Husqvarna Automower 105 reinigen und für den Winter vorbereiten
Seit nunmehr über 14 Jahren lassen wir unseren Rasen von einem Husqvarna Automower mähen. Angefangen hat es mit einem 305, später kam ein 105 dazu. Beide Modelle sind baugleich. Heute wird dieses Modell nicht mehr angeboten.
Im Jahr 2012 gab es den Rasenmäher noch ausschließlich im Fachhandel zu kaufen. Der damalige Preis lag in der Grundausstattung bei satten 1.450 Euro. Der (sehr schlechte) Fachhändler in Kevelaer ließ keinen Cent nach. Aus heutiger Sicht hat er mich damit ganz schön über den Tisch gezogen. Aber dazu später mehr.
Für unser Grundstück mit knapp 200 m² Rasenfläche ist dieser Mähroboter mehr als ausreichend.
In den vergangenen 14 Jahren ist er nicht ein einziges Mal ausgefallen. Lediglich beim 105 habe ich einmal den Akku ausgetauscht. Ersatzakkus gibt es bei TEMU sehr günstig. Mit der Haltbarkeit und Leistung bin ich bisher genauso zufrieden wie mit dem Originalakku.
Warum ist der Rasenroboter so verschmutzt?
Dieser Rasenroboter verfügt nicht über die Technik, mit der die „modernen“ Mähroboter heute angeboten werden. Kein Regensensor, kein GPS, kein WLAN und auch sonst keine besonderen technischen Spielereien. Einfach nur ein „popeliger“ Rasenroboter, der seine Arbeit macht.
Und genau darin liegt für mich ein großer Vorteil: Die Technik ist überschaubar, die Bedienung unkompliziert und es gibt keine aufwendige Elektronik, die eingerichtet, vernetzt oder ständig aktualisiert werden muss. Der Automower arbeitet kabelgeführt. Die Grenzen unseres Rasens ändern sich schließlich nicht ständig. Und falls doch einmal eine Anpassung nötig ist, lässt sich der Begrenzungsdraht problemlos verändern.
Er fährt seine Bahnen, mäht den Rasen und das war's. Mehr brauche ich eigentlich nicht. Seit über 14 Jahren erledigt er diese Aufgabe zuverlässig. Das spricht für sich.
Einen kleinen Nachteil gibt es allerdings: Wenn der Rasen nass ist oder der Roboter bei Regen mäht, setzen sich die abgeschnittenen Grashalme an der Unterseite des Gehäuses und an den Innenseiten der Räder fest. Und das nicht zu knapp.
Neuere Rasenroboter lassen sich mittlerweile bequem von unten mit einem Wasserstrahl reinigen. Bei diesem Modell ist das allerdings noch nicht möglich. Deshalb steht vor dem Überwintern eine gründliche Reinigung an.
Keine Angst vor dem Zerlegen
Der Husqvarna 305/105 lässt sich erfreulich einfach auseinanderbauen. Die wenigen Schrauben sind schnell gelöst und schon sind alle Stellen, die gereinigt werden müssen, gut zugänglich.
Wer vor dieser Arbeit noch Respekt hat, findet auf YouTube zahlreiche Videos, in denen die Demontage und Reinigung Schritt für Schritt gezeigt werden.
Ein Fachhändler berechnet für diese Arbeiten nach meiner eigenen Erfahrung mindestens vier Stunden Arbeitszeit zu 100 Euro. Für dieses Geld bekommt man heute bereits einen neuen "alten" Automower 105 – allerdings ohne Ladestation. Für mich war das damals eher ein Abwehrangebot, als dass man wirklich Interesse daran hatte, den Mäher zu warten.
Für die Reinigung habe ich den Rasenroboter zunächst zwei Tage in seiner Garage trocknen lassen. Nasses Schnittgut lässt sich nur schwer entfernen und verschmiert eher, als dass es sich vernünftig absaugen lässt.
Anschließend kann ich bereits die gröbsten Verschmutzungen mit einem leistungsstarken Staubsauger entfernen.
Gefahr beim Zerlegen
Es bestätigt sich immer wieder: Nicht Unwissenheit führt zu Unfällen, sondern viel häufiger schlichte Bequemlichkeit oder reine Faulheit.
Und ja, das ist Blut! Mein Blut.
Beim Versuch, die Schraube in der Mitte zu lösen, hatte ich die Messer noch nicht abgebaut. Der Weg zum Schraubendreher an der Wand war mir in diesem Moment offenbar zu weit. Also habe ich kurzerhand versucht, die Schraube mit dem Akkuschrauber zu lösen.
Dabei entwickelte sich doch einiges an Kraft, sodass ich die Platte mit der linken Hand nicht mehr festhalten konnte. Eines der Messer erwischte meinen Daumen und verletzte mich.
