Hochdruckreiniger: Meine Erfahrungen aus der Praxis


Hochdruckreiniger im Alltag: Was wirklich überzeugt
Natürlich kennt jeder den Begriff „kärchern“. Ähnlich wie „flexen“ hat sich der Markenname längst als Synonym für einen Arbeitsvorgang etabliert. Wer vom Kärchern spricht, meint in aller Regel das Reinigen mit einem Hochdruckreiniger – unabhängig vom tatsächlichen Hersteller.
Doch die entscheidende Frage lautet: Ist ein Kärcher deshalb auch automatisch der beste Hochdruckreiniger?
Als Hochdruckreiniger auch für private Anwender erschwinglich wurden, stand bei vielen Haushalten ein Gerät von Kärcher. Professionelle Maschinen waren damals für die meisten Heimwerker schlicht zu teuer. So war es auch bei mir.
Über viele Jahre habe ich einen Kärcher-Hochdruckreiniger verwendet. Wirklich zufrieden war ich damit allerdings nie. Fast jedes Frühjahr gab es dieselbe Überraschung: Irgendein Kunststoffteil im Inneren des Geräts war geplatzt und musste ersetzt werden. Auch die Spritzpistole überstand den Winter nicht immer unbeschadet. Blieb nur eine geringe Menge Wasser im System zurück, konnte Frost ausreichen, um Kunststoffteile zu beschädigen.
Mit der Zeit stellte sich für mich deshalb die Frage, ob diese Anfälligkeit konstruktionsbedingt war oder ob an den entscheidenden Stellen schlicht zu viel Kunststoff verbaut wurde. Denn ein Hochdruckreiniger, der nach jedem Winter besondere Aufmerksamkeit verlangt, ist für mich keine dauerhaft überzeugende Lösung.

Wie komme ich auf die Marke Kränzle?
Irgendwann hatte ich die Faxen dicke und suchte nach einem teuren gewerblichen Hochdruckreiniger. Auch in der Erwartung ein teures Gerät zu finden, gelangte ich auf die Seiten von Kränzle. Seinerzeit war es nicht möglich ein Gerät von Kränzle online zu bestellen. Nur GFachhändler waren zum Verkauf befugt.
Also bin ich zu einem lokalen Fachhändler gefahren um mir ein Gerät anzusehen. Zu dieser Zeit war das kleine Gerät im Angebot: stolze 800 Euro für den 1050 TST !
Aber was macht dieses Gerät so besonders oder welches Alleinstellungsmerkmal hat es?
Nun, als ich das Gerät ziehen wollte, war ich über das hohe Gewicht schon sehr erstaunt. Der Motor mit Pumpe sind aus reinem Messing hergestellt. Der Motor bzw. Pumpe besteht aus geschmiedetem Sondermessing und Kränzle bei wasserberührten Teilen komplett auf Aluminium, was Korrosion verhindert.
Die Kolben bestehen aus Edelstahl mit einer Keramikbeschichtung. Das kombiniert die gute Wärmeleitfähigkeit von Edelstahl mit der extrem verschleißarmen Oberfläche von Keramik.
Mein erster Kränzle Hochdruckreiniger
Der Fachhändler ließ damals beim Preis nicht mit sich handeln. Als kleines Entgegenkommen erhielt ich lediglich den Round Cleaner UFO Light als Zugabe.
Ich entschied mich für den Kränzle 1050 TST, das kleinste Modell im damaligen Programm. Umso größer war meine Überraschung beim ersten Einsatz. Das Gerät arbeitete kraftvoll, angenehm leise und ließ sich hervorragend handhaben. Im direkten Vergleich zu meinem bisherigen Kärcher lagen für mich Welten zwischen beiden Geräten.
Der als Zugabe erhaltene Round Cleaner UFO Light konnte mich dagegen nicht überzeugen. Für kleinere Holzterrassen mag dieses Zubehör durchaus sinnvoll sein. Wer jedoch größere Flächen – beispielsweise 200 Quadratmeter Pflaster – reinigen möchte, wird damit kaum glücklich. Dafür ist der Arbeitsfortschritt einfach zu gering.
Der Hochdruckreiniger selbst hat mich dagegen bis heute überzeugt. Selbst nach einem kalten Winter mit starkem Frost ist er im Frühjahr sofort wieder einsatzbereit. In all den Jahren hatte ich weder Frostschäden noch die Probleme, die ich von meinem vorherigen Gerät gewohnt war.
Für mich zeigt sich hier der Unterschied zwischen einem preisorientierten Heimwerkergerät und einer professionell konstruierten Maschine. Der Anschaffungspreis war zwar deutlich höher, dafür musste ich mich seitdem nicht mehr jedes Frühjahr über geplatzte Kunststoffteile oder Frostschäden ärgern.


Mein zweiter Hochdruckreiniger
Einmal im Jahr steht bei uns die Reinigung von mehr als 200 Quadratmetern Pflasterfläche an. Wer diese Arbeit schon einmal mit einer normalen Hochdrucklanze erledigt hat, weiß, wie zeitaufwendig und anstrengend das sein kann.
Der Round Cleaner UFO Light war für diese Flächengröße keine wirkliche Hilfe. Leider lässt sich der größere Round Cleaner UFO lang Edelstahl nicht mit dem Kränzle 1050 TST betreiben. Deshalb entschied ich mich für den Kränzle 2160 TST und den passenden Round Cleaner UFO lang Edelstahl.
Der Zusammenbau war schnell erledigt. Dank der hochwertigen Edelstahl-Steckverbindungen ist das Zubehör in wenigen Augenblicken montiert.
Bereits nach dem Einschalten fiel mir auf, wie angenehm ruhig der 2160 TST arbeitet. Trotz seiner höheren Leistung läuft das Gerät sogar noch leiser als der ohnehin schon sehr angenehme 1050 TST.
Sobald der Round Cleaner über die Pistole aktiviert wird, beginnt der rotierende Reinigungskopf seine Arbeit. Mit einem Arbeitsdruck von rund 140 bar entfernen die rotierenden Düsen Schmutz gleichmäßig und gründlich von der Pflasteroberfläche. Der Unterschied ist sofort sichtbar.
Der größte Vorteil zeigt sich jedoch im Arbeitskomfort: Kein Spritzwasser, keine durchnässten Hosen und keine unkontrolliert umherfliegenden Schmutzpartikel. Das Wasser bleibt unter der Reinigungsglocke, wodurch sauberer, schneller und deutlich angenehmer gearbeitet werden kann.
Wer regelmäßig größere Pflasterflächen reinigen muss, wird den Unterschied zu einer herkömmlichen Lanze bereits nach wenigen Minuten deutlich spüren.
Fazit
Im Nachhinein fragt man sich immer, warum man nicht von Anfang an auf Qualität gesetzt hat. War es wirklich nur der niedrigere Anschaffungspreis?
In meinem Fall hat sich das vermeintliche Sparen jedenfalls nicht gelohnt. Durch Reparaturen und den späteren Neukauf eines hochwertigen Geräts hat mich die Entscheidung letztlich deutlich mehr gekostet, als wenn ich von Anfang an zu einer professionellen Lösung gegriffen hätte.
Für mich kommt ein Hochdruckreiniger von Kärcher deshalb nicht mehr infrage. Für den gelegentlichen Einsatz rund ums Haus, kleinere Reinigungsarbeiten oder das schnelle Säubern eines Fahrzeugs mögen viele Modelle durchaus ausreichend sein.
Sobald jedoch regelmäßig größere Flächen gereinigt werden oder das Gerät dauerhaft hohen Belastungen ausgesetzt ist, würde ich persönlich zu einem professionellen Hochdruckreiniger greifen. Meine Erfahrungen sprechen hier eindeutig für Kränzle.
Der höhere Anschaffungspreis mag zunächst abschrecken. Rechnet man jedoch Langlebigkeit, Zuverlässigkeit, Reparaturanfälligkeit und den deutlich höheren Arbeitskomfort mit ein, relativiert sich dieser Preis sehr schnell.
Wer billig kauft, kauft eben oft zweimal. Diesen Satz habe ich bei kaum einem Werkzeug so deutlich bestätigt bekommen wie bei einem Hochdruckreiniger.
Beide Hochdruckreiniger werde ich auch weiter behalten.
Preise:
Round Cleaner UFO lang Edelstahl gibt es ab 200,00 Euro (suche über Idealo.de)
Hochdruckreiniger K 2160 TST ab 1.008 Euro (Suche über Idealo.de)
ChatGPT & Co. für Holzwerker: Was heute schon möglich ist
ChatGPT & Co. für Holzwerker: Was heute schon möglich ist
Bei meinen Recherchen im Netz stoße ich immer wieder auf Anbieter von Bauplänen für Holzwerker. Einer dieser Anbieter sticht besonders hervor: Hunderte Baupläne werden angeboten – natürlich nicht kostenlos, sondern zu teilweise erstaunlichen Preisen.
