Werkzeugpflege leicht gemacht
Tja, zurzeit gibt es keine neuen Projekte.
Also habe ich beschlossen, mich einmal den Dingen zu widmen, die sonst gerne etwas zu kurz kommen: Werkstatt und Werkzeugen.
Der Dickenhobel wurde schon lange nicht mehr gründlich gereinigt. Und wenn er schon einmal auf dem Tisch steht, bekommen die Messer natürlich ebenfalls einen Wechsel.
Man muss schließlich auch ohne neues Projekt einen Grund finden, in der Werkstatt herumzuschrauben. 😉
Eine besondere Anleitung braucht man dafür eigentlich nicht. Einfach die entsprechenden Schrauben lösen, Abdeckungen entfernen und erst einmal schauen, was sich dahinter verbirgt.
Der Dickenhobel ist schließlich keine Blackbox. Irgendjemand musste ihn schließlich auch zusammenbauen – und der hat dafür vermutlich keine Zauberei gebraucht.
Mit etwas technischem Verständnis, Ruhe und einem gewissen Respekt vor der Maschine lässt sich vieles selbst erledigen. Gerade bei Werkzeugen finde ich es ohnehin sinnvoll, nicht bei jedem Handgriff sofort nach einer Anleitung zu suchen, sondern sich zunächst einmal anzusehen, wie die Maschine überhaupt aufgebaut ist.
Pressluft, Pinsel und Waffenöl
Auch besondere Hilfsmittel braucht man für die Reinigung des Dickenhobels nicht unbedingt. Ein paar einfache Dinge sind allerdings sehr hilfreich: ein Pinsel für den fest sitzenden Staub, Pressluft zum Ausblasen und etwas geeignetes Schmiermittel für die beweglichen Teile und Führungen.
Für die Führungen verwende ich hier gerne CITO Waffenöl aus meiner Putzkiste für die Kanonen. Warum sollte das Öl nur bei den Kanonen gute Dienste leisten? 😉
Bei der eigentlichen Reinigung gehe ich grundsätzlich in drei Schritten vor:
Zuerst kommt der kräftige Staubsauger zum Einsatz. Damit entferne ich zunächst den groben Schmutz und die größeren Mengen an Holzstaub.
Danach geht es mit dem Pinsel in die Ecken. Gerade dort, wo der Staubsauger nicht hinkommt, sitzt meist der hartnäckigere Staub.
Zum Schluss wird alles mit Pressluft ausgeblasen. Damit bekommt man auch die letzten Staubreste aus den schwer zugänglichen Bereichen.
Wenn ich schon dabei bin, werden die zugänglichen Oberflächen natürlich ebenfalls gründlich gereinigt. Je nach Material verwende ich dafür Fensterklar oder auch etwas Alu-Politur.
Das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach durchaus sehen lassen. Auf dem Bild sieht man recht deutlich, wie viel Schmutz sich im Laufe der Zeit in und an einer solchen Maschine ansammelt – und wie sauber sie nach einer gründlichen Reinigung wieder aussehen kann.


Messertausch im Dickenhobel
Die Messer meines Makita Dickenhobels sind beidseitig geschliffen. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Ist eine Schneide stumpf, muss man das Messer nicht sofort ersetzen, sondern kann es einfach wenden und die noch scharfe Schneide wieder in Arbeitsposition bringen.
Dazu wird mit dem mitgelieferten Werkzeug zunächst die Messerhalterung gelöst. Anschließend kann das Messer herausgenommen, gewendet und wieder eingesetzt werden. Die Messerhalterung lässt sich anschließend mithilfe der vorhandenen Magnete wieder in Position bringen und befestigen.
Eigentlich ganz einfach: lösen, wenden, einsetzen, festziehen – fertig.
Einen kleinen Nachteil gibt es allerdings: Auf meinen Messern befindet sich keine Beschriftung. Dadurch ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen, welche Schneide bereits verwendet wurde.
Bei neuen Messern gibt es normalerweise einen einfachen Orientierungstrick: Man baut sie so ein, dass die Beschriftung lesbar ist. Wendet man das Messer später, steht die Beschriftung auf dem Kopf.
Damit lässt sich schnell erkennen, ob ein Messer bereits gedreht wurde. Bei unbeschrifteten Messern fehlt diese praktische Orientierung leider – hier muss man sich also selbst merken, welche Schneide bereits im Einsatz war.
Ein kleines Detail, aber gerade bei einem Messer mit zwei nutzbaren Schneiden durchaus hilfreich.


