Mobilheim-Dach neu decken – so einfach geht’s selbst!
Mobilheim Dach neu decken
Das Mobilheim ist inzwischen rund 50 Jahre alt.
Als ich es gekauft habe, befand es sich noch weitgehend im Originalzustand – einschließlich des alten Daches aus Wellplatten. Trotz seines Alters hatte das Dach über viele Jahre hinweg Sturm, Regen und Schneelasten erstaunlich gut überstanden.
Mit der Zeit zeigten sich jedoch die ersten Alterserscheinungen. An mehreren Stellen traten die Befestigungsnägel bereits sichtbar hervor, sodass klar war, dass eine Erneuerung des Daches früher oder später notwendig werden würde.
Da ich eine Dacheindeckung bis dahin noch nie selbst ausgeführt hatte, war das Projekt für mich Neuland. Mit der Unterstützung meines Nachbarn entschloss ich mich dennoch, die Arbeiten selbst in Angriff zu nehmen.
Letztlich ist auch eine Dacherneuerung kein Hexenwerk. Mit einer sorgfältigen Planung, etwas handwerklichem Geschick und der nötigen Vorsicht lässt sich auch ein solches Projekt erfolgreich umsetzen.
Die Entscheidung für ein neues Dach
Vor der Dacherneuerung habe ich mich intensiv über Blechdachpfannen informiert. Dabei stellte sich schnell heraus, dass es erhebliche Qualitätsunterschiede gibt. Da der Arbeitsaufwand unabhängig von der Materialqualität praktisch derselbe ist, habe ich mich bewusst für eine hochwertige Ausführung entschieden.
Bestellt habe ich die Dachpfannen damals bei einem spezialisierten Anbieter, der leider inzwischen nicht mehr existiert. Besonders angenehm war die Anlieferung direkt bis vor das Haus, was den Transport der langen und sperrigen Elemente erheblich erleichterte.
Unter den Blechdachpfannen sollte gemäß den damaligen Vorgaben eine PIR-Dämmung verlegt werden. Also besorgte ich die erforderlichen Dachlatten im Format 40 × 60 mm sowie die passenden Dämmplatten.
Zunächst wurde die alte Dacheindeckung aus Wellplatten vollständig entfernt und entsorgt. Danach blieb nur noch die vorhandene Spanplattenkonstruktion als tragender Untergrund übrig. Damit war die Grundlage geschaffen, um den Dachaufbau von Grund auf neu herzustellen.
Arbeitsschritte: Lattung und Dämmung
Da sich die vorhandenen Spanplatten noch in einem guten Zustand befanden, konnten wir unmittelbar mit dem neuen Dachaufbau beginnen.
Zunächst wurden die 40 × 60 mm starken Latten in Längsrichtung montiert. In die entstandenen Zwischenräume legten wir anschließend die PIR-Dämmplatten ein. Danach folgte die Querlattung, die später als Auflage für die Blechdachpfannen dient. Wichtig ist dabei, dass unter der Dacheindeckung eine ausreichende Hinterlüftung erhalten bleibt.
Die beidseitig aluminiumbeschichteten PIR-Dämmplatten waren 40 mm stark und schlossen bündig mit der ersten Lattung ab. Um die notwendige Aufbauhöhe zu erreichen, wurde die Lattung daher verdoppelt, bevor die Querlattung montiert wurde.
Das Zuschneiden der Latten ging mit einer Japansäge schnell und präzise von der Hand. Für die Montage der Querlattung haben wir uns zusätzlich einen einfachen Lattenknecht gebaut. Dieses Hilfsmittel erleichterte die Arbeit erheblich und sorgte gleichzeitig für gleichmäßige Abstände sowie eine saubere Ausrichtung der Latten.
Pionier im Park – unser Blechdach
Übrigens waren wir die Ersten im Park, die ein Blechdach in dieser Ausführung montiert haben. Entsprechend groß war damals das Interesse der Nachbarn. Viele waren neugierig, manche auch etwas skeptisch.
Heute sieht man solche Dächer nahezu überall im Park. Allerdings werden sie häufig deutlich einfacher ausgeführt und sind dabei nicht selten wesentlich teurer.
Oft wird lediglich die alte Wellplatteneindeckung entfernt, eine Folie auf den vorhandenen Untergrund gelegt und anschließend werden die Blechdachpfannen direkt verschraubt. Auf eine zusätzliche Dämmung, eine Hinterlüftung oder andere konstruktive Details wird dabei häufig verzichtet. Teilweise fehlen sogar Regenrinnen. Solche Ausführungen kosten dennoch schnell mehrere tausend Euro.
Letztlich muss natürlich jeder selbst entscheiden, welche Lösung seinen Anforderungen und seinem Budget entspricht. Für mich war wichtig, das Dach möglichst dauerhaft und technisch sinnvoll aufzubauen.
Ein kleines Detail, das bei solchen Arbeiten gerne übersehen wird: Der Abstand der Längslattung richtet sich nach der Breite der verwendeten PIR-Dämmplatten. Wer dies bereits in der Planung berücksichtigt, erspart sich später unnötige Anpassungsarbeiten und erhält einen sauberen, gleichmäßigen Dachaufbau.
Qualität zahlt sich aus
Trotz hochwertiger Materialien blieben die Gesamtkosten überschaubar. Einschließlich PIR-Dämmung, Lattung, Blechdachpfannen, First, Traufe und Ortgängen lag ich damals bei rund 2.500 Euro. Dafür entstand jedoch ein Dachaufbau, mit dem ich bis heute sehr zufrieden bin.
