Record Power WG250: Schrank mit Stauraum für Schleifhilfen
Zurzeit steht die Nassschleifmaschine Record Power WG 250 auf meinem fahrbaren Müllbehälter in der Werkstatt. Dieser ist allerdings niedriger als meine übrigen Arbeitsplätze.
Um bequem mit der Nassschleifmaschine arbeiten zu können, sollte sie deutlich unter 90 cm Arbeitshöhe stehen. Für mich hat sich eine Höhe von etwa 73 cm als ideal erwiesen. Aus diesem Grund werde ich einen fahrbaren Unterschrank mit drei Schubladen bauen.
Das Korpusmaterial wird – wie bei allen anderen Schränken meiner Werkstatt – aus 19 mm starken, melaminbeschichteten Spanplatten mit Microstruktur bestehen.
Die Schubladen, die ich aufgrund der vorhandenen Auszüge nicht in ihren Abmessungen frei konstruieren kann, werden aus 15 mm Multiplex gefertigt. Hier geben die vorhandenen Auszüge die konstruktiven Maße vor.
Die benötigten Zuschnitte habe ich heute bei meinem Holzhändler abgeholt. Auf der großen Plattensäge ist ein präziser Zuschnitt kein Problem. Ausrisse an den Kanten sind dabei praktisch ausgeschlossen. Auf meiner BOSCH-Tischsäge wären solche Schnitte überhaupt nicht möglich.
Hettich Quadro V6 Push to open
„Push to open“ für einen Werkstattschrank?
Ja, allerdings nur deshalb, weil diese drei Paar Auszüge bereits seit gut zwei Jahren in meinem Lager liegen. Ursprünglich waren sie für ein anderes Projekt vorgesehen, kamen dort aber nie zum Einsatz.
Aus diesem Grund musste ich auch die Maße des Schranks an die Länge der Auszüge anpassen – in diesem Fall auf eine Schranktiefe von 423 mm. Leider muss zudem die gesamte Konstruktion der Schubladen den Montagevorgaben dieser Auszüge folgen.
Qualitativ sind die Auszüge durchaus sehr gut. Dennoch würde ich für Schränke heute keine „Push to open“-Auszüge mehr kaufen oder verbauen. Einen Selbsteinzug halte ich nach wie vor für sinnvoll, auf andere Schließmechanismen kann ich jedoch gut verzichten. Trotz der Push-to-open-Funktion werde ich daher auch Griffe montieren, obwohl diese technisch eigentlich nicht notwendig wären.
Ein großer Vorteil dieser Auszüge ist ihre Passgenauigkeit. Werden sie korrekt eingebaut, lassen sich die erforderlichen Spaltmaße sehr zuverlässig einhalten und die Schubladen sitzen ausgesprochen stabil.
ABS-Kante für die Platten
Mir wird ehrlich gesagt fast körperlich schlecht, wenn ich Projekte sehe, bei denen mit beschichteten Spanplatten gearbeitet wird, ohne die Schnittkanten zu schützen – und dies dann auch noch als fachlich richtige Lösung dargestellt wird.
Teilweise werden sogar Confirmat-Schrauben als alleinige Verbinder dieser Platten eingesetzt. Natürlich kann das jeder handhaben, wie er möchte. Meinen Ansprüchen an eine saubere und dauerhafte Verarbeitung entspricht das allerdings nicht.
Die ABS-Kante muss stets zum verwendeten Plattenmaterial passen. Jeder Plattenhersteller bietet passende ABS-Kanten hinsichtlich Farbe, Dekor und Oberflächenstruktur an.
In diesem Fall musste ich die ABS-Kante nachbestellen. Im KANTENSHOP.COM erhält man die passenden ABS-Kanten zu sehr günstigen Preisen.
Es gibt allerdings auch Holzwerker im Internet, die vergleichbare ABS-Kanten meterweise zu geradezu horrenden Preisen anbieten. Offenbar finden sich dafür nach wie vor genügend Käufer.
