Was kann die neue Festool CSC SYS 50 EBI?
Die Umstellung von der großen Bosch GTS 10 XC auf die vergleichsweise kleine Festool CSC SYS 50 EBI ist gar nicht so einfach. Zumindest im Kopf!
Wie soll ich künftig sehr lange Werkstücke auftrennen oder ablängen? Hat die kleine Maschine wirklich genügend Leistung? Reicht die Sägetiefe für meine Arbeiten aus?
Im Nachhinein muss ich sagen: Viele dieser Bedenken sind eigentlich Mumpitz.
Die wenigsten Hobby-Holzwerker kaufen komplette Platten und versuchen anschließend, diese auf einer Tischkreissäge zu bearbeiten. Die meisten kaufen eher „kofferraumgroße“ Zuschnitte oder lassen sich das Material gleich beim Holzhändler auf Maß schneiden. Genau so mache ich es auch.
Natürlich habe ich mir auch Gedanken über die Akkukapazität gemacht. Reichen die beiden 5,0-Ah-Akkus für längere Sägearbeiten aus?
Nun ja, 100 Meter am Stück habe ich bisher noch nie gesägt. 😉
Also erst einmal die eigenen Arbeitsgewohnheiten hinterfragen, bevor man die Leistungsfähigkeit einer Maschine infrage stellt. Vielleicht ist kleiner in der Praxis gar nicht so viel weniger!
Wie habe ich sonst eine Überblattung hergestellt?
Eine Überblattung ist meiner Erfahrung nach wesentlich besser als eine reine Leimverbindung mit zusätzlicher Unterstützung durch DOMINOS oder Lamellos.
Das war mir bisher meistens zu viel Aufwand – trotz Tischkreissäge und Kappsäge. Die exakte Höheneinstellung beider Maschinen und die dabei entstehenden Ausrisse machten die Arbeit für mich eher unattraktiv.
Sicher, mit der Oberfräse oder auf dem Frästisch ließe sich das ebenfalls erledigen. Die Einstellungsprobleme bleiben allerdings bestehen.
Also werde ich jetzt einmal versuchen, eine Überblattung mit der neuen CSC SYS 50 EBI herzustellen.
Ein Stück Lärche soll als Musterstück dienen.
Mal sehen, wie präzise und unkompliziert sich das mit der neuen Säge umsetzen lässt.
Einstellung der CSC SYS 50 EBI
Das zuvor gehobelte Holz habe ich zunächst mit dem Messschieber in der Stärke gemessen. Ergebnis: 21,35 mm!
Ich gehe hier tatsächlich auf Zehntelmillimeter genau. Eine solche Einstellung ist mit einer herkömmlichen Tischkreissäge oder Kappsäge kaum praktikabel.
21,3 mm geteilt durch zwei ergibt rund 10,6(5) mm. So tief muss ich also ausklinken, um eine passgenaue Überblattung zu erhalten.
Jetzt muss ich tatsächlich einmal richtig „pingelig“ werden, wenn ich die Präzision der neuen Säge testen möchte.
All das fühlt sich im Vergleich zu meiner bisherigen Arbeitsweise noch ziemlich ungewohnt an. Früher hätte ich für eine solche Arbeit deutlich mehr Aufwand betreiben müssen.
Mal sehen, was die CSC SYS 50 EBI daraus macht!
zehntel-Millimeter-Einstellung
Zehntelmillimeter im Holzwerkerbereich? Bei Höhenunterschieden kann man solche Abweichungen mit dem Finger durchaus noch ertasten. Aber bei einer Tischkreissäge tatsächlich auf ein Zehntelmillimeter genau einstellen?
Genau das wollte ich ausprobieren!
Also habe ich das Sägeblatt der CSC SYS 50 EBI auf 10,6 mm ausgefahren. Den Anschlag habe ich auf dem Schiebeschlitten montiert und entsprechend eingestellt. Anschließend noch das Maß für die Breite der Ausklinkung angerissen – und schon konnte es losgehen.
Den nicht passenden Absauganschluss an der Rückseite der Maschine habe ich inzwischen bei Festool reklamiert. Über die zugeteilte Ticketnummer warte ich nun auf eine Rückmeldung und die Behebung des Problems.
Bis dahin muss ich mir behelfen und den größeren Anschluss meines CTL 26 E mit etwas Nachdruck auf den Absaugstutzen der Säge zwängen.
Nicht gerade die eleganteste Lösung, aber zumindest funktioniert die Absaugung vorerst.
erste Schnitte
Sicher, es handelt sich um ein sogenanntes „Dünnschnittsägeblatt“. Wahrscheinlich merkt man beim Sägen kaum, dass das Holz überhaupt geschnitten wird. Weder am Geräusch noch an der Drehzahl oder am Widerstand scheint sich viel zu verändern.
