Jagdhütte - Hier beschreibe ich meine Erlebnisse in der Jagdhütte in meinem Revier im Schwarzwald vor schon einigen Jahren.

Kuriositäten rund um die Jagd

Ich war leidenschaftlich gerne Jäger. Der Weg zum Jagdschein selbst war allerdings etwas kurios, denn ursprünglich hatte ich vor allem den Wunsch, Waffen führen zu dürfen. Über die Hintergründe habe ich bereits an anderer Stelle berichtet.

Nach meiner ersten Jagdeinladung nach Sachsen-Anhalt war es dann aber um mich geschehen. Das Jagdfieber hatte mich gepackt!

Für mich stand schnell fest: Ich wollte irgendwann ein eigenes Jagdrevier haben.

Nach zwei Jahren, in denen ich einen Begehungsschein besessen hatte, suchte ich ein eigenes Revier und wurde mit einem Angebot in einer Jagdzeitschrift fündig.

Ein Jagdrevier in der Nähe von Gießen

In einem ersten Gespräch mit dem Jagdvorstand und dem damaligen Pächter wurde mir die Situation im Revier erklärt. Der bisherige Pächter konnte die Pacht nicht mehr bezahlen und suchte deshalb einen Nachfolger.

Der Jagdvorstand überredete mich schließlich, als zusätzlicher Pächter einzusteigen. Als Zugeständnis sollte das Revier in zwei Bereiche aufgeteilt werden. Ein weiterer Vorteil wäre, dass ich mit dem bisherigen Jagdaufseher jemanden an meiner Seite hätte, der das Revier seit Jahren kannte.

Ich setzte einen Gesellschaftsvertrag auf, in dem wirklich alles geregelt war. Als Grenze zwischen den beiden Revierteilen diente eine Bundesstraße. Damit sollten eigentlich klare Verhältnisse geschaffen sein.

Das gesamte Revier umfasste 480 Hektar und kostete damals gerade einmal 5.000 D-Mark Pacht. Das war, gemessen an anderen Jagdmöglichkeiten, geradezu spottbillig! Allein für meinen damaligen Begehungsschein in der Eifel hatte ich zuvor 12.000 D-Mark bezahlt – allerdings mit freier Büchse und der Möglichkeit, Jagdgäste mitzubringen.

Was danach folgte, war allerdings schlichtweg unerträglich.

Gießen lag mit dem Auto knapp vier Stunden entfernt. Mal eben ins Revier fahren, um nach dem Rechten zu sehen, war also nicht möglich. Genau das sollte sich später als großer Nachteil erweisen.

Angefangen hat es mit der Beschickung der Kirrungen. Plötzlich war angeblich nirgendwo Mais zu bekommen, weshalb die Kirrungen nicht mehr bestückt werden konnten. Merkwürdigerweise betraf das ausschließlich meinen Revierteil.

Mein Mitpächter schien dagegen weiterhin kräftig Strecke zu machen. Drei Sauen pro Woche waren offenbar keine Seltenheit. Da ich nun die Hälfte des Reviers für mich beanspruchte, dürften seine bisherigen Einnahmen aus der Jagd entsprechend zurückgegangen sein.

Eines Tages tauchten wir überraschend im Revier auf und erwischten den Mitpächter tatsächlich beim Ansitz auf meiner Seite. Seine Erklärung dafür: Er sei dort, weil sich ein krankes Stück Wild in diesem Bereich aufhalte.

Ob das tatsächlich der Grund war, konnte ich nicht beurteilen. Der Vorfall hinterließ bei mir jedenfalls einen mehr als unangenehmen Eindruck.

Von da an wurde die Situation immer unerträglicher. Meine Ansitze waren plötzlich angesägt, Anschussbretter verschwanden und an den Kirrungen wurde offenbar mit übel riechenden Substanzen nachgeholfen, um das Wild fernzuhalten.

Spätestens jetzt war klar, dass es hier längst nicht mehr nur um unterschiedliche Vorstellungen von der Jagd ging. Es ging um persönliche Interessen, Geld und offenbar auch darum, wer in welchem Teil des Reviers das Sagen hatte.

