Eigenbau Moxon Vise – stabil und praktisch für Holzarbeiten
Eigenbau Moxon Vise – stabil und praktisch für Holzarbeiten
Das für mich bisher schlimmste Projekt überhaupt. Fast alles habe ich falsch gemacht.
In der Zeitschrift stand: „Der Bau der Aufsatzzange ist auch für Einsteiger leicht zu bewältigen.“
Dieser Satz ließ mich glauben, dass das Projekt schnell abgeschlossen sein würde – doch weit gefehlt. Tatsächlich habe ich die Aufsatzzange zweimal bauen müssen, bevor sie funktionierte. Zu den Einzelheiten gehe ich am Ende dieses Beitrags noch genauer ein.
Oft hätte ich während der Arbeit einen Schraubstock gebrauchen können. Einen richtigen habe ich mir aber nie gekauft – der Platz war immer zu knapp. Wohin damit?
Vor kurzem bin ich auf ein Video in Youtube gestoßen, in dem eine solche Aufsatzbank vorgestellt und gebaut wurde. Dieses Modell erschien mir platzsparend, flexibel und deutlich praktikabler für meine Werkstatt.
Buche-Leimholz keilgezinkt
Als die Zeitschrift mit dem Bauplan erschien, sah die Marktsituation im Holzbereich noch deutlich anders aus. Heute ist es nicht einfach, Buchenleimholz mit durchgehenden Lamellen zu finden. Daher entschied ich mich für keilgezinktes Buchenleimholz – deutlich günstiger als Eichenleimholz. Beide Holzarten gehören zudem zur selben Familie, sodass die Stabilität und Optik vergleichbar sind.
Dieses Mal ließ ich die Teile gleich zuschneiden, was die Arbeit erheblich erleichtert und ein sofortiges Beginnen des Baus ermöglicht. Die zugeschnittenen Teile entsprechen exakt der Bauanleitung.
Natürlich darf ich den Bauplan der Zeitschrift hier nicht veröffentlichen. Ich habe die Aufsatzbank daher für mich selbst in SketchUp nachkonstruiert, um eine genaue Orientierung zu haben.
Da ich das Holz erst am nächsten Tag verarbeiten wollte, habe ich die Platten unter Zwingen gesetzt. Buchenholz neigt bekanntlich stark zum Verziehen – manchmal schon beim Hinschauen.
Grundplatte
Hinrnleisten
Beide Platten haben die gleichen Maße.
Allerdings soll die untere Platte an den Seiten länger sein um mit Zwingen am Arbeitstisch befestigen zu können. Deshalb habe ich Hirnleisten angebracht. Diese Leisten verringern auch das Schüsseln der Platte.
Angebracht mit Lamellos und dann verleimt.
Abrunden der Ecken
Muss nicht sein, sieht aber besser aus.
Eigentlich habe ich das KREG-Frässchablonenset für Ecken. Ich habe es einmal benutzt und sofort festgestellt, dass dieses Set das Katalogpapier nicht wert ist! Werde ich wegwerfen. Meine selbstgemachte Frässchablone ist viel besser und kostet außer etwas Arbeit nichts. Mit dieser Schablone habe ich die Ecken mit einem Radius von 50 mm abgerundet.
Vorbohren
Die untere Platte wird angeschraubt. Dazu habe ich alle Löcher vorgebohrt und versenkt.
Die Querträger haben zwar eine theoretische Höhe von 88 mm, aber nicht alle Teile sind gleich dick. Ich habe die Querstreben in der Höhe um 1mm gekürzt, also auf 87mm. So passte alles perfekt zusammen.
Deckplatte
Lamellos für die Stützen
Die Stützen werden durch Lamellos zentriert. So werden die Stützen beim Verleimen und Verschrauben sicher in der richtigen Position gehalten.
Ich verwende dazu 20er Lamellos und fräse mit der Lamello Zeta P2. Das geht viel einfacher als mit der Festool DF 500.
Tischlöcher für Bankhelfer
Der damalige Konstrukteur hat in seiner Konstruktion 19mm-Bohrungen gemacht. Diese Größe passt für meine Festool-Helfer nicht. Ich brauche 20mm Bohrungen. Was allerdings hier ein Problem sein wird. Wie auch immer. Diese Bohrungen (nicht alle) konnte ich nicht dem Bosch Bohrständer einbringen.
Eine Reihe musste ich manuell mit dem Akkuschrauber bohren, das der Bohrständer die Ausladung nicht hat.
