XXL-Bilderrahmen bauen: Tipps für große Formate aus Meranti

XXL-Bilderrahmen bauen: Tipps für große Formate aus Meranti

XXL-Bilderrahmen

XXL-Bilderrahmen bauen: Tipps für große Formate aus Meranti

Meine Seekarte – das Herzstück der Ausbildung und Prüfung zum Sportküstenschifferschein (SKS) – sollte nach dem Erfolg nicht einfach in einer dunklen Schublade verschwinden. Da der passende Platz an der Wand bereits reserviert war, entschloss ich mich zum Bau eines XXL-Bilderrahmen s.

Doch welches Holz passt zu einer Seekarte? Eiche erschien mir zu hell, Bangkirai schlichtweg zu schwer. Die Wahl fiel schließlich auf Meranti: Mit seinem edlen Farbton passt es ausgezeichnet zum maritimen Charakter der Karte.

XXL-Bilderrahmen

Meranti-Balkonbretter als Grundlage

Meranti findet man in verschiedensten Formaten, aber kurioserweise kaum als Leimholzplatte – vielleicht liegt es an der ganzen Debatte rund um die Nachhaltigkeit. Schaut man in die USA oder andere Länder, ist das überhaupt kein Thema; dort sind solche Hölzer, genau wie Zeder, oft spottbillig zu haben.

Da ich hier nehmen muss, was verfügbar ist, griff ich zu Meranti-Balkonbrettern im Format 27x145 mm. Diese habe ich auf der Tischkreissäge aufgetrennt und im Makita-Dickenhobel auf exakt 25 mm Stärke gebracht. Das ist unverzichtbar, da die Rohmaße oft schwanken. Die Breite passt perfekt, und gehalten wird der XXL-Rahmen später über eingelassene Rahmenhalter.

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Eckverbindungen XXL-Bilderrahmen

Die Gehrungsverbindung ist beim Bilderrahmenbau ein oft diskutiertes und leidiges Thema. Damit das Ergebnis überzeugt, müssen die 45 Grad-Winkel absolut exakt sein. Um Ausrisse zu vermeiden und eine perfekte Splitterfreiheit zu garantieren, nutze ich an meiner Festool KS 120 immer ein Opferholz als Zulage.

Für die eigentliche Verbindung setze ich auf eine mechanische Lösung: Mit der Lamello-Fräse werden zwei schräge Schlitze in die Eckverbindung gesetzt. Hier kommen die selbstspannenden Einschlaglamellen zum Einsatz. Das Geniale an diesen Verbindern ist, dass sie die Gehrung beim Eintreiben regelrecht zusammenziehen und so für eine extrem stabile und dichte Fuge sorgen.

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Falz und Sacklöcher

Ein XXL-Bilderrahmen benötigt natürlich einen passenden Falz für die Aufnahme des Inhalts – bestehend aus der Seekarte und einer stabilisierenden Rückwand. Letztere schützt nicht nur das Bild, sondern dient gleichzeitig dazu, den Rahmen exakt im rechten Winkel zu zentrieren und zu versteifen.

Den Falz habe ich mit einem großen Falzfräser eingearbeitet. Während ich beim ersten Rahmenteil noch vorsichtig in zwei Schritten gefräst habe, zeigte sich schnell: Mit einem wirklich scharfen Qualitätsfräser gelingt das in Meranti auch problemlos in einem Durchgang. Die Sacklöcher für die Halterungen haben einen Durchmesser von 30 mm und lassen sich einfach mit dem Forstnerbohrer herstellen. Mein Rat: Nutzt hier unbedingt Qualitätsbohrer, um unschöne Ausrisse am Rand zu vermeiden.

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dekorativer Rand am Bilderrahmen

Um die Optik des XXL-Bilderrahmens aufzuwerten, habe ich die Außenkanten mit einem speziellen Profilfräser bearbeitet. Diesen Fräser habe ich schätzen gelernt, als ich vor Jahren einen Kurs bei einem Tischlermeister besuchte (dessen Name hier nicht mehr genannt werden soll) – er eignet sich hervorragend, um schlichten Rahmen oder Kästen eine hochwertige Tiefe zu verleihen.

Ein wichtiger Praxistipp: Diese Profilierung sollte unbedingt vor den Gehrungsschnitten vorgenommen werden. So stellt man sicher, dass das Profil an den Ecken absolut präzise ineinandergreift und die Schnitte sauber durch das bereits profilierte Holz gehen.

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Rückwand für den XXL-Bilderrahmen

Als Rückwand verwende ich eine einfach beschichtete, 5 mm starke Möbelrückwand in Weiß. Diese ist meist sehr preiswert zu beziehen – sofern man den Baumarkt meidet. Erfahrene Holzwerker wissen ohnehin, dass die dort angebotenen Qualitäten oft nicht für hochwertige Ergebnisse taugen.