Dabei hatte ich mich auf klare vertragliche Regelungen verlassen und war davon ausgegangen, dass sich alle Beteiligten daran halten würden. Die Realität sah leider völlig anders aus.

Noch im Februar des ersten Jagdjahres platzte mir endgültig der Kragen. Ich stellte den Jagdvorstand zur Rede und wollte wissen, wie es sein konnte, dass solche Dinge in diesem Revier einfach hingenommen wurden. Doch der Vorstand wollte von alldem nichts wissen und sah offenbar keinen Anlass, sich einzumischen.

Für mich war damit Schluss. Ich kündigte den Jagdpachtvertrag mit sofortiger Wirkung.

Natürlich rechnete ich damit, dass Widerspruch kommen würde. Schließlich ging es um einen laufenden Pachtvertrag, und ich stellte mich darauf ein, dass man mich weiterhin zur Zahlung verpflichten würde. Doch nichts dergleichen geschah! Es kam weder ein Widerspruch noch eine Zahlungsforderung. Bis heute habe ich in dieser Angelegenheit nichts mehr gehört oder gesehen.

Was sagt uns diese Erfahrung?

Meine persönliche Schlussfolgerung ist eindeutig: Ein Jagdrevier sollte man niemals – und ich meine wirklich niemals – gemeinsam mit anderen pachten.

Wer sich ein eigenes Revier samt sämtlicher Nebenkosten finanziell nicht allein leisten kann, sollte meiner Meinung nach lieber die Finger davon lassen. Denn sobald mehrere Pächter beteiligt sind, treffen unterschiedliche Interessen, Erwartungen und Vorstellungen von der Jagd aufeinander. Und wenn dann noch Geld ins Spiel kommt, ist der Ärger häufig vorprogrammiert.

Im Laufe der Jahre habe ich bei etlichen Jagdkollegen erlebt, die ein Revier zu zweit oder in einer Gruppe gepachtet hatten, wie aus anfänglicher Begeisterung Streit, Misstrauen und letztlich purer Verdruss wurden. Statt die gemeinsame Jagd zu genießen, beschäftigten sie sich irgendwann mehr mit gegenseitigen Vorwürfen als mit dem eigentlichen Waidwerk.

Und wer glaubt, dass es innerhalb einer Familie besser funktioniert, kann ebenfalls böse Überraschungen erleben. Selbst dort, wo man sich eigentlich blind vertrauen sollte, sind unterschiedliche Interessen und finanzielle Fragen oft genug der Anfang vom Ende.

Ein eigenes Revier bedeutet Verantwortung, Arbeit und Kosten. Aber es bedeutet eben auch Unabhängigkeit. Man entscheidet selbst, trägt die Verantwortung allein und muss sich nicht mit Mitpächtern herumärgern, die möglicherweise ganz andere Vorstellungen haben.

Nach meinen persönlichen Erfahrungen ist mir eines klar geworden: Lieber ein kleineres Revier, das ich mir selbst leisten kann und in dem ich nach meinen eigenen Vorstellungen jagen darf, als ein vermeintlich günstiges Gemeinschaftsrevier, das am Ende nur Ärger und Enttäuschung bringt.

Jagd

Ein reines Waldjagdrevier – gepachtet vom „Staat“

Damals wusste ich allerdings noch recht wenig über die unterschiedlichen Eigenschaften von Jagdrevieren und die jeweiligen Vor- und Nachteile. Ich musste erst noch meine eigenen Erfahrungen sammeln und lernen, worauf es bei der Auswahl eines passenden Reviers wirklich ankommt.

Eine Jagdhütte mitten im Wald

Der Fürst zu Fürstenberg bot Teile seines Waldbesitzes Jägern im Rahmen eines entgeltlichen Begehungsscheins zur Jagd an.

Ein Förster führte mich durch das Revier und zeigte mir anschließend auch die dazugehörige Jagdhütte.