Eine Reihe musste ich mit einem Akkuschrauber manuell bohren. Mit der Zeit bekommt man ein ungefähres Gefühl für eine fast senkrechte Bohrung.
Die Forstnerbohrer von Festool sind wirklich sehr gut.
Nut für die C-Nut-Schiene fräsen
Die C-Nut-Schine ist 17mm breit und 11mm hoch. Soll ich in einem durch fräsen oder mache ich das in 2 Schritten?
Bei 2 Schritten werde ich sicher eine winzige Kante in der Nut sehen. Aber ds ist egal, denn die Schiene wird das verdecken.
So habe ich in 2 Schritten gefräst. Erst 6mm, dann die restlichen 5mm. Passt genau.
Stützen
Zuschnitt
Die Teile für die Stützen habe ich nur grob zuschneiden lassen. Das Istmaß erhält man erst bei der Montage.
Zunächst habe ich die Stützen mit der Tischsäge auf 88m Höhe geschnitten. Theoretisches Maß bei exakter Plattendicke von 26mm.
Mittels Test zwischen Ober- und Unterplatte mit Vorderzange habe ich das passende Maß ermitteln können. Es sind 87mm. Nicht viel weniger, doch unbedingt notwendig.
Vorderzange (beweglich)
Doppeln
Die vordere bewegliche Zange muss gedoppelt werden. Dazu werden einfach zwei gleichgroße Teile miteinander verleimt.
Damit dies Teile beim Verleimen nicht verrutschen habe ich 3 Lamellos für die Zentrierung eingebaut. So geht das Verleimen wesentlich einfacher.
Die Verleimung habe ich unter vielen Schraubzwingen 3 Stunden trocknen lassen.
Fasen
Nach dem Bohren und Schleifen habe ich eine Fase rundherum gefräst.
Nicht feste drücken und nicht zu langsam führen. Sonst gibt es Brandflecken auf dem Holz, die immer sehr schwer zu entfernen sind.
Innenzange (fest)
Vierkantmutter einbauen
Die Zange erhält eine Doppelung an den Enden um die Gewindestange sicher zu befestigen. Anders als im Video habe ich es über eine Verschraubung vorher gelöst. Ich bohre und stemme vor dem Anbau der Innenzange. So ist das viel einfacher. Außerdem verwende ich hier Vierkantmuttern. Der Mittelpunkt der Bohrung ist vorgegeben und der Umriss der Vierkantmutter mit Bleistift übertragen. Kanten mit dem Messer nachgezogen.
Stemmen
Stemmen war nie mein Fall. Doch diese Arbeit hat mir sehr geholfen. Im Kopf hatte ich immer: so viel mit einen Schlag wegnehmen wie möglich. Immer feste drauf. Das ist aber völlig falsch. Geduld ist die Lösung. In kleineren Schritten ging das Ausstemmen absolut einfach und auch sauber. Die Vierkantmutter ist bündig mit der Oberfläche eingelassen.
Bohrungen für die Trapezgewindestangen
Man kann gut die Mitte vom Bohren am Boden erkennen. Genau dort habe ich auch die Spitze des 19mm-Bohrers angesetzt und über eine Unterlage durchgebohrt,
Der "billige" 19er Bohrer ist wirklich Müll. Aber für die paar Bohrungen reicht der.
Handräder bauen
Eiche doppeln
Aus Resten vom Möbelbau habe ich 2 Platten gedoppelt. Eiche mit durchgehenden Lamellen, 20mm.
So werde ich eine Stärke von 40mm für die Handräder haben.
Nach Aushärtung des Leims habe ich zwei Kreise mit Durchmesser von 150mm nebeneinander angerissen und die Teile grob auf der Kappsäge ausgeschnitten.
Jetzt kann sich der Bandschleifer in seiner neuen Station beweisen. Viel muss nicht mehr abgeschliffen werden.
Rundschliff der Handräder
Eiche Vollholz ist nicht leicht zu schleifen. Zumal ich Material wegnehmen musste und nicht nur glätten.
Sicher hätte ich auch die Räder mit der Oberfräse herstellen können. Aber das Ergebnis zählt und über die Kappsäge und dem Bandschleifer war der Aufwand geringer.
Naben herstellen
Die Handräder benötigen im angezogenen Zustand auf der Aufsetzzange einen gewissen Abstand zur Außenbacke. Diesen Abstand kann man zwar mit Unterlegscheiben erzeugen, doch die wabbeln dann einfach nur auf der Gewindestange. Die Naben habe ich mit einer entsprechend großen Lochsäge aus dem Restholz ausgebohrt.
