Scheppach HDA-14 im Praxistest: Luftreiniger für Heimwerker

Scheppach HDA-14 im Praxistest: Luftreiniger für Heimwerker

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

Scheppach HDA-14 im Praxistest

Nun habe ich den Luftreiniger von Scheppach bereits seit einiger Zeit im Einsatz.

Bei jeder spanerzeugenden Arbeit lief das Gerät auf höchster Stufe und blies kontinuierlich Luft durch die Werkstatt. Entsprechend gespannt war ich auf das Ergebnis.

Natürlich habe ich nach den Arbeiten regelmäßig kontrolliert, wie sich die Staubbelastung entwickelt hat. Mein Fazit fällt allerdings ernüchternd aus: Ich bin mit der Wirkung nicht zufrieden.

Eigentlich überrascht mich das im Nachhinein auch nicht. Der in der Werkstatt entstehende Holzstaub kann gar nicht vollständig im Filter des Luftreinigers landen.

Ein Teil der feinen Staubpartikel wird sicherlich aus den oberen Luftschichten erfasst und gefiltert. Der größte Teil des Staubs setzt sich jedoch weiterhin auf Werkstattmöbeln, Maschinen und anderen Oberflächen ab – genau wie zuvor.

Wer erwartet, dass ein Luftreiniger die Werkstatt nach dem Sägen, Fräsen oder Schleifen praktisch staubfrei hält, dürfte daher enttäuscht werden. Die wichtigste Maßnahme bleibt nach meiner Erfahrung weiterhin eine wirksame Absaugung direkt an der Maschine. Ein Luftreiniger kann diese allenfalls ergänzen, aber keinesfalls ersetzen.

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

warum habe ich ihn gekauft?

Meine Werkstattmöbel sind grundsätzlich weiß. Die glatten Oberflächen lassen sich leicht reinigen und bei Bedarf einfach abwischen.

Möbel aus OSB-Platten kommen für mich dagegen nicht infrage. Meiner Meinung nach handelt es sich um ein Material, das sich für den Möbelbau nur eingeschränkt eignet. Die Oberfläche ist rau, die Bearbeitung wenig angenehm und optisch entspricht es nicht meinen Vorstellungen einer gut organisierten Werkstatt.

Natürlich wird der eine oder andere sagen, dass meine Werkstatt eher einem Operationssaal ähnelt. Tatsächlich arbeite ich jedoch lieber in einer hellen Umgebung. Gute Lichtverhältnisse erleichtern die Arbeit, erhöhen die Übersicht und tragen letztlich auch zu besseren Ergebnissen bei.

Nachdem ich von Holzwerkern und "Fachleuten" in Youtube  gehört hatte, wie sinnvoll ein Luftreiniger in der Werkstatt sein soll, habe ich mich ebenfalls dafür entschieden und ein entsprechendes Gerät zu einem günstigen Preis angeschafft.

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

Würde ich diesen Luftreiniger noch einmal kaufen?

Ganz klar: Nein.

Wer eine möglichst staubarme Werkstatt haben möchte, sollte das Geld lieber in Elektrowerkzeuge investieren, die über eine durchdachte Stauberfassung verfügen und sich effektiv an einen guten Staubsauger anschließen lassen. Ebenso wichtig ist ein leistungsfähiger und hochwertiger Sauger.

Nach getaner Arbeit muss die Werkstatt ohnehin gereinigt werden. Dabei macht es kaum einen Unterschied, ob ich lediglich den Boden absauge oder zusätzlich die Saugdüse gegen eine Bürste tausche und kurz über die Möbel gehe. Diese Arbeit bleibt mir auch mit dem Luftreiniger nicht erspart.

Natürlich wird ein Teil des feinen Staubs aus der Luft gefiltert. Eine spürbare Verringerung der Staubablagerungen auf den Werkstattmöbeln konnte ich jedoch nicht feststellen.

Damit gehört auch dieser Luftreiniger für mich zu den Anschaffungen, die die Erwartungen nicht erfüllt haben. Immerhin hielt sich der finanzielle Aufwand in Grenzen – deutlich geringer als bei manch anderem Produkt oder Projekt, das von sogenannten Fachleuten als unverzichtbar oder besonders sinnvoll angepriesen wird.

Staub in der Werkstatt

Staub in der Werkstatt

Als Hobby-Holzwerker habe ich mir nie größere Gedanken über mögliche Gesundheitsrisiken durch Holzstaub gemacht – und werde damit auch jetzt nicht anfangen.

Aus Interesse habe ich dennoch einmal nach Berufskrankheiten im Schreiner- und Tischlerhandwerk recherchiert. Dabei bin ich auf die als Berufskrankheit anerkannte Holzstaub-Erkrankung gestoßen.

Dieses Thema sollte man jedoch differenziert betrachten. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben unterliegen Tischlereien heute umfangreichen Anforderungen der Berufsgenossenschaften. Damit verbunden sind teilweise erhebliche finanzielle Investitionen sowie bauliche und technische Maßnahmen zur Staubvermeidung und Absaugung.

Mich interessierte vor allem die Frage, wie häufig entsprechende Erkrankungen tatsächlich auftreten. Bei der Suche nach belastbaren Zahlen zu holzstaubbedingten Erkrankungen der Lunge oder der Nasennebenhöhlen konnte ich jedoch keine leicht zugänglichen und eindeutig aussagekräftigen Statistiken finden.

Unabhängig davon gehört eine wirksame Staubabsaugung im professionellen Bereich heute zum Stand der Technik und ist aus arbeitsschutzrechtlicher Sicht vorgeschrieben. Für den Hobby-Holzwerker stellt sich dagegen oft die Frage, welcher Aufwand tatsächlich sinnvoll und verhältnismäßig ist.

 Natürlich soll und muss eine Tischlerei die besten Absaugungsmöglichkeiten gewährleisten um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen.  Doch die beste Absauganlage (wie auch bei dem Scheppach Luftreiniger) ersetzt keine einfache und billige Schutzmaske. Damit kennen wir uns ja mittlerweile aus. 