Was mich dabei besonders reizte, war tatsächlich die Vorstellung, eine eigene Jagdhütte mitten im Wald ganz für mich allein nutzen zu können. Und diese Hütte hatte es wirklich in sich! Sie war gut ausgestattet und bot genau das, was ich mir von einem solchen Rückzugsort im Wald vorstellte.

Allein die Vorstellung, nach einem langen Ansitz dort einkehren zu können, fernab von allem Trubel, hatte ihren ganz besonderen Reiz.

Na ja, eine wichtige Erkenntnis fehlte mir damals noch: Ein reines Waldjagdrevier vom Staat zu pachten, sollte man sich gut überlegen! Und das nicht nur wegen des oft hohen Pachtpreises, sondern vor allem wegen des Wildbestandes.

Für meine 180 Hektar reine Waldjagd standen immerhin 14 Stück Rehwild auf dem Abschussplan. Das ist für eine solche Fläche schon eine beachtliche Anzahl. Zumindest dachte ich das damals.

Doch bereits bei der Revierübergabe hätte mich eine Aussage des zuständigen Försters stutzig machen müssen. Er sagte sinngemäß zu mir:

„Wenn Sie den Abschussplan schon im Sommer erfüllt haben, machen Sie sich keine Sorgen. Ich bringe Ihnen einfach einen neuen!“

Spätestens da hätte ich hellhörig werden müssen. Denn zwischen den Zeilen war die Botschaft ziemlich eindeutig: Der Abschussplan ist nicht das Ende der Fahnenstange. Wenn das Wild erlegt ist, wird eben weitergeschossen.

Oder anders ausgedrückt: In einem solchen Revier scheint die Devise zu gelten: Nur totes Rehwild ist gutes Rehwild.

Damals konnte ich noch nicht einschätzen, was diese Einstellung für die Jagd, den Wildbestand und das eigene Jagderlebnis bedeutete. Heute sehe ich das deutlich kritischer.

Alle Ansitze waren mit offenen Kanzeln ausgestattet, wie man sie im Schwarzwald häufig findet. Natürlich bekam ich regelmäßig Rehwild zu Gesicht. Allerdings waren die Stücke derart heimlich, dass es ausgesprochen schwierig war, überhaupt einmal eines zu erlegen.

Das kannte ich aus meinen Jagdjahren in der Eifel ganz anders. Dort hatte ich völlig andere Erfahrungen gemacht.

Was mich zusätzlich stutzig machte: Ich sah kaum einmal einen Sprung Rehwild oder ein Schmalreh in Begleitung eines Bockes. Irgendetwas stimmte hier für mich einfach nicht. Je länger ich in diesem Revier jagte, desto mehr hatte ich den Eindruck, dass wahllos alles abgeschossen wurde, was sich irgendwie blicken ließ.

Mit einer solchen Art der Jagd konnte ich mich nicht anfreunden. Für mich gehört mehr dazu, als lediglich den Abschussplan zu erfüllen. Wild zu beobachten, sein Verhalten zu verstehen und die Zusammenhänge im Revier zu erkennen, sind für mich wesentliche Bestandteile der Jagd.

Letztlich blieb ich nur ein Jahr in diesem Revier. Und ehrlich gesagt: Ich war froh, als ich es wieder verlassen konnte. Für mich war es eine Erfahrung, aus der ich einiges gelernt habe – vor allem darüber, was ich von einem Jagdrevier erwarte und was eben nicht.

Kuriositäten rund um die Jagd

Jagdrevier im Westerwald

Nach diesen Erfahrungen wollte ich trotzdem die Jagd nicht aufgeben.
Durch einen Bekannten kam ich in Kontakt mit einer Jagdgenossenschaft im Westerwald. Das Revier dort sollte aus Altergründen weiter gegeben werden. Diesmal war ich aber vorbereitet.

 

  • KEIN Staatsrevier als Nachbarn
  • keine reine Waldjagd sondern 40/30/30
  • keine "Sauenpest"
  • kein Maisanbau

Zu den weiteren Einschränkungen gehörte unter anderem die Begrenzung auf gerade einmal ein Kilogramm Mais pro Kirrung. Und selbst dieser Mais musste auch noch vergraben werden. Die bewährte Maistonne, die an den Kirrungen zum Einsatz kam, wurde verboten.