Kanten abrunden
Die Handräder können so nicht bleiben.
Die Kanten des Rades werden mit einem 19er Abrundfräser schön abgerundet. Dies geschieht auf dem Frästisch CMS 2200.
Ich habe einen Abrundfräser aus den USA eingespannt. In Deutschland hätte ich für diesen Fräser mindestens das Doppelte bis Dreifache bezahlt.
Der Abrundfräser hat einen Radius von 3/4 Zoll = 19,05 mm. Also mehr als passend.
Die Lochbohrer habe ich auch schon lange. Zwar Billigware, aber sie erfüllen ihren Zweck. Es gibt eben keine Lochbohrer dieser Art, die saubere Löcher bohrt. Nur hier erwarte ich das Gegenteil. Nicht das Loch sondern der Ausschnitt ist für mich wichtig.
Das Abrunden der Handradkanten hat sehr gut funktioniert. Keine unschönen Übergänge. Der Radius wurde vollständig auf das Holz übertragen.
Leider hat der Händler in den USA keine Wendeplattenfräser. Zumindest keine, bei denen man deutsche Wendeplatten nachkaufen kann, aber die Qualität der Fräser selbst ist sehr gut.
Vierkantmutter einbauen
Vierkantmuttern sind für dieses Projekt optimal. Besser als Sechkantmuttern.
Nur müssen die Muttern in die Handräder eingebaut werden. Die Vierkantmuttern sind 27mm hoch. Also muss ich stemmen.
Zuerst habe ich die 30er-Bohrung in der Tiefe von 27mm auf dem Bohrständer gemacht. Die digitale Tiefenangabe am Bohrständer ist sehr gut.
Dann habe ich auch gleich mit dem 19er Bohrer das Loch vollendet. Genau in das Loch der Zentriernadel des 30er Bohrers.
Die Stemmeisen hatte ich noch eine Woche vorher mit den Schleifsteinen von Temu neu geschärft. Mit gutem Beitel und neu geschärft ist das fast ein Kinderspiel. Wenn ich da nur an die "Kirschen"-Zeit denke..
Auch hier sind die Vierkantmuttern bündig zur Oberfläche und nichts wackelt oder hat Luft.
Die Naben werden eine Mittenbohrung von 19 mm haben. Dafür musste ich den neuen Bohrer nehmen. Dieser Bohrer ist einfach Schrott. Alle 10mm musste ich den Bohrer säubern, weil er keinen Vorschub mehr annahm. Aber für die wenigen Bohrungen, die noch zu machen sind, muss es noch reichen.
Wie befestige ich die Naben mit dem Handrad? Kleben? Nein, ich werde sie verschrauben. Dafür habe ich 4mm vorgebohrt und gesenkt. Auch den Rand werde ich nicht abrunden. Kante brechen reicht.
Die Naben habe ich so genau wie möglich zentriert. Damit sie beim Verschrauben nicht verrutschen, habe ich die Naben mit Zwingen fixiert. Ein Aufwand, der sich lohnt.
Damit habe ich die Handräder fertig gebaut.
Zangenleder anbringen
Die Preis- und Qualitätsunterschiede bei Waren aus Deutschland und China sind schon erstaunlich.
Bei deutschen Online-Händlern hätte ich für Leder mit einer Stärke von 0,9mm mehr als das Doppelte bezahlen sollen als bei TEMU für Leder mit einer Stärke von fast 2mm. Rindsleder.
Der Lieferweg ist lang und es dauert etwas länger. Selbst die Versandkosten sind im Preis inbegriffen.
Das Leder habe ich mit einfachem Weißleim auf die "lose" Bankzange aufgeklebt und unter Druck abbinden lassen. Überstehenden Rand abtrennen und die Bohrungen für die Trapezgewindestangen wieder öffnen...fertig.
Montage
Jetzt entscheidet sich, ob die Arbeit gut oder schlecht war. Es muss alles passen.
Zuerst habe ich die Stützen unter die Deckplatte verleimt. Gar nicht so einfach. Buche verzieht sich, wenn man sie nur ansieht. Wenn man einen Schreiner ärgern will, sagt man einfach: "Das solltest du mit Buche machen...".
So war es auch hier. Trotz der Dicke von 26 mm verzieht sich die Platte.
