, auch als Iroko bezeichnet, stammt überwiegend aus West- und Zentralafrika. Botanisch wird es der Gattung Milicia zugeordnet.
Das Holz besitzt eine gelblich-braune bis olivbraune Färbung und dunkelt mit der Zeit nach. Es ist relativ schwer und hart, gleichzeitig aber gut für verschiedene Anwendungen im Innen- und Außenbereich geeignet.
Besonders interessant ist die natürliche Dauerhaftigkeit. Iroko/Kambala wird in aktuellen Tabellen zur natürlichen Dauerhaftigkeit in die Klasse 1–2 eingeordnet.
Dadurch eignet sich Kambala unter anderem für:

· Terrassen
· Fassaden
· Fenster
· Türen
· Gartenmöbel
· Außenkonstruktionen
· Innenausbau
· teilweise Bootsbau

Kambala wird gelegentlich als Alternative zu Teak betrachtet. Bei der Auswahl sollte allerdings auf Qualität, Herkunft und nachhaltige Beschaffung geachtet werden.

Eigenschaften: hart, dauerhaft, relativ schwer, gelblich bis olivbraun
Haltbarkeit: hoch bis sehr hoch
Einsatz: Außenbereich, Fenster, Fassaden und hochwertige Innenanwendungen

Holzarten

Meranti – nicht gleich Meranti

Meranti ist ein besonders interessantes Beispiel dafür, warum man bei Tropenhölzern genau hinschauen sollte.
Der Handelsname Meranti bezeichnet nicht eine einzige Holzart, sondern verschiedene Hölzer aus Südostasien. Je nach Art und Rohdichte können sich Eigenschaften und Dauerhaftigkeit erheblich unterscheiden. Entsprechend lässt sich nicht für jedes „Meranti“ pauschal dieselbe Dauerhaftigkeitsklasse nennen.
Besonders bekannt ist Dark Red Meranti. Schwerere Qualitäten können eine deutlich höhere Dauerhaftigkeit besitzen; eine aktuelle Übersicht führt Dark Red Meranti mit einer Rohdichte über 670 kg/m³ in Klasse 3.
Meranti wird unter anderem eingesetzt für:

· Fenster
· Türen
· Fassaden
· Möbel
· Furniere
· Innenausbau
· teilweise Außenkonstruktionen

Ein großer Vorteil ist die gute Bearbeitbarkeit. Meranti lässt sich vergleichsweise gut sägen, hobeln und bearbeiten und besitzt eine attraktive rötlich-braune Färbung.
Bei Meranti sollte man deshalb beim Kauf möglichst genau nach Art, Herkunft, Rohdichte und Dauerhaftigkeitsklasse fragen.

Eigenschaften: je nach Art leicht bis schwer, meist gut bearbeitbar, rötlich-braune Farbtöne
Haltbarkeit: je nach Meranti-Art unterschiedlich
Einsatz: Fenster, Türen, Möbel, Innen- und teilweise Außenbereich

Holzarten

Bangkirai – Klassiker für Terrassen

Bangkirai gehört zu den bekanntesten tropischen Hölzern für Terrassen und Außenbereiche. Im Handel wird es häufig auch unter der Bezeichnung Yellow Balau angeboten.
Das Holz ist hart, schwer und widerstandsfähig. Es besitzt meist eine gelblich-braune bis braune Färbung und eine relativ gleichmäßige bis grobe Struktur.
Bangkirai beziehungsweise Yellow Balau wird in aktuellen Übersichten überwiegend der Dauerhaftigkeitsklasse 2 zugeordnet.
Typische Einsatzbereiche sind:

· Terrassendielen
· Balkone
· Gartenmöbel
· Stege
· Außenkonstruktionen
· stark beanspruchte Bodenflächen

Bangkirai ist aufgrund seiner Härte und Dauerhaftigkeit für Terrassen interessant. Allerdings bringt die hohe Härte auch einen erhöhten Bearbeitungsaufwand mit sich.

Eigenschaften: hart, schwer, dauerhaft, witterungsbeständig
Haltbarkeit: hoch
Einsatz: vor allem Terrassen und Außenbereich

Holzarten

Teak – der Klassiker unter den dauerhaften Tropenhölzern

Teak ist für seine außergewöhnliche Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit und Witterung bekannt. Das Holz enthält natürliche Öle und ist dadurch für anspruchsvolle Außenanwendungen besonders geeignet.
Traditionelle Einsatzbereiche sind:

· Gartenmöbel
· Terrassen
· Schiffbau
· Außenmöbel
· hochwertige Innenausstattung

Teak gehört zu den besonders dauerhaften Hölzern. Bei tropischen Hölzern ist allerdings die Herkunft von besonderer Bedeutung. Eine hohe technische Qualität sollte immer mit einer verantwortungsvollen Beschaffung verbunden werden.

Eigenschaften: ölhaltig, hart, dauerhaft, witterungsbeständig
Haltbarkeit: sehr hoch
Einsatz: Außenmöbel, Terrassen und Schiffbau

Heimische Hölzer oder Tropenholz?

Die Entscheidung zwischen heimischem Holz und Tropenholz ist nicht ausschließlich eine technische Frage.
Heimische Hölzer wie Eiche, Robinie, Lärche und Douglasie bieten eine große Auswahl an Eigenschaften und können für viele Außenanwendungen eingesetzt werden.

Tropische Hölzer wie Bangkirai, Kambala oder Teak können eine sehr hohe natürliche Dauerhaftigkeit und hervorragende technische Eigenschaften besitzen. Beim Kauf wird deshalb immer wieder auf eine nachvollziehbare und verantwortungsvolle Herkunft hingewiesen. In der Praxis sehe ich das allerdings deutlich kritischer. Zertifikate und Herkunftsnachweise sollen zwar Sicherheit schaffen, doch auch hier hat es in der Vergangenheit immer wieder Fälle von Missbrauch und Betrug gegeben. Blindes Vertrauen halte ich deshalb für nicht angebracht.

Im Netz finden sich zudem zahlreiche Blogs und Beiträge, die grundsätzlich auf Tropenholz verzichten und diese Holzarten teilweise pauschal schlecht darstellen. Das halte ich für eine zu einfache Betrachtungsweise bzw. recht dumm.

Ich arbeite sehr gerne mit Tropenhölzern wie Kambala, Bangkirai und Meranti. Sie besitzen Eigenschaften, die sie für bestimmte Anwendungen geradezu prädestinieren. Ein pauschaler Verzicht auf Tropenholz ist für mich deshalb nicht automatisch gleichbedeutend mit Naturschutz.

Denn eines sollte man nicht vergessen: Nicht jede Nutzung von Tropenholz ist automatisch Raubbau – genauso wenig ist jedes Zertifikat automatisch ein Garant für nachhaltige Forstwirtschaft.

Lärche - bevorzugtes Holz für den Außenbereich?

Nein!
Natürlich musste ich mich anfangs auf die Aussagen anderer verlassen, schließlich hatte ich keinerlei Ausbildung im Holzbau. Rückblickend war das – wie so oft – ein Fehler. Erst die eigenen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass Theorie und Praxis häufig weit auseinanderliegen.

Lärche gilt zwar als eine der dauerhaftesten heimischen Holzarten und wird deshalb gerne für den Außenbereich empfohlen. Meine Erfahrungen fallen jedoch deutlich kritischer aus.

Gerade stärker dimensionierte Lärchenhölzer neigen nach einiger Zeit zu ausgeprägter Rissbildung. Dringt anschließend Wasser ein, beginnt – wie bei nahezu jeder heimischen Holzart – der natürliche Alterungs- und Zersetzungsprozess. Konstruktiver Holzschutz und geeignete Oberflächenbehandlungen können diesen Prozess zwar verlangsamen, verhindern können sie ihn jedoch nicht.

Aus meiner praktischen Erfahrung wird die Eignung von Lärche für den dauerhaften Einsatz im Außenbereich häufig überschätzt. Sie ist zweifellos widerstandsfähiger als viele andere heimische Holzarten, erreicht jedoch nach meiner Auffassung nicht die Dauerhaftigkeit hochwertiger Tropenhölzer wie Bangkirai oder Kambala. Wer eine möglichst langlebige Konstruktion mit geringem Wartungsaufwand erwartet, sollte diesen Unterschied berücksichtigen.