Bereits 2023 und 2025 hatte der Bund mehr als 1,5 Milliarden Masken kostspielig vernichten lassen. Der Bundesrechnungshof kritisiert auf seiner Webseite: „Mehr als zwei Drittel der Masken wurden nie verwendet, mehr als die Hälfte ist bereits vernichtet oder dafür vorgesehen.“

Zurzeit werden 2.000.000 kg gekaufter Masken auf Anweisung der linksgrünen Bundesregierung einfach verbrannt! 
Eine handelsübliche FFP2-Maske wiegt zwischen 3g und 10g. Für 1 kg entspricht dies etwa 100 bis 330 Masken. Also werden 660.000.000 Masken dem Feuer vorgeworfen anstatt diese an solche Werkstätten kostenlos abzugeben.
Dieser "Minister", der sich in dieser Zeit auch noch eine Villa von über 4 Millionen Euro leisten konnte, ist immer noch in "Amt und Würde". Unfassbar.

Wer wirklich besorgt um seine Gesundheit ist und auch staubintensive Arbeiten durchführt, ist mit einer FFP2-Maske wesentlich besser bedient als mit einem solchen Luftreiniger. Maske ist lästig, aber sehr effizient.

Werkstatt-Update: Alte Räume neu gestaltet

Werkstatt-Update: Alte Räume neu gestaltet

Staubsaugerbrand

Werkstatt-Update: Alte Räume neu gestaltet

Nach dem Bau der neuen Werkstatt musste ich mich natürlich auch noch um die alte Werkstatt kümmern und diese renovieren. Ehrlich gesagt hatte ich darauf überhaupt keine Lust.

Aber es musste eben sein – schließlich stehen dort nach wie vor die Waschmaschine und der Trockner.

Hier einmal ein kurzer Blick in die alte Werkstatt, aufgenommen kurz nach dem Staubsaugerbrand.

Erstaunlicherweise habe ich in dieser kleinen Werkstatt tatsächlich sämtliche Projekte umsetzen können. Wirklich jeder freie Platz an den Wänden und selbst kleinste Bereiche in Schubladen wurden von mir genutzt.

Mit der neuen Werkstatt habe ich nun allerdings nicht nur deutlich mehr Platz, sondern durch die drei Fenster auch dauerhaft Tageslicht. Das ist ein enormer Unterschied – und ein großer Vorteil beim Arbeiten.

(Bild kurz nach dem Staubsaugerbrand)

elektrische Leitungen entfernen

Im Laufe der Jahre hatte ich wirklich an nahezu jeder nutzbaren Stelle zusätzliche Steckdosen installiert. Mit dem Umbau waren viele davon nun allerdings überflüssig geworden und mussten entfernt werden.

Dadurch entstand wiederum Bedarf an neuen Abzweigdosen sowie einer sinnvolleren Verlegung der tatsächlich noch benötigten Anschlüsse.

Irgendwie war das wie die bekannte Frage nach Ei und Henne – womit fängt man am besten zuerst an?

Letztlich habe ich die Leitungen in den bereits vorhandenen Rohren neu verlegt und sämtliche nicht mehr benötigten Anschlüsse entfernt.

Heute würde ich elektrische Leitungen grundsätzlich Unterputz verlegen und saubere Unterputzdosen setzen. Damals allerdings hatte ich von solchen Arbeiten noch deutlich weniger Ahnung – und war zudem nicht besonders bereit, mir etwas sagen zu lassen.

Leitungen
Werkstatt

alte Werkstatt

Die Decke mit den Paneelen war in einem typischen Holzbraun gehalten, die Wände waren irgendwann einmal weiß gewesen.

An den Wänden – bestehend aus 22-mm-Spanplatten – befanden sich unzählige Schrauben, die im Laufe der Jahre die unterschiedlichsten Dinge gehalten hatten.

Besonders schlimm war allerdings der Boden. Die PVC-Paneele hatten sich durch die ständigen Temperaturunterschiede auseinandergezogen und in der Mitte teilweise sogar aufgewölbt.

Einen solchen Boden in einer Werkstatt zu verlegen, kann ich heute wirklich nicht empfehlen.

Ehrlich gesagt wusste ich anfangs gar nicht, wo ich überhaupt beginnen sollte. Also habe ich mir zunächst einfach einen Eimer Wasser mit etwas Spülmittel geholt und die Wände gründlich abgewaschen.

Das hatte gleich zwei Vorteile: Erstens wurden die Flächen komplett staubfrei, und zweitens bekam ich dabei einen genauen Überblick über sämtliche Stellen, Ecken und Beschädigungen, die später noch bearbeitet werden mussten.

Nach der Reinigung habe ich schließlich sämtliche Schraubenlöcher und Fugen großzügig mit Acryl verspachtelt beziehungsweise „verschmiert“ und anschließend vollständig aushärten lassen.

Wände spachteln

Wände renovieren

Nachdem sämtliche Unebenheiten verspachtelt und alle Bohrlöcher geschlossen waren, habe ich die Wände zunächst grob mit der Festool ROTEX geschliffen.

So wie auf diesem Bild sah die Werkstatt anschließend aus.

Schon zu Beginn war ich ehrlich gesagt ziemlich frustriert, denn mir war sofort klar, dass diese Arbeit weder einfach noch besonders spannend werden würde – eher eine dieser notwendigen, aber langweiligen Arbeiten.

Nach dem Schleifen habe ich die Wände schließlich lackiert – und zwar mit Fensterfarbe von Wilckens.

Warum kein gewöhnlicher Buntlack?

Ganz einfach: Ich persönlich werde normalen Buntlack vermutlich nie wieder verwenden. Fensterlack kostet zwar etwas mehr, bietet meiner Meinung nach aber deutliche Vorteile: einen wesentlich gleichmäßigeren Verlauf, bessere Deckkraft, einen schönen seidigen Glanz und nach vollständiger Trocknung eine wirklich saubere, geschlossene Oberfläche.

Auch die ehemals braune Holzdecke ist inzwischen nahezu vollständig weiß geworden. Allerdings kommt man dabei um mindestens zwei Anstriche nicht herum.