Das Ansetzen des Werkstücks mit dem Anriss direkt am Sägeblatt ist wirklich einfach. Der spielfreie Schiebeschlitten und der exakt eingestellte Anschlag leisten dabei ganze Arbeit.
Für eine bessere Sicht auf den Sägevorgang habe ich hier die Schutzhaube abgebaut. So lässt sich genau beobachten, was beim Sägen passiert.
Allerdings ist mir bewusst, dass damit eine wichtige Schutzeinrichtung fehlt. Der Betrieb ohne Schutzhaube erhöht das Verletzungsrisiko erheblich. Das war lediglich für diese kurze Demonstration gedacht. Bei regulären Sägearbeiten gehört die Schutzhaube selbstverständlich wieder montiert.
Etwas feiner Sägestaub sammelt sich vor der Säge. Eine zusätzliche Absaugmöglichkeit an der Schutzhaube gibt es nicht. Das stört mich allerdings nicht besonders.
Entscheidend ist für mich das präzise Ergebnis – und das kann sich bisher wirklich sehen lassen.
einfach unglaublich
Das ist das Ergebnis – ohne jegliche Nachbearbeitung nach dem Ausklinken auf der CSC SYS 50 EBI.
Da ist nichts gestellt oder nachträglich aufgehübscht. Das Ergebnis spricht für sich: Die Fläche sieht aus, als wäre sie auf dem Frästisch bearbeitet worden. Und das Beste: keinerlei Ausrisse, wie ich sie von der Kapp- oder Tischkreissäge bei solchen Arbeiten ohne entsprechende Vorrichtung regelmäßig kannte.
So weit, so gut. Aber die entscheidende Frage bleibt: Passen die beiden Werkstücke am Ende auch exakt zusammen?
Also habe ich das Gegenstück gesägt – ohne auch nur eine einzige Einstellung an der Säge zu verändern.
Jetzt wird sich zeigen, ob die Präzision auch beim Zusammenfügen stimmt!
Ergebnis
Auch dieses Bild ist weder gestellt noch nachbearbeitet.
Ohne die Flächen auch nur ansatzweise mit einem Stechbeitel oder Schleifmittel nachzuarbeiten, passen beide Werkstücke exakt zusammen.
Wer jahrelang ausschließlich mit einer Baustellen-Tischkreissäge und/oder einer Kappsäge gearbeitet hat, wird dieses Ergebnis vielleicht kaum glauben können.
Da stellt sich mir tatsächlich die Frage: Habe ich in der Vergangenheit eigentlich alles falsch gemacht?
Diese Akku-Tischkreissäge liefert eine Schnittqualität, die mich wirklich überrascht. Für einen Tischler, der täglich große Werkstücke bearbeiten muss, ist diese Säge sicherlich nicht die erste Wahl. Für den ambitionierten Hobby-Holzwerker ist sie jedoch ein technischer Fortschritt, der sich in der Praxis deutlich bemerkbar macht.
Natürlich wird der Preis viele vom Kauf abschrecken. Auch ich habe jahrelang gezögert.
Wenn man allerdings bedenkt, welche Ingenieursleistung hinter der Konstruktion und der elektronischen Steuerung dieser Säge steckt, erscheint mir der Preis durchaus gerechtfertigt.
Mein bisheriges Fazit: Die CSC SYS 50 EBI hat meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern deutlich übertroffen.
Oberfläche Nebeneffekt
Sicher kennt jeder das Problem: Beim Auftrennen oder Ablängen von Holz kommt es immer wieder zu Brandspuren. Dafür kann es unterschiedliche Ursachen geben: zu geringer Vorschub, besonders hartes Holz und natürlich stumpfe oder ungeeignete Sägeblätter.
Auch die berüchtigten Ausrisse lassen sich meist nur mit entsprechenden Hilfsmitteln weitestgehend vermeiden.
Doch was ich hier erlebt habe, hat mich wirklich überrascht. Die Schnittflächen fühlen sich an, als wären sie gehobelt worden, und sind vollkommen ausrissfrei.
Eine solche Schnittqualität hatte ich bisher bei meinen bisherigen Tisch- und Kappsägen nicht erreicht.
Vielleicht merkt man es bereits an meinen bisherigen Beiträgen: Ich bin von den Ergebnissen der CSC SYS 50 EBI wirklich begeistert.
Das ist keine Begeisterung wegen einer neuen Anschaffung, sondern weil mich die Ergebnisse in der praktischen Anwendung tatsächlich überzeugen.