Also habe ich die Decklatte mit Zwingen auf den geraden Tisch gespannt, um die Wölbung zu glätten. Mein Gefühl sagte mir, dass es vielleicht besser wäre, wenn ich in der Mitte der Stützen noch eine Schraubverbindung anbringen würde. Hier habe ich mit dem System "Hidden Jig" jeweils ein Loch in die Stützen gebohrt.
Die Platte sah schon gespannt sehr gerade aus, deshalb habe ich die Stützen gleich mit Lamellos verleimt.
Letztendlich war die Verschraubung nicht notwendig.
Die Lamellos sind nicht zentriert in der Mitte der Stützen. Das schadet nicht, denn die Lamellos fixieren nur die Stützen.
Nach einer Stunde Abbindezeit konnte ich die Zwingen wieder entfernen und mit dem Boden weiter machen.
Der boden ist nicht verleimt!
Zwar hat die Bodenplatte vorn 5 Lamellos, doch schiebe ich diese in die Nuten der Frontzange und verschraube die Bodenplatte mit 50er Schrauben.
Dazu habe ich aber die Bodenplatte mit der Vorderzange unter Zwingen gesetzt damit es keine Lücken oder Spalten gibt.
Jetzt wird erst getestet ob alles andere passt.
Die Gewindestanken sind befestigt. Die hinteren Muttern lassen sich bequem verschrauben. Hätten ja auch Platzprobleme geben können.
Die Zange lasst sich problemlos festziehen und auch alle anderen Hilfsmittel passen in Löcher und Schienen.
Jetzt sieht man den Sinn der "Langlöcher in der Hinterzange.
Auch wenn die Zange etwas schräg geht, lässt sie sich noch immer leicht in die richtige Lage bringen.
Holz ölen
Die lästige Arbeit.
Das Ölen selbst dauert ja nicht so lang. Aber ich muss mit alle weiteren Arbeiten warten bis das Öl trocken ist.
Da habe ich die Zeit genutzt um das Pflaster zu reinigen.
Einzelheiten / Zusatzinformationen
Holz
Zum Zeitpunkt der Ausgabe 50 der Zeitschrift Holzwerker lag der Preis für Buchenleimholz mit durchgehenden Lamellen noch im normalen Preisbereich.
In den letzten 3 Jahren hat sich der Preis für Buchenleimholz mindestens verdoppelt. Aus meiner Sicht sind die Holzhändler auf den Zug der eigenen Preiserhöhungen aufgesprungen. Am Einkaufspreis kann es nicht liegen, denn das Holz, das ich beim Holzhändler kaufen wollte, lag dort schon mindestens 4 Jahre.
Deshalb hatte ich mich zunächst für Bangkirai-Glattkantbretter entschieden und diese verbaut. Das war ein totaler Reinfall. Es ist nicht einfach, aus Bangkirai Leimholz herzustellen, und auch das Aufdoppeln ist nicht einfach. Außerdem reichte die Nettostärke von 24 mm für die Konstruktion nicht aus.
Hier habe ich Buchenleimholz 26mm verwendet. Preis für das Holz ca. Euro 90,00
Beschläge Moxon Vise
Natürlich wollte ich die gleichen Beschläge wie im Video beschrieben.
Im Internet habe ich sie auch gefunden. Bei AliExpress ! Zum Preis von Euro 46,67. Allerdings sind die Versandkosten höher als der Kaufpreis: Euro 53,00 ! Es muss doch eine Alternative geben.
Ja, die gibt es. Man könnte die Mutter der Gewindestange in die Bohrung einer kleinen Hantelscheibe einschweißen. Dazu braucht man aber passende Sechskantmuttern, Hantelscheiben und Gewindestangen. Alles zusammen aber auch wieder um die Euro 100,00
Oder man bestellt sich Trapezgewindestangen mit Vierkantmuttern und baut die Handräder selbst. Genau das habe ich gemacht. Preis: Euro 60,00 !
Die Trapezgewindestangen und Schrauben sind von erstklassiger Qualität.
Bohrer
Die 19 mm Bohrungen in den Zeichnungen vom Konstrukteur haben mich zunächst nicht irritiert. Nur hatte ich keinen 19er Bohrer.
Bei Amazon kaufte ich dann einen mittelpreisigen Forstnerbohrer für Euro 12,00. Müll!