Zuletzt habe ich noch versucht einen "haltbaren" Gartentisch aus Lärche zu bauen. Er sah wirklich ganz gut aus, doch nach 2 Wintern habe ich diesen Tisch entsorgen müssen. Die Tischplatte hatte erhebliche Risse und die "Qualitätsbeschichtung" löste sich aufgrund dessen auf.
Auch die 100er Lärchepfosten unseres Gartenzaunes faulen komplett durch.

Glattkantbretter kosten beim Maß von 27x145mm ca, 8 Euro pro laufenden Meter im Baumarkt. Bei einem Holzhändler ist es preiswerter UND dort wird Qualität angeboten!

Fichte - preiswertes Holz für den Holzwerker

Fichte ist für die meisten Holzwerker das erste Holz, mit dem sie arbeiten. Das hat gute Gründe: Sie ist preiswert, leicht erhältlich, lässt sich mit nahezu allen Werkzeugen problemlos bearbeiten und verzeiht auch Anfängern den einen oder anderen Fehler. Zum Lernen und Üben ist Fichte daher hervorragend geeignet.

Ihre Schwächen werden jedoch häufig unterschätzt. Fichte arbeitet erheblich – vor allem in der Breite, abhängig von der Holzfeuchte. Maßhaltigkeit darf man von diesem Holz nicht erwarten.

Für den dauerhaften Einsatz im Außenbereich halte ich Fichte deshalb für wenig geeignet. Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und die ständigen Wechsel zwischen Trockenheit und Nässe führen zwangsläufig zu Verformungen, Rissbildung und schließlich zu Fäulnis, wenn das Holz nicht konsequent konstruktiv geschützt wird.

Selbst Dreischichtplatten aus Fichte bleiben davon nicht verschont. Nach einigen Jahren im Freien zeigen sie häufig deutliche Verformungen und Wellen. Wer glaubt, Fichte sei allein durch Verleimung oder eine Mehrschichtkonstruktion dauerhaft formstabil, wird in der Praxis oft eines Besseren belehrt.

Wie bei Buchenleimholz sollte Plattenware aus Fichte schnell verarbeitet werden um nicht die Nachteile des Schüsselns zu haben.
Sollte Fichte im Außenbereich eingesetzt werden, ist eine Behandlung mit Grundierung und ausreichender Lackierung unabdingbar. Durch die Lackschicht wird das Eindringen von Wasser lange verhindert.

Fichtenleimholz 18mm stark kostet im Baumarkt sagenhafte 45 Euro / qm !!! Beim Holzhändler habe ich nie mehr als 12 Euro / qm bezahlt. Das ist einfach unglaublich; wer kauft sowas??

 

Buche -verzieht sich schon beim Hinschauen

Zu Beginn meines Hobbys wollte ich einen Werkzeugschrank aus Buche bauen. Den Bauplan hatte ich aus der Zeitschrift HolzWerken.

Das Buchenholz wurde beim Holzhändler exakt nach meinen Vorgaben aus Plattenmaterial zugeschnitten. Zu Hause stellte ich die zugeschnittenen Teile an die Wand, um am nächsten Tag mit der Bearbeitung zu beginnen.

Ein schwerer Fehler – den ich als Anfänger allerdings nicht erkennen konnte.

Am nächsten Morgen kam die böse Überraschung: Die größeren Teile, insbesondere die Türen, hatten sich massiv verzogen. Eine Korrektur war nicht mehr möglich. Der sorgfältig angefertigte Zuschnitt war damit praktisch wertlos.

Und genau hier beginnt mein Problem mit solchen Fachzeitschriften. Warum wird ein für Anfänger so entscheidender Punkt nicht erwähnt?

Wenn eine Zeitschrift den Anspruch hat, Anfänger und Fortgeschrittene anzusprechen, dann sollte sie nicht nur zeigen, wie etwas gebaut wird. Sie sollte auch auf die Fehler hinweisen, die ein Anfänger zwangsläufig machen kann. Gerade beim Massivholz gehören Lagerung, Akklimatisierung und das Verhalten des Materials zu den Grundlagen, die man wissen muss, bevor man den ersten Schnitt macht.

Stattdessen bekommt man einen schönen Bauplan, eine Materialliste und eine vermeintlich einfache Anleitung – und steht anschließend mit verzogenen Bauteilen da.

Vielleicht liegt genau darin das Problem: Ein wirklich erfahrener Holzwerker braucht solche Hinweise kaum noch. Ein Anfänger dagegen schon.

Und deshalb frage ich mich inzwischen durchaus kritisch, welchen praktischen Wert manche dieser „Anleitungen für Anfänger“ tatsächlich haben. Denn ein Bauplan, der wichtige Eigenschaften des verwendeten Materials verschweigt, ist bestenfalls unvollständig – und für einen Anfänger im schlimmsten Fall eine teure Einladung zum Scheitern.

Buche liegt als Plattenware (19 mm) im oberen Preisbereich. Zurzeit berechnet mein Holzhändler bei Abnahme einer ganzen Platte ca. 120 Euro / qm. Nur Eiche ist etwas teurer. Achtung: im Baumarkt gibt es meist nur B/B-Ware. A/A wäre ideal und die gibt es nur im Fachhandel.

Douglasie - Geheimtipp für Gläubige

Gläubige? Nun ja – man muss offenbar nur fest genug daran glauben, dass Douglasie im Außenbereich deutlich haltbarer sei als Lärche. Spätestens nach drei Jahren wird man allerdings häufig eines Besseren belehrt.

Natürlich ist Douglasie haltbarer als Fichte. Wer jedoch wirklich eine langlebige Konstruktion für den Außenbereich bauen möchte, sollte sich überlegen, ob nicht ein dauerhaftes tropisches Hartholz die bessere Wahl ist.

Ein weiteres Problem der Douglasie ist die Anzahl der Äste – zumindest bei der Ware, die man häufig im Baumarkt findet. Gerade bei anspruchsvolleren Projekten können die zahlreichen Äste die Bearbeitung erheblich erschweren und die Möglichkeiten bei der Konstruktion und Oberflächenbearbeitung einschränken.

Was die Douglasie wirklich attraktiv macht, ist vor allem der Preis. Rund 5 Euro pro laufendem Meter wirken zunächst verlockend. Ansonsten sehe ich gegenüber wirklich dauerhaften Hölzern nur wenige überzeugende Argumente.

Viele verwenden Douglasienplanken als Terrassenbelag. Ist die Terrasse dauerhaft vor Regen und Schnee geschützt, kann das durchaus einige Jahre funktionieren. Wer allerdings einen möglichst langlebigen und wartungsarmen Terrassenbelag sucht, sollte sich nach meiner Erfahrung andere Holzarten ansehen.

Meine erste Wahl wäre hier eindeutig Bangkirai. Es kostet mehr als Douglasie, bietet dafür aber eine deutlich höhere natürliche Dauerhaftigkeit und ist für den Außenbereich wesentlich besser geeignet.

Eiche - Maß aller Dinge als europäisches Holz

Eiche gilt seit jeher als eines der bevorzugten europäischen Hölzer für den Außenbereich. Auch im Möbelbau arbeite ich ausgesprochen gern damit.

Aber Vorsicht: Eiche ist nicht gleich Eiche. Es gibt verschiedene Eichenarten und erhebliche Unterschiede in Qualität, Optik und Preis. Für mich ist deutsche Eiche die erste Wahl. Als Plattenware ist sie allerdings entsprechend teuer – derzeit liegt der Preis bei knapp 145 Euro pro Quadratmeter.

Amerikanische Weißeiche ist dagegen deutlich günstiger. Wer nicht genau hinsieht und sich mit Holzarten nicht auskennt, wird den Unterschied möglicherweise zunächst kaum bemerken. Trotzdem gibt es ihn – und zwar nicht nur beim Preis.

Ich habe sowohl amerikanische Weißeiche als auch deutsche Eiche in verschiedenen Projekten verarbeitet. Beide lassen sich hervorragend bearbeiten, doch die deutsche Eiche besitzt für mich eine ganz andere Ausstrahlung. Maserung, Farbton und die gesamte Wirkung des Holzes wirken wesentlich hochwertiger und charaktervoller.

Auch bei der Dauerhaftigkeit spielt Eiche in einer eigenen Liga. Im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Holzarten ist sie für den Außenbereich ausgesprochen widerstandsfähig.

Aber auch hier gilt: „Sehr gut“ bedeutet nicht automatisch „das Beste“. Es gibt Hölzer, die Eiche hinsichtlich natürlicher Dauerhaftigkeit noch deutlich übertreffen.

Und ja – diese Hölzer kommen aus den Tropen.