Vor dem Einbau habe ich die Seekarte direkt auf die Rückwand kaschiert. Dafür eignet sich ein hochwertiger Sprühkleber oder ein streichfähiger Kontaktkleber. Aber Vorsicht: Bei einem XXL-Format muss die Verarbeitung extrem zügig gehen, da der Kleber schnell anzieht und Korrekturen nach dem ersten Kontakt fast unmöglich sind.

XXL-Bilderrahmen

fertiger XXL-Bilderrahmen

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Gehrungen sind alle perfekt geschlossen und absolut plan zueinander. Dank der stabilen Rückwand sitzt der Rahmen exakt im rechten Winkel. Das Bild ist fixiert, die Halterungen sind eingesetzt – der XXL-Bilderrahmen ist fertig. Ein würdiger Platz für meine SKS-Seekarte!

Charmanter Landhaus-Schrank mit Schubladen für mehr Stauraum

Charmanter Landhaus-Schrank mit Schubladen für mehr Stauraum

Landhaus-Schrank

Stauraum mit Stil: Landhaus-Schrank mit praktischen Schubladen

Die dunklen Möbel, die zuvor dort standen, waren einfach nicht ansprechend.

Zudem sollte eine Möglichkeit geschaffen werden, Hundezubehör direkt am Ausgang unterzubringen. Dafür bieten sich große Schubladen besonders gut an: So bleiben die Sachen nicht nur außer Sicht, sondern auch ordentlich und trocken aufbewahrt.

Der Landhausstil war dabei kein Zufall. Ich wollte bewusst Möbel mit Konterprofil-Fräsungen bauen und so die Optik etwas traditioneller gestalten.

Landhaus-Schrank

Konstruktion des Landhaus-Schrankes

Mittlerweile gehört SketchUp zu meinem Standardwerkzeug für die Konstruktion von Möbeln und allen anderen Holzprojekten.

Andere Programme wie AutoCAD oder FreeCAD decken zwar ebenfalls viele Bereiche ab, aber für den Hobby-Holzwerker im Möbelbau ist SketchUp für mich die einfachste und flexibelste Lösung.

So habe ich auch diesen Landhaus-Schrank damit konstruiert.

Der Schrank soll drei große Schubladen, ein langes offenes Fach und Rollen haben, sodass er sich zum Reinigen des Bodens leicht verschieben lässt.

Als Material verwende ich Fichte-Leimholz mit 19 mm Stärke, und für die Deckplatte habe ich noch ausreichend Eichenleimholz übrig.

Landhaus-Schrank

Beschläge für den Landhaus-Schrank

Billiges Holz und teure Beschläge? Ja, genau so ist Hobby!

Für die Schubladenführungen verwende ich Hettich Quadro V6-Auszüge. Damals wusste ich noch nicht, dass sich die Maße der Schubladen nach den Vorgaben der Auszüge richten müssen und dass bauliche Anpassungen an den Schubladen erforderlich sind. Wie dem auch sei – die Auszüge selbst sind sehr hochwertig, aber auch nicht gerade günstig.

Als Griffe für die Schubladen setze ich zeitgemäße Beschläge ein, die ich online gefunden und bestellt habe. Im Baumarkt sind solche Beschläge entweder gar nicht zu bekommen oder – falls doch – unverschämt teuer.

Landhaus-Schrank

Fräsen der Schubladenfüllung

Hier kommt einer meiner Profilfräser zum Einsatz: der Abplattfräser.

Eigentlich ist das ein einfacher Vorgang, der jedoch materialabhängig manchmal in mehreren Durchgängen erfolgen muss. Bei der Fichte ließ sich die Fräsung hingegen in einem einzigen Arbeitsgang problemlos durchführen.

Besonders wichtig ist die Höheneinstellung des Fräsers, abgestimmt auf die Fräsung der Rahmenteile.

Solche Arbeiten funktionieren nur reibungslos auf einem Frästisch.

Preisgünstige Lösungen für einen eigenen Frästisch habe ich in einem meiner Beiträge bereits beschrieben.

Landhaus-Schrank

Fräsen der Schubladenrahmen

Hier kommen zwei Profilfräser zum Einsatz: einer für die Längsseiten eines Rahmens und einer für die Verbindungen dazu.

Bei diesen Fräsungen ist die Höheneinstellung besonders wichtig, weshalb Probefräsungen unbedingt erforderlich sind.

Für die gezeigten Arbeiten habe ich zunächst Fräser aus Deutschland verwendet – sehr teuer! Bei späteren Fräsungen habe ich Fräser aus den USA eingesetzt, für einen Bruchteil des Preises. Das Ergebnis? Kein Unterschied in der Qualität!

Manchmal hat man als Holzwerker wirklich das Gefühl, nur abgezockt zu werden. Ich kaufe seitdem keine deutschen Fräser mehr.