Nun war ich die Qualität der Forstnerbohrer von Festool gewohnt und erwartete eine ähnliche Qualität des neuen Bohrers. Aber nein. Für wenig Geld gibt es keine wirkliche Qualität. Obwohl ich den Preis der Festool Forstnerbohrer auch sehr hoch finde.
Nachdem ich eine Probebohrung mit dem neuen Bohrer gemacht hatte, musste ich feststellen, dass die Bohrungen für meine Tischhaken und andere Hilfsmittel zu klein sind. Es müssen 20mm sein.
Heute, kurz vor Fertigstellung fiel mir ein, dass ich bspw. meine Tischzwingen gar nicht mit der Aufsetzbank benutzen kann. Außer in der C-Nut-Schiene. Die Tischplatte ist mit 26mm einfach zu dick um die Zwingen in die Bohrungen schieben zu können. Na ja, es ist ja eine Schiene da.
Allerdings gäbe es für dieses Problem eine Lösung. Die Löcher von unten auf 40mm aufbohren bei einer Tiefe von 7mm. Dadurch ergibt sich ein passender Winkel für die Zwingen und sie passen wieder. Habe ich aber nicht gemacht.
Alle Bohrungen haben nun einen Durchmesser von 20mm.
Leder
Das Leder musste ich extra kaufen. Online bei TEMU.
Das wollte ich eigentlich nicht bei TEMU kaufen, sondern in einem deutschen Onlineshop.
Aber das macht keinen Sinn. Erstens werden dort Mondpreise für echtes Leder verlangt und das angebotene Leder ist nur 0,9 Millimeter dick!!!
Bei TEMU habe ich für ausreichend dickes Rindsleder Euro 15,00 inklusive Versand bezahlt. In Deutschland für dünnes Leder Euro 49,90,
Je mehr ich die Preise der deutschen Anbieter mit denen von TEMU vergleiche, desto mehr habe ich das Gefühl, in Deutschland über den Tisch gezogen zu werden.
Materialkosten
Buchenleimholz 26mm keilgezinkt Euro 90,00
- Trapezgewindestangen und 4 Vierkantmuttern 18x4 Euro 60,00
- Leder Euro 17,00
- C-Nut-Schienen 1 Meter Euro 7,00
- Kleinmaterial wie Schrauben, Öl etc. Euro 6,00
Bis jetzt Euro 180,00
Sollte jemand Interesse an dieser Aufsetzzange haben..In meinem kleinen Shop biete ich diese Aufsatzbank einschl. Werkbank sehr günstig. Als gebraucht und nur bei Selbstabholung.
Parkside Feinbohrschleifer ausprobiert – lohnt sich der Kauf?
Parkside Feinbohrschleifer ausprobiert – lohnt sich der Kauf?
Gern schaue ich mir auf YouTube Testberichte über Werkzeuge an. Neulich ging es um verschiedene Feinbohrschleifer – und das Modell von Parkside schnitt überraschend gut ab. Da ich für solche Arbeiten immer wieder Bedarf habe, suchte ich im Lidl-Onlineshop danach und wurde tatsächlich fündig.
34,99 Euro inklusive Versand. Da fragt man sich unweigerlich: Wie kann man zu so einem Preis produzieren – und dabei noch verdienen?
Wie auch immer: Ich habe das Teil bestellt.
Bedarf
Für Modellbauer mag so ein Gerät ideal sein. Für einen Holzwerker wie mich ist es eher ein Spezialwerkzeug. In einem meiner letzten Beiträge habe ich beschrieben, wie ich Schienen an meinem Frästisch montiert habe. Dabei mussten überstehende Schraubenspitzen entfernt werden – erledigt mit der Flex.
Allerdings war die Flex für diese feine Arbeit ziemlich unhandlich. Ein kleineres Werkzeug wie eine Feinbohrmaschine wäre deutlich praktischer gewesen. Also kaufte ich mir die Maschine – zumal der Preis mehr als überschaubar war.
Der erste Einsatz stand schnell an: Flecken auf meinen Stechbeiteln sollten vor dem Schleifen entfernt werden. Im Zubehörkästchen lag eine kleine Drahtbürste, die dafür perfekt geeignet schien. Zumindest dachte ich das.
einfach nur gefährlich
Bei eingespannten Drahtbürsten achte ich grundsätzlich auf die richtige Drehzahl: nicht zu langsam, aber auch nicht zu schnell. So bin ich auch bei diesem Feinbohrschleifer vorgegangen. Bürste eingespannt, Drehzahl erhöht und vorsichtig an den Abtrag herangetastet.