Verstehen kann ich das allerdings nicht. Dort kostet ein Meter „Sicherheitskante“ 1,15 Euro – also nahezu das Vierfache des sonst üblichen Verkaufspreises.
Nicht nur der Preis ist in meinen Augen unverschämt, es wird zudem auch nicht darauf hingewiesen, dass jede beschichtete Platte ihre „eigene“ ABS-Kante hinsichtlich Farbe und Oberflächenstruktur besitzt. Weiß ist eben nicht gleich Weiß.
Hinzu kommen noch die Versandkosten. Für mich steht der aufgerufene Preis daher in keinem angemessenen Verhältnis zum tatsächlichen Warenwert.
ABS-Kante auffahren
Für das Aufbringen von ABS-Kanten auf beschichteten Spanplatten oder von Echtholzkanten auf Plattenmaterial und Vollholz ist das VAC-SYS besonders hilfreich. Der damalige Kauf war eine sehr gute Entscheidung. Heute wird das System offiziell nicht mehr angeboten.
Der Kantenanleimer verrichtet seit mittlerweile zwölf Jahren immer wieder zuverlässig seine Arbeit und hat bereits kilometerweise ABS- und Echtholzkanten verarbeitet.
Über dieses Thema habe ich bereits in anderen Beiträgen ausführlicher berichtet.
Schubladen bauen
In der Wahl des Baustils bin ich mit diesen Hettich-Auszügen nur eingeschränkt frei. Für einen reibungslosen Betrieb müssen die konstruktiven Vorgaben sehr genau eingehalten werden. Das empfinde ich als einen großen Nachteil.
So ist die Stärke der Seitenwände auf maximal 16 mm begrenzt und auch die Länge der Schublade muss exakt der Nennlänge des Auszuges entsprechen.
Konstruktionsbedingt greift zudem ein Haken des Auszuges in die Rückwand der Schublade ein. Deshalb muss der untere Bereich der Rückwand entsprechend angepasst werden. Entweder wird dieser Bereich ausgeklinkt oder die Rückwand schließt – wie in diesem Fall – bündig mit der Oberseite des Schubladenbodens ab.
Auch im vorderen Bereich sind konstruktive Vorgaben einzuhalten. Hier muss die Verriegelung mit ihren Einstellmöglichkeiten exakt positioniert werden.
Die Auszüge sind qualitativ zweifellos sehr hochwertig. Der Preis für diese Qualität ist allerdings eine deutlich eingeschränkte konstruktive Freiheit beim Schubladenbau.
Aufbau der Schublade
Hierfür verwende ich Birke-Multiplex in 15 mm Stärke. Natürlich könnte auch jedes andere Material verwendet werden, solange die maximale Stärke von 16 mm nicht überschritten wird. Beschichtete Spanplatten sind beispielsweise ebenfalls in 16 mm Stärke erhältlich. Allerdings müssten die sichtbaren Schnittkanten dann wieder mit einer passenden ABS-Kante versehen werden. Diesen zusätzlichen Aufwand möchte ich hier vermeiden.
Der Aufbau der Schubladen ist sehr einfach. Die beiden Seitenteile erhalten an der Unterseite eine 5 mm breite Nut zur Aufnahme des Bodens. Dieser besteht aus einer 5 mm starken MDF-Platte mit weißer Beschichtung auf einer Seite.
Die Vorder- und Rückseite der Schublade sind etwas schmaler ausgeführt, damit das Bodenbrett unter diesen Teilen durchlaufen kann. Diese Konstruktion ist durch die Anforderungen der Auszüge vorgegeben.
An der Oberkante habe ich einen Versatz von 5 mm vorgesehen. Zwingend erforderlich ist dieser nicht, der Zusammenbau wird dadurch aber deutlich unkomplizierter, falls minimale Höhenunterschiede auftreten sollten. Also reine Faulheit – oder besser gesagt: praktische Bequemlichkeit.