Meranti - günstiges und haltbares Tropenholz

Meranti war das erste Tropenholz, das ich für meine eigenen Projekte verwendet habe. Bis heute ist es mein persönliches „Lieblingsholz“ für viele meiner Arbeiten.

Warum? Meranti lässt sich hervorragend bearbeiten, ist astfrei, besitzt eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit im Außenbereich und zeigt auch nach einer Lackierung eine ausgesprochen schöne Maserung. Für mich ist es damit eine Kombination aus hervorragenden Verarbeitungseigenschaften und ansprechender Optik.

Auch preislich ist Meranti interessant. Es wird beispielsweise als sogenanntes „Balkonbrett“ in den Abmessungen 27 × 140 mm und in verschiedenen Längen angeboten. Auch Kanthölzer sind vergleichsweise günstig erhältlich. Plattenware findet man dagegen leider kaum. Wer größere Flächen benötigt, muss sich sein Leimholz daher selbst herstellen.

Aktuell liegt der Preis für einen laufenden Meter eines solchen Balkonbrettes in einem Baumarkt bei etwa 18 bis 20 Euro.
Der Fachhandel bietet das Holz deutlich günstiger an.

Ich habe im Laufe der Jahre zahlreiche Projekte aus Meranti gebaut und dabei durchweg gute Erfahrungen gemacht. Enttäuscht hat mich dieses Holz bisher noch nie. Für mich ist Meranti deshalb nicht nur irgendein Tropenholz, sondern eines der Hölzer, auf das ich mich bei meinen Projekten verlassen kann.

Kambala bzw. Iroko - für den Außenbereich prädestiniert

Kambala gehört zu den afrikanischen Dauerhölzern und wird in der Regel als Schnittholz angeboten. Wer beim Holzhändler nach einer verleimten Platte fragt, wird deshalb meist vergeblich suchen. Kambala ist üblicherweise nur sägefallend und in verschiedenen Stärken erhältlich. Glücklicherweise hat mein Holzhändler dieses Holz noch regelmäßig auf Lager.

Dass Kambala unter Hobbyholzwerkern eher selten verwendet wird, hat einen einfachen Grund: Die Verarbeitung setzt leistungsfähige Maschinen voraus. Für exakte Ergebnisse sind eine Formatsäge, eine Abrichte und ein ausreichend großer Dickenhobel praktisch unverzichtbar. Da ich im Laufe der Jahre einige Schreiner und Tischler kennengelernt habe, kann ich diese Arbeiten bei Bedarf durchführen lassen.

Wofür eignet sich Kambala besonders? Vor allem überall dort, wo Holz über viele Jahre Wind und Wetter ausgesetzt ist. Ein gutes Beispiel ist unser Gartenzaun.

Mein erster Zaun bestand – wie bei vielen Heimwerkern – aus Lärche. Damals kannte ich keine bessere Alternative. Das Ergebnis war ernüchternd: Bereits nach wenigen Jahren war der Zaun so stark geschädigt, dass er ersetzt werden musste.

Heute steht an derselben Stelle ein Zaun aus Kambala. Seit seiner Errichtung zeigt das Holz keinerlei nennenswerte Anzeichen von Verwitterung, Fäulnis oder anderen witterungsbedingten Schäden. Für mich war das der endgültige Beweis, wie groß der Unterschied zwischen einem gewöhnlichen europäischen Nadelholz und einem hochwertigen Dauerholz tatsächlich sein kann.

Kambala ist nahezu astfrei, lässt sich hervorragend bearbeiten und bleibt außergewöhnlich formstabil. Allerdings verändert unbehandeltes Holz im Laufe der Zeit seine Farbe. Wer den ursprünglichen Farbton erhalten oder eine gleichmäßige Optik erzielen möchte, sollte das Holz mit einer geeigneten Oberflächenbeschichtung schützen.

Der einzige wirkliche Nachteil ist inzwischen der Preis. In Online-Shops wird Kambala-Schnittholz mit 52 mm Stärke mittlerweile für rund 225 Euro pro Quadratmeter angeboten. Das wirkt auf den ersten Blick sehr teuer.
Bei meinem Holzhändler habe ich nur einen Bruchteil davon bezahlt.

Andererseits relativiert sich dieser Preis, wenn man die außergewöhnliche Dauerhaftigkeit berücksichtigt. Ein Holz, das Jahrzehnte nahezu wartungsfrei übersteht, ist am Ende häufig wirtschaftlicher als ein vermeintlich günstiges Holz, das nach wenigen Jahren ersetzt werden muss.

Bangkirai - für den anspruchsvollen Gebrauch draußen

Wer wirklich ein Holz sucht, das im Außenbereich über Jahrzehnte zuverlässig hält, kommt aus meiner Sicht an Bangkirai kaum vorbei.

Selbst unbehandelt besitzt Bangkirai eine außergewöhnlich hohe natürliche Dauerhaftigkeit. Natürlich arbeitet auch dieses Holz – wie jedes andere Holz auch. Es quillt, schwindet und kann sich verziehen. Durch eine durchdachte Konstruktion und eine fachgerechte Befestigung lassen sich diese Bewegungen jedoch auf ein sehr geringes Maß reduzieren.

Leimholz aus Bangkirai herzustellen ist dagegen nur bedingt sinnvoll. Ohne Gratleisten oder vergleichbare konstruktive Maßnahmen bleiben größere Platten selten dauerhaft eben. Zudem zeichnen sich die einzelnen Lamellen mit der Zeit leicht an der Oberfläche und an den Kanten ab. Das konnte ich bei mehreren eigenen Versuchen immer wieder beobachten. Für großflächige Möbelplatten würde ich Bangkirai deshalb nur mit entsprechenden konstruktiven Vorkehrungen einsetzen.

Die meisten kennen Bangkirai lediglich als geriffelte Terrassendiele mit etwa 25 bis 27 mm Stärke. Dabei lässt sich dieses Material problemlos zu Glattholz hobeln und für viele andere Projekte verwenden. Selbst verleimte Pfosten oder massive Konstruktionen lassen sich daraus herstellen.

Die Bearbeitung verlangt allerdings gutes Werkzeug. Bangkirai ist ein sehr hartes Holz und fordert Sägeblätter, Fräser und Hobelmesser deutlich stärker als heimische Holzarten. Wer saubere Ergebnisse erzielen will, braucht scharfes Werkzeug und etwas Geduld.

Preislich liegt Bangkirai als Diele mit 25 × 145 mm im Angebot bei etwa 10 Euro pro laufendem Meter. Viel wichtiger als der Preis ist jedoch die Bezugsquelle.

Meine Empfehlung: Bangkirai nur beim Holzhändler kaufen. Dort wird das Holz in der Regel fachgerecht gelagert und man erhält gerade, spannungsarme Dielen. Im Baumarkt habe ich dagegen häufig stark verzogene Bretter gesehen – offenbar eine Folge ungeeigneter Lagerung.

Ein Punkt wird meiner Meinung nach häufig unterschätzt: Der Unterbau entscheidet über die Lebensdauer einer Holzkonstruktion. Wer Bangkirai als Terrassenbelag verlegt, beim Unterbau aber aus Kostengründen auf eine weniger dauerhafte Holzart setzt, spart an der falschen Stelle. Wenn der Unterbau frühzeitig verfault oder sich stark verzieht, nützt auch der beste Terrassenbelag nichts.

Deshalb verwende ich für Konstruktionen mit dauerhaftem Erdkontakt oder hoher Feuchtigkeitsbelastung konsequent Bangkirai – nicht nur für die sichtbare Oberfläche, sondern auch für den tragenden Unterbau. Gerade dort zeigt sich, ob eine Konstruktion nur preiswert oder tatsächlich dauerhaft gebaut wurde.

Teak - anspruchsvolles Holz in jeder Beziehung

Teak gehört zweifellos zu den besten Hölzern für den Außenbereich. Seine natürliche Dauerhaftigkeit, der geringe Schwund und die ausgezeichneten Verarbeitungseigenschaften haben dafür gesorgt, dass es seit Jahrzehnten unter anderem im Boots- und Schiffsbau eingesetzt wird.

Allerdings hat diese Qualität ihren Preis.

Rechnet man beispielsweise eine Teak-Rechteckleiste mit 125 mm Breite, 17 mm Stärke und 2 Metern Länge auf den Quadratmeter um, landet man bei rund 200 Euro pro Quadratmeter. Da sollte man sich gut überlegen, ob das geplante Projekt diesen Materialeinsatz wirklich rechtfertigt.