Folgeschäden Pulverlöscher Werkstattbrand
Die Reinigung war eigentlich schon längst überfällig.
Nach dem letzten Werkstattbrand habe ich natürlich versucht, sämtliche Reste des Löschpulvers zu entfernen. Offenbar ist mir das nicht ganz gelungen. Beim jetzigen Reinigen habe ich noch erstaunlich viele Stellen gefunden, an denen sich Pulverreste versteckt hatten.
Und genau deshalb bin ich inzwischen ein überzeugter Gegner von Pulverlöschern in der Werkstatt.
Natürlich hat ein Pulverlöscher einen entscheidenden Vorteil: Er kann einen Brand sehr schnell und wirkungsvoll bekämpfen. Das eigentliche Problem kommt allerdings danach.
Das Löschpulver verteilt sich praktisch überall. In jede Ritze, jede Führung und in alle beweglichen Mechaniken. Gerade in einer Werkstatt kann das fatale Folgen haben. Metallische Oberflächen und Bauteile werden durch die Rückstände angegriffen und können anschließend sehr schnell korrodieren.
Bei mir hat sich das unter anderem an den Schubladenführungen aus Metall gezeigt. Die Pulverreste setzen sich dort fest, fördern die Korrosion und sorgen dafür, dass die Führungen anschließend nur noch schwergängig laufen.
Damit wird aus dem vermeintlich kleinen Brand schnell ein erheblicher Löschschaden.
Natürlich ist es besser, einen Brand zu löschen und anschließend aufzuräumen, als die komplette Werkstatt abbrennen zu lassen. Aber bei einem kleinen Entstehungsbrand kann der Schaden durch das Löschpulver meiner Erfahrung nach erheblich größer sein als der eigentliche Brandschaden.
Ein Feuerlöscher soll schließlich den Schaden begrenzen – und nicht dafür sorgen, dass man anschließend die halbe Werkstatt zerlegen und reinigen muss.
Deshalb habe ich für mich Konsequenzen gezogen: Heute stehen in meiner Werkstatt nur noch hochwertige Schaumlöscher.
Ob das für jede Situation die optimale Lösung ist, muss natürlich jeder für sich und abhängig von den vorhandenen Brandrisiken entscheiden. Für meine Werkstatt möchte ich jedenfalls kein Pulver mehr sehen.


Frästisch Festool CMS OF2200 reinigen
Wenn ich schon einmal dabei bin, bekommt auch der Frästisch eine gründliche Reinigung.
Das Festool CMS habe ich bereits 2015 gekauft – nachdem ich den völlig unsinnigen Frästisch nach dem Plan eines „Tischlermeisters“ gebaut hatte. Eine Erfahrung, auf die ich rückblickend durchaus hätte verzichten können.
Das CMS selbst hat sich dagegen in meiner Hobbywerkstatt bestens bewährt. Gerade wenn der Platz begrenzt ist, reicht das System für meine Anforderungen völlig aus. Klein, kompakt und vielseitig – genau das, was man in einer kleinen Werkstatt gebrauchen kann.
Allerdings habe ich auch hier etwas verbessert: Der Anschlag ist selbst gebaut. Und meiner Meinung nach ist er sogar deutlich besser als der originale Anschlag von Festool.
Auf dem Bild sieht man die untergebaute Oberfräse direkt nach dem Ausbau. Dabei wird auch sehr deutlich, was bei der Absaugung passiert: Nein, es wird natürlich nicht der gesamte Frässtaub abgesaugt.
Ein erheblicher Teil des Staubes bleibt an der Oberfräse hängen und setzt sich rund um das Gehäuse fest. Und wenn man sich die Menge genauer ansieht, möchte man gar nicht wissen, wie viel davon sich im Laufe der Zeit in den Lüftungsöffnungen der Oberfräse angesammelt hat.
Deshalb habe ich die komplette Montage des Frästisches für die Reinigung zerlegt.
Wenn man schon einmal gründlich sauber macht, dann richtig. Nur dort zu putzen, wo man mit dem Staubsauger gerade noch hinkommt, bringt schließlich nicht besonders viel.