Ich betreibe dieses Hobby nicht erst seit gestern. Nach inzwischen 16 Jahren kann ich durchaus auf einen umfangreichen Erfahrungsschatz zurückblicken. Eine der wichtigsten Fähigkeiten, die ich mir dabei aneignen musste, war das eigene Konstruieren und Planen. Nicht nur einen fertigen Bauplan nachzubauen, sondern eine Idee aus dem eigenen Kopf so zu entwickeln, dass daraus tatsächlich ein funktionierendes Möbelstück oder Projekt entsteht.
Vor einigen Jahren war die Welt noch etwas anders. Im Internet wurden Baupläne häufig kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch Anleitungen und „Kurse“ für angehende Holzwerker waren vielfach frei zugänglich. Man konnte sich Wissen aneignen, ausprobieren, Fehler machen und daraus lernen – ohne dafür jedes Mal bezahlen zu müssen.
Heute hat sich daraus teilweise ein regelrechtes Geschäftsmodell entwickelt. Es gibt Anbieter, die hunderte Baupläne verkaufen und damit aus meiner Sicht erheblich davon profitieren, dass viele Hobbyholzwerker glauben, ohne einen fertigen Plan kein eigenes Projekt realisieren zu können.
Genau das halte ich für problematisch.
Ein Bauplan kann selbstverständlich sinnvoll sein. Er kann Zeit sparen, Fehler vermeiden und bei komplizierten Konstruktionen eine echte Hilfe darstellen. Aber daraus darf nicht der Eindruck entstehen, dass handwerkliches Können durch den Kauf eines Plans ersetzt werden kann.
Wer dauerhaft Freude am Holzwerken haben möchte, sollte irgendwann den Schritt wagen, eigene Ideen zu entwickeln, selbst zu planen und auch eigene Fehler zu machen. Genau dabei entsteht das Wissen, das kein noch so teurer Bauplan vermitteln kann.
Und wenn für einen einfachen Bauplan Preise verlangt werden, die in keinem vernünftigen Verhältnis zum tatsächlichen Aufwand oder Nutzen stehen, frage ich mich durchaus, ob hier noch der Holzwerker im Mittelpunkt steht – oder längst nur noch der Umsatz.
Manche Anbieter haben meiner Meinung nach erkannt, dass sich mit der Unsicherheit und Unerfahrenheit von Hobbyholzwerkern gutes Geld verdienen lässt. Das ist für mich keine Förderung des Handwerks, sondern ein Geschäftsmodell auf Kosten derjenigen, die eigentlich etwas lernen wollen.

ChatGPT und Funktionen für den Holzwerker
KI ist derzeit in aller Munde und wird bereits in immer mehr Bereichen eingesetzt. Mit etwas Geschick lässt sich aus den verschiedenen KI-Systemen tatsächlich erstaunlich viel herausholen.
Das gilt auch für angehende Holzwerker. Wer noch keine Erfahrung mit Konstruktionsprogrammen hat, kann sich beispielsweise von ChatGPT bei der Planung eines Projekts unterstützen lassen. Fortgeschrittene Holzwerker werden vermutlich längst ihr bevorzugtes CAD- oder Konstruktionsprogramm gefunden haben und ihre Projekte damit selbst entwickeln.
Für Einsteiger kann KI jedoch eine interessante Möglichkeit sein, um ein eigenes Projekt zu planen und gleichzeitig etwas über Konstruktion und Arbeitsabläufe zu lernen. Man kann beispielsweise eine Projektidee beschreiben und sich daraus einen vollständigen Arbeitsablauf erstellen lassen – einschließlich Stückliste, Arbeitsschritten und Konstruktionszeichnungen.
Natürlich sollte man solche Ergebnisse nicht blind übernehmen. Maße, Verbindungen, Materialstärken und insbesondere die statische und konstruktive Plausibilität müssen vor dem Bau überprüft werden. Eine KI kann Fehler machen und ersetzt keine handwerkliche Erfahrung.
Trotzdem ist es erstaunlich, was heute bereits möglich ist.
Für jemanden, der gerade mit dem Holzwerken beginnt, kann KI deshalb ein ausgesprochen nützliches Werkzeug sein – nicht als Ersatz für das eigene Denken und Lernen, sondern als Unterstützung auf dem Weg dorthin.
Ergebnis einer Abfrage in ChatGPT
Das folgende Ergebnis ist die tatsächliche Ausgabe auf meine Anfrage an ChatGPT: „Bauanleitung für eine Werkbank mit Zeichnung“.
Die ausführliche Beschreibung und die ebenfalls ausgegebene Stückliste lasse ich an dieser Stelle aus Platzgründen weg. Wer das selbst ausprobieren möchte, kann die Anfrage einfach in ChatGPT eingeben und sich vom Ergebnis überraschen lassen.
Erstaunlich ist vor allem, wie nah die vorgeschlagenen Bauteile und Dimensionen bereits an einer realistischen Konstruktion liegen. Je genauer man die Anforderungen an das gewünschte Projekt formuliert, desto detaillierter und brauchbarer wird das Ergebnis. Mit entsprechend präzisen Vorgaben erhält man innerhalb kürzester Zeit einen erstaunlich umfangreichen Entwurf.
Und genau hier stellt sich für mich eine interessante Frage:
Woher stammen eigentlich die Baupläne, die heute im Internet für teilweise erstaunlich viel Geld angeboten werden?
Werden diese Pläne tatsächlich aufwendig von erfahrenen Holzwerkern konstruiert und ausgearbeitet? Oder handelt es sich bei einem Teil dieser Angebote möglicherweise lediglich um KI-generierte Inhalte, die anschließend professionell aufbereitet und teuer verkauft werden?
Ich kann natürlich nicht behaupten, dass dies bei einem bestimmten Anbieter tatsächlich so ist. Aber der Verdacht liegt für mich durchaus nahe.
Denn wenn eine kostenlose KI innerhalb weniger Minuten einen brauchbaren Bauplan samt Stückliste und Konstruktionsvorschlägen erstellen kann, stellt sich schon die Frage, welchen tatsächlichen Mehrwert ein kostenpflichtiger Bauplan noch bieten muss, um seinen Preis zu rechtfertigen.
Vielleicht sollte man deshalb vor dem Kauf eines teuren Bauplans einfach einmal selbst ChatGPT fragen. Es kostet nichts – und das Ergebnis könnte durchaus überraschen.
Holzarten im Vergleich: Haltbarkeit, Eigenschaften und Verwendung
ein etwas längerer Beitrag
Holzarten werden tausendfach im Netz beschrieben. Haltbarkeit, Bearbeitung, Einsatzbereiche und Wetterbeständigkeit sind offenbar die Hauptkriterien.
Genau wie viele andere Materialien werden Vergleiche aufgestellt, die meistens im Labor oder unter besten Bedingungen bewertet werden. Die Wirklichkeit sieht meist anders aus.
Und ja, es gibt Holzarten, die wirklich sehr gut für den Einsatz im Außenbereich geeignet sind. Doch diese werden mittlerweile verteufelt. Nicht weil diese gefährlich oder nicht umweltverträglich sind sondern weil diese angeblich nach Abbau in den jeweiligen Heimatländern der Holzarten das Klima schädigen würden.
Für solche Zwecke wurden sogenannte "Holzqualitätssiegel" erfunden um den Verbraucher auf solche "Gefahren" hinzuweisen. Das für uns bekannteste ist FSC (Forest Stewardship Council). Dann gibt es noch andere, wie PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification), Blauer Engel oder auch EU-Ecolabel.
Aber: Bei Nachhaltigkeitssiegeln wie dem FSC betreffen vor allem gefälschte Lieferkettennachweise, illegale Abholzungen trotz "grünem" Stempel sowie das bewusste Deklarieren von konventioneller Ware als zertifiziert. Schätzungen von Umweltorganisationen wie Earthsight gehen davon aus, dass jährlich weltweit Produkte im Wert von Milliarden Euro fälschlicherweise mit Nachhaltigkeitssiegeln gehandelt werden.
Aber da werde ich nicht weiter eingehen sondern ganz einfach aus meinen Erfahrungen mit verschiedenen Holzarten bei Projekten im Holzwerkerbereich berichten
Ja, und sicher ist, dass ich aufgrund all dieser (aus meiner Sicht) falschen Informationen Holz gekauft und verarbeitet habe, welches für den eigentlichen Zweck gar nicht tauglich war.