Dann kam der Schreckmoment. Hätte ich keine Schutzbrille getragen, wäre mein Augenlicht ernsthaft in Gefahr gewesen. Die winzige Drahtbürste begann beim ersten Kontakt mit dem Werkstück ihre Metallborsten regelrecht wegzuschleudern. Kleine, spitze Drahtstücke trafen mein Gesicht.
Auf dem Foto erkennt man deutlich, wie stark die Bürste dabei gelitten hat.
mein Fazit
Diese 34,99 Euro waren für mich letztlich eine bezahlte Erfahrung.
Der Einsatz eines solchen Werkzeugs kann durchaus sinnvoll sein. Aber selbst bei scheinbar harmlosen Geräten sind Schutzbrille und Handschuhe Pflicht. Ich hatte am Ende sogar einen Drahtsplitter im Finger – ein deutlicher Hinweis darauf, wie gefährlich diese kleinen Bürsten sein können.
Für mich ist die Sache damit erledigt. Diese Maschine werde ich nicht mehr benutzen. Jedes Mal, wenn ich sie in die Hand nähme, wäre sofort wieder dieses Risiko präsent – im schlimmsten Fall sogar im wahrsten Sinne des Wortes.
Lamello P‑14 / P‑15 von TEMU – Test & Erfahrungen
Lamello P‑14 / P‑15 von TEMU – Test & Erfahrungen
Ich habe lange warten müssen – China liegt ja nicht um die Ecke.
Ich arbeite sehr gerne mit der Lamello ZETA P2 und dem System P-14 / P-15. Der einzige Nachteil: der hohe Preis der Elemente bei deutschen Anbietern.
Also habe ich das Geld riskiert und beide Varianten bei TEMU in China bestellt.
lohnt sich TEMU für Holzwerker?
Beide Verbindungen – sowohl P-14 als auch P-15 – halten einwandfrei, und der Inbusschlüssel passt problemlos.
Ich habe schon oft in TEMU gestöbert, um brauchbare Teile für die Holzbearbeitung zu finden. Immer wieder stolperte ich über den TEMU-Preis und dachte: „Dieser Preis ist unmöglich – im Vergleich zu den Anbietern in Deutschland!“
Dann fragt man sich natürlich, woran das liegen kann. Mehr als 50 % günstiger – und trotzdem brauchbar.
Mein Fazit
Die CLAMEX kosten bei TEMU nur 0,31 € pro Paar, die TENSO 0,36 € pro Paar.
Im Sautershop kostet ein Paar CLAMEX 1,63 €, der TENSO knapp 1,00 €. Das ist das Fünffache gegenüber TEMU – kaum zu glauben!
Seitdem schaue ich, bevor ich etwas für mein Hobby kaufe, zuerst bei TEMU nach.
Allerdings: die Preise sind tagesabhängig.
Meine Erfahrung mit der Unterflur‑Zugsäge ERIKA 85
Meine Erfahrung mit der Unterflur‑Zugsäge ERIKA 85 – ehrlicher Bericht
Dies ist keine technische Bewertung der Unterflur-Zugsäge ERIKA 85 – vielmehr schildere ich meine persönlichen Erfahrungen, die ich leider machen musste.
In meiner kleinen Werkstatt habe ich ein ernsthaftes Platzproblem. Dort stehen unter anderem der CMS-Frästisch, die Festool-Kappsäge KS 120 und die Bosch-Tischkreissäge GTS 10 XC.
In einem Gespräch mit einem Tischlermeister (dessen Name ich nicht mehr nennen soll) empfahl mir dieser, meine beiden Geräte – Kapp- und Tischkreissäge – gegen eine Unterflur-Zugsäge ERIKA 85 auszutauschen. Damit hätte ich wieder Platz für die Kappsäge.
Klingt logisch, dachte ich mir, und bestellte die Tischkreissäge – natürlich mit allem Zubehör. Der Gesamtpreis lag bei über 6.000 € – und das für eine Bautischkreissäge!
Tausch gegen meine "alte" Bosch Tischkreissäge
Beide Maschinen – die Kappsäge KS 120 und die BOSCH GTS 10 XC – hatte ich für wenig Geld verkauft. Schnell weg, dachte ich – ein böser Fehler.
Die ERIKA 85 ist länger als die Bosch-Tischkreissäge, da ihr die ausziehbare Verlängerung fehlt. Anfangs war ich mit den Maßen noch einverstanden, doch bei der ersten Benutzung war ich sehr enttäuscht. Der Schnitt war in Ordnung, aber nicht besser als bei meiner alten BOSCH.