Für einen hochwertigen Gartentisch mag Teak durchaus eine sinnvolle Wahl sein. Wirtschaftlich betrachtet ist es jedoch häufig günstiger, einen bereits fertig gefertigten Gartentisch mit einer Teakplatte zu kaufen, als das Material selbst zu beschaffen und zu verarbeiten.

Ich selbst habe bislang nur ein einziges Projekt aus Teak gebaut – allerdings nicht, weil es technisch notwendig gewesen wäre. Ich wollte dieses Holz einfach einmal selbst verarbeiten und seine Eigenschaften kennenlernen. Rückblickend war das eine interessante Erfahrung, aber für die meisten Projekte hätte ein anderes dauerhaftes Holz völlig ausgereicht.

Teak lässt sich ausgesprochen angenehm bearbeiten, arbeitet vergleichsweise wenig und bleibt auch bei wechselnden Witterungsbedingungen sehr formstabil. Genau diese Eigenschaften erklären, warum es im Boots- und Schiffsbau bis heute einen so guten Ruf genießt.

Aus meiner Sicht ist Teak ein hervorragendes Holz – aber in den meisten Fällen schlicht zu teuer. Für viele Projekte bieten andere dauerhafte Harthölzer, beispielsweise Bangkirai oder Kambala, ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Zu guter Letzt

Zu guter Letzt möchte ich noch eines klarstellen: Alle Bewertungen in diesem Kapitel beruhen nicht auf Laborwerten, Werbeprospekten oder den Aussagen von Händlern. Sie basieren ausschließlich auf meinen eigenen Erfahrungen aus zahlreichen Projekten, die teilweise seit vielen Jahren Wind und Wetter ausgesetzt sind.

Natürlich wird es Holzwerker geben, die zu anderen Ergebnissen kommen. Das ist völlig legitim. Holz ist ein Naturprodukt, und jede Konstruktion, jeder Standort und jede Beanspruchung sind unterschiedlich.

Trotzdem hat sich für mich im Laufe der Jahre eine Erkenntnis immer wieder bestätigt: Nicht der Preis und schon gar nicht ein Nachhaltigkeitssiegel entscheiden über die Qualität eines Holzes, sondern sein Verhalten in der Praxis.

Wer einmal ein wirklich dauerhaftes Holz verarbeitet hat, wird viele der heute verbreiteten Empfehlungen deutlich kritischer hinterfragen. Ich jedenfalls verlasse mich heute lieber auf meine eigenen Erfahrungen als auf Werbeaussagen, Hochglanzprospekte oder allgemeine Empfehlungen im Internet.

Informationen über Holz, Holzverbindungen, Maschinen, Techniken und Arbeitsabläufe findet man heute in großer Zahl im Internet. Die meisten beginnen ihre Suche bei Google und landen kurze Zeit später bei YouTube.

Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Kritisch wird es allerdings dann, wenn Empfehlungen ungeprüft übernommen werden. Genau diesen Fehler habe ich selbst gemacht.

Ich habe mich auf die Aussagen eines bekannten Tischlermeisters verlassen und ihn nach Empfehlungen zu Maschinen und Werkzeugen gefragt. Gleich dreimal erwiesen sich diese Empfehlungen im Nachhinein als Fehlentscheidungen. Ob aus seiner  Unkenntnis, aus wirtschaftlichem Interesse oder aus anderen Gründen, kann ich nicht beurteilen. Das Ergebnis war jedoch eindeutig: Rund 3.000 Euro waren verloren.

Mit diesem finanziellen Verlust konnte ich umgehen. Andere Hobbyholzwerker können das vielleicht nicht.

Früher gab es zahlreiche private Blogs, auf denen Menschen ihre Erfahrungen offen teilten – mit gelungenen Projekten ebenso wie mit ihren Fehlern. Genau diese ehrlichen Erfahrungsberichte waren oft wesentlich hilfreicher als perfekt produzierte Videos oder Hochglanzartikel.

Heute sind von diesen privaten Blogs nur noch sehr wenige übrig geblieben (2), die regelmäßig aktualisiert werden.

Warum diese Entwicklung stattgefunden hat, lässt sich nur vermuten. Möglicherweise spielte die "Corona-Zeit" dabei eine Rolle. Hinzu kamen die teilweise drastischen Preissteigerungen bei Holz und Werkzeugen, die das Hobby für viele deutlich teurer gemacht haben.
Beide "Krisen" wurden künstlich erzeugt!
Dadurch dürften zahlreiche Hobbyholzwerker ihr Engagement reduziert oder ganz aufgegeben haben.

Mein Eindruck ist jedenfalls, dass unabhängige Erfahrungsberichte immer seltener werden, während Marketing, Produktempfehlungen und kommerzielle Inhalte einen immer größeren Teil der Informationen rund um das Holzwerken ausmachen. Genau deshalb halte ich eigene Erfahrungen heute für wertvoller denn je.

Online-Kurse für Holzwerker: Fluch oder echter Mehrwert?

Online-Kurse für Holzwerker: Fluch oder echter Mehrwert?

steigende Preise

Tischler-Online-Kurse für Anfänger – Was soll das eigentlich?

„Tischlern online lernen?“ Für jemanden, der noch nie mit Holz gearbeitet hat, klingt das zunächst ziemlich fragwürdig.

Schließlich geht es beim Tischlern nicht nur darum, zu wissen, wie eine Verbindung funktioniert. Man muss Werkzeuge sicher bedienen, Holz einschätzen, Maße übertragen und ein Gefühl für Material und Maschinen entwickeln. Und genau das lässt sich nur begrenzt über einen Bildschirm vermitteln.

Zuschauen ist noch kein Tischlern

Ein Online-Kurs kann zeigen, wie ein Profi einen Hobel führt oder eine Verbindung herstellt. Das sieht meistens beeindruckend einfach aus.

Als Anfänger merkt man allerdings schnell, dass zwischen „Ich habe es gesehen“ und „Ich kann es selbst“ ein ziemlich großer Unterschied liegt.

Wie viel Druck muss ich beim Hobeln ausüben? Warum läuft mein Schnitt plötzlich schief? Wie verhindere ich Ausrisse? Wann ist eine Maschine tatsächlich gefährlich?

Ein Video kann das erklären. Es kann aber nicht die eigene Hand führen.

Online-Kurse

Anfänger brauchen jemanden, der Fehler sieht

Gerade am Anfang passieren ständig kleine Fehler. Das ist normal und gehört zum Lernen.

Problematisch wird es, wenn niemand danebensteht.

Ein erfahrener Tischler erkennt sofort, warum ein Werkstück falsch eingespannt ist oder weshalb ein Schnitt nicht funktioniert. Ein Online-Kurs kann bestenfalls darauf hinweisen – er sieht aber nicht, was der Anfänger gerade tatsächlich macht.

Das ist besonders bei Maschinen ein ernstzunehmender Nachteil.

absurde Politik

Und dann kommt die Werkzeugfrage

Viele Kurse zeigen perfekte Werkstätten mit professionellen Maschinen.

Der Anfänger sitzt dagegen vielleicht mit einer günstigen Stichsäge, einem Akkuschrauber und zwei stumpfen Bohrern in der Garage.

Was nun?

Nicht jeder Kurs berücksichtigt unterschiedliche Werkzeuge, Budgets oder räumliche Bedingungen. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, man brauche eine halbe Profiwerkstatt, bevor man überhaupt anfangen kann.

Online-Kurse

Das Problem mit den Versprechen

Besonders skeptisch sollte man bei Kursen werden, die schnelle Ergebnisse versprechen.

„In wenigen Wochen zum Möbelbauer“ klingt gut – ist aber unrealistisch.

Tischlern ist ein Handwerk. Präzision kommt durch Wiederholung. Sicherheit kommt durch Erfahrung. Und ein gutes Gefühl für Holz entwickelt sich nicht nach fünf Videomodulen.

Wer etwas anderes verspricht, verkauft möglicherweise eher Motivation als handwerkliche Ausbildung.
Auch – und das ist meiner Meinung nach häufig sogar der eigentliche Hauptgrund – werden solche Online-Kurse genutzt, um teure Maschinen und Werkzeuge zu verkaufen. Entweder direkt durch den Kursanbieter oder indirekt über vermeintliche „Empfehlungen“, bei denen bestimmte Maschinen und Werkzeuge im Kurs gezielt eingesetzt und dadurch beworben werden.

holzwerker tipps

Gibt es viele Anbieter für Online-Kurse?