Zunächst beschreibe ich kurz mehrere heimische Holzarten und natürlich meine meist eingesetzten tropischen Hölzer. Ganz am Ende kann jeder meine persönliche Erfahrungen kennen lernen.
Holzarten im Vergleich: Haltbarkeit, Eigenschaften und Verwendung
Holz ist ein faszinierender Werkstoff: natürlich, vielseitig, langlebig und zugleich relativ leicht zu bearbeiten. Ob Dachstuhl, Parkett, Möbel, Fassade, Gartenhaus oder Terrasse – für nahezu jeden Einsatzbereich gibt es geeignete Holzarten. Doch die Unterschiede zwischen den einzelnen Hölzern sind erheblich.
Fichte ist leicht und vielseitig, Eiche ist hart und robust, Robinie überzeugt durch ihre außergewöhnliche natürliche Dauerhaftigkeit. Bei Terrassen und Außenkonstruktionen werden außerdem tropische Harthölzer wie Bangkirai, Kambala und Meranti eingesetzt.
Welche Holzart die richtige ist, hängt deshalb nicht nur von der Optik ab. Entscheidend sind unter anderem Härte, Festigkeit, Gewicht, Bearbeitbarkeit, Feuchtigkeitsbeständigkeit, natürliche Dauerhaftigkeit, Verwendungszweck und Herkunft.
Dieser Überblick stellt wichtige heimische und tropische Holzarten vor und zeigt, welche Eigenschaften sie besitzen und wofür sie sich besonders eignen.

Was bedeutet „Haltbarkeit“ bei Holz?
Bei Holz wird häufig von „Haltbarkeit“ gesprochen. Fachlich ist meist die natürliche Dauerhaftigkeit gemeint. Sie beschreibt vor allem die Widerstandsfähigkeit des Kernholzes gegenüber holzzerstörenden Pilzen; je nach Holzart spielen auch Insekten eine Rolle.
Die europäische Norm DIN EN 350 unterscheidet fünf Dauerhaftigkeitsklassen:
| Klasse | Bedeutung |
| 1 | sehr dauerhaft |
| 2 | dauerhaft |
| 3 | mäßig dauerhaft |
| 4 | wenig dauerhaft |
| 5 | nicht dauerhaft |
Die Einteilung ist allerdings kein Versprechen einer bestimmten Lebensdauer. Tatsächlich hängt die Lebensdauer eines Holzbauteils auch von Konstruktion, Feuchtigkeit, Witterung, Holzqualität, Pflege und Einbausituation ab.
Das bedeutet beispielsweise: Selbst ein sehr dauerhaftes Holz kann vorzeitig geschädigt werden, wenn Wasser dauerhaft stehen bleibt oder das Holz ständig feucht bleibt.
Fichte – leicht, günstig und vielseitig
Fichte gehört zu den wichtigsten heimischen Nutzhölzern und ist aus dem Bauwesen kaum wegzudenken.
Das Holz ist leicht, weich, hell und relativ elastisch. Es lässt sich gut sägen, hobeln, bohren und verschrauben. Durch sein günstiges Verhältnis zwischen Gewicht und Festigkeit eignet es sich hervorragend für konstruktive Anwendungen.
Typische Einsatzbereiche sind:
· Dachstühle
· Balken und Sparren
· Holzrahmenbau
· Innenausbau
· Möbel
· Wand- und Deckenverkleidungen
Die natürliche Dauerhaftigkeit ist allerdings relativ gering. Fichte gehört zur Dauerhaftigkeitsklasse 4 und ist deshalb für dauerhaft ungeschützte Außenanwendungen weniger geeignet.
Eigenschaften: leicht, hell, weich, gut bearbeitbar
Haltbarkeit: gering
Einsatz: vor allem Konstruktion und Innenbereich
Tanne – hell, harzarm und gut zu verarbeiten
Tannenholz ähnelt der Fichte in vielen Eigenschaften. Es ist leicht, weich, hell und relativ gleichmäßig strukturiert. Im Gegensatz zur Fichte ist Tanne vergleichsweise harzarm.
Tannenholz wird hauptsächlich im Bauwesen und Innenausbau verwendet. Auch für Holzwerkstoffe und bestimmte Verpackungen kommt es zum Einsatz.
Für den ungeschützten Außenbereich ist Tanne aufgrund ihrer geringen natürlichen Dauerhaftigkeit nur eingeschränkt geeignet.
Beim Holzhändler muss man bei Bedarf ausdrücklich danach fragen.
Eigenschaften: leicht, weich, harzarm, gleichmäßig
Haltbarkeit: gering
Einsatz: Bauholz, Innenausbau und Holzwerkstoffe
Kiefer – harzreich und charaktervoll
Kiefernholz ist ein vielseitiges Nadelholz mit markanter Maserung. Das Holz ist relativ leicht, aber etwas härter als Fichte und Tanne. Charakteristisch ist der relativ hohe Harzgehalt.
Kiefer lässt sich gut bearbeiten und wird beispielsweise für:
· Möbel
· Fenster
· Türen
· Fußböden
· Dachkonstruktionen
· Innenausbau
· Gartenkonstruktionen
verwendet.
Die natürliche Dauerhaftigkeit liegt ungefähr im mittleren Bereich. Kiefer kann deshalb unter geeigneten Bedingungen auch im Außenbereich eingesetzt werden, benötigt dort jedoch einen entsprechenden konstruktiven Schutz.
Eigenschaften: harzreich, relativ leicht, gut bearbeitbar
Haltbarkeit: mittel
Einsatz: Möbel, Bauholz, Fenster und Türen
Lärche – eingeschränktes Holz für draußen
Lärchenholz ist eines der bekanntesten heimischen Hölzer für Außenanwendungen. Es ist harzreich, fest und relativ widerstandsfähig gegenüber Witterung.
Besonders charakteristisch ist die rötlich-braune Farbe. Unter Bewitterung verändert sich die Oberfläche und kann eine silbergraue Patina entwickeln.
Lärche wird häufig eingesetzt für:
· Terrassen
· Fassaden
· Balkone
· Fenster
· Gartenhäuser
· Außenverkleidungen
· bestimmte konstruktive Anwendungen
Die Dauerhaftigkeit wird je nach Einordnung und Herkunft typischerweise im Bereich 3 bis 4 angegeben; andere praxisbezogene Einstufungen bewerten geeignetes Lärchenkernholz günstiger. Deshalb sollte bei konkreten Bauprodukten immer die jeweilige Holzqualität und Herkunft betrachtet werden.
Eigenschaften: harzreich, fest, eingeschränkt witterungsbeständig
Haltbarkeit: mäßig bis vergleichsweise gut
Einsatz: Fassaden, Terrassen und Außenbau
Douglasie – guter Kompromiss für den Außenbereich
Douglasie stammt ursprünglich aus Nordamerika, wird inzwischen aber auch in Europa angebaut. Sie ist fest, relativ leicht und harzreich und besitzt eine warme, rötlich-braune Färbung.
Aufgrund ihrer technischen Eigenschaften wird Douglasie häufig für Außenkonstruktionen verwendet.
Typische Einsatzgebiete sind:
· Terrassen
· Fassaden
· Carports
· Balkone
· Gartenhäuser
· Zäune
· Holzbau
Douglasie wird häufig als Alternative zu importierten Harthölzern eingesetzt. Bei der natürlichen Dauerhaftigkeit ist allerdings zwischen verschiedenen Qualitäten und dem Anteil an Kern- und Splintholz zu unterscheiden.
Eigenschaften: fest, relativ leicht, harzreich, rötlich
Haltbarkeit: mäßig bis mittel
Einsatz: Außenbau, Fassaden und Terrassen
Eiche – hart, robust und langlebig
Eiche ist eines der wichtigsten europäischen Laubhölzer. Sie ist hart, schwer, fest und relativ dauerhaft. Die markante Maserung macht sie darüber hinaus zu einem ausgesprochen beliebten Gestaltungsmaterial.
Eichenholz wird verwendet für:
· Möbel
· Parkett
· Treppen
· Türen
· Arbeitsplatten
· Fassaden
· Fachwerk
· hochwertige Konstruktionen
Eichenkernholz wird in der klassischen Einordnung häufig der Dauerhaftigkeitsklasse 2 zugeordnet. Neuere Untersuchungen weisen allerdings darauf hin, dass die tatsächliche Dauerhaftigkeit unter bestimmten realistischen Außenbedingungen geringer sein kann. Die konkrete Einbausituation ist deshalb entscheidend.