Irgendwann fragt man sich wirklich, ob solche Vorschriften noch der praktischen Jagdausübung dienen oder sie unnötig erschweren.

Deshalb mein Vorschlag: Lasst uns Jäger doch einmal ein ganzes Jagdjahr lang die Finger gerade lassen und nicht mehr jagen. Dann kann jeder sehen, welche Folgen es hat, wenn die Bejagung ausbleibt – für die Wildbestände, für die Landwirtschaft und für den Wald.

Vielleicht würde dann manchem klar, welche Aufgabe die Jagd tatsächlich erfüllt und welche Verantwortung wir Jäger übernehmen.

Ein Jagdrevier mit viel Wild – und späterem Ärger

Der damalige Jagdvorstand nahm mich persönlich mit auf eine Rundfahrt durch das Revier. Dabei zeigte er mir sicherlich die schönsten Ecken. Was ich allerdings nicht erwartet hatte, war der beeindruckende Wildreichtum. Fast überall bekam ich Rehwild, Füchse und Hasen zu Gesicht. Natürlich hätte das auch Zufall sein können. Doch der direkte Jagdnachbar, ein Bekannter aus meinem heimischen Hegering, versicherte mir, dass dieser Wildreichtum durchaus normal sei.

Allerdings hatte das Revier seinen Preis. Die Verhandlungen waren nicht einfach, und die Pacht war ausgesprochen hoch. Schließlich einigten wir uns auf einen Preis pro Hektar. Ich wartete anschließend auf den Entwurf des Pachtvertrages. Als dieser endlich eintraf, staunte ich nicht schlecht: Darin waren 40 Hektar als „nicht bejagbare Fläche“ ausgewiesen – trotzdem wurden sie bei der Berechnung des Pachtpreises voll berücksichtigt.

Das konnte ich natürlich nicht akzeptieren. Nach längeren Diskussionen wurde diese Fläche schließlich von der Gesamtfläche abgezogen und ein neuer Hektarpreis im Vertrag festgehalten. So sollte es sein: Man muss schon genau hinschauen, bevor man einen solchen Vertrag unterschreibt.

Auch hinsichtlich möglicher Wildschäden hatte ich zunächst wenig Bedenken. Nach Aussage der Jagdgenossenschaft war in naher Zukunft kein Maisanbau vorgesehen. Wiesen und Getreideflächen prägten die Landwirtschaft. Schwarzwild war angeblich nur selten als Wechselwild anzutreffen und stellte deshalb weder in der Vergangenheit noch künftig eine größere Gefahr für hohe Wildschäden dar.

Ein weiteres Plus gab es obendrein: Für damals gerade einmal 10 Euro im Monat durfte ich meinen Wohnwagen samt Vorzelt auf einem Stellplatz abstellen. Strom- und Wasseranschluss waren vorhanden. Für mich war das ideal, denn so konnte ich längere Zeit im Revier verbringen, ohne ständig nach Hause fahren zu müssen.

Außerdem empfahl man mir einen Jagdaufseher, der mir damals vertrauenswürdig erschien. Ich übernahm ihn gerne. Eigentlich waren damit alle Voraussetzungen für eine schöne und erfolgreiche Jagdzeit geschaffen.

Doch der Ärger ließ zunächst auf sich warten. Erst nach drei Jahren begann es, schwierig zu werden.

Man darf natürlich nicht erwarten, dass man zehn oder zwölf Jahre lang völlig ungestört in einem Revier jagen kann. Irgendwann gibt es immer Veränderungen, Meinungsverschiedenheiten oder Probleme. Und meistens fängt alles ganz harmlos an.

Schon im ersten Frühjahr gab es erste Irritationen

Doch halt – ganz so reibungslos lief es von Anfang an nicht.

Noch im ersten Frühjahr bekam ich Post vom örtlichen Hegering. Darin war ich bereits als Richter für die bevorstehende Trophäenschau eingetragen. Offenbar ging man davon aus, dass ich diese Aufgabe als besondere Ehre betrachten und selbstverständlich zusagen würde.