Bodenplatte

Bodenplatte ergänzen

Meine damaligen Überlegungen kann ich heute selbst nicht mehr vollständig nachvollziehen. Warum ich die Maschinen damals auf eine Siebdruckplatte gestellt habe, anstatt sie direkt auf dem Boden zu platzieren, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr.

Wie auch immer – die verwendeten OSB-Platten besitzen immerhin eine Stärke von 30 mm. Vermutlich wollte ich damals einfach „das Beste“ beziehungsweise eine besonders stabile Lösung für den Werkstattboden haben.

Beim Holzhändler ließ ich mir schließlich passende Ausgleichsplatten zuschneiden, mit denen ich den betreffenden Bereich ausgelegt und gleichzeitig sauber nivelliert habe.

 

OSB-Platte
Vinyl-Laminat

Vinyl-Platten legen

Nach dem Reinfall mit den Vinyl-Paneelen in der neuen Werkstatt hatte ich definitiv keine Lust, denselben Fehler noch einmal zu machen.

Also habe ich zunächst im Internet nach einem geeigneten „Werkstattboden“ gesucht – musste allerdings schnell feststellen, dass die Preise dafür teilweise völlig überzogen sind.

Zumal dieser Raum künftig lediglich als Waschküche dienen soll und eben keine Garage oder Schwerlastwerkstatt ist.

Letztlich habe ich mich daher beim Holzhändler für größere Vinyl-Platten entschieden. Die einzelnen Elemente haben eine Größe von knapp 900 × 470 mm.

Ganz ehrlich: Hauptgrund dafür war pure Faulheit – größere Formate lassen sich einfach schneller verlegen als viele kleine Stücke.

Natürlich fehlten am Ende ausgerechnet nur noch schmale Reststücke. Und für einen etwa fünf Zentimeter breiten Streifen wollte ich sicher keine komplette neue Platte opfern.

Also wurde kurzerhand mit den vorhandenen Resten improvisiert.

Zum Glück wird dieser Bereich später ohnehin kaum noch sichtbar sein, sobald die Maschinen wieder auf ihren Sockeln stehen.

Sockelleiste

Sockelleisten und Decken-Abschlussleisten anbringen

Sockelleisten bekommt man beim Holzhändler auch ganz einfach als rohe Ware. Also hieß es erneut: schleifen und lackieren.

Dasselbe galt ebenfalls für die Deckenleisten, die ich als einfache Rechteckleisten ausgeführt habe.

Mit dem Druckluftnagler waren anschließend sämtliche Leisten schnell und sauber montiert.

Restarbeiten

Die Sockel für Waschmaschine und Trockner sind nun ebenfalls fertiggestellt.

Sie sollen vor allem eines: die Arbeit an den Geräten deutlich angenehmer machen. Durch die erhöhte Position entfällt das ständige Bücken beim Be- und Entladen der Maschinen.

Sockel Waschmaschine
Waschmaschinensockel
Sägen mit Führungsschienen leicht gemacht!

Sägen mit Führungsschienen leicht gemacht!

Sägen mit Führungsschienen leicht gemacht!

Zu nahezu allen Themen rund um Handmaschinen findet man heute unzählige Videos und Tipps. Wirklich hilfreiche Informationen zum Arbeiten mit einer Tauchsäge auf der Führungsschiene sind dagegen vergleichsweise selten.

Ich möchte hier deshalb keine allgemeinen Ratschläge geben, sondern vielmehr meine eigenen Erfahrungen weitergeben, die ich in den vergangenen Jahren mit der Festool TS 55 gesammelt habe.

Lange Zeit besaß ich keine Tischkreissäge – nicht etwa aus mangelndem Interesse, sondern schlicht wegen des fehlenden Platzes. Daher musste wirklich alles mit der Tauchsäge und Führungsschiene zugeschnitten werden. Übung bekommt man dabei zwangsläufig genug.

Angefangen habe ich damals auf einem Festool MFT/3. Im Vergleich zu meinem alten Plastik-Werktisch von Black & Decker war das bereits ein enormer Fortschritt. Plötzlich passten Werkstücke deutlich genauer zusammen, oft sogar ganz ohne größere Nacharbeit.

Allerdings hatte diese Lösung auch ihre Nachteile: Das Werkstück musste stets exakt an der Führungsschiene ausgerichtet werden, was besonders bei größeren Platten schnell umständlich werden kann.

Deshalb entschied ich mich später zusätzlich für die größere 1400-mm-Führungsschiene. Damit wurde das Arbeiten deutlich flexibler.

Warum ich die Führungsschienen von Festool so schätze? Ganz einfach: Sie sind durchdacht konstruiert. Einmal korrekt eingestellt, läuft die Tauchsäge absolut spielfrei auf der Schiene. Die doppelte Gummierung auf der Unterseite sorgt zudem für erstaunlich guten Halt, und die Gummilippe passt sich beim ersten Schnitt exakt an die Säge an.

Tipps für das Sägen mit Führungsschienen

Die Gummilippe der Führungsschiene dient gleichzeitig als Spanschutz. Sie liegt direkt an der Schnittkante des Sägeblatts an und reduziert dadurch Ausrisse an der Oberseite beziehungsweise Innenkante des Werkstücks erheblich.

Genau deshalb sollte das Werkstück möglichst immer mit der Tauchsäge auf der Führungsschiene gesägt werden.

Wichtig ist dabei auch der Sägeblattwechsel: Das neue Sägeblatt sollte möglichst exakt die gleiche Blattstärke besitzen wie das zuvor verwendete. Andernfalls passt die Schnittkante nicht mehr sauber zur Gummilippe, wodurch der Spanschutz seine Wirkung teilweise verliert.

Führungsschiene

Das grüne Band auf der Führungsschiene ist keineswegs nur Zierde – es dient gleichzeitig als Gleitband für die Tauchsäge.

Damit die Säge sauber und leichtgängig über die Schiene läuft, sollte dieses Band regelmäßig gereinigt werden. Gelegentlich kann man es zusätzlich leicht mit Silikonspray behandeln oder – noch besser – mit SilberGleit einreiben. Danach gleitet die Tauchsäge nahezu widerstandslos über die Führungsschiene.

