Festool-Service - meine Erfahrungen als Holzwerker
Sicherlich wissen meine Leser inzwischen von meiner Vorliebe für Festool-Werkzeuge. Früher war ich ein regelrechter Festool-Junkie.
Mit mittlerweile 30 registrierten Produkten bei Festool – vom Akkuschrauber über Oberfräsen bis hin zum Kantenanleimer – habe ich im Laufe der Jahre schon eine ganze Reihe von Maschinen dieses Herstellers gekauft.
Seit letzter Woche steht auch die CSC SYS 50 EBI in meiner Werkstatt. Sie soll künftig meine bisherige Bosch GTS 10 XC Professional ersetzen.
An der Bosch war mein Festool-Staubsauger CTL 26 E angeschlossen. Natürlich wollte ich auch die neue Tischsäge mit diesem Sauger betreiben. Schließlich verfügt der CTL 26 E über Bluetooth und lässt sich damit bequem über die Säge einschalten.
Doch dann die Überraschung: Der Anschluss des Absaugschlauchs passt nicht an den Absaugstutzen der CSC SYS 50. Ausgerechnet bei einer Kombination aus zwei Festool-Geräten!
Der MIDI kommt für mich als Alternative nicht infrage, da er für diesen Bluetooth-Einsatzzweck nicht geeignet ist.
Wie kann ich die Tischsäge nun verbinden?
In einigen Foren wurde bereits über dieses Problem berichtet. In einem Beitrag fand ich den Hinweis, den Anschluss der Tauchsäge TS 60 zu verwenden. Der Bajonettverschluss sollte eigentlich passen.
Sollte – denn er passte eben nicht.
Also versuchte ich, den mitgelieferten Staubfangbeutel auf den Absaugstutzen der CSC SYS 50 aufzuschrauben. Doch auch das funktionierte nicht. Der Anschluss ließ sich nicht richtig befestigen und rastete nicht ein.
Daraufhin habe ich den Festool-Service kontaktiert und um eine Lösung gebeten. Das Problem habe ich per E-Mail ausführlich beschrieben und mit entsprechenden Fotos dokumentiert.
Gestern erhielt ich die Antwort. Die enthaltenen Hinweise waren eher für einen unerfahrenen Anwender gedacht. Das kann ich grundsätzlich noch nachvollziehen. Was mich allerdings irritiert hat: Auf das von mir konkret beschriebene Problem wurde überhaupt nicht eingegangen.
Aus rechtlichen Gründen werde ich den Inhalt der E-Mails hier nicht veröffentlichen. Den wesentlichen Inhalt und meine daraus gezogenen Schlüsse möchte ich aber durchaus schildern.
Service gestern und heute
Vor einigen Jahren hatte ich bereits einmal ein technisches Problem mit einem Festool-Werkzeug. Damals kontaktierte ich den Festool-Service und erlebte eine wirklich gute Zusammenarbeit. Gemeinsam fanden wir schnell eine Lösung. Ich wurde sogar telefonisch zurückgerufen und hatte jedes Mal einen ausgesprochen kompetenten Ansprechpartner am anderen Ende der Leitung.
Eine solche Unterstützung scheint heute offenbar nicht mehr selbstverständlich zu sein.
In der Antwort auf meine aktuelle Anfrage wurde ich stattdessen darauf hingewiesen, einen Adapter für den größeren Absaugschlauch aus dem Festool-Sortiment zu kaufen. Die Begründung: Der vorhandene Festool-Anschluss meines CTL 26 E sei nicht mit dem Anschluss der CSC SYS 50 kompatibel.
Gleich mitgeliefert wurde ein Link zu diesem Adapter, der knapp 30 Euro kostet.
Das bedeutet also: Ich kaufe eine Festool-Tischsäge für rund 2.700 Euro und soll anschließend noch einen Adapter aus demselben Hause kaufen, damit ich meinen Festool-Staubsauger an dieser Säge betreiben kann.
Zwei Festool-Geräte, aber keine passende Verbindung – und die Lösung soll ich zusätzlich bezahlen.
Bravo!
ein weiteres Beispiel
Vor gar nicht allzu langer Zeit fiel meine OF 2200 im Frästisch aus. Zunächst dachte ich, die Maschine sei defekt. Nach dem Einschalten lief sie zwar kurz an, schaltete sich aber unmittelbar wieder ab.
Da sich die Oberfräse außerhalb der Garantiezeit befand, schickte ich sie zur Überprüfung und gegebenenfalls zur Reparatur bei Festool ein.
Kurze Zeit später erhielt ich einen Kostenvoranschlag über sage und schreibe 420 Euro!
Nein, zu diesem Preis ließ ich die OF 2200 unrepariert zurückschicken. Für dieses Geld bekommt man bereits eine leistungsstarke Oberfräse von TREND.
Nach der Rückkehr in meine Werkstatt öffnete ich die Maschine und unterzog sie zunächst einer Sichtprüfung. Dabei fiel mir sofort auf, dass das Innere vollständig mit Staub bedeckt war. Für mich war das ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Maschine bei Festool offenbar nicht geöffnet und einer gründlichen Überprüfung unterzogen worden war.
Ich reinigte das Innenleben mit einem Pinsel und Druckluft, baute die OF 2200 wieder zusammen und nahm sie in Betrieb.
Und was soll ich sagen? Seitdem läuft die Oberfräse wieder einwandfrei und ohne jeden Fehler.
Bei einem Kostenvoranschlag von 420 Euro hätte ich zumindest eine nachvollziehbare Fehlerdiagnose erwartet. Dass die Maschine nach einer einfachen Reinigung wieder tadellos funktioniert, lässt mich an der damaligen Überprüfung durchaus zweifeln.


Meine schnelle Temporärlösung
Im Internet gibt es zahlreiche Plattformen, auf denen man Vorlagen für den 3D-Druck findet.
Natürlich habe ich dort auch einen passenden Adapter entdeckt und diesen kurzerhand auf meinem 3D-Drucker hergestellt. Doch auch dieser passt nicht in den Anschlussstutzen der CSC SYS 50. Damit bestätigt sich für mich der Eindruck, dass hier tatsächlich ein Kompatibilitätsproblem besteht. Das muss also weiterhin bei Festool reklamiert werden.
Also habe ich selbst Hand angelegt: Anhand der exakten Istmaße konstruierte ich in SketchUp einen eigenen Anschlussstutzen und druckte ihn anschließend aus.
Und siehe da: Er passt!
Damit ist das eigentliche Problem natürlich nicht behoben. Aber ganz ehrlich: Bevor ich die Maschine wieder einpacke, zu Festool schicke und während der gesamten Wartezeit auf meine Tischsäge verzichten muss, lebe ich zunächst lieber mit meiner eigenen Lösung.
Was mich an dieser Angelegenheit besonders enttäuscht, ist der bisherige Verlauf der Kommunikation mit dem Festool-Service. Meine konkrete Problembeschreibung und die beigefügten Fotos haben aus meiner Sicht bislang nicht zu einer passenden Lösung geführt. Stattdessen wurde mir der Kauf eines zusätzlichen Adapters empfohlen.
Das steht in deutlichem Gegensatz zu meinen Erfahrungen mit dem Festool-Service aus früheren Jahren. Damals habe ich eine wesentlich persönlichere und lösungsorientiertere Unterstützung erlebt.
Ich kann daher nur hoffen, dass sich die Kundenbetreuung wieder stärker an dem Qualitätsanspruch orientiert, den ich über viele Jahre mit der Marke Festool verbunden habe.