Nach einer Recherche im Netz bin ich auf zahlreiche Angebote für Online-Kurse gestoßen.

Bei genauerer Betrachtung der Inhalte und insbesondere der Preise für die einzelnen „Kurse“ entsteht bei mir allerdings zunehmend der Eindruck, dass hier teilweise kräftig zur Kasse gebeten wird. Teilweise stehen die Preise meiner Meinung nach in keinem vernünftigen Verhältnis zu dem, was tatsächlich geboten wird.

Hinzu kommt der Einsatz von Maschinen und Werkzeugen, die ausdrücklich für bestimmte Projekte „empfohlen“ werden.

Bei einem aktuell öffentlich zugänglichen Kurs zur Herstellung einer Garderobe wird beispielsweise eine CNC-Fräse eingesetzt, die mehr als 5.000 Euro kostet.

Grundsätzlich ist eine solche Maschine sicherlich interessant und vielseitig einsetzbar. Für die in diesem Kurs gezeigten Arbeiten halte ich den Einsatz allerdings für völlig überzogen. Wenn sich eine CNC-Fräse für sämtliche anfallenden Fräsarbeiten sinnvoll einsetzen ließe, würde eine solche Maschine vermutlich längst in einem meiner Werkzeugschränke stehen.

Für mich stellt sich daher die Frage: Braucht man diese Maschine für das Projekt wirklich – oder wird sie nur eingesetzt, weil sie verkauft bzw. beworben werden soll?

Fazit

Für Anfänger ist ein Tischler-Online-Kurs bestenfalls ein Einstieg in ein Handwerk – aber kein Ersatz für das Handwerk selbst.

Wer glaubt, nach ein paar Stunden Videos sicher mit Hobel, Säge und Oberfräse umgehen zu können, wird vermutlich schnell eines Besseren belehrt.

Holz lässt sich nicht per Mausklick bearbeiten.

Am Ende muss man in die Werkstatt. Werkzeug in die Hand nehmen. Ausprobieren. Fehler machen. Noch einmal versuchen.

Und genau dort beginnt das eigentliche Tischlern.

Wer allerdings glaubt, sich handwerkliche Fähigkeiten einfach durch den Einsatz von viel Geld und teurem Werkzeug kaufen zu können, wird vermutlich schnell bitter enttäuscht sein.

Teure Maschinen können Arbeit erleichtern, präziser machen und Zeit sparen. Handwerkliches Können ersetzen sie jedoch nicht. Das entsteht durch Erfahrung, Übung und die Fähigkeit, mit den vorhandenen Werkzeugen sinnvoll umzugehen.

Ich habe es wieder getan: Pflaster reinigen mit Vitamin C

Ich habe es wieder getan: Pflaster reinigen mit Vitamin C

Vitamin C

Pflaster reinigen mit Vitamin C

Wer seinen Garten mit Brunnenwasser bewässert, kennt dieses Problem: Das im Wasser enthaltene Eisen lagert sich mit der Zeit auf Pflastersteinen, Terrassen und anderen Oberflächen ab und hinterlässt unschöne braune Flecken.

Unser Garten wird über einen eigenen Brunnen mit Wasser versorgt. Das Wasser ist sehr eisenhaltig. Leider habe ich diesen Umstand nach dem Bau der neuen Werkstatt unterschätzt.

Nach etwas mehr als einem Jahr war das Pflaster bereits so stark verfärbt, dass das ursprüngliche Muster kaum noch zu erkennen war.

Also habe ich erneut einen 5-kg-Eimer Vitamin C (Ascorbinsäure) bestellt und die Pflasterfläche damit behandelt. Das Ergebnis war beeindruckend – die Verfärbungen verschwanden und das Pflaster sah wieder nahezu wie neu aus.

Die von mir verwendete Ascorbinsäure ist lebensmitteltauglich. Natürlich kann sie grundsätzlich auch als Nahrungsergänzung verwendet werden. Für die Reinigung von eisenhaltigen Ablagerungen ist sie jedoch ebenfalls hervorragend geeignet und aus meiner Sicht deutlich angenehmer in der Anwendung als viele aggressive Reinigungsmittel.

Vitamin C

Auch bei Kunststoff zu verwenden

Die Viereckregner von Gardena – die ich persönlich übrigens nicht empfehlen würde – bewässern unseren kleinen Vorgarten. Eigentlich handelt es sich nur um einen schmalen Rasenstreifen entlang des Weges mit einer frisch gepflanzten Hecke.

Durch die anhaltende Trockenheit laufen die Regner derzeit recht häufig. Dabei wurde auch die Kunststofffassade meiner Werkstatt in Zaunnähe regelmäßig mit Brunnenwasser benetzt. Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten: Die eisenhaltigen Ablagerungen verfärbten die hellen Wandpaneele unschön braun.

Zur Reinigung habe ich etwas Vitamin C (Ascorbinsäure) mit Wasser zu einer dünnen Paste angerührt. Diese habe ich mit einem gewöhnlichen Haushaltsschwamm auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Bereits beim Einreiben war zu sehen, wie sich die Eisenablagerungen lösten.

Nach einer kurzen Einwirkzeit habe ich die Fläche einfach mit dem Gartenschlauch und etwas Druck abgespritzt. An einigen Stellen war eine zweite Behandlung erforderlich, doch anschließend waren sämtliche Verfärbungen vollständig verschwunden. Das Ergebnis hat mich wirklich überzeugt.

Vitamin C
Vitamin C
Vitamin C
Vitamin C

Vitamin C ist nicht gleich Vitamin C

Einmal hatte ich Ascorbinsäure für den industriellen Einsatz bestellt. Sie war gekörnt und nicht lebensmitteltauglich. Das war ein Fehlkauf. Zum Entfernen der Eisenablagerungen hat sie bei mir nicht annähernd so gut funktioniert wie die feine, lebensmitteltaugliche Ascorbinsäure.

Das Verteilen des sehr feinen Pulvers ist allerdings eine kleine Herausforderung. Selbst mit einem engmaschigen Küchensieb ließ sich keine gleichmäßige Verteilung erreichen. Deshalb streue ich das Pulver inzwischen vorsichtig von Hand aus. Das funktioniert für mich am besten.

Wichtig ist dabei, die zu behandelnde Fläche vorher gründlich anzunässen. Ein sichtbarer Wasserfilm sollte noch vorhanden sein, wenn die Ascorbinsäure aufgestreut wird. So löst sie sich sofort an und kann ihre Wirkung optimal entfalten.

Bei Wind wird die Arbeit allerdings schwierig. Das feine Pulver wird leicht verweht, sodass es kaum möglich ist, die gesamte Menge gezielt auf der zu reinigenden Fläche zu verteilen.

Vitamin C

Schrubben lohnt sich

Unmittelbar nach dem Ausbringen der Ascorbinsäure auf das Pflaster habe ich die Fläche mit einem Schrubber bearbeitet. Dabei ging es weniger um kräftiges Schrubben als vielmehr darum, das Pulver gleichmäßig auf der gesamten Fläche zu verteilen.

Zwischendurch habe ich das Pflaster nochmals leicht mit Wasser benetzt. Dadurch lässt sich der Säurefilm besser verteilen und die Wirkung verbessert sich spürbar.

Oft wird eine Einwirkzeit von 15 bis 20 Minuten empfohlen. Ich habe die entstandene Lösung jedoch bereits nach etwa fünf Minuten mit dem Gartenschlauch gründlich abgespült.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Eisenablagerungen waren nahezu vollständig verschwunden und das ursprüngliche Erscheinungsbild des Pflasters kam wieder deutlich zum Vorschein.

Vitamin C

Wundermittel?

Nein. Entscheidend ist hier die Ascorbinsäure (Vitamin C), denn sie reagiert besonders gut mit den Eisenablagerungen und kann diese wirksam lösen.

Vitamin C benötigen wir täglich und nehmen es normalerweise in ausreichender Menge über eine ausgewogene Ernährung auf. Dennoch greifen viele Menschen zu Nahrungsergänzungsmitteln, die häufig erstaunlich teuer verkauft werden.

Rechnet man den Preis mancher Vitamin-C-Präparate auf den Wirkstoff um, kostet ein Gramm Ascorbinsäure nicht selten rund 10 Cent. Das klingt zunächst wenig. Hochgerechnet auf einen 5-kg-Eimer wären das jedoch etwa 500 Euro.