Eigenschaften: hart, schwer, fest, markante Maserung
Haltbarkeit: dauerhaft
Einsatz: Möbel, Böden, Treppen und ausgewählte Außenanwendungen
Buche – hart und belastbar, aber nicht für draußen
Buchenholz ist eines der wichtigsten heimischen Laubhölzer. Es ist hart, schwer und sehr belastbar und besitzt eine relativ gleichmäßige, helle Struktur.
Besonders beliebt ist Buche für:
· Möbel
· Stühle
· Tische
· Treppen
· Parkett
· Küchenutensilien
· Innenausbau
Trotz ihrer hohen Härte ist Buche im Außenbereich wenig dauerhaft. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass Härte und Dauerhaftigkeit nicht dasselbe sind. Ein hartes Holz muss nicht automatisch witterungsbeständig sein.
Eigenschaften: hart, schwer, belastbar, gleichmäßig
Haltbarkeit: gering im Außenbereich
Einsatz: Möbel und Innenausbau
Esche – elastisch und zäh
Eschenholz ist besonders für seine Zähigkeit, Elastizität und hohe Belastbarkeit bekannt. Die markante Maserung macht es gleichzeitig zu einem attraktiven Möbelholz.
Esche wird unter anderem verwendet für:
· Möbel
· Parkett
· Werkzeugstiele
· Sportgeräte
· Innenausbau
· Furniere
Für dauerhaft witterungsbeanspruchte Konstruktionen ist Esche dagegen nicht besonders geeignet.
Eigenschaften: hart, zäh, elastisch, stoßfest
Haltbarkeit: gering im Außenbereich
Einsatz: Möbel, Werkzeuge und Sportgeräte
Robinie – eines der dauerhaftesten europäischen Hölzer
Robinienholz gehört zu den interessantesten heimischen Alternativen zu tropischen Harthölzern.
Das Holz ist sehr hart, zäh, elastisch und witterungsbeständig. Das Kernholz der Robinie wird nach DIN EN 350 in die Dauerhaftigkeitsklassen 1 bis 2 eingeordnet. Damit gehört es zu den dauerhaftesten Hölzern aus europäischem Anbau.
Robinie eignet sich deshalb hervorragend für:
· Terrassen
· Zäune
· Pfosten
· Spielplatzgeräte
· Gartenmöbel
· Außenkonstruktionen
· Anwendungen mit Erd- oder Feuchtigkeitskontakt
Ein weiterer Vorteil: Robinie kann eine interessante europäische Alternative zu importierten Tropenhölzern darstellen.
Eigenschaften: sehr hart, zäh, elastisch, äußerst dauerhaft
Haltbarkeit: sehr hoch
Einsatz: besonders Außenbereich und Gartenbau
Kambala – robustes afrikanisches Hartholz
Kambala, auch als Iroko bezeichnet, stammt überwiegend aus West- und Zentralafrika. Botanisch wird es der Gattung Milicia zugeordnet.
Das Holz besitzt eine gelblich-braune bis olivbraune Färbung und dunkelt mit der Zeit nach. Es ist relativ schwer und hart, gleichzeitig aber gut für verschiedene Anwendungen im Innen- und Außenbereich geeignet.
Besonders interessant ist die natürliche Dauerhaftigkeit. Iroko/Kambala wird in aktuellen Tabellen zur natürlichen Dauerhaftigkeit in die Klasse 1–2 eingeordnet.
Dadurch eignet sich Kambala unter anderem für:
· Terrassen
· Fassaden
· Fenster
· Türen
· Gartenmöbel
· Außenkonstruktionen
· Innenausbau
· teilweise Bootsbau
Kambala wird gelegentlich als Alternative zu Teak betrachtet. Bei der Auswahl sollte allerdings auf Qualität, Herkunft und nachhaltige Beschaffung geachtet werden.
Eigenschaften: hart, dauerhaft, relativ schwer, gelblich bis olivbraun
Haltbarkeit: hoch bis sehr hoch
Einsatz: Außenbereich, Fenster, Fassaden und hochwertige Innenanwendungen
Meranti – nicht gleich Meranti
Meranti ist ein besonders interessantes Beispiel dafür, warum man bei Tropenhölzern genau hinschauen sollte.
Der Handelsname Meranti bezeichnet nicht eine einzige Holzart, sondern verschiedene Hölzer aus Südostasien. Je nach Art und Rohdichte können sich Eigenschaften und Dauerhaftigkeit erheblich unterscheiden. Entsprechend lässt sich nicht für jedes „Meranti“ pauschal dieselbe Dauerhaftigkeitsklasse nennen.
Besonders bekannt ist Dark Red Meranti. Schwerere Qualitäten können eine deutlich höhere Dauerhaftigkeit besitzen; eine aktuelle Übersicht führt Dark Red Meranti mit einer Rohdichte über 670 kg/m³ in Klasse 3.
Meranti wird unter anderem eingesetzt für:
· Fenster
· Türen
· Fassaden
· Möbel
· Furniere
· Innenausbau
· teilweise Außenkonstruktionen
Ein großer Vorteil ist die gute Bearbeitbarkeit. Meranti lässt sich vergleichsweise gut sägen, hobeln und bearbeiten und besitzt eine attraktive rötlich-braune Färbung.
Bei Meranti sollte man deshalb beim Kauf möglichst genau nach Art, Herkunft, Rohdichte und Dauerhaftigkeitsklasse fragen.
Eigenschaften: je nach Art leicht bis schwer, meist gut bearbeitbar, rötlich-braune Farbtöne
Haltbarkeit: je nach Meranti-Art unterschiedlich
Einsatz: Fenster, Türen, Möbel, Innen- und teilweise Außenbereich
Bangkirai – Klassiker für Terrassen
Bangkirai gehört zu den bekanntesten tropischen Hölzern für Terrassen und Außenbereiche. Im Handel wird es häufig auch unter der Bezeichnung Yellow Balau angeboten.
Das Holz ist hart, schwer und widerstandsfähig. Es besitzt meist eine gelblich-braune bis braune Färbung und eine relativ gleichmäßige bis grobe Struktur.
Bangkirai beziehungsweise Yellow Balau wird in aktuellen Übersichten überwiegend der Dauerhaftigkeitsklasse 2 zugeordnet.
Typische Einsatzbereiche sind:
· Terrassendielen
· Balkone
· Gartenmöbel
· Stege
· Außenkonstruktionen
· stark beanspruchte Bodenflächen
Bangkirai ist aufgrund seiner Härte und Dauerhaftigkeit für Terrassen interessant. Allerdings bringt die hohe Härte auch einen erhöhten Bearbeitungsaufwand mit sich.
Eigenschaften: hart, schwer, dauerhaft, witterungsbeständig
Haltbarkeit: hoch
Einsatz: vor allem Terrassen und Außenbereich
Teak – der Klassiker unter den dauerhaften Tropenhölzern
Teak ist für seine außergewöhnliche Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit und Witterung bekannt. Das Holz enthält natürliche Öle und ist dadurch für anspruchsvolle Außenanwendungen besonders geeignet.
Traditionelle Einsatzbereiche sind:
· Gartenmöbel
· Terrassen
· Schiffbau
· Außenmöbel
· hochwertige Innenausstattung
Teak gehört zu den besonders dauerhaften Hölzern. Bei tropischen Hölzern ist allerdings die Herkunft von besonderer Bedeutung. Eine hohe technische Qualität sollte immer mit einer verantwortungsvollen Beschaffung verbunden werden.
Eigenschaften: ölhaltig, hart, dauerhaft, witterungsbeständig
Haltbarkeit: sehr hoch
Einsatz: Außenmöbel, Terrassen und Schiffbau
Heimische Hölzer oder Tropenholz?
Die Entscheidung zwischen heimischem Holz und Tropenholz ist nicht ausschließlich eine technische Frage.
Heimische Hölzer wie Eiche, Robinie, Lärche und Douglasie bieten eine große Auswahl an Eigenschaften und können für viele Außenanwendungen eingesetzt werden.
Tropische Hölzer wie Bangkirai, Kambala oder Teak können eine sehr hohe natürliche Dauerhaftigkeit und hervorragende technische Eigenschaften besitzen. Beim Kauf wird deshalb immer wieder auf eine nachvollziehbare und verantwortungsvolle Herkunft hingewiesen. In der Praxis sehe ich das allerdings deutlich kritischer. Zertifikate und Herkunftsnachweise sollen zwar Sicherheit schaffen, doch auch hier hat es in der Vergangenheit immer wieder Fälle von Missbrauch und Betrug gegeben. Blindes Vertrauen halte ich deshalb für nicht angebracht.
Im Netz finden sich zudem zahlreiche Blogs und Beiträge, die grundsätzlich auf Tropenholz verzichten und diese Holzarten teilweise pauschal schlecht darstellen. Das halte ich für eine zu einfache Betrachtungsweise bzw. recht dumm.