Seitdem ich mir das System 32 von Festool angeschafft habe, besitze ich inzwischen zwei 1400-mm-Führungsschienen.

Führungsschiene

Die beiden Führungsschienen lassen sich problemlos mit zwei Verbindungsstangen koppeln. Diese Lösung ist deutlich stabiler und verwindungssteifer als eine Verbindung mit nur einer einzelnen Stange.

Außerdem kann so die Festool Zwinge weiterhin problemlos in die Führungsschiene eingesetzt werden, um diese sicher am Werkstück zu fixieren.

Beim Arbeiten mit dem System 32 ist eine feste Befestigung der Schiene praktisch unverzichtbar. Beim reinen Sägen dagegen eher optional – dort reicht die Haftung der Gummierung auf der Unterseite oft bereits aus.

Führungsschiene

Die Rutschfestigkeit der Führungsschiene hängt natürlich immer auch von der Oberfläche des jeweiligen Werkstücks ab.

Werden die Gummistreifen auf der Unterseite sauber gehalten und gelegentlich leicht angefeuchtet, verrutscht die Führungsschiene beim Sägen in der Regel kaum.

Wichtig dabei: Die Führungsschiene sollte niemals von oben mit einer Schraubzwinge fixiert werden. Dadurch kann die Tauchsäge beim Vorschub blockieren oder ungleichmäßig laufen.

Ich selbst führe regelmäßig Tauchschnitte aus und hatte dabei bislang noch nie einen Rückschlag. Der Grund dafür liegt vor allem in der Arbeitsweise: Ich setze die Säge sehr kontrolliert und vorsichtig ins Material ein – also genau so langsam wie nötig, aber gleichzeitig so zügig wie möglich.

Führungsschiene

Bei Türausschnitten fahre ich mit der Tauchsäge häufig zunächst „rückwärts“ bis zum Ausgangspunkt des Schnittes. Das funktioniert allerdings nur dann zuverlässig, wenn die Führungsschiene sauber und leichtgängig ist und die Säge dabei mit beiden Händen sicher geführt wird. Solche Arbeitsweisen muss man üben – und anschließend konsequent kontrolliert ausführen.

Viele legen Werkstücke beim Sägen einfach auf querliegende Latten. Früher habe ich das ebenfalls so gemacht. Für präzise Möbelzuschnitte ist diese Methode jedoch nur bedingt geeignet.

Je nach Vorschub kann das Sägeblatt beim Durchtrennen der Latten leicht abgebremst werden. Dabei entstehen schnell unschöne Brandflecken an der Schnittkante beziehungsweise auf der Unterseite des Werkstücks.

Deutlich besser funktioniert es mit kleinen Unterleghölzern beziehungsweise gummierten Auflagen, die gezielt außerhalb der geplanten Schnittlinie positioniert werden. Dadurch bleibt der Schnitt gleichmäßig und sauber – und gleichzeitig vermeidet man unnötigen Materialverlust oder Beschädigungen am Werkstück.

Tipps für präzises Sägen mit der Festool TS 55 auf der Führungsschiene

1. Schnitttiefe richtig einstellen

Die TS 55 erreicht eine maximale Schnitttiefe von 55 mm. Beim Arbeiten mit Führungsschiene reduziert sich diese jedoch um etwa 9 mm aufgrund der Schienendicke.

Beispiel:
Bei 19-mm-Material sollte die Schnitttiefe mindestens auf 28 mm, besser noch auf etwa 30 mm eingestellt werden.

Ist die Schnitttiefe zu gering, muss häufig nachgesägt werden. Das verschlechtert die Schnittqualität, erhöht die Gefahr von Ausrissen und erschwert den gleichmäßigen Vorschub.

Meine Empfehlung: Die Schnitttiefe grundsätzlich mindestens 10 mm tiefer als die tatsächliche Materialstärke einstellen.


2. Drehzahl und Vorschub

Eine saubere Schnittkante entsteht nur durch die richtige Kombination aus Drehzahl und gleichmäßigem Vorschub.

  • Zu hohe Drehzahl bei zu geringem Vorschub erzeugt schnell Brandflecken.
  • Zu langsamer Vorschub kann zusätzlich zu Ausrissen führen.

Am besten macht man vorab einen kurzen Probeschnitt, um ein Gefühl für Material und Säge zu bekommen.


3. Führungsschiene richtig einsetzen

Die Führungsschiene sollte an beiden Enden mindestens etwa 20 cm über das Werkstück hinausragen. Dadurch bleibt die Säge stabil und kippt beim Ansetzen oder Ausfahren nicht.

Die Unterseite der Schiene sollte sauber gehalten werden. Verschmutzte Antirutschstreifen verlieren deutlich an Haftung. Oft reicht bereits ein leicht feuchter Lappen zur Reinigung aus.

Falls nötig, wird die Schiene mit passenden Schraubzwingen von unten befestigt – idealerweise vorne und hinten.

Wichtig: Unterschiedliche Sägeblattstärken beeinflussen die Passgenauigkeit zur Gummilippe beziehungsweise zum Splitterschutz.


4. Richtige Materialunterlage

Querliegende Latten unter dem Werkstück sind für präzise Zuschnitte nur bedingt geeignet. Das Sägeblatt kann beim Durchtrennen abbremsen und dadurch Brandspuren verursachen.

Besser geeignet sind sogenannte Bench Dogs oder kleine Unterleghölzer mit rutschfester Auflage. Sie lassen sich flexibel positionieren, sind wiederverwendbar und verhindern Beschädigungen am Werkstück.


5. Das passende Sägeblatt wählen

  • Weniger Zähne eignen sich besser für Längsschnitte.
  • Mehr Zähne sorgen bei Querschnitten meist für sauberere Schnittkanten.

Ein scharfes Sägeblatt ist entscheidend. Stumpfe Blätter verursachen unsaubere Schnitte, erhöhen den Kraftaufwand und führen schneller zu Brandflecken.

Der Sägeblattwechsel bei der TS 55 geht erfreulich schnell und unkompliziert.