Dabei muss man eines wissen: Ich war nie Trophäenjäger und bin es bis heute nicht. Für mich stand bei der Jagd immer das Wildbret im Vordergrund. Ich habe keineswegs alles geschossen, was mir vor die Büchse kam, sondern mich auf die Stücke beschränkt, die der Wildbestand zuließ und die ich für jagdlich interessant hielt. Das galt selbstverständlich auch für das Schwarzwild.

Wer beispielsweise bei Sauen grundsätzlich nur das kleinste Stück erlegt, kann zwar vieles richtig machen – aber Jagd ist für mich mehr als eine möglichst einfache Entscheidung nach der Größe des Stückes.

Das erlegte Wild wurde bei uns selbst verwertet, im Bekanntenkreis verkauft oder – bei Schwarzwild – an einen Wildhändler abgegeben.

Eine Tätigkeit als Richter bei einer Trophäenschau kam für mich deshalb nicht infrage. Ich lehnte die Anfrage höflich ab.

Damit hatte ich mir offenbar keine Freunde gemacht. Von diesem Zeitpunkt an galt ich im Hegering als eine Art schwarzes Schaf und wurde zunehmend gemieden. Das störte mich allerdings wenig. Ich war schließlich zum Jagen gekommen und nicht, um gesellschaftliche Verpflichtungen zu erfüllen oder mich bei anderen beliebt zu machen.

Ein Anruf der Polizei

Im zweiten Jagdjahr saß ich eines Tages im Revier auf Ansitz, als mein Telefon klingelte. Am anderen Ende meldete sich die Polizei. Es habe einen Wildunfall in meinem Revier gegeben, und ich solle bitte zur Unfallstelle kommen.
An der Unfallstelle habe ich mich sofort um das Fallwild gekümmert. Es war ein Kitz, welches bereits tot war. Ich legte es an den Straßenrand und ging zurück zum Polizisten, der bereits eine "Bescheinigung" für seinen Kollegen, der ausserhlb seines Dienstes das Kitz totgefahren hatte, ausstellte.
Gerade in dem Moment, in dem sich der Polizist verabschiedete um wieder zu fahren, bat ich ihn dafür zu sorgen, dass das tote Stück bald entsorgt wird. "Das macht doch immer der Jagdaufseher. Wer sind Sie denn?". "Ich bin der Jagdausübungsberechtigte Pächter und ich entsorge ds Stück nicht. Ich nehme es nicht in meinen Besitz", antwortete ich sinngemäß. Er nahm es zur Kenntnis und verließ die Unfallstelle.
Tja, damit hatte ich es mir im Hegering ganz verscherzt. Jeder ging mir aus dem Weg.
Ja warum soll ich Fallwild entfernen, wo ich doch so viel "Jagdsteuer" bezahlen muss? Was soll diese "Steuer" überhaupt?

Seitdem habe ich kein Fallwild mehr entsorgt. Man sollte wissen, dass es der Gemeinde knapp 100 Euro pro Stück für die Entsorgung kostet. Und da kommt schon einiges zusammen.

Und was soll ich sagen? Ein Jahr später rief der Hegering alle Mitglieder auf, Fallwild nicht mehr selbst zu entsorgen. Daraufhin verbreitete sich das und die "Jagdsteuer" ist gefallen!!

Versprechungen der Jagdgenossenschaften sind nur Schall und Rauch

Maisanbau, Wildschaden und sechs ausgemähte Kitze

Zuerst kam der Maisanbau. Und zwar in einer Ecke des Reviers, die auf drei Seiten von Wald umschlossen war. Eine ausreichende Bejagung des Schwarzwildes war dort nahezu unmöglich.

Mein Jagdaufseher versuchte, die Sauen mit Menschenhaar abzuschrecken. Das funktionierte genau drei Tage. Wenn die Sauen erst einmal im Mais Fuß gefasst haben, ist der Schlag praktisch verloren.