Ich arbeite sehr gerne mit Tropenhölzern wie Kambala, Bangkirai und Meranti. Sie besitzen Eigenschaften, die sie für bestimmte Anwendungen geradezu prädestinieren. Ein pauschaler Verzicht auf Tropenholz ist für mich deshalb nicht automatisch gleichbedeutend mit Naturschutz.
Denn eines sollte man nicht vergessen: Nicht jede Nutzung von Tropenholz ist automatisch Raubbau – genauso wenig ist jedes Zertifikat automatisch ein Garant für nachhaltige Forstwirtschaft.
Lärche - bevorzugtes Holz für den Außenbereich?
Nein!
Natürlich musste ich mich anfangs auf die Aussagen anderer verlassen, schließlich hatte ich keinerlei Ausbildung im Holzbau. Rückblickend war das – wie so oft – ein Fehler. Erst die eigenen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass Theorie und Praxis häufig weit auseinanderliegen.
Lärche gilt zwar als eine der dauerhaftesten heimischen Holzarten und wird deshalb gerne für den Außenbereich empfohlen. Meine Erfahrungen fallen jedoch deutlich kritischer aus.
Gerade stärker dimensionierte Lärchenhölzer neigen nach einiger Zeit zu ausgeprägter Rissbildung. Dringt anschließend Wasser ein, beginnt – wie bei nahezu jeder heimischen Holzart – der natürliche Alterungs- und Zersetzungsprozess. Konstruktiver Holzschutz und geeignete Oberflächenbehandlungen können diesen Prozess zwar verlangsamen, verhindern können sie ihn jedoch nicht.
Aus meiner praktischen Erfahrung wird die Eignung von Lärche für den dauerhaften Einsatz im Außenbereich häufig überschätzt. Sie ist zweifellos widerstandsfähiger als viele andere heimische Holzarten, erreicht jedoch nach meiner Auffassung nicht die Dauerhaftigkeit hochwertiger Tropenhölzer wie Bangkirai oder Kambala. Wer eine möglichst langlebige Konstruktion mit geringem Wartungsaufwand erwartet, sollte diesen Unterschied berücksichtigen.
Zuletzt habe ich noch versucht einen "haltbaren" Gartentisch aus Lärche zu bauen. Er sah wirklich ganz gut aus, doch nach 2 Wintern habe ich diesen Tisch entsorgen müssen. Die Tischplatte hatte erhebliche Risse und die "Qualitätsbeschichtung" löste sich aufgrund dessen auf.
Auch die 100er Lärchepfosten unseres Gartenzaunes faulen komplett durch.
Glattkantbretter kosten beim Maß von 27x145mm ca, 8 Euro pro laufenden Meter im Baumarkt. Bei einem Holzhändler ist es preiswerter UND dort wird Qualität angeboten!
Fichte - preiswertes Holz für den Holzwerker
Fichte ist für die meisten Holzwerker das erste Holz, mit dem sie arbeiten. Das hat gute Gründe: Sie ist preiswert, leicht erhältlich, lässt sich mit nahezu allen Werkzeugen problemlos bearbeiten und verzeiht auch Anfängern den einen oder anderen Fehler. Zum Lernen und Üben ist Fichte daher hervorragend geeignet.
Ihre Schwächen werden jedoch häufig unterschätzt. Fichte arbeitet erheblich – vor allem in der Breite, abhängig von der Holzfeuchte. Maßhaltigkeit darf man von diesem Holz nicht erwarten.
Für den dauerhaften Einsatz im Außenbereich halte ich Fichte deshalb für wenig geeignet. Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und die ständigen Wechsel zwischen Trockenheit und Nässe führen zwangsläufig zu Verformungen, Rissbildung und schließlich zu Fäulnis, wenn das Holz nicht konsequent konstruktiv geschützt wird.
Selbst Dreischichtplatten aus Fichte bleiben davon nicht verschont. Nach einigen Jahren im Freien zeigen sie häufig deutliche Verformungen und Wellen. Wer glaubt, Fichte sei allein durch Verleimung oder eine Mehrschichtkonstruktion dauerhaft formstabil, wird in der Praxis oft eines Besseren belehrt.
Wie bei Buchenleimholz sollte Plattenware aus Fichte schnell verarbeitet werden um nicht die Nachteile des Schüsselns zu haben.
Sollte Fichte im Außenbereich eingesetzt werden, ist eine Behandlung mit Grundierung und ausreichender Lackierung unabdingbar. Durch die Lackschicht wird das Eindringen von Wasser lange verhindert.
Fichtenleimholz 18mm stark kostet im Baumarkt sagenhafte 45 Euro / qm !!! Beim Holzhändler habe ich nie mehr als 12 Euro / qm bezahlt. Das ist einfach unglaublich; wer kauft sowas??
Buche -verzieht sich schon beim Hinschauen
Zu Beginn meines Hobbys wollte ich einen Werkzeugschrank aus Buche bauen. Den Bauplan hatte ich aus der Zeitschrift HolzWerken.
Das Buchenholz wurde beim Holzhändler exakt nach meinen Vorgaben aus Plattenmaterial zugeschnitten. Zu Hause stellte ich die zugeschnittenen Teile an die Wand, um am nächsten Tag mit der Bearbeitung zu beginnen.
Ein schwerer Fehler – den ich als Anfänger allerdings nicht erkennen konnte.
Am nächsten Morgen kam die böse Überraschung: Die größeren Teile, insbesondere die Türen, hatten sich massiv verzogen. Eine Korrektur war nicht mehr möglich. Der sorgfältig angefertigte Zuschnitt war damit praktisch wertlos.
Und genau hier beginnt mein Problem mit solchen Fachzeitschriften. Warum wird ein für Anfänger so entscheidender Punkt nicht erwähnt?
Wenn eine Zeitschrift den Anspruch hat, Anfänger und Fortgeschrittene anzusprechen, dann sollte sie nicht nur zeigen, wie etwas gebaut wird. Sie sollte auch auf die Fehler hinweisen, die ein Anfänger zwangsläufig machen kann. Gerade beim Massivholz gehören Lagerung, Akklimatisierung und das Verhalten des Materials zu den Grundlagen, die man wissen muss, bevor man den ersten Schnitt macht.
Stattdessen bekommt man einen schönen Bauplan, eine Materialliste und eine vermeintlich einfache Anleitung – und steht anschließend mit verzogenen Bauteilen da.
Vielleicht liegt genau darin das Problem: Ein wirklich erfahrener Holzwerker braucht solche Hinweise kaum noch. Ein Anfänger dagegen schon.
Und deshalb frage ich mich inzwischen durchaus kritisch, welchen praktischen Wert manche dieser „Anleitungen für Anfänger“ tatsächlich haben. Denn ein Bauplan, der wichtige Eigenschaften des verwendeten Materials verschweigt, ist bestenfalls unvollständig – und für einen Anfänger im schlimmsten Fall eine teure Einladung zum Scheitern.
Buche liegt als Plattenware (19 mm) im oberen Preisbereich. Zurzeit berechnet mein Holzhändler bei Abnahme einer ganzen Platte ca. 120 Euro / qm. Nur Eiche ist etwas teurer. Achtung: im Baumarkt gibt es meist nur B/B-Ware. A/A wäre ideal und die gibt es nur im Fachhandel.
Douglasie - Geheimtipp für Gläubige
Gläubige? Nun ja – man muss offenbar nur fest genug daran glauben, dass Douglasie im Außenbereich deutlich haltbarer sei als Lärche. Spätestens nach drei Jahren wird man allerdings häufig eines Besseren belehrt.
Natürlich ist Douglasie haltbarer als Fichte. Wer jedoch wirklich eine langlebige Konstruktion für den Außenbereich bauen möchte, sollte sich überlegen, ob nicht ein dauerhaftes tropisches Hartholz die bessere Wahl ist.
Ein weiteres Problem der Douglasie ist die Anzahl der Äste – zumindest bei der Ware, die man häufig im Baumarkt findet. Gerade bei anspruchsvolleren Projekten können die zahlreichen Äste die Bearbeitung erheblich erschweren und die Möglichkeiten bei der Konstruktion und Oberflächenbearbeitung einschränken.
Was die Douglasie wirklich attraktiv macht, ist vor allem der Preis. Rund 5 Euro pro laufendem Meter wirken zunächst verlockend. Ansonsten sehe ich gegenüber wirklich dauerhaften Hölzern nur wenige überzeugende Argumente.
Viele verwenden Douglasienplanken als Terrassenbelag. Ist die Terrasse dauerhaft vor Regen und Schnee geschützt, kann das durchaus einige Jahre funktionieren. Wer allerdings einen möglichst langlebigen und wartungsarmen Terrassenbelag sucht, sollte sich nach meiner Erfahrung andere Holzarten ansehen.