6. Weitere hilfreiche Hinweise

Das Splitterschutzband sollte unbedingt verwendet werden. Es reduziert Ausrisse an der Oberkante des Werkstücks deutlich.

Die Schnittlinie wird direkt an der Kante des Splitterschutzes ausgerichtet – dadurch lässt sich sehr präzise arbeiten.

Zusätzlich verbessert ein sauberes und leicht behandeltes Gleitband auf der Führungsschiene den Vorschub erheblich.


7. Tipps für eine sichere Handhabung

Bei vollständigen Schnitten sollte die Säge zunächst vor dem Werkstück angesetzt werden. Erst danach wird eingetaucht und der Schnitt ausgeführt.

Tauchschnitte erfordern besonders kontrolliertes Arbeiten: langsam eintauchen, die Maschine immer mit beiden Händen führen und die Säge ruhig ins Material arbeiten lassen.

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

Die Möbel in meiner Werkstatt sind durchgehend weiß – größtenteils aus beschichteten weißen Spanplatten gefertigt. Genau dadurch wirkt die Werkstatt insgesamt sehr hell und freundlich.
Ein Nachteil dieser Farbwahl ist allerdings, dass sich Staub sofort bemerkbar macht. Bisher habe ich den Staub daher regelmäßig abgesaugt und teilweise auch feucht nachgewischt.

Das scheint künftig jedoch deutlich weniger nötig zu sein, wenn bei spanintensiven Arbeiten ein Luftreiniger zum Einsatz kommt.
Nach verschiedenen Bewertungen im Internet habe ich mich daher für den Luftreiniger HDA-14 von Scheppach entschieden. Er war zudem rund 100 Euro günstiger als ein vergleichbares Gerät von Power Record und erfüllt denselben Zweck.
Jetzt muss nur noch ein geeigneter Platz dafür in der Werkstatt gefunden werden.

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

elektrischen Anschluss legen

Der Luftreiniger muss an die Decke montiert werden – möglichst hoch und idealerweise mittig im Raum, damit eine gleichmäßige Luftzirkulation beziehungsweise ein entsprechender Sog entstehen kann.

Deshalb habe ich an der vorgesehenen Stelle bereits einen elektrischen Anschluss installiert. Den Deckel der Steckdose habe ich im Zuge dessen direkt entfernt, da er im Innenbereich an dieser Stelle keinen wirklichen Zweck erfüllt.

Dank meiner zentralen Installation sämtlicher Kabelanschlüsse war es relativ einfach, vom Schaltschrank aus eine separate Leitung bis zur Decke zu verlegen – leider allerdings nur als Aufputzinstallation.

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

Holzauswahl für den Ständerbau

Sicher – ich werfe nichts weg, solange es möglicherweise noch irgendwann brauchbar sein könnte. Allerdings habe ich vor Kurzem tatsächlich den Großteil meiner Holzreste entsorgt.

Gefunden habe ich jedoch noch einige Stücke Lärche, Eiche sowie einen Rest Multiplexplatte vom neuen runden Tisch. Das Bangkirai habe ich dagegen endgültig aussortiert.

Die Lärche ist mit 27 mm recht kräftig dimensioniert, während die Eiche mit 19 mm Stärke genau passend erscheint. Das Reststück Multiplex für die geplanten Stützen besitzt eine Stärke von 21 mm – also alles im grünen Bereich.

Das Lärchenbrett habe ich auf der Tischkreissäge in zwei Streifen mit jeweils 55 mm Breite aufgetrennt. Die Eiche wurde anschließend ebenfalls auf dieselbe Breite zugeschnitten.

Danach habe ich beide Holzarten im Dickenhobel auf eine brauchbare beziehungsweise einheitliche Stärke gehobelt.

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

Zuschnitt der Stützen

Das MPX wird zu den Stützen in Dreiecksform. Na ja, fast.
Die Schrägen konnte ich einfach mit der Tauchsäge und Führungsschiene schneiden.

Halbiert habe ich mit der Festool Kappsäge KS 120.

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14
Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

Schleifen, Vorbohren und Ecken abrunden

Sicher hätten auch weniger Schrauben ausgereicht – schließlich wiegt das Gerät lediglich etwa 8 kg. Aber an Schrauben mangelt es mir nun wirklich nicht.
Alle Schraubenlöcher habe ich selbstverständlich am Bohrständer mit einem Senkbohrer sauber vorgebohrt.
Anschließend habe ich mit der kleinen Oberfräse von DeWalt sämtliche sichtbaren Kanten mit einem 3-mm-Abrundfräser bearbeitet – natürlich ohne dabei unschöne Brandspuren zu erzeugen.
Wer allerdings glaubt, dass ein Abrundfräser automatisch eine perfekt glatte Rundung hinterlässt, irrt sich gewaltig. Fährt man anschließend mit den Fingern über die Kanten, merkt man schnell, dass dabei zahlreiche feine Holzfasern beziehungsweise Späne nach außen gedrückt werden. Ein sorgfältiges Nachschleifen von Hand ist daher unverzichtbar.

Zum Schluss habe ich dann alle Teile noch mit dem Exzenterschleifer sauber geschliffen.

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

Werkstücke grundieren

Die Wandhalterung wird später weiß lackiert.

Dafür habe ich sämtliche Teile zunächst zweimal mit Wilckens Wetterschutz grundiert. Sicher wird dieser Ständer niemals direkt mit Wasser in Berührung kommen, doch für ein sauberes und gleichmäßiges Lackbild sollte das Holz entsprechend vorbereitet werden. Außerdem ist diese Vorgehensweise deutlich günstiger, als den teuren Lack von Sikkens direkt in mehreren Schichten aufzutragen.

Ob man einmal oder – wie in meinem Fall – zweimal grundiert, spielt für den anschließenden Zwischen- beziehungsweise Nachschliff kaum eine Rolle.

Ob dabei ein Handschleifklotz verwendet wird oder einfach nur Schleifpapier per Hand, ist letztlich ebenfalls nebensächlich. Durch die Grundierung stellen sich kleine Holzfasern auf, die von der nun rauen Oberfläche entfernt werden müssen.