Sofort musste ich an die Ursache des Staubsaugerbrandes denken. Auch dort hatte eine vermeidbare Nachlässigkeit unangenehme Folgen.
Also: Vor dem Lösen der mittleren Schraube unbedingt zuerst die Messer entfernen! Das dauert nur wenige Minuten und verhindert genau solche Verletzungen.
Eine ziemlich unnötige Lektion, die ich mir hätte ersparen können.
Gehäuse öffnen
Um den Roboter wirklich gründlich reinigen zu können, muss das Gehäuse geöffnet werden. Gehäusedeckel und Fahrgestell werden lediglich durch vier Schrauben zusammengehalten. Diese Schrauben sitzen in Gummipuffern. Beim Herausdrehen empfiehlt es sich, die Gummipuffer mit einer Zange festzuhalten, damit sie sich nicht mitdrehen.
Diese Trennung ist auch wichtig, um die Schraubverbindungen langfristig gängig zu halten. Sind die Schrauben erst einmal festgerostet, lässt sich der Deckel kaum noch lösen, ohne dabei die Gummipuffer zu beschädigen.
Sind Gehäusedeckel und Fahrgestell erst einmal voneinander getrennt, ist die eigentliche Reinigung nur noch Fleißarbeit.
Dafür verwende ich gerne eine Art Reinigungsbürste in Zahnbürstenform. Die habe ich im Zehnerpack für ein paar Cent bei TEMU bestellt. Damit kommt man auch gut in die Ecken und an schwer zugängliche Stellen.
Für hartnäckige Grasreste kann ich außerdem ein bestimmtes Lösungsmittel empfehlen. Dazu später mehr.
Hinterrad ausbauen
Dieses Hinterrad gehört zu den am stärksten beanspruchten Teilen des Rasenroboters. Bei jeder Wendung und Drehung wird es teilweise über den Boden gezogen und muss entsprechend einiges aushalten.
Die vier Schrauben sind schnell gelöst und das Rad lässt sich anschließend einfach abheben.
Erst jetzt werden die teils schon älteren Verschmutzungen richtig sichtbar. Ohne den Ausbau des Rades kommt man an diese Stellen kaum heran. Eine gründliche Reinigung wäre dort im eingebauten Zustand praktisch nicht möglich.
Apropos Hinterrad: Der „schlechte“ Fachhändler, bei dem wir unseren ersten Automower im Juni gekauft hatten, empfahl mir bereits im November, also nach nur einer Mähsaison, das Hinterrad auszutauschen. Angeblich hätte er „Haarrisse“ entdeckt, die einen Wechsel erforderlich machten.
Dieser Händler ist für mich kein „Schlitzohr“, sondern vielmehr ein … Na, das passende Wort überlasse ich lieber euch.
Ähnliches ist mir übrigens schon beim ersten Kauf der Ersatzmesser passiert. Aber dazu später mehr.
Geheimmittel "Harzlöser"
Nach der groben Reinigung mit einer trockenen Bürste und dem Staubsauger bleibt noch eine ziemlich hartnäckige Arbeit: Die fest anhaftende Schicht aus Grünbelag und Grasresten muss ebenfalls entfernt werden.
Mit Spülmittel, Wasser und einer Bürste ist das ein mühsames Unterfangen. Es kann durchaus funktionieren, kostet aber jede Menge Zeit und Geduld.
Deutlich einfacher geht es mit einem Harzlöser. Ich verwende hierfür ein Produkt von Ballistol. Es muss aber nicht unbedingt dieser Hersteller sein, auch andere Harzlöser erfüllen den Zweck.
Den Harzlöser setze ich übrigens nicht nur für die Reinigung des Rasenroboters ein. Auch Fräser und Sägeblätter lassen sich damit hervorragend von hartnäckigen Harz- und Holzresten befreien. Ein Mittel, das in meiner Werkstatt regelmäßig zum Einsatz kommt.
Zusammenbau des Rasenroboters
Der Zusammenbau ist genauso einfach wie das Zerlegen. Die einzelnen Teile lassen sich problemlos wieder zusammensetzen und mit den wenigen Schrauben befestigen.
Natürlich sollten bei dieser Gelegenheit auch die Messer gewechselt werden.
Früher habe ich die Messer wöchentlich ausgetauscht. Aus meiner langjährigen Erfahrung kann ich aber sagen, dass das gar nicht notwendig ist. Ein Wechsel einmal im Monat reicht bei mir vollkommen aus.
Apropos Messer: Bei diesem bereits erwähnten Fachhändler hatte ich mich damals über die hohen Preise für die Ersatzmesser beschwert. Daraufhin bot er mir einen angeblichen „Sonderpreis“ an, den ich zunächst akzeptierte.