Zusammengehalten wird der Rahmen durch verleimte Lamellos der Größe 0 beziehungsweise 20. Der Boden muss in diesem Fall zusätzlich von vorn und hinten verschraubt werden – leider. Eine vollständig verdeckte Verbindung hätte mir besser gefallen.
Einbau der Hettich Quadro V6 - Auszüge "Push to open"
Es sieht kompliziert aus. Ist es auch!
Man sollte technische Zeichnungen zumindest lesen und verstehen können, ohne sie selbst erstellen zu müssen. Wer damit Schwierigkeiten hat, sollte besser auf einfachere Auszüge zurückgreifen.
Das „Push to open“-System erfordert einen Abstand von mindestens 3 mm zwischen Schubladenfront und Korpus. Dieser Weg wird benötigt, damit die Schublade zum Öffnen zunächst einige Millimeter in den Schrank gedrückt werden kann.
Genau darin liegt für mich auch ein wesentlicher Nachteil dieses Systems. Der Überstand des Deckels muss konstruktionsbedingt um 3 mm größer ausgeführt werden, damit die Proportionen optisch wieder stimmig wirken. Zudem bleibt der 3-mm-Spalt an der Seitenansicht stets sichtbar.
Allein aus diesem Grund würde ich solche Auszüge heute nicht mehr verbauen.
Die vorn links und rechts unter der Schublade montierten Verriegelungen verbinden die Schublade mit den Auszügen. Gleichzeitig ermöglichen sie das einfache Entnehmen der Schublade sowie eine geringfügige Höheneinstellung der Front.
Mehr ist es letztlich nicht. Wer sauber arbeitet und die Fronten präzise montiert, wird diese Einstellmöglichkeit allerdings kaum benötigen.
Festool Kantenanleimer KA 65
Vielleicht noch ein Wort zum Festool Kantenanleimer KA 65.
Der Kauf dieser Maschine hat sich für mich längst bezahlt gemacht. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich die Ergebnisse mit denen einer stationären Kantenanleimmaschine im professionellen Möbelbau vergleichen lassen. Das ist definitiv nicht der Fall.
Für meine Anforderungen ist der KA 65 jedoch hervorragend geeignet. Es dauert zwar eine gewisse Zeit, bis man die Maschine sicher beherrscht, und man muss ihre Eigenheiten kennen. Diese lernt man allerdings mit jedem Projekt besser kennen.
Die aufgebrachten Kanten sehen auf den ersten Blick wirklich sehr gut aus. Lediglich an den Ecken erreicht die Maschine nicht die Perfektion einer industriellen Kantenanleimmaschine. Ein Laie wird diesen Unterschied jedoch kaum erkennen, wenn er nicht ausdrücklich darauf hingewiesen wird.
Mittlerweile hat sich der Preis des KA 65 nahezu verdoppelt. Auch die Schmelzkleber-Patronen liegen inzwischen deutlich über der 100-Euro-Marke. Das ist aus meiner Sicht eine fragwürdige Preisentwicklung.
Trotzdem möchte ich auf diese Maschine nicht mehr verzichten. Sie eröffnet dem Hobby-Holzwerker eine enorme Freiheit bei der Verarbeitung beschichteter Spanplatten und erweitert die Möglichkeiten im Möbelbau erheblich. Viele Projekte, die früher nur mit stationären Maschinen wirtschaftlich umsetzbar waren, lassen sich damit auch in der eigenen Werkstatt in einer sehr guten Qualität realisieren.
Im Bild habe ich die letzte ABS-Kante angebracht.
Die Nachbearbeitung mit der Kantenfräse ist allerdings immer eine recht schmutzige Angelegenheit. Weder der Staubsauger noch die Absaugung der Festool-Kantenfräse OFK 700 verhindern zuverlässig, dass Späne in der Werkstatt verteilt werden.
Hinzu kommt, dass die feinen Kunststoffspäne statisch aufgeladen sind. Sie haften praktisch überall – an den Möbeln, an der Maschine, an der Kleidung und natürlich auch auf dem Boden. Wer mit ABS-Kanten arbeitet, wird dieses Phänomen schnell kennenlernen.