Wichtig ist dabei vor allem, keinen starken Druck auszuüben, sondern mit dem Schleifmittel nur leicht über das Werkstück zu gleiten.

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

fataler Fehler

Beim Lackieren kam mir die Idee, vorsichtshalber noch einmal den Platz zwischen Hängeschrank und Decke auszumessen.
Dann folgte allerdings die Ernüchterung: Die Halterung würde in der geplanten Form überhaupt nicht passen, da die senkrechten Streben deutlich zu lang waren.

Was also tun?

Ganz einfach: kürzen.
Die senkrechten Streben musste ich tatsächlich um etwa 15 cm ablängen – und das ausgerechnet kurz oberhalb der unteren Bohrungen für die Schrauben.
Schlimm? Nein, so etwas passiert eben. Allerdings hätte ich vorher sinnvollerweise einfach noch einmal nachmessen sollen.

Früher wäre mir so ein Fehler vermutlich nicht passiert. Heute sehe ich darin eher ein Zeichen von Überheblichkeit. Dieses „Passt schon“ ist eben oft ein Trugschluss.
Deshalb gilt für mich mehr denn je: Lieber einmal zu viel messen als einmal zu wenig.

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

Zufriedenheit ist ein schöner Moment

Genau deshalb mache ich das Ganze: eine Arbeit so zu vollenden, wie ich sie mir als Ergebnis vorgestellt habe.

Sicher würde man mögliche Brandflecken an dieser Stelle später kaum noch sehen. Aber ich selbst wüsste, dass sie vorhanden sind – und genau das würde mich stören.

Dasselbe gilt für das Schleifen. Warum schleife ich einen Wandhalter sorgfältig, obwohl ihn später vermutlich kaum jemand genauer betrachtet? Weil ich selbst weiß, wie er verarbeitet wurde. Nur so entsteht am Ende wirkliche Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit.

Im Internet wird heutzutage leider vieles gezeigt, das handwerklich fragwürdig ist – und dennoch wird dabei häufig der Anspruch erhoben, ein „Fachmann“ zu sein.

Ganz gleich, welches Projekt ein Hobby-Holzwerker baut: Es sollte Freude und Zufriedenheit über das eigene Ergebnis auslösen. Dabei geht es nicht darum, absolute Perfektion erreichen zu wollen, sondern darum, die eigene handwerkliche Leistung stetig zu verbessern – selbst bei kleinen Projekten, die für andere vielleicht völlig unbedeutend erscheinen.

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

Montage der Halterung

Das Montieren macht bei solchen Arbeiten eigentlich immer am meisten Spaß.

Denn genau in diesem Moment zeigt sich, ob Konstruktion, Maße und Planung wirklich korrekt umgesetzt wurden.
Abgesehen von meiner eigenen Nachlässigkeit beim vorherigen Messen ließ sich der Fehler glücklicherweise noch gut korrigieren. Die Stabilität der Konstruktion ist weiterhin vollkommen ausreichend.
Für das geringe Gewicht von knapp 8 kg ist diese Halterung mehr als stabil genug.
Bleibt noch die Frage: Wie befestige ich den Luftreiniger auf der Halterung, damit er sich durch die Vibrationen im Betrieb nicht verschiebt?
Die Lösung ist eigentlich recht simpel: Ich werde an vier Punkten entlang der Auflagefläche sogenanntes Spiegelklebeband anbringen. Dieses ist deutlich dicker und stabiler als gewöhnliches doppelseitiges Klebeband und sollte das Gerät zuverlässig an seinem Platz halten.

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

Wandhalterung passt

Das Gerät ist heute angekommen.

Nach dem Auspacken habe ich direkt einen kurzen Funktionstest durchgeführt – alles funktioniert wie erwartet.

Anschließend habe ich die Wandhalterung montiert und sicher verschraubt. Da der Luftreiniger selbst nur etwa 8 kg wiegt, ließ sich das Gerät problemlos auf der Halterung befestigen.

Mit der aktuellen Lösung der Stromversorgung bin ich allerdings noch nicht ganz zufrieden. Das sichtbare Elektrokabel wirkt optisch nicht besonders sauber. Ich würde die Leitung gerne kürzen und zusätzlich in einem Kabelkanal verlegen.

Solange jedoch noch Garantie auf den Luftreiniger besteht, werde ich daran nichts verändern.

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

große Erwartungshaltung

Nachdem ich bislang auch ohne Luftreiniger gut zurechtgekommen bin, erwarte ich nun natürlich eine deutliche Verbesserung der Luftqualität – so, wie es von vielen Holzwerkern immer wieder beschrieben und propagiert wird.

Allerdings haben sich manche vermeintlichen „Wundermittel“ in der Vergangenheit letztlich eher als heiße Luft erwiesen.

Trotzdem hoffe ich, mit diesem Luftreiniger künftig eine spürbar sauberere Werkstatt und weniger schwebenden Feinstaub zu haben.

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14

noch ein Goodie zum Download

Jeder kennt das: Irgendwo in der Werkstatt liegt ein gesuchtes Teil – nur wo genau?

So würde es vermutlich auch früher oder später mit der Fernbedienung des Luftreinigers enden.

Deshalb habe ich kurzerhand in SketchUp einen passenden Halter für den 3D-Druck konstruiert und direkt ausgedruckt.

Die Passung ist genau richtig geworden: Die Fernbedienung lässt sich leicht entnehmen, sitzt aber dennoch sicher und ohne zu wackeln in der Halterung.

Die STL-Datei hänge ich selbstverständlich mit an.

Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14
Wandhalter für den Scheppach Luftreiniger HDA-14
Investition Hobelbank: Lohnt sich das Geld wirklich?

Investition Hobelbank: Lohnt sich das Geld wirklich?

moderne Hobelbank

Lohnt sich eine teure Hobelbank?

Die Frage, ob man wirklich eine Hobelbank braucht, lässt sich mit einem klaren „Es kommt darauf an“ beantworten.