Viel problematischer war das Schneiden mit der Zugfunktion: völlig unpraktisch und durch den unhandlichen Zugknopf sehr schwierig und unbequem.
Die Absaugung war schlechter als bei der Bosch-Tischsäge. Die Absaugöffnung am Sägeblatt war regelmäßig verstopft, da sie zu klein dimensioniert war, und ich musste ständig unter den Tisch kriechen. Das Drehen der Maschine war mir zu schwer.
Sägeblattwechsel bei der ERIKA 85
Über 5.900 € habe ich für diese Maschine bezahlt – und jetzt muss ich unter den Tisch kriechen, um das Sägeblatt zu wechseln?
Immer mehr ärgerte ich mich über meine eigene Entscheidung, dieses Gerät gekauft zu haben. Wenn ich mir dann noch die spartanische Ausstattung dieser hochgelobten Tischkreissäge anschaue, komme ich mir einfach nur dumm vor.
Anscheinend hat sich über die Jahre der Name „ERIKA“ als beste Tischkreissäge unter Holzwerkern herumgesprochen. Dem kann ich persönlich nur widersprechen.
Längsanschlag
Der Längsanschlag ist in der Standardausführung nicht enthalten – ein teures Extra.
Der Multianschlag soll diese Funktion eigentlich abdecken. Nur: der Längsanschlag muss hinten und vorne befestigt werden. In meiner so kleinen Werkstatt ein echtes Unterfangen, da ich die Maschine jedes Mal drehen muss.
Meine Enttäuschung wuchs von Tag zu Tag…
mein Fazit
Für viele Holzwerker mag die ERIKA 85 die beste Unterflursäge sein – für mich jedoch nicht. Viel zu teuer und aus meiner Sicht mit zahlreichen Nachteilen: die schwierige Zugfunktion, die unzureichende Absaugung und der umständliche Sägeblattwechsel. Ehrlich gesagt, beim Preis fühle ich mich „über den Tisch gezogen“.
Die 90‑Grad‑Winkelfunktion mag zwar vorteilhaft für die Genauigkeit sein – aber dafür so viel Geld bezahlen? Nein.
Dem Schreinermeister mache ich keinen Vorwurf für seine Empfehlung – aber die Theorie stimmte nicht mit der Praxis überein.
Neben dem Mafell Duodübler DDF 40 war dies mein größter finanzieller Reinfall.
VS 600 GE Verbindungssystem – Erfahrungen aus der Werkstatt
VS 600 GE Verbindungssystem – Erfahrungen aus der Werkstatt
Das Verbindungssystem VS 600 GE habe ich mir vor einigen Jahren als Festool-Fan gekauft, um außergewöhnliche Holzverbindungen herzustellen.
Ich habe es wieder verkauft – nicht, weil es schlecht war. Nein, ich hatte einfach keinen Bedarf und auch nicht den Platz für dieses doch recht große Gerät. Und – wenn man dann noch keine Erfahrung hat…
Man sollte schon handwerklich sicher mit einer Oberfräse umgehen können, bevor man sich so ein Teil anschafft. So hatte ich mir das damals nicht vorgestellt.
Mit entsprechenden Schablonen ist das Gerät für etwa 1.000 € zu bekommen.
Schablonen
Festool bietet verschiedene Schablonen für das Verbindungssystem VS 600 GE an. Je nach Geschmack und Anforderung lassen sich damit wirklich schöne Holzverbindungen herstellen.
Natürlich habe ich sofort versucht, eine Verbindung mit den Schablonen zu fräsen. Gleich beim ersten Mal war es vorbei: Fräse und Schablone waren danach nicht mehr zu gebrauchen.
Dabei hatte ich noch Glück: nur das Material wurde beschädigt. Wäre der Fräser während des Laufs abgebrochen, hätte ich sicher körperlichen Schaden davongetragen.
Fazit
Das Verbindungssystem VS 600 GE ist wirklich gut!
Für Handhabung und Einstellmöglichkeiten gibt es im Internet zahlreiche Beschreibungen und Videos. Wenn man das System häufig nutzt, ist der Preis auch angemessen.
Die Verarbeitung ist sehr gut – das war ich damals auch von Festool gewohnt, da die Geräte in Deutschland produziert wurden.