Links im Bild sind die abgeschnittenen Kantenreste sowie die abgefrästen Überstände gut zu erkennen.
Lamellos fräsen
Mein bevorzugtes Werkzeug für Holzverbindungen.
Anfangs war ich von der Festool Dübelfräse DF 500 mehr als überzeugt – bis zum ersten Einsatz dieser Lamello-Fräse.
Sie arbeitet präzise, schnell und ist im Möbelbau ausgesprochen vielseitig einsetzbar. Mit etwas Übung lassen sich selbst anspruchsvolle Holzverbindungen einfach und reproduzierbar herstellen.
Preislich liegt die Lamello Zeta P2 auf einem ähnlichen Niveau wie die Festool DF 500. Im Internet findet man zudem zahlreiche Beispiele und hilfreiche Tipps für den praktischen Einsatz. Gerade für Einsteiger lohnt sich ein Blick auf die unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten.
Einen Schrank zu verschrauben oder überhaupt auf die Idee zu kommen, dies als dauerhafte Lösung im Möbelbau zu wählen, empfinde ich fast schon als Frevel. Natürlich gibt es auch hochwertige Exzenter-Verbindungen, wenn lösbare Konstruktionen erforderlich sind. Diese sind heute jedoch vor allem im industriellen Möbelbau und bei zerlegbaren Möbeln von Bedeutung.
Für dauerhaft verleimte Möbel ist die Lamello-Verbindung für mich nach wie vor eine der elegantesten und stabilsten Lösungen.
Immer wieder suche ich im Internet nach neuen und praxisgerechten Ideen für Holzverbindungen im Möbelbau. Sicher, es gibt hunderte Lösungen, die hervorragend dargestellt und erklärt werden. Viele davon sind handwerklich beeindruckend – wirklich benötigen wird sie in der Praxis jedoch kaum jemand. Schön anzusehen, aber nur selten zweckmäßig.
Wenn ein Holzwerker Holzverbindungen ausschließlich ohne Maschinen herstellen möchte, ist das zweifellos eine interessante handwerkliche Übung. Dagegen ist auch überhaupt nichts einzuwenden. Die Frage ist nur, welchen praktischen Nutzen dies heute noch hat.
Wer möchte schließlich noch mit einem Speer auf Mammutjagd gehen?
Manchmal habe ich den Eindruck, dass manche Inhalte im Holzwerker-Bereich nur deshalb entstehen, weil einem nichts Neues mehr einfällt, um die eigene Leserschaft bei Laune zu halten. Dann wird eben das Arbeiten ohne Strom und moderne Technik zur neuen Tugend erklärt.
Ich sehe das deutlich pragmatischer: Was schneller, präziser und reproduzierbar zum besseren Ergebnis führt, darf auch eingesetzt werden. Moderne Maschinen ersetzen das handwerkliche Können nicht – sie sind lediglich sehr gute Werkzeuge.
Hettich Auszüge montieren
Die Tiefe der Seitenteile habe ich tatsächlich sehr knapp bemessen – aber es funktioniert.
Selbstverständlich bereite ich sämtliche Bohrungen und den Einbau der Auszüge bereits vor dem Zusammenbau des Schranks vor. Das erleichtert die Montage erheblich und sorgt für ein präziseres Ergebnis. Die Positionen der einzelnen Auszüge ergeben sich dabei automatisch aus der Konstruktion.
Besonders wichtig ist die Position der ersten Bohrung für die Auszüge. Damit sich die Schublade später öffnen lässt, muss sie zunächst etwa 3 mm in den Schrank hineingedrückt werden. Genau dieser notwendige Freiraum ist für mich der größte Nachteil des „Push to open“-Systems.
Aus diesem Grund würde ich solche Auszüge heute nicht mehr verwenden. Ein Selbsteinzug mit Griff ist aus meiner Sicht die deutlich praktischere und zugleich optisch ansprechendere Lösung.