Meine erste Wahl wäre hier eindeutig Bangkirai. Es kostet mehr als Douglasie, bietet dafür aber eine deutlich höhere natürliche Dauerhaftigkeit und ist für den Außenbereich wesentlich besser geeignet.
Eiche - Maß aller Dinge als europäisches Holz
Eiche gilt seit jeher als eines der bevorzugten europäischen Hölzer für den Außenbereich. Auch im Möbelbau arbeite ich ausgesprochen gern damit.
Aber Vorsicht: Eiche ist nicht gleich Eiche. Es gibt verschiedene Eichenarten und erhebliche Unterschiede in Qualität, Optik und Preis. Für mich ist deutsche Eiche die erste Wahl. Als Plattenware ist sie allerdings entsprechend teuer – derzeit liegt der Preis bei knapp 145 Euro pro Quadratmeter.
Amerikanische Weißeiche ist dagegen deutlich günstiger. Wer nicht genau hinsieht und sich mit Holzarten nicht auskennt, wird den Unterschied möglicherweise zunächst kaum bemerken. Trotzdem gibt es ihn – und zwar nicht nur beim Preis.
Ich habe sowohl amerikanische Weißeiche als auch deutsche Eiche in verschiedenen Projekten verarbeitet. Beide lassen sich hervorragend bearbeiten, doch die deutsche Eiche besitzt für mich eine ganz andere Ausstrahlung. Maserung, Farbton und die gesamte Wirkung des Holzes wirken wesentlich hochwertiger und charaktervoller.
Auch bei der Dauerhaftigkeit spielt Eiche in einer eigenen Liga. Im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Holzarten ist sie für den Außenbereich ausgesprochen widerstandsfähig.
Aber auch hier gilt: „Sehr gut“ bedeutet nicht automatisch „das Beste“. Es gibt Hölzer, die Eiche hinsichtlich natürlicher Dauerhaftigkeit noch deutlich übertreffen.
Und ja – diese Hölzer kommen aus den Tropen.
Meranti - günstiges und haltbares Tropenholz
Meranti war das erste Tropenholz, das ich für meine eigenen Projekte verwendet habe. Bis heute ist es mein persönliches „Lieblingsholz“ für viele meiner Arbeiten.
Warum? Meranti lässt sich hervorragend bearbeiten, ist astfrei, besitzt eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit im Außenbereich und zeigt auch nach einer Lackierung eine ausgesprochen schöne Maserung. Für mich ist es damit eine Kombination aus hervorragenden Verarbeitungseigenschaften und ansprechender Optik.
Auch preislich ist Meranti interessant. Es wird beispielsweise als sogenanntes „Balkonbrett“ in den Abmessungen 27 × 140 mm und in verschiedenen Längen angeboten. Auch Kanthölzer sind vergleichsweise günstig erhältlich. Plattenware findet man dagegen leider kaum. Wer größere Flächen benötigt, muss sich sein Leimholz daher selbst herstellen.
Aktuell liegt der Preis für einen laufenden Meter eines solchen Balkonbrettes in einem Baumarkt bei etwa 18 bis 20 Euro.
Der Fachhandel bietet das Holz deutlich günstiger an.
Ich habe im Laufe der Jahre zahlreiche Projekte aus Meranti gebaut und dabei durchweg gute Erfahrungen gemacht. Enttäuscht hat mich dieses Holz bisher noch nie. Für mich ist Meranti deshalb nicht nur irgendein Tropenholz, sondern eines der Hölzer, auf das ich mich bei meinen Projekten verlassen kann.
Kambala bzw. Iroko - für den Außenbereich prädestiniert
Kambala gehört zu den afrikanischen Dauerhölzern und wird in der Regel als Schnittholz angeboten. Wer beim Holzhändler nach einer verleimten Platte fragt, wird deshalb meist vergeblich suchen. Kambala ist üblicherweise nur sägefallend und in verschiedenen Stärken erhältlich. Glücklicherweise hat mein Holzhändler dieses Holz noch regelmäßig auf Lager.
Dass Kambala unter Hobbyholzwerkern eher selten verwendet wird, hat einen einfachen Grund: Die Verarbeitung setzt leistungsfähige Maschinen voraus. Für exakte Ergebnisse sind eine Formatsäge, eine Abrichte und ein ausreichend großer Dickenhobel praktisch unverzichtbar. Da ich im Laufe der Jahre einige Schreiner und Tischler kennengelernt habe, kann ich diese Arbeiten bei Bedarf durchführen lassen.
Wofür eignet sich Kambala besonders? Vor allem überall dort, wo Holz über viele Jahre Wind und Wetter ausgesetzt ist. Ein gutes Beispiel ist unser Gartenzaun.
Mein erster Zaun bestand – wie bei vielen Heimwerkern – aus Lärche. Damals kannte ich keine bessere Alternative. Das Ergebnis war ernüchternd: Bereits nach wenigen Jahren war der Zaun so stark geschädigt, dass er ersetzt werden musste.
Heute steht an derselben Stelle ein Zaun aus Kambala. Seit seiner Errichtung zeigt das Holz keinerlei nennenswerte Anzeichen von Verwitterung, Fäulnis oder anderen witterungsbedingten Schäden. Für mich war das der endgültige Beweis, wie groß der Unterschied zwischen einem gewöhnlichen europäischen Nadelholz und einem hochwertigen Dauerholz tatsächlich sein kann.
Kambala ist nahezu astfrei, lässt sich hervorragend bearbeiten und bleibt außergewöhnlich formstabil. Allerdings verändert unbehandeltes Holz im Laufe der Zeit seine Farbe. Wer den ursprünglichen Farbton erhalten oder eine gleichmäßige Optik erzielen möchte, sollte das Holz mit einer geeigneten Oberflächenbeschichtung schützen.
Der einzige wirkliche Nachteil ist inzwischen der Preis. In Online-Shops wird Kambala-Schnittholz mit 52 mm Stärke mittlerweile für rund 225 Euro pro Quadratmeter angeboten. Das wirkt auf den ersten Blick sehr teuer.
Bei meinem Holzhändler habe ich nur einen Bruchteil davon bezahlt.
Andererseits relativiert sich dieser Preis, wenn man die außergewöhnliche Dauerhaftigkeit berücksichtigt. Ein Holz, das Jahrzehnte nahezu wartungsfrei übersteht, ist am Ende häufig wirtschaftlicher als ein vermeintlich günstiges Holz, das nach wenigen Jahren ersetzt werden muss.
Bangkirai - für den anspruchsvollen Gebrauch draußen
Wer wirklich ein Holz sucht, das im Außenbereich über Jahrzehnte zuverlässig hält, kommt aus meiner Sicht an Bangkirai kaum vorbei.
Selbst unbehandelt besitzt Bangkirai eine außergewöhnlich hohe natürliche Dauerhaftigkeit. Natürlich arbeitet auch dieses Holz – wie jedes andere Holz auch. Es quillt, schwindet und kann sich verziehen. Durch eine durchdachte Konstruktion und eine fachgerechte Befestigung lassen sich diese Bewegungen jedoch auf ein sehr geringes Maß reduzieren.
Leimholz aus Bangkirai herzustellen ist dagegen nur bedingt sinnvoll. Ohne Gratleisten oder vergleichbare konstruktive Maßnahmen bleiben größere Platten selten dauerhaft eben. Zudem zeichnen sich die einzelnen Lamellen mit der Zeit leicht an der Oberfläche und an den Kanten ab. Das konnte ich bei mehreren eigenen Versuchen immer wieder beobachten. Für großflächige Möbelplatten würde ich Bangkirai deshalb nur mit entsprechenden konstruktiven Vorkehrungen einsetzen.
Die meisten kennen Bangkirai lediglich als geriffelte Terrassendiele mit etwa 25 bis 27 mm Stärke. Dabei lässt sich dieses Material problemlos zu Glattholz hobeln und für viele andere Projekte verwenden. Selbst verleimte Pfosten oder massive Konstruktionen lassen sich daraus herstellen.
Die Bearbeitung verlangt allerdings gutes Werkzeug. Bangkirai ist ein sehr hartes Holz und fordert Sägeblätter, Fräser und Hobelmesser deutlich stärker als heimische Holzarten. Wer saubere Ergebnisse erzielen will, braucht scharfes Werkzeug und etwas Geduld.
Preislich liegt Bangkirai als Diele mit 25 × 145 mm im Angebot bei etwa 10 Euro pro laufendem Meter. Viel wichtiger als der Preis ist jedoch die Bezugsquelle.