Der Unterschied liegt dabei oft nicht im Wirkstoff selbst – Ascorbinsäure bleibt Ascorbinsäure. Unterschiede können allerdings in Reinheit, Körnung, Verpackung und den vorgesehenen Qualitätsstandards bestehen. Doch kann man dieses Vitamin C genau so auch einnehmen.

Der letzte seiner Art? Zwischen Hobelbank und Meinungsfreiheit

Der letzte seiner Art? Zwischen Hobelbank und Meinungsfreiheit

Meinungseinschränkung

Der letzte seiner Art? Zwischen Hobelbank und Meinungsfreiheit

Es ist ruhig geworden in der deutschsprachigen Holzwerker-Szene – zumindest dort, wo früher das Herz des Austauschs schlug: in den Blogs. Wenn ich mich heute im „Teich“ der Holzwerker umsehe, fühle ich mich oft wie der letzte Überlebende.

Das Sterben der Blog-Kultur
Vor zehn Jahren war die Welt noch eine andere. Damals gab es mindestens zwanzig aktive Blogs, die regelmäßig hochwertige Beiträge veröffentlichten und die Szene mit echtem Fachwissen belebten. Heute sind die meisten dieser Seiten zu digitalen Karteileichen geworden. Sie kosten zwar weiterhin Geld für Hosting und Domains, werden aber nicht mehr gepflegt.

Meinungsfreiheit

Was mich dabei besonders stört:

Wenn heute noch etwas veröffentlicht wird, handelt es sich oft um „Resteverarbeitung“ von imaginären Projekten, die nie ein Mensch in ihrer Entstehung gesehen hat. Auf meinem Blog hingegen geht es weiterhin um echte Bauprojekte – Handwerk pur, von der Planung bis zum fertigen Stück.

Wenn Handwerk auf Politik trifft
Umso erstaunter war ich über die heftigen Reaktionen auf einen meiner letzten Beiträge. Eigentlich wollte ich nur ein Problem ansprechen, das uns in Deutschland alle betrifft: die zunehmende Einschränkung der Meinungsfreiheit.

Meinungseinschränkung

Interessanterweise hat sich sogar der online bekannte Tischlermeister Heiko Rech in diese Diskussion eingeschaltet. Seiner Ansicht nach existiert eine solche Einschränkung nicht. In seinem Statement wurde jedoch deutlich, dass er eine klare linksgün verirrte politische Linie vertritt. Er positioniert sich deutlich gegen die AfD und damit gegen die Überzeugungen von mittlerweile fast 30 % der Bundesbürger oder auch gegen über 50% der Wähler in einigen Bundesländern

Eine Frage der Ideologie
Es scheint, als mache das Handwerk nicht vor einer ideologisch geprägten Weltanschauung halt. Themen wie die CO2-Steuer werden als alternativlos verkauft, während jeder, der diese „Phantasie-Steuern“ oder die aktuelle Regierungspolitik hinterfragt, sofort massiven Gegenwind erfährt.

Meinungsfreiheit

Das Fundament: Gegenseitiger Respekt statt Selbstdarstellung

In der aktuellen Debatte wird oft so getan, als sei jede Kritik an gesellschaftlichen Entwicklungen gleichbedeutend mit Intoleranz. Dabei ist mein Standpunkt eigentlich sehr simpel: Von mir aus kann jeder sein Leben so gestalten, wie er es für richtig hält – ob als Veganer, Vegetarier oder gar als „Insektengourmet“. Auch die private Lebensführung, ob jemand schwul, lesbisch oder nichtbinär ist, spielt für mich im menschlichen Umgang keine Rolle. Jeder soll sich in seinen eigenen vier Wänden so fühlen, verhalten und kleiden können, wie es ihm beliebt.

Meinungseinschränkung

Ergänzungsvorschlag: Wenn die Theorie zur Realität wird

Dass meine Sorge um die Meinungsfreiheit in Deutschland nicht aus der Luft gegriffen ist, habe ich vor einem Jahr am eigenen Leib erfahren müssen. Wegen eines geteilten Beitrags auf Facebook – den ich nicht einmal selbst verfasst, sondern lediglich weitergeleitet hatte – sah ich mich plötzlich mit der Staatsanwaltschaft konfrontiert.

Der Vorwurf: Der Post sei rassistisch geprägt. Die Anzeige erfolgte anonym über ein von Steuergeldern finanziertes Meldeportal – ein System, das für mich einen bitteren Beigeschmack von Denunziantentum hat.

Meinungsfreiheit

Die Konsequenzen waren unmittelbar und einschüchternd:

  • Hausbesuch: Zwei Polizisten standen unangekündigt vor meiner Tür. Die Präsenz war so deutlich, dass es auch für die Nachbarn nicht zu übersehen war – eine Situation, die einen in einem Dorf oder einer Nachbarschaft sofort stigmatisiert.

  • Strafbefehl: Trotz verweigerter Aussage erging schließlich ein Strafbefehl über 60 Tagessätze meines Einkommens.

Wenn ein bekannter Tischlermeister wie Heiko Rech behauptet, es gäbe keine Einschränkung der Meinungsfreiheit, dann kann ich dem nur meine eigene Realität gegenüberstellen. Wenn das Weiterleiten einer Meinung bereits ausreicht, um die Staatsmacht vor die Haustür zu rufen und existenzielle Strafen zu verhängen, dann hat sich der Korridor dessen, was man in diesem Land noch ungestraft sagen oder teilen darf, massiv verengt.

Meinungseinschränkung

Ergänzung: Der Freispruch, der trotzdem kostet

Natürlich habe ich mir das nicht gefallen lassen. Ich habe über einen Rechtsanwalt Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt – und natürlich wurde dieser am Ende aufgehoben. Das Verfahren wurde eingestellt, der Vorwurf war haltlos.

Doch der bittere Beigeschmack bleibt: Meinen Rechtsanwalt musste ich selbst bezahlen. In unserem System bedeutet das: Selbst wenn du unschuldig bist, kostet dich deine Verteidigung ein kleines Vermögen. So wird aus einem Freispruch am Ende trotzdem eine finanzielle „Strafe“.

Diese Kosten, die langwierige Verteidigung und die massiven Unannehmlichkeiten mit der Polizei vor der eigenen Haustür haben einen klaren Effekt: Sie sollen den normalen Mitbürger einschüchtern und ihn für immer zum Schweigen bringen. Wer hat schon die Kraft und die Mittel, jedes Mal vor Gericht zu ziehen, nur weil er eine unliebsame Meinung teilt?

Ergänzung: Wenn Empfehlungen zur Last werden

Interessant ist dabei die Rolle von Heiko Rech. In all den Jahren, in denen ich meinen Blog betreibe, hat er sich nie an Diskussionen beteiligt oder meine Beiträge kommentiert. Ich hatte ihn in der Vergangenheit sogar mehrfach namentlich als kompetenten Ratgeber empfohlen und ihm für sein Gewerbe stets alles Gute gewünscht.

Doch ausgerechnet bei diesem Post über die Meinungsfreiheit brach er sein Schweigen. Dass er privat konsequent „grün“ lebt – vom Lastenfahrrad über vegane Ernährung bis hin zum DHL-Green-Versand – wusste ich bis dato nicht und es war mir für die fachliche Wertschätzung auch egal. Für den „Normalbürger“ zeichnet dieser Lebensstil jedoch ein klares Bild seiner ideologischen Verortung.

Was mich jedoch wirklich verwundert: Aufgrund meines kritischen Beitrags bat er mich nun förmlich darum, künftig auf seine Nennung in meinen Texten zu verzichten. Dass ein Profi eine kostenlose, jahrelange Empfehlung und positive Werbung ausschlägt, nur weil ihm eine politische Meinung nicht passt, sagt viel über den aktuellen Zustand unserer Gesellschaft aus. Man möchte offenbar nicht einmal mehr im gleichen Kontext mit jemandem genannt werden, der den herrschenden Zeitgeist hinterfragt.

Für ihn mag das ein Akt der „Haltung“ sein, für mich ist es ein trauriges Zeugnis fehlender Souveränität und ein Abschied von der fachlichen Kollegialität, die das Handwerk früher einmal ausgezeichnet hat.

Meinungseinschränkung

Ein politisches Erwachen

Gott sei Dank beginnt sich das Blatt in Deutschland zu wenden. Die Stimmung gegenüber der aktuellen und auch der vergangenen Regierungspolitik kippt spürbar – hin zu einer Richtung, wie sie die AfD mit ihren Ansätzen vertritt. Aussagen unserer Minister, nach denen angeblich niemand in unsere Sozialsysteme einwandere, wirken angesichts der Realität wie ein Weckruf, der wohl auch den letzten Zweifler wachgerüttelt hat.