Ich stand vor einigen Jahren zu Beginn meiner Leidenschaft selbst vor dieser Entscheidung. Damals fiel die Wahl auf einen Festool MFT/3 – eine Entscheidung, die ich nie bereut habe. Warum? Weil ich das Glück hatte, mein Material meist schon im abgerichteten und fertig ausgehobelten Zustand kaufen zu können.

Hobelbank

Hobelbank selbst bauen oden kaufen?

Viele Holzwerker haben ein starkes Interesse am Hobeln und der klassischen manuellen Holzbearbeitung. Für sie stellt sich zwangsläufig die Frage: „Hobelbank selbst bauen oder fertig kaufen?“

Ich habe mich im Netz nach entsprechenden Angeboten umgesehen und bin dabei auf ein Modell gestoßen, das mich überzeugt hat. Ganz ehrlich: Bei diesem Preis-Leistungs-Verhältnis würde ich nicht selbst bauen, sondern sofort zuschlagen. Allein der Materialwert für ein solches Projekt ist immens hoch, und die Verarbeitung scheint hier zudem ausgezeichnet zu sein.

Werkbank für Moxon-Vise

Alternative zur Hobelbank

Wer sich auf den Möbelbau aus Vollholz oder beschichteten Platten konzentriert, aber nicht völlig auf die Vorzüge einer Hobelbank verzichten möchte, für den ist eine sogenannte Aufsatz-Hobelbank die ideale Lösung. Sie bietet die klassischen Spannmöglichkeiten einer großen Bank, lässt sich aber nach getaner Arbeit platzsparend verstauen oder mobil einsetzen.

Auch ich habe eine solche Moxon-Vise entwickelt und gebaut, die ich in meinem Shop zum Kauf anbiete. In Kombination mit meinem MFT bietet mir dieses Setup alle nötigen Möglichkeiten, um meine Projekte präzise und effizient umzusetzen.

Werkbank selber bauen

Werkbank mit Moxon-Vise

Hier möchte ich meine persönliche Lösung für das „Hobelbank-Problem“ vorstellen: Ich habe eine Werkbank konzipiert, die speziell auf die Nutzung mit der Aufsatz-Hobelbank abgestimmt ist.

Der große Vorteil dieses Setups ist die Flexibilität: Ohne die montierte Moxon-Vise kann ich die Fläche jederzeit für andere Projekte nutzen. Aktuell dient sie sogar als Basis für meinen Kaffeevollautomaten und den 3D-Drucker. Die Moxon-Vise selbst ist derweil sicher in einem meiner Schränke verstaut.

Eigentlich ist es fast schade drum, aber am Ende des Tages bin ich ehrlich zu mir selbst: Ich hobele schlichtweg nicht von Hand.

Wann sich eine teure Hobelbank lohnt:

  • Reine Handarbeit: Wenn du Bohlen mit dem Schrupp- und Raubankhobel abrichtest. Hierbei entstehen enorme Horizontalkräfte, die einen leichten Tisch (wie den MFT) zum Wandern oder Schwingen bringen. Eine schwere Bank (ab 80–100 kg) steht wie ein Fels.

  • Präzision der Zangen: Bei billigen Hobelbänken verziehen sich die Vorder- und Hinterzangen oft oder laufen unsauber. Teure Bänke (z.B. von Ramia, Hofmann & Hammer oder Sjöbergs) haben massive Führungen, die das Werkstück bombenfest halten, ohne es zu beschädigen.

  • Langlebigkeit: Eine hochwertige Bank aus massiver, gedämpfter Buche ist eine Anschaffung für Generationen. Man kann sie mehrfach abrichten (plan hobeln), wenn sie nach Jahren Macken bekommt.

Wann sie sich NICHT lohnt:

  • Maschinen-Fokus: Wer wie ich Material bereits ausgehobelt kauft oder eine Abricht-Dickenhobel-Maschine besitzt, braucht die schwere Masse einer Hobelbank fast nie.

  • Plattenbauweise: Wenn du hauptsächlich mit Sperrholz, MDF oder beschichteten Platten arbeitest, ist ein Lochrastersystem (MFT) mit Zwingen und Stoppern wesentlich effizienter als eine klassische Bank.

  • Platzmangel: Eine stationäre Hobelbank ist ein "Raumfresser". In einer kleinen Werkstatt ist meine Lösung mit der Aufsatz-Hobelbank (Moxon-Vise) überlegen, da sie die Arbeitshöhe ergonomisch verbessert und bei Nichtgebrauch im Schrank verschwindet.

Holzverbindungen leicht gemacht: Grundlagen für Heimwerker

Holzverbindungen leicht gemacht: Grundlagen für Heimwerker

Holzverbindungen

Holzverbindungen einfach erklärt

Meine ersten Holzverbindungen habe ich mit Metallwinkeln hergestellt. Diese waren teuer gekauft, aber nicht nur unansehnlich, sondern auch ziemlich instabil – zumal ich damals oft die falschen Schrauben verwendet habe. Holzverbindungen einfach erklärt.

Schlitz- und Zapfenverbindungen sahen in Videos zwar sehr gut aus, aber die Umsetzung war aufgrund fehlender handwerklicher Erfahrung für mich nicht realistisch.

Die Frage ist also: Wie kann man trotzdem schnell, sauber und stabil Holzverbindungen herstellen?

Eine gute Lösung sind passende Maschinen und Dübelverbindungen.

Mafell-DDF-40-

welche Verbindungen gibt es?

Unzählige! Im Holzbereich gibt es tatsächlich eine enorme Vielfalt an Form- und Steckverbindungen. Besonders bekannt und beliebt sind die japanischen Holzverbindungen, die in zahlreichen YouTube-Videos eindrucksvoll gezeigt werden. Viele davon sind jedoch eher als dekorative oder demonstrative Verbindungen zu sehen.

Im Folgenden konzentriere ich mich bewusst nicht auf klassische Holzverbindungen wie Schlitz-und-Zapfen oder Überblattungen. Stattdessen geht es um schnelle, saubere und zuverlässige Dübelverbindungen, die mithilfe geeigneter Maschinen präzise und effizient hergestellt werden können.