Die Rahmenteile habe ich zusätzlich noch mit einer Domino-Verbindung vorbereitet – das ist aber nicht zwingend erforderlich.

Landhaus-Schrank

Schubladen bauen

Auch die Schubladen habe ich aus Fichte gebaut, jeweils mit eingeschobenem Boden.

Schubladen sind grundsätzlich sehr einfach herzustellen. Dazu habe ich einen ausführlichen Bericht geschrieben, der hier zu finden ist.

Natürlich könnte man auch aufwändigere Schubladen bauen, zum Beispiel mit gezinkten Verbindungen. In diesem Fall war das jedoch nicht nötig.

Die Arbeit geht recht schnell von der Hand – nur Vorsicht beim Zuschnitt! Die Maße müssen exakt passen, damit die Schubladenführungen korrekt eingebaut werden können.

Landhaus-Schrank

Grundrahmen

Der Grundrahmen für diesen Landhaus-Schrank war schnell zusammengebaut. Wichtig dabei ist, dass alle zu verleimenden Teile bereits lackiert sind – so wird das anschließende Lackieren ein Kinderspiel.

Mangels ausreichend langer Zwingen habe ich mir mit Hilfslöchern in der oberen Platte behelfen müssen. Diese Löcher sind später nicht mehr sichtbar.

Die Holzverbindungen wurden mit Lamellos hergestellt.

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Sockel Landhaus-Schrank bauen

Der Sockel für diesen Landhaus-Schrank ist etwas größer als der eigentliche Schrankboden, um die Optik des Schrankes zu verbessern.

Der Rahmen wird anschließend einfach auf den Boden geschraubt.

Der Boden ist mit vier Laufrollen ausgestattet, was auch den geringen Abstand zur Werkbank erklärt. So lässt sich der Schrank jederzeit bequem verschieben.

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Deckplatte für den Landhaus-Schrank

Das Leimholz für den Deckel des Landhaus-Schrankes habe ich selbst hergestellt – aus zuvor sorgfältig vorbereiteten Eichenbrettern.

Die Dominos dienen dabei lediglich zur Zentrierung der Höhe beim Verleimen der Bretter zu einer durchgehenden Platte. Sicher hätte auch eine geringere Anzahl Dominos denselben Effekt erzielt.

„Schrank aus Fichte und Deckel aus Eiche?“ mag man sich fragen. Ich hatte die Eichenbretter noch übrig, und anstatt sie nur zu lagern, wollte ich sie sinnvoll einsetzen. So kommen sie nun praktisch und optisch ansprechend zum Einsatz.

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Deckplatte doppeln mittels Kranz

Die Deckplatte soll einen massiveren Eindruck vermitteln. Das lässt sich sehr gut mit einem umlaufenden Kranz erreichen.

Auch dieser Kranz ist aus Eiche gefertigt – in diesem Fall ein Muss. Der Schrank ist den üblichen Temperaturschwankungen ausgesetzt und arbeitet entsprechend. Deshalb sollten die Holzarten identisch sein.

Das Profil habe ich mit einem Fräser aus den USA in das Holz gebracht.

Zwar wirken diese Fräser im Vergleich zu den oft filigranen deutschen Fräsern etwas „klobig“, doch sowohl das Arbeiten damit als auch das Ergebnis sind ausgezeichnet.

Landhaus-Schrank

Tests vor dem Zusammenbau

Aus eigener – und vielfach schmerzhafter – Erfahrung kann ich nur zu regelmäßigen Tests der einzelnen Teile raten.

Passen die Blenden in Breite und Höhe? Haben sie genügend Spiel, um auch höhere Temperaturschwankungen problemlos auszuhalten?

Ohne solche Funktionstests oder andere Überprüfungen kann man leicht viele Arbeitsstunden „in den Sand setzen“. Und natürlich dürfen die Zusatzkosten für das Material nicht vergessen werden.

Hier passt nun alles zusammen, und die Endmontage kann nach allen Lackierarbeiten beginnen.

Landhaus-Schrank

fertiger Landhaus-Schrank

Das Ergebnis ist sehr zufriedenstellend.

Was hat mir der Bau gebracht?

Zunächst konnte ich mal wieder intensiv am Frästisch arbeiten – ein Gerät, das in meiner Werkstatt viel zu selten zum Einsatz kommt. Außerdem hat sich mein Eindruck bestätigt, dass man als Holzwerker bei vielen deutschen Online-Anbietern für Zubehör, Maschinen und Werkzeug oft über den Tisch gezogen wird. Unterstützt wird das häufig von sogenannten „Influencern“, die solche Produkte als selbstverständlich zu kaufende Standards darstellen.

Darüber hinaus habe ich festgestellt, dass es sich wirklich lohnt, mit hochwertigen Materialien wie Eiche, Meranti, Iroko, Bangkirai oder Teakholz zu arbeiten. Alles andere gehört für mich mittlerweile eher in die Kategorie „Bauholz“.