Die Dachplatten waren allerdings alles andere als leicht. Bereits das Handling auf dem Dach erforderte etwas Planung und Vorsicht. Für die Zuschnitte habe ich mir zusätzlich einen sogenannten Knabber angeschafft. Blechdachpfannen sollten nicht mit dem Winkelschleifer geschnitten werden, da durch die Hitzeeinwirkung die Schutzbeschichtung beschädigt werden kann.
Diese Entscheidung hat sich im Nachhinein als richtig erwiesen. Bei einigen anderen Dächern im Park zeigen sich mittlerweile Rostspuren an den Schnittkanten, während unsere Zuschnitte bis heute keine Auffälligkeiten zeigen.
Auch akustisch hat sich der aufwendigere Dachaufbau bewährt. Durch die Dämmung und die sorgfältig ausgeführte Lattung sind Regen und Hagel im Innenraum kaum wahrnehmbar.
Besonders deutlich wurde das beim letzten größeren Hagelunwetter. Während zahlreiche Dächer im Park Schäden davontrugen, blieb unser Dach vollkommen unbeschädigt. Spätestens da zeigte sich, dass sich die Investition in hochwertige Materialien und eine sorgfältige Ausführung gelohnt hat.
Weitere Vorteile und Details
Unter dem Dach halten sich übrigens keine Wespen auf. Dafür kann es im Sommer im Bereich unter der Dacheindeckung durchaus recht warm werden. Genau deshalb ist die Hinterlüftung des Dachaufbaus so wichtig.
Gleichzeitig trägt die zusätzliche Dämmung dazu bei, die Aufheizung des Hauses im Sommer zu reduzieren und Wärmeverluste im Winter zu verringern. Nach meinen eigenen Berechnungen wirkt sich das spürbar auf den Energieverbrauch aus und kann einen Teil der Heizkosten einsparen.
Die Traufe übernimmt dabei nicht nur eine technische, sondern auch eine optische Funktion. Sie verdeckt den Dachaufbau sauber und sorgt für einen ordentlichen Abschluss. Zusätzlich habe ich HPL-Platten (Trespa) montiert, damit die Dämmplatten dauerhaft an ihrem Platz bleiben und nicht nach außen rutschen können.
Ein weiteres Kapitel waren die Dachrinnen. Ursprünglich waren Kunststoffrinnen montiert – aus heutiger Sicht keine gute Entscheidung. Sie waren nicht nur teurer als vergleichbare Zinkrinnen, sondern mit den Jahren auch so spröde geworden, dass bereits kleinere Belastungen zu Beschädigungen führen konnten.
Deshalb habe ich sämtliche Dachrinnen durch Ausführungen aus Zink ersetzt. Sie sind robuster, langlebiger und meiner Erfahrung nach für eine dauerhaft wartungsarme Lösung deutlich besser geeignet.
Bewährte Qualität über Jahre
Dieses Dach befindet sich inzwischen seit fast zwölf Jahren auf dem Haus – und in dieser Zeit gab es keinerlei Probleme. Weder Undichtigkeiten noch Schäden durch Witterungseinflüsse sind aufgetreten.
Bei anderen Häusern im Park sieht das teilweise anders aus. Dort zeigen sich inzwischen abgeplatzte Beschichtungen, Rostansätze oder deutliche Hagelspuren. Aus diesem Grund kann ich aus eigener Erfahrung nur empfehlen, bei der Materialqualität nicht am falschen Ende zu sparen.
Auch die Montage der Blechdachpfannen ist vergleichsweise unkompliziert. Verwendet werden spezielle Spenglerschrauben mit integrierter Dichtung. Diese Schrauben bohren sich selbst durch das Blech und sorgen durch die aufvulkanisierte Gummidichtung für eine dauerhaft sichere Abdichtung der Verschraubungspunkte.
Ein weiteres Projekt ergab sich später bei meinem Nachbarn. Dessen Zeltdach war an mehreren Stellen undicht geworden. Die Instandsetzung war konstruktionsbedingt etwas aufwendiger als bei meinem Dach, konnte jedoch ebenfalls erfolgreich durchgeführt werden. Seit der Reparatur ist auch dieses Dach dauerhaft dicht geblieben.
Vom Hobby zum Hightech-Haus
So hat mein Hobby als Holzwerker eigentlich begonnen: mit kleinen Reparaturen, Umbauten und Projekten rund um Haus und Garten. Ein bisschen hier, ein bisschen da – und mit jedem Projekt kamen neue Erfahrungen hinzu.
Heute ist das Haus technisch auf einem ganz anderen Stand. Glasfaser-Internet, automatische Elektroheizung, astronomisch gesteuerte Außenbeleuchtung, Netzwerk in allen Bereichen, Videoüberwachung, Einbruchschutz, automatische Bewässerung für Rasen und Sträucher sowie ein Rasenroboter gehören inzwischen ganz selbstverständlich dazu.
Viele dieser Projekte sind über Jahre hinweg entstanden. Nicht alles auf einmal, sondern Schritt für Schritt – immer dann, wenn Zeit, Lust und die passende Idee vorhanden waren.
Genau das macht für mich den Reiz solcher Arbeiten aus: Probleme erkennen, Lösungen entwickeln und sie anschließend selbst umsetzen. Dabei lernt man ständig dazu und gewinnt Erfahrungen, die einem bei späteren Projekten zugutekommen.
Sollten Fragen zum Dach, zu den verwendeten Materialien oder zur Verarbeitung auftauchen, genügt eine E-Mail oder ein Kommentar. Soweit ich helfen kann, teile ich meine Erfahrungen gerne mit anderen Interessierten.







