Ladegeräte und Akkus - Chaos in der Werkstatt
Wer regelmäßig mit Akkuwerkzeugen arbeitet, kennt das Problem: Die Werkstatt füllt sich nach und nach mit immer mehr Akkus und Ladegeräten. Für jede neue Maschine kommt möglicherweise ein weiteres Ladesystem hinzu. Was zunächst praktisch erscheint, entwickelt sich mit der Zeit zu einem regelrechten Ladegeräte-Chaos.
So ist es mittlerweile auch bei mir. Selbst Festool hat unterschiedliche Ladegeräte, beispielsweise für Akkuschrauber.
Meine alte Wandhalterung reichte für die aktuellen Ladegeräte meiner Werkzeuge in der Werkstatt nicht mehr aus. Deshalb musste ich eine größere Halterung bauen. Ein weiterer Grund dafür war das DUO-Ladegerät für die Akkus der neuen CSC SYS 50, das einfach zu breit für die bisherige Halterung war.
Ein reines Chaos
Wir haben in Deutschland Normen und Vorschriften ohne Ende. Auch die Bürokratie wurde mittlerweile auf ein Maß aufgebläht, durch das ganze Geschäftszweige entstanden sind.
Ein erster Schritt zur Vereinheitlichung von Anschlüssen war der USB-C-Anschluss. Das war es aber offenbar auch schon!
Ach nein...der angeklebte Flaschendeckel ja auch noch.
Das Chaos im Bereich der Akkus und Ladegeräte wird immer größer. Jede Marke hat mindestens ein eigenes Akkusystem. Dabei haben alle Akkus letztlich nur eine Aufgabe: Strom für den Antrieb bereitzustellen.
Obwohl ich mich nur auf wenige Marken beschränke, habe ich mittlerweile bereits sieben – in Worten: SIEBEN – verschiedene Akkusysteme:
-
Festool (2)
-
Makita (2)
-
STIHL (2)
-
Prebena (1)
Warum haben die Hersteller verschiedene Akku-Systeme?
Das sogenannte Geschäftsmodell („Lock-In-Effekt“)
- Kundenbindung: Wer einmal einen teuren Akku und ein Ladegerät von einer Marke besitzt, kauft sehr wahrscheinlich die nächsten Werkzeuge oder Geräte wieder von derselben Marke („nackte“ Geräte ohne Akku sind günstiger).
- Zusatzumsatz: Original-Akkus sind für Hersteller oft eine der margenstärksten Produktgruppen. Ein universeller Standard würde diese Einnahmequelle schwächen.
- Garantie und Sicherheit: Viele Hersteller weigern sich bei Schäden die Garantie zu übernehmen, wenn Fremd- oder Nachbau-Akkus verwendet wurden, und argumentieren mit Sicherheitsrisiken durch fehlerhafte Elektronik.
Das ist wie bei Auto-Ersatzteilen: Die Hersteller verdienen sich damit dumm und dämlich.
Festool-Akkus nicht als Nachbau
Um die CSC SYS 50 sinnvoll betreiben zu können, benötige ich mindestens zwei Akkus mit 5 Ah, die außerdem über Bluetooth zur Steuerung des Staubsaugers verfügen.
Alternative Akkus habe ich im Internet nirgends gefunden. Deshalb musste ich die Original-Akkus samt Ladegerät von Festool kaufen. Dafür habe ich im Angebot knapp 370 Euro bezahlt. Festool selbst verlangt dafür 400,60 Euro.
Akkus anderer Marken erhält man dagegen bequem über TEMU – teilweise zu einem Viertel des Originalpreises.
Beispielsweise habe ich dort einen Doppelsatz mit Doppel-Ladegerät für Makita für 78 Euro bekommen. Makita selbst verlangt dafür knapp 360 Euro. Einfach nur krass!
Wäre die CSC SYS 50 nicht so überzeugend, würde ich bei Festool sicher nichts kaufen, ohne mich vorher ausführlich über Alternativen informiert zu haben.
Bei den Akkus scheint jedenfalls eine andere Rechnung zu gelten als bei den Maschinen: Der Markenname kostet offenbar extra.
Ladewand für die Akkus
Sicherlich kein optisches Highlight, aber dafür umso praktischer.
Zunächst habe ich die Akkus einfach an den jeweiligen Maschinen gelassen. Dabei musste ich allerdings immer wieder feststellen, dass die Akkus leer oder nicht ausreichend geladen waren, wenn ich mit einer Maschine arbeiten wollte. Das bedeutete unnötige Unterbrechungen und Wartezeiten.
Mit der neuen Wand-Ladestation habe ich jetzt alle Akkus zentral an einem Platz. Ich sehe sofort, welche Akkus verfügbar sind und welche geladen werden müssen. Die geladenen Akkus kann ich direkt entnehmen und nach der Arbeit wieder zurück in die Ladestation stellen.
So habe ich nicht nur Ordnung in meiner Werkstatt, sondern vor allem die Gewissheit, dass die benötigten Akkus einsatzbereit sind.
Einige Ladegeräte schalten sich nach dem vollständigen Laden automatisch ab, andere hingegen nicht. Deshalb möchte ich die gesamte Steckdosenleiste über einen Schalter ein- und ausschalten können.