Nachdem sie sich dort erst einmal eingerichtet hatten, verloren sie natürlich auch gegenüber den angrenzenden Wiesen ihre Scheu. Der jährliche Wildschaden belief sich auf etwa 2.000 bis 3.000 Euro.

„Warum hast du nicht mehr und intensiver bejagt?“

Nun, an Jägern in meinem Bekanntenkreis mangelte es nicht. Was fehlte, war die Bereitschaft, bei Dunkelheit und Kälte auf einer Kanzel zu sitzen – ohne Aussicht auf ein anschließendes Schüsseltreiben oder wenigstens ein gemütliches Beisammensein am Tisch. Ausreden gab es genug: „Meine Mutter ist krank“, „Ich muss morgen arbeiten“ oder „Ich bin schon woanders eingeladen“.

Hätte ich dagegen gefragt, ob jemand Zeit für einen Ansitz auf Reh- oder Rotwild hätte, wären vermutlich alle gekommen. Beim Wildschaden ist es nun einmal so: Als Jagdpächter stehst du am Ende immer allein da.

Der nächste Vorfall ließ nicht lange auf sich warten: Sechs Kitze wurden beim Mähen getötet.

Der Landwirt, auf dessen Hof ich meinen Wohnwagen abstellen durfte, berichtete mir gleich nach meiner Ankunft von diesem Vorfall. Und nein, er hatte mich nicht darüber informiert, dass er die Wiese mähen wollte.

Nun könnte man natürlich sagen, dass er grob fahrlässig gehandelt und gegen alle Regeln der guten fachlichen Praxis verstoßen habe. Aber er war Landwirt und kein Jäger.

Das besonders Ärgerliche daran: Von diesen sechs Kitzen hatte am Ende niemand etwas. Sie waren qualvoll getötet worden, ohne dass daraus irgendein Nutzen entstand. Gleichzeitig wurden mir die Tiere auch noch auf die im Abschussplan vorgesehene Anzahl angerechnet. Damit ging mir zusätzlich eine erhebliche Menge Wildbret verloren – weil ein, wie ich es damals empfand, völlig verantwortungsloser Mensch mit seinem Mäher sechs Tiere getötet hatte.

So zog sich das letztendlich immer weiter fort und die Lust auf die Jagd schwand mehr und mehr.
Auf einem meiner besten Ansitze vor einer langen nach unten reichenden Wiese wollte man eine Übungststääte für den Drachenflug einrichten. Also vor Gericht gezogen, den Milan als Trumpf eingesetzt und fast gewonnen. Es gab zwar nie Übungen dort, aber der finanzielle und zeitliche Schaden blieb.

Hinzu kamen noch Jagdstörungen von Anwohnern, die meinten, das Wild gehöre ihnen. Auch ds musste die untere Jagdbehörde klären.

Der nächste Ärger: Kirrungen und immer neue Vorschriften

Der nächste Punkt waren die Kirrungen. Aufgrund der Größe meines Reviers durfte ich vier davon betreiben. Nun wollte die Jagdbehörde genau wissen, wo sich diese befanden. Ich sollte eine maßstabsgerechte Karte einreichen, auf der sämtliche Kirrungen eingezeichnet waren.

Eine solche Karte musste eigens angefertigt werden. Die Kosten dafür sollten sich auf 120 Euro belaufen. Ich sah das nicht ein und schaltete die obere Jagdbehörde ein. Daraufhin nahm man von dieser Forderung Abstand.

Doch damit nicht genug. Es folgten weitere Einschränkungen durch die Jagdgesetze, die vor allem uns Jäger betrafen.

Wir bewahren unsere Waffen in den vorgeschriebenen, besonders gesicherten Waffenschränken auf. Wir achten auf die sichere Aufbewahrung und halten uns an die strengen Vorschriften für den Transport und die Trennung von Waffen und Munition.

Gleichzeitig entsteht bei mir der Eindruck, dass Menschen, die illegal bewaffnet sind, mitunter kaum Konsequenzen zu befürchten haben. Während wir uns an immer strengere Regeln halten müssen, laufen nach meiner Wahrnehmung Mitglieder krimineller Clans mit geladenen, nicht registrierten Schusswaffen herum.