Heute sieht das anders aus: Wer genau hinschaut, kann auf den Etiketten das jeweilige Herstellungsland erkennen – in Deutschland leider selten.
Spannrahmen im Einsatz – perfekte Werkstückspannung mit CMS OF‑2200
Spannrahmen im Einsatz – perfekte Werkstückspannung mit CMS OF‑2200
Vorab: Diese Idee stammt nicht von mir. En Tischlermeister , der im Internet sehr bekannt ist, hatte diesen Rahmen vorgestellt.
Ich habe seinen Beitrag dazu nicht mehr gefunden. Ich habe aber noch Fotos vom Bau und kann mich noch an Details erinnern.
Ein Besucher meiner Webseite hatte mich um Informationen gebeten, da ich kürzlich den Bau eines Fräsanschlages für die CMS von Festool beschrieben hatte.
Ahorn als Grundlage
Vom Wohnzimmertisch hatte ich noch Reste von Ahorn. 30mm dick.
Der Querschnitt des Rahmens beträgt 30x30mm. Die Maße selbst sind durch den vorhandenen Rahmen des Festool CMS OF 2200 vorgegeben.
Es ist gut, dass die Innenseite des Festool-Rahmens einen 90-Grad-Winkel hat. Allerdings muss der Holzrahmen asymmetrisch geschnitten werden, um die Kräfte beim Spannen gleichmäßig zu verteilen.
Befestigung des Rahmens
Diese "Schrägen" habe ich mit der Bosch-Tischsäge geschnitten. Eigentlich mehr nach Gefühl.
Ahorn lässt sich sehr gut bearbeiten. Kaum Ausrisse und immer eine glatte Oberfläche.
Der Alurahmen des Frästisches ist relativ dick, so dass man gut Blechschrauben zur Befestigung des Holzes verwenden kann.
Die Löcher im Holz habe ich mit meinem Bosch-Bohrständer gebohrt. So sind sie mit einer Vorlage ausrissfrei und senkrecht.
Befestigung des Rahmens
Die Löcher im Aluminiumrahmen müssen entsprechend vorgebohrt werden. Nach dem Bohren der Löcher in den Holzrahmen.
Durch die Löcher im Holz habe ich den Rahmen vorgebohrt. Eng anliegende Löcher. Der Holzrahmen wird mit Blechschrauben im Aluminiumrahmen befestigt. Den Überstand der Schrauben unter dem Rahmen habe ich mit der "Flex" geglättet.
Jetzt passt der Rohrahmen und es fehlen nur noch die T-Nut-Schienen. Diese gibt es sehr günstig im Internet. Nicht in den bekannten Fachgeschäften, dort ist der Preis meist doppelt so hoch.
Die T-Nut-Schiene wird ebenfalls mit Senkschrauben in ausreichender Anzahl befestigt. Die Bohrungen in den T-Nut-Schienen sind natürlich versenkt. Die Schrauben dürfen die Bewegung der Schraubenköpfe nicht behindern.
Die Höhe des Holzrahmens mit T-Nut-Schiene sollte die Oberfläche des Frästisches nicht überschreiten. Es ist aber kein Problem, wenn der Holzrahmen 1 bis 2 mm tiefer liegt.
Vielleicht noch ein Wort zum Festool CMS: Damals war es eines der besten Systeme auf dem Markt.
Ja, ich hatte mir auch die sogenannte CMS-Tischkreissäge (CMS TS 55) zugelegt, in der Annahme, die eingesetzte Tauchsäge auch für andere Zwecke nutzen zu können. Doch die CMS hat sich stark verändert: moderne Festool-Tauchsägen passen nicht mehr unter die „alte“ CMS, und die CMS wird heute nicht mehr neu verkauft.
Den CMS-Frästisch habe ich behalten, weil er meine Anforderungen als kleiner Holzwerker voll erfüllt. Ich hatte bereits einen Nachbau aus der Zeitschrift Holzwerken fertiggestellt, musste aber feststellen, dass dieser Frästisch (meiner Meinung nach) einfach Schrott ist.
Ein Frästisch ist praktisch für kleinere Arbeiten, kommt aber nicht an eine einfache Tischfräse heran. Wenn ich mehr Platz hätte, wäre das meine nächste Maschine.

























































