Montage des Schrankes
Wenn alle Vorarbeiten gut ausgeführt wurden, ist der Zusammenbau ein Kinderspiel.
Die Lamellos sind in ausreichend Leim gesetzt, die Rückwand passt und die Überstände sind ausreichend. Nur noch 4 Rahmenzwingen an den Schrank und 1 Stunde warten.
Als nächstes werden die Auszüge fertig montiert. Für die Befestigung nutze ich gängige Euroschrauben. Die passen exakt und halten die Auszüge absolut.
Laufrollen montieren
Man lernt nie aus!
Eigentlich hatte ich bereits „meine“ bewährten Laufrollen bei Amazon bestellt. Leider konnten sie nicht geliefert werden. Also habe ich kurzerhand einen Satz Laufrollen im Baumarkt gekauft.
Dafür könnte ich mir heute selbst in den Hintern treten. Ich sage doch sonst immer: Kauft nicht im Baumarkt!
Diese Rollen sind aus meiner Sicht ihr Geld nicht wert. Die Montageplatte ist deutlich kleiner als bei meinen bisherigen Rollen, das Kugellager wirkt entsprechend klein dimensioniert und macht keinen besonders vertrauenerweckenden Eindruck.
Am meisten ärgert mich jedoch die Feststellbremse. Ist sie einmal eingerastet, lässt sie sich mit der Schuhspitze kaum wieder lösen, weil unter dem Hebel schlicht zu wenig Platz vorhanden ist. Man muss sich bücken oder mit der Hand nachhelfen – und genau das möchte ich bei einer Werkbank vermeiden.
Beim nächsten Mal warte ich lieber ein paar Tage länger auf die bewährten Rollen, anstatt einen faulen Kompromiss einzugehen.
Wäre dies ein großer und schwerer Schrank, würde ich die Laufrollen wieder in den Baumarkt zurück bringen.
UPDATE:
Die bestellten Rollen sind eingetroffen. Doppelrollen, wesentlich stabiler mit großer Platte und alle 4 mit Bremse. Diese kann man sehr gut mir dem Fuß wieder lösen.
Diese habe ich gleich mit den "Unbrauchbaren" gewechselt. Den Schrott werde ich morgen wieder im Baumarkt zurück geben.
Montieren der Schubladen
Die Nut für den Schubladenboden habe ich mit der Festool OF 1010 und einem 6-mm-Nutfräser in einer Tiefe von 5 mm gefräst. Davon gibt es leider kein Foto. Den Frästisch dafür einzurichten, wäre jedoch unnötiger Aufwand gewesen. Mit dem Längsanschlag der Oberfräse war die Nut in wenigen Minuten gefräst.
Ja, eigentlich würde ich einen Schubladenrahmen grundsätzlich mit Lamellos verleimen. Heute war ich allerdings einfach bequem und habe die Teile verschraubt. Für einen Werkstattschrank ist das völlig ausreichend. Bei einem Möbelstück für den Wohnbereich würde ich dagegen niemals so arbeiten.
Die Zuschnitte waren hervorragend. Alle Teile passen auf den Zehntelmillimeter genau zusammen. Der Schubladenboden wurde zusätzlich mit jeweils einer Schraube mittig an Vorder- und Rückseite befestigt.
Direkt nach dem Zusammenbau habe ich die Schublade probeweise in die Auszüge eingeschoben, um die Breite zu kontrollieren.
Passt – und zwar auf Anhieb. Genau solche Momente machen den Reiz eines sorgfältig geplanten Projekts aus.
Halterungen Auszüge montieren
Diese Halter müssen absolut präzise positioniert werden. Sitzen sie nur wenige Millimeter zu weit vorn, verläuft die Front später nicht mehr parallel zur Schublade. Werden sie dagegen zu weit hinten montiert, lässt sich die Schublade nicht mehr korrekt auf den Auszügen verriegeln.
Auch das ist für mich einer der vielen Nachteile dieser Auszüge. Sie verzeihen kaum Montagefehler und verlangen eine sehr genaue Arbeitsweise.