Die Zeichen sind unübersehbar: Eine massive Austrittswelle erschüttert die CDU, während die SPD in Umfragen bei mageren 12 % dahinkriecht. Es bleibt zu hoffen, dass diese Quittung der Wähler dazu führt, dass eine Politik, die an den Bürgern vorbeigeht, bald keine Rolle mehr in unseren Landesregierungen oder im Bundestag spielt. Das Handwerk und der Mittelstand brauchen eine Politik, die auf Fakten und gesundem Menschenverstand basiert, statt auf Ideologie und Realitätsverweigerung.

Über 30 Jahre lang war ich als selbstständiger Senior IT-Consultant weltweit im Einsatz. Damals habe ich die Verwendung meiner hohen Einkommensteuerzahlungen nie hinterfragt, da ich volles Vertrauen in die Politik hatte.

Die dramatische Lage der Sozialsysteme wurde mir jedoch schmerzlich bewusst, als ich meine eigenen Krankenversicherungsbeiträge betrachtete: Zuletzt musste ich monatlich 1.100 Euro allein für meine Versicherung aufbringen. Meine Frau war dabei nicht mitversichert und musste eigene Beiträge leisten. Dass im Gegenzug Asylbewerber, die nie in das System eingezahlt haben, medizinische Leistungen auf einem Niveau erhalten, das dem von Privatversicherten ähnelt, empfinde ich als zutiefst ungerecht.

Hinzu kommt die Problematik der sogenannten Sozialabkommen, durch die Angehörige von Gastarbeitern in deren Heimatländern oft beitragsfrei über das deutsche System mitversichert sind. Während diese Abkommen bestehen bleiben, plant die Bundesregierung nun, die kostenlose Mitversicherung für Ehepartner im Inland abzuschaffen, sofern diese keiner sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen. Das würde betroffene Familien mit zusätzlich etwa 230 Euro monatlich belasten. Für jeden arbeitenden Beitragszahler ist diese Ungleichbehandlung ein Schlag ins Gesicht.

Seit einigen Jahren bin ich auf Facebook aktiv – nicht nur als Holzwerker, sondern auch privat. Mit 3.000 ‚Freunden‘ und 1.000 Followern stehe ich in der allgemeinen Statistik gar nicht mal so schlecht da. Dort tue ich meine Meinung kund, wobei ich aufgrund des Risikos, anonym über ein Denunziationsportal angezeigt zu werden, mittlerweile auf jedes Wort achte.

Auch politisch war ich sehr engagiert: vom Vorstandsmitglied der AfD auf Kreisebene über den Vorsitz im Gemeindeverband bis hin zum Landratskandidaten. Leider musste ich damals feststellen, dass 90 % der Arbeit lediglich daraus bestanden, innerparteiliche Probleme beizulegen. Offenbar hat sich das heute gebessert, doch meine Motivation, erneut auf Kreisebene tätig zu werden, ist mittlerweile gewichen.

Unsere große Chance liegt meiner Meinung nach bei den nächsten Wahlen in Ostdeutschland. Ich hoffe sehr auf eine Regierungsübernahme durch die AfD. Niemals hätte ich gedacht, dass ausgerechnet der Osten Deutschlands nach Jahrzehnten des Sozialismus den Westen retten muss.

Hier in meinem Blog kann ich ungehindert meine Meinung sagen – und das ist gut so.

Drachen selber herstellen – für Kinder & Erwachsene

Drachen selber herstellen – für Kinder & Erwachsene

Drachen bauen

Drachen selber herstellen

Das habe ich schon als Kind gemacht – einen Drachen selber herstellen ganz ohne Werkzeug, nur mit Tapetenleisten, Zeitungspapier, Schnur und einer heißen Kartoffel. Alternativ ließ sich auch Mehlpaste zum Kleben verwenden. Es geht also auch ganz einfach!

Dieser Drachen fliegt garantiert. Du benötigst lediglich die abgebildeten Materialien. Ein Kleber und ein Bohrer erleichtern die Arbeit, sind aber nicht zwingend erforderlich.

Das spezielle Papier ist heute nicht mehr leicht zu bekommen, aber ich habe noch eine Bezugsquelle. Die Leisten sollten biegsam sein und eine Stärke von etwa 2–3 mm haben.

Wie früher verzichte ich bewusst auf Kunstfaserschnur und verwende stattdessen Paketschnur. Diese hält dem Zug beim Fliegen problemlos stand und ist in jeder Postfiliale erhältlich.

 

Kreuz

Wie früher habe ich das Kreuz des Drachens zunächst intuitiv aus dem Bauch heraus konstruiert. Der Einfachheit halber habe ich es zusätzlich in einer Zeichnung festgehalten.

Ich habe eine Höhe von 1.300 mm und eine Breite von 900 mm gewählt.

Zwei Löcher dienen dazu, das Flugdreieck aus Paketschnur aufzunehmen. Die Verbindung der Kreuzbalken erfolgt über einen einfachen Knoten, der in der Mitte durch eine Bohrung gesichert wird, sodass sich nichts verschieben kann.

Wichtig: Am unteren Ende des Kreuzes muss eine Zusatzbohrung für den Drachenschwanz angebracht werden, etwa 3 cm unterhalb des Endes.

 

Drachen bauen

Damals hatten wir auch kein Messgerät, um die Mitte der Querstange zu bestimmen. Doch mit dem Finger und etwas Physik geht das ganz einfach: An dem Punkt, an dem die Querstange im Gleichgewicht liegt, befindet sich auch die Mitte.

Spezielle Knoten sind dafür ebenfalls nicht erforderlich.

Drachen bauen
Drachen bauen

Die Löcher hatten wir früher mit einer heißen Nadel durchs Holz gebracht. Heute ist die Arbeit mit einem 3mm Bohrer in einem Akkuschrauber einfacher.

Drachen bauen
Drachen bauen

Die Enden des Kreuzes brauchen eine Kerbe für die sichere Führung des Paketbandes für die Bespannung.

Einfach mit einem Teppichmesser o.ä. einkerben.

Drachen bauen
Drachen bauen

Am besten beginnt man mit der Bespannung an der Schwanzspitze. Die Stange verknoten und dann den Enden über die Kerben folgen. Die Enden werden, wie auf dem Bild gezeigt, umspannt.

Die Bespannung sollte so straff sein, dass sich beide Stangen leicht nach innen biegen. Das verbessert die Aerodynamik und stabilisiert den Drachen in alle Richtungen. Gerade gebundene Drachen flattern nämlich deutlich mehr!

Drachen bauen
Drachen bauen

Nachdem die Schnur als Kleberand angebracht ist, wird das Papier aufgespannt.

Hier ist man völlig frei in der Wahl des Materials. Früher hatten wir nur Zeitungspapier – das funktioniert auch. Dieses spezielle Papier ist jedoch deutlich besser geeignet.

Die Farben sind bewusst gewählt: Deutschland soll wieder in den Himmel steigen! Daher habe ich drei verschiedene Papierfarben zu einer Fläche zusammengefügt. Die Farbe "BLAU" könnte man unten einsetzen.

Mit einem Klebestift geht das heute sauber und schnell. Früher gab es so etwas nicht, und wir mussten improvisieren. Manchmal kochte meine Mutter für mich eine Kartoffel, deren Eiweiß den Papierrand klebte, oder wir nutzten eine dicke Paste aus Mehl und Wasser.

Drachen bauen
Drachen bauen

Ein überstehender Rand von ungefähr 4 cm reicht völlig aus.

Dieser Rand wird nach der Vorspannung nach innen eingefaltet und verklebt.

Drachen bauen
Drachen bauen

Die Vorspannung muss stimmen.

Erst dann wird das Papier aufgespannt.
Hier habe ich ein Hilfsseil am Querträger gesannt um die Wälbung zu erreichen.
Erst daa die anderen Seiten nachspannen.

Drachen bauen
Drachen bauen

Die Stellen mit den Bohrungen habe ich mit einem kleinen abgerissenen Stück des Papieres in der Farbe nochmals überklebt. Das ist eine sehr gute Verstärkung.

Drachen bauen
Drachen bauen

Der wichtigste Teil der Konstruktion.