Erst zu Hause, beim genaueren Blick auf die Rechnung, bemerkte ich den Trick: Er hatte mir seinen Nettopreis genannt und auf der Rechnung anschließend noch 19 % Mehrwertsteuer aufgeschlagen.
Als Privatkunde empfinde ich ein solches Vorgehen als Betrug. Ein solches Geschäftsgebaren ist für mich absolut inakzeptabel.
Natürlich werde ich dort nie wieder etwas kaufen. Eine Empfehlung für diesen Händler kommt für mich erst recht nicht infrage.
Noch ein Wort zum Kauf von Ersatzklingen.
Die Originalklingen von Husqvarna kosten im Set mit neun Klingen inklusive Schrauben rund 15,00 Euro. Das entspricht knapp 1,70 Euro pro Klinge.
Im Internet bekommt man dagegen 30 Klingen inklusive Schrauben bereits für etwa 12,00 Euro. Damit liegt der Stückpreis bei gerade einmal 0,40 Euro – also bei weniger als einem Viertel des Originalpreises.
Über all die Jahre konnte ich bei der Haltbarkeit und Schnittleistung keinen für mich erkennbaren Qualitätsunterschied feststellen. Deshalb sehe ich persönlich keinen Grund, weiterhin den deutlich höheren Preis für die Originalklingen zu bezahlen.
Warum also mehr als das Vierfache ausgeben?
Fachhändler bieten auch jährliche „Inspektionen“ an. Dabei werden unter anderem angebliche Software-Updates durchgeführt sowie Fahrwerk und Akku eingehend kontrolliert.
Im ersten Jahr habe ich eine solche Inspektion noch bei unserem damaligen „Fachhändler“ durchführen lassen. Dabei wurde prompt ein angeblicher Haarriss im Hinterrad entdeckt – nach gerade einmal drei Monaten Betriebszeit.
Natürlich sollte dieser vermeintliche Schaden nicht unter die Garantie fallen. Die Begründung: Das Hinterrad sei schließlich über das angrenzende Pflaster gefahren. Für diese „Inspektion“ wurden mir damals stolze 105 Euro berechnet.
Aus heutiger Sicht kann ich über diese Erfahrung nur den Kopf schütteln.
Grundsätzlich lässt sich an einem solchen Rasenroboter erstaunlich viel selbst reparieren. Ob sich der jeweilige Aufwand wirtschaftlich lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Aber wer sich einmal an eine Reparatur heranwagt, wird schnell feststellen, dass selbst Arbeiten, die auf den ersten Blick kompliziert aussehen, oft erstaunlich einfach durchzuführen sind.
Man muss sich nur trauen, genauer hinzuschauen und selbst Hand anzulegen.
Hinterrad geprüft und eingebaut
Das Hinterrad wird bei diesem Rasenroboter besonders stark beansprucht und sollte deshalb von Zeit zu Zeit genauer überprüft werden.
Offenbar besteht es aus zwei Teilen, die entweder miteinander verklebt oder verschweißt sind. Über all die Jahre konnte ich dort keinerlei Schäden feststellen. Die damals vom Fachhändler empfohlene Erneuerung des Rades war aus heutiger Sicht offenbar nicht notwendig. Geldmacherei?
Alle abnehmbaren Teile habe ich anschließend unter warmem, fließendem Wasser mit einer kleinen Bürste gründlich gereinigt.
Nach der Reinigung sieht der Rasenroboter wieder fast aus wie neu. Damit ist er bestens für die Winterpause vorbereitet.
Kunststoff auffrischen
Kunststoff verliert mit der Zeit seinen ursprünglichen Glanz, wird stumpf und kann mit den Jahren auch porös werden.
Dieses Pflegemittel wirkt dem ganz gut entgegen. Nach dem Einreiben sieht der Kunststoff wieder deutlich frischer aus. Selbst leichte Kratzer fallen anschließend kaum noch auf.
Natürlich ist das kein Wundermittel. Durch Regen und Witterung wird die Wirkung relativ schnell nachlassen und das Mittel muss gegebenenfalls erneut aufgetragen werden.
Trotzdem lohnt sich die Anwendung: Der Kunststoff sieht nicht nur wieder gepflegter aus, sondern wird durch die Behandlung auch geschützt und bleibt länger erhalten.
jetzt geht es ins Winterlager
Der Rasenroboter ist bereit für den Winterschlaf und technisch fit für das Frühjahr.
- Akku ist komplett geladen
- alle Teile wurden gründlich gereinigt
- Messer sind komplett neu
- alle Schrauben sind beweglich (nicht gerostet)
- die Gummipuffer sind stabil (Stoßsicherung)
- Ladestation ist vom Netz genommen und Gerät liegt trocken
- Rasenroboter ist ausgeschaltet
Jetzt geht es in den trockenen Schuppen.
3110 Betriebsstunden