Da fragt man sich schon, ob die gesetzlichen Einschränkungen diejenigen erreichen, die sich ohnehin an die Regeln halten – während andere sich darüber hinwegsetzen.

Warum habe ich dann so konsequent die Jagd aufgegeben?

Irgendwann hat man die Schnauze voll!!

Jagdhund

Der Jagdhund im Revier

Die wenigsten Pächter haben einen eigenen Jagdhund für ihr eigenes Revier.

Und ja, es muss einen Nachweis über den Zugriff eines jagdlich  brauchbaren Hundes bei der unteren Jagdbehörde geben.

Dieses Problem wird unter den jeweiligen Jägern gern und schnell gelöst. Es wird einfach ein solcher Hund in die Papiere eingetragen. Auch wenn dieser Hund für viele Jagdreviere zur Verfügung stehen soll.

So war es auch bei mir. Eine reine Formsache.
ABER! Dann kam ein Brief von der unteren Jagdbehörde, in dem ich aufgefordert wurde, den eingetragenen Hund vorzuführen.
Was ich damal nicht wusste war, dass dieser Hund schon durch viele Hände ging und bereits 25 Jahre als sein müsste.

Natürlich war die Jägerschaft nervös und es wurde auch ein "neuer" Hund für die Eintragung gefunden.

Doch brauche ich wirklich einen eigenen Jagdhund für mein Revier?

Nachsuchen, Schweißhunde und der Umgang mit Jagdhunden

Es gibt vielerorts Nachsuchenstationen mit erfahrenen Schweißhundeführern, die ihre Arbeit mit großem Engagement ausüben und gern zum Einsatz kommen. Die entsprechenden Telefonnummern lassen sich über die örtlichen Jagdseiten oder bei der unteren Jagdbehörde erfragen. Solche Gespanne werden nach meiner Erfahrung vor allem für Nachsuchen auf Schwarzwild angefordert.

Bei anderem Schalenwild wird deutlich seltener eine umfangreiche Nachsuche organisiert. Ist der Schuss gut platziert, sollte sich das getroffene Stück in vielen Fällen relativ schnell finden lassen. Eine Nachsuche am Abend oder in der Nacht sollte man allerdings nicht ohne Weiteres beginnen, sondern sorgfältig abwägen, ob die Bedingungen dafür geeignet sind.

Ich kann mit ruhigem Gewissen sagen, dass ich jedes Stück so getroffen habe, dass es nicht weit kam. Bis ich dieses Ergebnis zuverlässig erreichte, musste ich allerdings erst die passende Munition finden. Meine Wahl fiel schließlich auf Nosler-Geschosse.

Sehr skeptisch stehe ich Jägern gegenüber, die ihre eigenen Hunde bei der Jagd einsetzen. Zu oft musste ich miterleben, wie schlecht manche dieser vermeintlichen Hundeführer mit ihren Tieren umgingen. Dabei blieb es nicht immer bei grober Behandlung. Ich habe sogar erlebt, dass ein Jäger seinen eigenen Hund aus vermeintlichen Erziehungsgründen auf eine Entfernung von mehr als 25 Metern mit Schrot beschoss, um ihn zu „bestrafen“.

Für mich ist ein solches Verhalten absolut inakzeptabel. Wer einen Hund für die Jagd führt, trägt Verantwortung für das Tier und dessen Wohlergehen. Gewalt und Misshandlung haben dort nichts zu suchen.

Diese Art von Jägern stelle ich auf eine Stufe mit jenen, die viel Geld für Jagdreisen ins Ausland ausgeben und für die das Töten und die Trophäe im Vordergrund stehen. Wenn das Tier selbst und ein waidgerechter Umgang mit ihm zur Nebensache werden, ist für mich eine Grenze überschritten.

Für mich gehören Verantwortung, Respekt vor dem Wild und ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Jagdhund untrennbar zur Jagd. Wer das nicht verstanden hat, sollte sich ernsthaft fragen, ob er den richtigen Weg gewählt hat.

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