Wie auch immer – die Montage der Halter hat problemlos funktioniert.
Ihre Aufgabe ist im Grunde überschaubar: Sie dienen zum Entriegeln der Schublade, damit diese aus den Auszügen entnommen werden kann. Außerdem lässt sich über die beiden Einstellräder die Höhe der Schublade geringfügig korrigieren. Mehr Funktionen erfüllen sie nicht.
Beim Einsetzen der Schublade ist allerdings etwas Nachdruck erforderlich. Der Haken auf der Rückseite muss hör- und spürbar in die vorgesehene Aufnahme einrasten. Am einfachsten gelingt das mit einem kräftigen Stoß oder einem Schlag mit der flachen Hand gegen die Schubladenfront beziehungsweise in Einschubrichtung.
Fronten montieren
Die Montage der Schubladenfronten ist für mich mittlerweile reine Routine.
Diesmal gibt es allerdings eine Besonderheit: Da die Fronten zunächst ohne Griffe montiert werden, fehlen die sonst vorhandenen Bohrungen, über die ich die Front provisorisch hätte fixieren können.
Deshalb verwende ich ein doppelseitiges Spiegelklebeband. Es ist deutlich dicker als gewöhnliches doppelseitiges Klebeband und eignet sich hervorragend, um die Front vorübergehend an der Schublade zu befestigen. Anschließend wird sie von der Innenseite der Schublade verschraubt.
Durch die Verschraubung wird das Klebeband auf ein Minimum zusammengedrückt und hat später keinerlei nachteilige Auswirkungen auf den festen Sitz der Front.
Als Abstandshalter könnte man zwar auch Bohrer mit passendem Durchmesser verwenden. Wesentlich praktischer sind jedoch die Kunststoff-Unterlegplättchen aus dem Fensterbau. Sie sind in unterschiedlichen Stärken erhältlich und ermöglichen ein sehr präzises Ausrichten der Fronten. Ein Sortiment mit etwa 200 Plättchen in verschiedenen Dicken ist im Internet bereits für rund 10 Euro erhältlich – eine sinnvolle Anschaffung, die ich nicht mehr missen möchte.
Abschluss der Arbeit
Zum Abschluss der Arbeiten habe ich den Nassschleifer noch mit dem Deckel des Schranks verschraubt.
Das wenige Zubehör hat seinen Platz in der oberen Schublade gefunden. Alles ist übersichtlich verstaut und jederzeit griffbereit.
Für das Holz habe ich insgesamt knapp 40 Euro ausgegeben. Allein die drei Paar Hettich-Auszüge kosten heute bereits rund 75 Euro. Mit einfachen Teleskopauszügen hätte ich dagegen nur etwa 30 Euro bezahlt.
Hinzu kommen noch die Laufrollen aus dem Baumarkt für 22 Euro. Aus meiner Sicht ist dieser Preis für die gebotene Qualität völlig überzogen. Die Rollen machen keinen besonders hochwertigen Eindruck und können mit den von mir sonst verwendeten Modellen nicht mithalten. Darum dürfen wir uns auch nicht über die vielen Insolvenzen von Baumärkten wundern. Geschweige denn über das dortige "Fachpersonal".
Mit dem fertigen Schrank bin ich dagegen sehr zufrieden. Der Zuschnitt war hervorragend, alle Teile passten auf den Zehntelmillimeter zusammen und der Zusammenbau verlief entsprechend unkompliziert.
Am Ende ist genau das entstanden, was ich haben wollte: ein stabiler, fahrbarer Unterschrank mit einer für die Nassschleifmaschine idealen Arbeitshöhe und ausreichend Platz für das gesamte Zubehör.

























Kauft nicht im Baumarkt – dem kann ich in 95% aller Fälle zustimmen. Meistens sauteuer und die Qulität leider nur zwischen unterer Durchschnitt bis unbrauchbar