saubere Oberfräse OF2200
Erstaunlich, wie viel Staub noch aus der Oberfräse kam, als ich vorsichtig mit Pressluft in die Lüftungsschlitze geblasen habe.
Natürlich nicht mit vollem Druck. Ich möchte schließlich keine Bauteile in der Oberfräse beschädigen. Trotzdem kam eine erstaunliche Menge feiner Holzstaub zum Vorschein.
Im Nachhinein liegt für mich zumindest der Verdacht nahe, dass die starke Staubbelastung etwas mit dem Ausfall der Oberfräse zu tun gehabt haben könnte.
Und ja, ich hatte die Maschine sogar zu Festool eingeschickt, um sie reparieren zu lassen. Das Ergebnis war allerdings ernüchternd: Der Kostenvoranschlag belief sich auf 420 Euro.
Für diesen Betrag habe ich die Maschine dann lieber unrepariert zurückgenommen. Für 420 Euro bekommt man schließlich schon eine neue TREND OG2200.
Das eigentlich Interessante kommt aber zum Schluss:
Nach der gründlichen Reinigung läuft die Oberfräse wieder völlig fehlerfrei.
Und was den Festool-Service betrifft, kann ich nur meine persönliche Erfahrung schildern: Für mich ist der Service bei Festool inzwischen unterirdisch geworden.
420 Euro für eine Reparatur, die sich nach einer gründlichen Reinigung offenbar erledigt hat – da darf man sich schon fragen, wo hier eigentlich noch das Verhältnis zwischen Service, Reparaturkosten und dem Wert der Maschine liegt.


Frästisch Festool CMS Tischplatte
Natürlich sollte man es mit der Reinigung auch nicht übertreiben. Man muss aus einer gebrauchten Maschine schließlich kein Ausstellungsstück machen.
Trotzdem war ich überrascht, was sich mit einer speziellen Alu-Politur noch alles entfernen lässt. Selbst kleinere und eigentlich harmlose Flecken verschwanden damit erstaunlich gut.
Was ich vorher allerdings nicht wusste: Aluminium sollte man nicht einfach mit einer herkömmlichen Autopolitur behandeln. Dafür gibt es spezielle Produkte, die auf Aluminium abgestimmt sind.
Wieder etwas dazugelernt.
Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. So sauber und ordentlich sah das Aluminium schon lange nicht mehr aus.




fertiger Frästisch
Selbst die Ringe habe ich natürlich gründlich gesäubert.
Auch der Rahmen des CMS bekam eine komplette Reinigung und anschließend eine Behandlung mit Alu-Politur. Dabei wird erst richtig deutlich, wie viele Ecken, Kanten und Löcher dieser Rahmen eigentlich hat. Hunderte! Irgendeinen Sinn werden die sicherlich alle haben ... 😉
Nach der gründlichen Reinigung und Politur sieht das Aluminium jedenfalls wieder richtig ordentlich aus.
Als ich den Frästisch anschließend wieder an seinen angestammten Platz in der Werkstatt gestellt habe, ist mir tatsächlich sofort aufgefallen, wie sauber das Ganze jetzt aussieht.
Damit hatte ich ehrlich gesagt gar nicht gerechnet. Ich halte meine Werkstatt eigentlich so weit wie möglich staubfrei – zumindest für eine Werkstatt, in der regelmäßig mit Holz gearbeitet wird.
Aber offenbar sammelt sich selbst dann über die Jahre einiges an, was man im normalen Werkstattbetrieb gar nicht mehr wahrnimmt.
Manchmal muss man eben erst richtig sauber machen, um zu merken, wie schmutzig es vorher eigentlich war.