Meine Empfehlung: Bangkirai nur beim Holzhändler kaufen. Dort wird das Holz in der Regel fachgerecht gelagert und man erhält gerade, spannungsarme Dielen. Im Baumarkt habe ich dagegen häufig stark verzogene Bretter gesehen – offenbar eine Folge ungeeigneter Lagerung.
Ein Punkt wird meiner Meinung nach häufig unterschätzt: Der Unterbau entscheidet über die Lebensdauer einer Holzkonstruktion. Wer Bangkirai als Terrassenbelag verlegt, beim Unterbau aber aus Kostengründen auf eine weniger dauerhafte Holzart setzt, spart an der falschen Stelle. Wenn der Unterbau frühzeitig verfault oder sich stark verzieht, nützt auch der beste Terrassenbelag nichts.
Deshalb verwende ich für Konstruktionen mit dauerhaftem Erdkontakt oder hoher Feuchtigkeitsbelastung konsequent Bangkirai – nicht nur für die sichtbare Oberfläche, sondern auch für den tragenden Unterbau. Gerade dort zeigt sich, ob eine Konstruktion nur preiswert oder tatsächlich dauerhaft gebaut wurde.
Teak - anspruchsvolles Holz in jeder Beziehung
Teak gehört zweifellos zu den besten Hölzern für den Außenbereich. Seine natürliche Dauerhaftigkeit, der geringe Schwund und die ausgezeichneten Verarbeitungseigenschaften haben dafür gesorgt, dass es seit Jahrzehnten unter anderem im Boots- und Schiffsbau eingesetzt wird.
Allerdings hat diese Qualität ihren Preis.
Rechnet man beispielsweise eine Teak-Rechteckleiste mit 125 mm Breite, 17 mm Stärke und 2 Metern Länge auf den Quadratmeter um, landet man bei rund 200 Euro pro Quadratmeter. Da sollte man sich gut überlegen, ob das geplante Projekt diesen Materialeinsatz wirklich rechtfertigt.
Für einen hochwertigen Gartentisch mag Teak durchaus eine sinnvolle Wahl sein. Wirtschaftlich betrachtet ist es jedoch häufig günstiger, einen bereits fertig gefertigten Gartentisch mit einer Teakplatte zu kaufen, als das Material selbst zu beschaffen und zu verarbeiten.
Ich selbst habe bislang nur ein einziges Projekt aus Teak gebaut – allerdings nicht, weil es technisch notwendig gewesen wäre. Ich wollte dieses Holz einfach einmal selbst verarbeiten und seine Eigenschaften kennenlernen. Rückblickend war das eine interessante Erfahrung, aber für die meisten Projekte hätte ein anderes dauerhaftes Holz völlig ausgereicht.
Teak lässt sich ausgesprochen angenehm bearbeiten, arbeitet vergleichsweise wenig und bleibt auch bei wechselnden Witterungsbedingungen sehr formstabil. Genau diese Eigenschaften erklären, warum es im Boots- und Schiffsbau bis heute einen so guten Ruf genießt.
Aus meiner Sicht ist Teak ein hervorragendes Holz – aber in den meisten Fällen schlicht zu teuer. Für viele Projekte bieten andere dauerhafte Harthölzer, beispielsweise Bangkirai oder Kambala, ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
Zu guter Letzt
Zu guter Letzt möchte ich noch eines klarstellen: Alle Bewertungen in diesem Kapitel beruhen nicht auf Laborwerten, Werbeprospekten oder den Aussagen von Händlern. Sie basieren ausschließlich auf meinen eigenen Erfahrungen aus zahlreichen Projekten, die teilweise seit vielen Jahren Wind und Wetter ausgesetzt sind.
Natürlich wird es Holzwerker geben, die zu anderen Ergebnissen kommen. Das ist völlig legitim. Holz ist ein Naturprodukt, und jede Konstruktion, jeder Standort und jede Beanspruchung sind unterschiedlich.
Trotzdem hat sich für mich im Laufe der Jahre eine Erkenntnis immer wieder bestätigt: Nicht der Preis und schon gar nicht ein Nachhaltigkeitssiegel entscheiden über die Qualität eines Holzes, sondern sein Verhalten in der Praxis.
Wer einmal ein wirklich dauerhaftes Holz verarbeitet hat, wird viele der heute verbreiteten Empfehlungen deutlich kritischer hinterfragen. Ich jedenfalls verlasse mich heute lieber auf meine eigenen Erfahrungen als auf Werbeaussagen, Hochglanzprospekte oder allgemeine Empfehlungen im Internet.
Informationen über Holz, Holzverbindungen, Maschinen, Techniken und Arbeitsabläufe findet man heute in großer Zahl im Internet. Die meisten beginnen ihre Suche bei Google und landen kurze Zeit später bei YouTube.
Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Kritisch wird es allerdings dann, wenn Empfehlungen ungeprüft übernommen werden. Genau diesen Fehler habe ich selbst gemacht.
Ich habe mich auf die Aussagen eines bekannten Tischlermeisters verlassen und ihn nach Empfehlungen zu Maschinen und Werkzeugen gefragt. Gleich dreimal erwiesen sich diese Empfehlungen im Nachhinein als Fehlentscheidungen. Ob aus seiner Unkenntnis, aus wirtschaftlichem Interesse oder aus anderen Gründen, kann ich nicht beurteilen. Das Ergebnis war jedoch eindeutig: Rund 3.000 Euro waren verloren.
Mit diesem finanziellen Verlust konnte ich umgehen. Andere Hobbyholzwerker können das vielleicht nicht.
Früher gab es zahlreiche private Blogs, auf denen Menschen ihre Erfahrungen offen teilten – mit gelungenen Projekten ebenso wie mit ihren Fehlern. Genau diese ehrlichen Erfahrungsberichte waren oft wesentlich hilfreicher als perfekt produzierte Videos oder Hochglanzartikel.
Heute sind von diesen privaten Blogs nur noch sehr wenige übrig geblieben (2), die regelmäßig aktualisiert werden.
Warum diese Entwicklung stattgefunden hat, lässt sich nur vermuten. Möglicherweise spielte die "Corona-Zeit" dabei eine Rolle. Hinzu kamen die teilweise drastischen Preissteigerungen bei Holz und Werkzeugen, die das Hobby für viele deutlich teurer gemacht haben.
Beide "Krisen" wurden künstlich erzeugt!
Dadurch dürften zahlreiche Hobbyholzwerker ihr Engagement reduziert oder ganz aufgegeben haben.
Mein Eindruck ist jedenfalls, dass unabhängige Erfahrungsberichte immer seltener werden, während Marketing, Produktempfehlungen und kommerzielle Inhalte einen immer größeren Teil der Informationen rund um das Holzwerken ausmachen. Genau deshalb halte ich eigene Erfahrungen heute für wertvoller denn je.
Online-Kurse für Holzwerker: Fluch oder echter Mehrwert?
Tischler-Online-Kurse für Anfänger – Was soll das eigentlich?
„Tischlern online lernen?“ Für jemanden, der noch nie mit Holz gearbeitet hat, klingt das zunächst ziemlich fragwürdig.
Schließlich geht es beim Tischlern nicht nur darum, zu wissen, wie eine Verbindung funktioniert. Man muss Werkzeuge sicher bedienen, Holz einschätzen, Maße übertragen und ein Gefühl für Material und Maschinen entwickeln. Und genau das lässt sich nur begrenzt über einen Bildschirm vermitteln.
Zuschauen ist noch kein Tischlern
Ein Online-Kurs kann zeigen, wie ein Profi einen Hobel führt oder eine Verbindung herstellt. Das sieht meistens beeindruckend einfach aus.
Als Anfänger merkt man allerdings schnell, dass zwischen „Ich habe es gesehen“ und „Ich kann es selbst“ ein ziemlich großer Unterschied liegt.
Wie viel Druck muss ich beim Hobeln ausüben? Warum läuft mein Schnitt plötzlich schief? Wie verhindere ich Ausrisse? Wann ist eine Maschine tatsächlich gefährlich?
Ein Video kann das erklären. Es kann aber nicht die eigene Hand führen.

Anfänger brauchen jemanden, der Fehler sieht
Gerade am Anfang passieren ständig kleine Fehler. Das ist normal und gehört zum Lernen.
Problematisch wird es, wenn niemand danebensteht.
Ein erfahrener Tischler erkennt sofort, warum ein Werkstück falsch eingespannt ist oder weshalb ein Schnitt nicht funktioniert. Ein Online-Kurs kann bestenfalls darauf hinweisen – er sieht aber nicht, was der Anfänger gerade tatsächlich macht.
Das ist besonders bei Maschinen ein ernstzunehmender Nachteil.
Und dann kommt die Werkzeugfrage
Viele Kurse zeigen perfekte Werkstätten mit professionellen Maschinen.