Das Flugdreieck.
Dieser "Winkel" gibt dem Drachen den richtigen Anstellwinkel für einen ruhigen Flug.
Die Schnur wird durch die gebohrten Löcher mit einem hinteren Knoten gehalten, der dicker als das Loch ist. Das Dreieck wird an einem Ende der Querstange befestigt und dort mit einer einfachen Öse (Auge) verknotet. In diese Öse wird die eigentliche Flugleine eingeknotet.

Drachen bauen
Drachen bauen

Am unteren Ende des Drachens, in  der Bohrung, wird auch ein kurzes Stück Leine mit einem Auge/Öse verknotet. Das erleichtert das Anbringen des notwendigen Schwanzes für den Drachen.

Drachen bauen
Drachen bauen

Der Schwanz ist mindestens 4-fach länger als der Drachen selbst hoch ist. In Abständen von ca. 50cm binde ich Reste des Papiers in einer Schlaufe in die Schnur. Das sieht am Himmel sehr gut aus.

Am Ende des Schwanzez sollte ein etwas schwereres Stück hängen. Hierfür hatten wir damals langes Gras eingebunden. Das gibt es am Startort fast überall.

Der Drachen ist somit fertig gebaut.

Drachen bauen
Drachen bauen

Nur noch das Paketband kreuzweise auf einem Stab aufwickeln und das Ende mit dem Flugdreieck verbinden.

Paketband war früher das teuerste Zubehör. 

50 Meter sind einfach zu wenig. Ich hatte mal 300 Meter Schnur und der Drachen flog ohne Probleme.
Nur muss man auch daran denken, dass diese 300 Meter auch wieder aufgewickelt werden müssen beim Einholen des Drachens. Und das unter dem Winddruck.

Viel Spaß mit dem eigenen selbst gebauten Drachen !

Drachen bauen
Drachen bauen

Hier noch die Bezugsquelle für das Papier.

Im Internet gibt es den ein oder anderen Anbieter, bei dem man online bestellen kann.
Als Schnur bietet sich auch dünne Kunstfaser an, Maurerschnur geht auch noch.

Drachen bauen

Hier sind noch Bilder vom ersten Flug des gebauten Drachens. Insgesamt wurden hier nur ca. 60 Meter der ganzen 200 Meter Paketschnur abgelassen. Mit längerer Schnur verblasst der Spaß, denn man verliert nach 200 Metern den Drachen aus den Augen.

Flugdrachen selber bauen
Flugdrachen selber bauen
Auswirkungen des CBAM auf den Schrauben-Großhandel

Auswirkungen des CBAM auf den Schrauben-Großhandel

CBAM

Die Auswirkungen der neuen CBAM-Regelungen auf den europäischen Schraubenmarkt

CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) ist der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus der EU, der seit Oktober 2023 schrittweise eingeführt wird. Er verpflichtet Importeure, für CO₂-intensive Waren (wie Stahl, Zement, Dünger) aus Drittländern Emissionszertifikate zu kaufen.

Jetzt sind auch die Co2-Steuern auch direkt im Holzwerkerbereich angekommen. Zwar ist die ausgelöste Debatte über eine Co2-Steuer für Holz gestoppt worden. Doch wir wissen aus der Vergangenheit, das ALLES Angesprochene auch kommen wird. Und jetzt sind auch Schrauben im Co2-Geflecht der linksgünen Ideologen dran.

Was läuft falsch in den Köpfen dieser Menschen?

Das ist eine berechtigte Frage, in der viel Frust mitschwingt. Wenn man sich die CBAM-Thematik (Carbon Border Adjustment Mechanism) anschaut, prallen hier zwei Welten aufeinander, was oft mehr als nur das Gefühl von „Realitätsverlust“ führt.

Hier ist eine kurze Analyse, warum das Ganze aus Sicht der Praktiker so „falsch“ wirkt und auch ist:

1. Theorie vs. Praxis (Der Elfenbeinturm-Effekt)
In der Theorie ist CBAM ein geniales Lenkungsinstrument: Man will verhindern, dass europäische Firmen durch billige, CO₂-intensive Importe plattgemacht werden. In den Köpfen der Bürokraten in Brüssel ist das ein reines Rechenmodell.

Die Realität: Ein Mittelständler in Ennepetal oder Buxtehude hat keine Heerscharen an Beamten, die für eine einzelne Schraube den CO₂-Fußabdruck einer Fabrik in Fernost verifizieren können. Das wird schlicht unterschätzt.

2. „Bestrafung“ bei Unwissenheit
Dass die EU Standardwerte ansetzt, die „exorbitant hoch“ sind, ist eine bewusste Entscheidung. Man will Druck ausüben, damit die Daten geliefert werden.

Das Problem: Wenn der Lieferant die Daten nicht hat oder nicht geben will, zahlt der europäische Importeur die Zeche. Das fühlt sich für Unternehmer nicht nach Umweltschutz an, sondern nach einer Strafsteuer auf die Existenzgrundlage.

3. Planwirtschaftliche Züge im Jahr 2026
Die Tatsache, dass man heute Preise machen muss, die erst 2027 final abgerechnet werden, widerspricht jeglicher kaufmännischer Vernunft.

Der psychologische Faktor: Unternehmer brauchen Planungssicherheit. Wenn die Politik sagt: „Kalkulier mal im Nebel, wir sagen dir in einem Jahr, ob du pleite bist“, führt das zu einer tiefen Entfremdung zwischen Wirtschaft und Politik.

4. Das „Green-Ordering“-Paradoxon
Man will, dass Händler „grün“ einkaufen. Aber wenn die bürokratischen Hürden so hoch sind, dass man nicht einmal vergleichen kann, welcher Lieferant am Ende inklusive Abgaben der günstigste/beste ist, blockiert sich das System selbst.

Kurz gesagt: In den Köpfen der Entscheider steht das „Was“ (Klimaschutz) so sehr im Vordergrund, dass das „Wie“ (Umsetzbarkeit im Alltag) völlig unter die Räder kommt. Man nimmt Kollateralschäden in der Wirtschaft in Kauf, um ein globales politisches Ziel zu erzwingen.

Die Einführung der CBAM-Regelungen beeinflusst den europäischen Markt für Edelstahlprodukte massiv und stellt Händler wie Endkunden vor große Herausforderungen. Zunächst ist mit deutlichen Preissteigerungen zu rechnen: Während die Preise für importierte Edelstahlschrauben aus China voraussichtlich um etwa 15 % steigen, könnten sich Sechskantmuttern sogar um 30 bis 35 % verteuern.

Erschwert wird die Lage durch eine erhebliche Kalkulationsunsicherheit. Da die endgültigen Abgaben erst rückwirkend im Jahr 2027 fällig werden, müssen Unternehmen derzeit „im Nebel kalkulieren“, wie Dr. Volker Lederer (Geschäftsführer der Lederer GmbH und FDS-Vorsitzender) betont. Eine verlässliche Einzelpreiskalkulation ist unter diesen Umständen kaum möglich.

Ein wesentlicher Preistreiber ist zudem der Mangel an validen Emissionsdaten der Zulieferer. In Ermangelung dieser Daten greift die EU auf Standardwerte zurück, die von Importeuren als „exorbitant hoch“ kritisiert werden. Diese Pauschalwerte führen zu Aufschlägen von meist 10 bis 20 %, im Extremfall sogar bis zu 50 %. Zusammen mit der Pflicht zum Kauf von CO₂-Zertifikaten im europäischen Emissionshandel führt dies zu einer komplexen Kostenstruktur, die den strategischen Wechsel zu emissionsärmeren Lieferanten paradoxerweise erschwert: Solange die finale Abgabenlast unklar ist, bleibt das wirtschaftliche Risiko bei der Lieferantenwahl unkalkulierbar.

Kritische Themen wie diese finden in den öffentlich-rechtlichen Medien kaum statt – eine echte Aufklärung der Bürger bleibt aus. Bei kritischen Fragen wird man sehr schnell als "Nazi" bezeichnet. Stattdessen werden hochkomplexe Gesetze in Brüsseler Hinterzimmern von selbsternannten Experten entworfen und mit Wissen der Bundesregierung durchgewinkt. Für den Praktiker vor Ort wirkt das Ganze wie der Versuch, eine einseitige und verirrte-verwirrte linksgrüne ideologische Agenda durch die Hintertür zu erzwingen, ohne Rücksicht auf die Zerstörung gewachsener Wirtschaftsstrukturen zu nehmen.

Deshalb gibt es für den dringenden Umschwung für mich nur noch eine Partei!