Domino und Lamello

häufigste Dübelfräsen

Die gebräuchlichsten Dübelfräsen sind die Festool DF 500 und DF 700 sowie die Dübelfräse von Lamello. Vor einiger Zeit hat auch Mafell mit der DDF 40 versucht, in diesem Markt mitzumischen. Auch ich habe mir damals die DDF 40 gekauft – in der Annahme, etwas Neues und vielleicht sogar Besseres zu erhalten. Das stellte sich jedoch als Trugschluss heraus.

Meine erste Dübelfräse war die Festool DF 500. Mit ihr habe ich damals nahezu alle Holzverbindungen hergestellt und war damit auch sehr zufrieden. Zu diesem Zeitpunkt kannte ich jedoch die Vorteile der Lamello-Dübelfräse noch nicht.

Das änderte sich erst mit dem Kauf der Lamello Zeta P2.

WC-Garnitur

Holzverbindung mit Dominos

Auf diesem Bild ist eine Domino-Verbindung zu sehen. Die Dominos von Festool sind längliche Holzdübel („Stäbchen“), die in zuvor mit der Dübelfräse gefräste Langlöcher eingesetzt werden.

Die Passgenauigkeit dieser Fräsverbindungen ist ausgezeichnet, wodurch sehr stabile und belastbare Verbindungen entstehen.

Dominos sind in unterschiedlichen Größen erhältlich. Die gängigen Varianten – etwa 4, 5, 6, 8 und 10 mm – haben jeweils fest definierte Längen: Je dünner der Domino, desto kürzer ist er in der Regel ausgeführt. Inzwischen gibt es jedoch auch Domino-Stangen mit Längen von bis zu einem Meter, die sich individuell zuschneiden lassen.

Darüber hinaus unterscheiden sich die Dominos im Material. Es gibt sie hauptsächlich aus Buche oder Sipo. Buchen-Dominos sind zwar etwas günstiger, jedoch nicht wasserfest. Für Anwendungen, bei denen Feuchtigkeit eine Rolle spielt, sind daher Sipo-Dominos klar zu empfehlen.

Lamello Zeta P2

Holzverbindung mit Lamellos

Zu dieser Lamellofräse kam ich erst relativ spät. Damals war ich ein echter Festool-Fan – für mich kamen ausschließlich Maschinen dieses Herstellers infrage. Rückblickend leider ein wenig zu eingeschränkt gedacht.

Im Internet stieß ich schließlich auf ein Video, das die vielfältigen Möglichkeiten der Lamello Zeta P2 zeigte. Besonders beeindruckt hat mich dabei die Option, Holzverbindungen herzustellen, die sich bei Bedarf wieder lösen lassen – genau das ermöglicht das P2-System von Lamello.

Gleichzeitig ist die Fräse aber nicht nur auf dieses System beschränkt. Sie lässt sich ebenso problemlos für klassische Lamellos einsetzen.

Diese „normalen“ Lamellos sind deutlich günstiger als die Dominos von Festool. Allerdings haben sie auch ihre Eigenheiten: Sie sind nicht wasserfest. Im Gegenteil – beim Verleimen quellen die Lamellos auf, wodurch sie sich fest in den Fräsnuten verankern und so die Werkstücke sicher miteinander verbinden.

DDF 40

Holzverbindung mit Runddübeln

Mit dem Kauf der Mafell DDF 40 (Doppeldübelfräse) folgte für mich die große Ernüchterung. Damals habe ich tatsächlich schon über 1.000 Euro für eine Maschine bezahlt, die letztlich nichts anderes tut, als zwei Löcher im Abstand von 32 mm ins Holz zu fräsen.
Im Vergleich zu den Fräsungen mit der Festool DF 500 oder der Lamello Zeta P2 lassen sich diese beiden Bohrungen auch problemlos mit einem Akkuschrauber und einem passenden Bohrer herstellen – deutlich einfacher, als man zunächst denkt.
Heute muss man schon gezielt nach Anbietern suchen, die eine solche DDF überhaupt noch führen. Die damit hergestellten Holzverbindungen sind zwar grundsätzlich einfach umzusetzen, erreichen meiner Erfahrung nach jedoch weder die Präzision noch die Stabilität der Verbindungen mit der DF 500 oder der Lamello Zeta P2.
Das ist natürlich meine persönliche Einschätzung.

Festool DF 700

Festool DF 700

Nein, diese große Dübelfräse habe ich nicht gekauft.

Zwar ermöglicht die Maschine sehr stabile Verbindungen mit Dübelgrößen bis zu 14 × 140 mm, doch solche Dimensionen waren und sind in meinem Holzwerkerbereich schlicht nicht erforderlich.

Theoretisch ließen sich mit dieser Maschine auch kleinere Dominogrößen verarbeiten. Mit einem entsprechenden Adapter könnte man somit das gesamte Spektrum der Dominos abdecken. Allerdings ist das Handling der Maschine deutlich weniger angenehm, was den praktischen Einsatz aus meiner Sicht einschränkt.

Holzverbindungen
Holzverbindungen
Holzverbindungen
Holzverbindungen

meine Empfehlung

Mit allen drei Dübelfräsen konnte ich eigene Erfahrungen sammeln.

Die Festool DF 500 ist eine wirklich sehr gute Maschine. Die Fräser halten extrem lange, und die Verbindungen sind sauber sowie präzise. Mit einem aktuellen Preis von rund 1.100 Euro im Set ist sie allerdings kein Schnäppchen.

Auch die Lamello Zeta P2 gehört nicht zu den günstigen Maschinen und liegt derzeit bei etwa 1.400 Euro. Dafür überzeugt sie jedoch durch ihre hohe Qualität und Präzision – aus meiner Sicht ist sie ihr Geld absolut wert.

Deutlich abgeschlagen liegt für mich die Mafell DDF 40, die aktuell ebenfalls noch rund 1.100 Euro kostet. In Anbetracht ihrer Leistung und Einsatzmöglichkeiten kann sie mit den anderen beiden Maschinen nicht mithalten.

Meine klare Empfehlung ist daher die Lamello Zeta P2, da sie weit mehr Möglichkeiten bietet als die reine Verarbeitung von Lamellos.