Der Anfänger sitzt dagegen vielleicht mit einer günstigen Stichsäge, einem Akkuschrauber und zwei stumpfen Bohrern in der Garage.
Was nun?
Nicht jeder Kurs berücksichtigt unterschiedliche Werkzeuge, Budgets oder räumliche Bedingungen. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, man brauche eine halbe Profiwerkstatt, bevor man überhaupt anfangen kann.
Das Problem mit den Versprechen
Besonders skeptisch sollte man bei Kursen werden, die schnelle Ergebnisse versprechen.
„In wenigen Wochen zum Möbelbauer“ klingt gut – ist aber unrealistisch.
Tischlern ist ein Handwerk. Präzision kommt durch Wiederholung. Sicherheit kommt durch Erfahrung. Und ein gutes Gefühl für Holz entwickelt sich nicht nach fünf Videomodulen.
Wer etwas anderes verspricht, verkauft möglicherweise eher Motivation als handwerkliche Ausbildung.
Auch – und das ist meiner Meinung nach häufig sogar der eigentliche Hauptgrund – werden solche Online-Kurse genutzt, um teure Maschinen und Werkzeuge zu verkaufen. Entweder direkt durch den Kursanbieter oder indirekt über vermeintliche „Empfehlungen“, bei denen bestimmte Maschinen und Werkzeuge im Kurs gezielt eingesetzt und dadurch beworben werden.
Gibt es viele Anbieter für Online-Kurse?
Nach einer Recherche im Netz bin ich auf zahlreiche Angebote für Online-Kurse gestoßen.
Bei genauerer Betrachtung der Inhalte und insbesondere der Preise für die einzelnen „Kurse“ entsteht bei mir allerdings zunehmend der Eindruck, dass hier teilweise kräftig zur Kasse gebeten wird. Teilweise stehen die Preise meiner Meinung nach in keinem vernünftigen Verhältnis zu dem, was tatsächlich geboten wird.
Hinzu kommt der Einsatz von Maschinen und Werkzeugen, die ausdrücklich für bestimmte Projekte „empfohlen“ werden.
Bei einem aktuell öffentlich zugänglichen Kurs zur Herstellung einer Garderobe wird beispielsweise eine CNC-Fräse eingesetzt, die mehr als 5.000 Euro kostet.
Grundsätzlich ist eine solche Maschine sicherlich interessant und vielseitig einsetzbar. Für die in diesem Kurs gezeigten Arbeiten halte ich den Einsatz allerdings für völlig überzogen. Wenn sich eine CNC-Fräse für sämtliche anfallenden Fräsarbeiten sinnvoll einsetzen ließe, würde eine solche Maschine vermutlich längst in einem meiner Werkzeugschränke stehen.
Für mich stellt sich daher die Frage: Braucht man diese Maschine für das Projekt wirklich – oder wird sie nur eingesetzt, weil sie verkauft bzw. beworben werden soll?
Fazit
Für Anfänger ist ein Tischler-Online-Kurs bestenfalls ein Einstieg in ein Handwerk – aber kein Ersatz für das Handwerk selbst.
Wer glaubt, nach ein paar Stunden Videos sicher mit Hobel, Säge und Oberfräse umgehen zu können, wird vermutlich schnell eines Besseren belehrt.
Holz lässt sich nicht per Mausklick bearbeiten.
Am Ende muss man in die Werkstatt. Werkzeug in die Hand nehmen. Ausprobieren. Fehler machen. Noch einmal versuchen.
Und genau dort beginnt das eigentliche Tischlern.
Wer allerdings glaubt, sich handwerkliche Fähigkeiten einfach durch den Einsatz von viel Geld und teurem Werkzeug kaufen zu können, wird vermutlich schnell bitter enttäuscht sein.
Teure Maschinen können Arbeit erleichtern, präziser machen und Zeit sparen. Handwerkliches Können ersetzen sie jedoch nicht. Das entsteht durch Erfahrung, Übung und die Fähigkeit, mit den vorhandenen Werkzeugen sinnvoll umzugehen.
Eigenbau WC-Garnitur – praktisch, stabil und individuell
Eigenbau WC-Garnitur – praktisch, stabil und individuell
In unserem Badezimmer gibt es keinen geeigneten Platz für einen Toilettenpapierhalter – geschweige denn für einen Vorratsbehälter oder eine WC-Bürste. Deshalb haben wir zunächst eine fertige WC-Garnitur aus Metall und Glas gekauft. Wirklich gefallen hat sie uns zwar nicht, aber sie erfüllte ihren Zweck.
Als mein Holzhändler noch Reste einer keilgezinkten Eichenholzplatte übrig hatte, kam mir die Idee, selbst eine WC-Garnitur zu bauen. Die Platte hatte genau die passende Breite und Länge für mein Vorhaben. Das Ergebnis passt deutlich besser zu unserem Badezimmer und gefällt uns wesentlich besser als die gekaufte Lösung.
Die Reste der Eichenleimholzplatte haben eine Dicke von 40mm. Die Oberfläche war noch einwandfrei.
Griffstück bauen
Für die WC-Garnitur wird ein Griff benötigt. Da sie nur aus zwei Holzteilen besteht, habe ich zunächst den Griff ausgefräst und erst anschließend die Verbindung der beiden Teile hergestellt.
Mit der Frässchablone von Festool geht das schnell, sauber und präzise. Natürlich lässt sich diese Arbeit auch mit anderen Frässchablonen erledigen, doch die Festool-Schablone überzeugt durch ihre hohe Stabilität und die einfache Einstellung.
Holzverbindung
Die WC-Garnitur ist konstruktiv sehr einfach aufgebaut und benötigt lediglich eine stabile Verbindung zwischen der Bodenplatte und der senkrechten Stütze.
Diese ließe sich zwar auch mit einer doppelten Lamello-Verbindung herstellen, ich habe mich jedoch für eine DOMINO-Verbindung entschieden. Zum Einsatz kamen vier 10-mm-Dominos, dicht nebeneinander angeordnet, um eine möglichst stabile Verbindung zu erzielen.
Vor dem Fräsen habe ich beide Bauteile zunächst auf einen exakten rechten Winkel geprüft, damit die Garnitur später sauber und rechtwinklig zusammengefügt werden kann.
Armaturen
Die Beschläge der alten WC-Garnitur werden für die neue weiterverwendet. Allerdings sind die vorhandenen Schrauben für die größere Materialstärke des Holzes zu kurz.
Dieses Problem lässt sich mit Sacklöchern einfach lösen. Zunächst wird ein Loch mit größerem Durchmesser für den Schraubenkopf gebohrt. Die Tiefe wird so gewählt, dass die vorhandenen Schrauben anschließend ausreichend Gewindeeingriff haben. Danach wird das kleinere Durchgangsloch für den Schraubenschaft gebohrt.
So können die Originalbeschläge weiterhin verwendet werden, ohne längere Schrauben beschaffen zu müssen.
Abrunden
Nachdem der Griff ausgefräst, die Bohrungen für die Beschläge hergestellt und die DOMINO-Dübel eingefräst waren, habe ich sämtliche Kanten mit dem Fräser abgerundet – selbstverständlich auch die Griffmulde. Das sorgt nicht nur für eine angenehmere Haptik, sondern verleiht der WC-Garnitur auch ein hochwertigeres Erscheinungsbild.
Vor der Endmontage erhielt das Holz noch seine Oberflächenbehandlung. Streng genommen dient sie weniger dem Holzschutz als vielmehr der Optik: Die Lasur hebt die Maserung der Eiche hervor, intensiviert den Farbton und sorgt für eine ansprechende Oberfläche.
Wachsen
Mit den OSMO-Produkten habe ich bisher die besten Erfahrungen gemacht. Deshalb habe ich auch die neue WC-Garnitur damit behandelt.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Lasur bringt die Maserung der Eiche schön zur Geltung und verleiht dem Holz eine angenehm warme Optik.
Allerdings hat die Sache auch einen kleinen Haken: Die Trocknungszeit ist relativ lang – und das Ganze muss zweimal gemacht werden. Man braucht also etwas Geduld, bevor es mit der Endmontage weitergehen kann.
Fertige WC-Garnitur
Nach dem Anbringen der Beschläge musste ich nur noch einmal mit einem feuchten Tuch über die Oberfläche gehen – und schon war die neue WC-Garnitur fertig.
Sie ist schlicht aufgebaut, passt optisch deutlich besser ins Badezimmer und erfüllt ihren Zweck hervorragend.
Und nein, ich werde keine Serie für einen Verkauf herstellen.































