TEMU Diamant-Schleifsteine – Profi oder nur günstig?

15. Juni 2026

Diamant-Schleifsteine von TEMU
Diamant-Schleifsteine von TEMU

TEMU Diamant-Schleifsteine – Profi oder nur günstig?

 

Heute sind die Schleifsteine eingetroffen – nach fünf Tagen Wartezeit.

Natürlich habe ich die Steine sofort ausgepackt und ausprobiert.

Seit Jahren schärfe ich meine Beitel mit herkömmlichen Schleifsteinen, die vor der Benutzung gewässert werden müssen. Das ist an sich kein Problem. Störender ist vielmehr die Abnutzung der Steine und die damit verbundene Verformung. Bei jedem Schleifvorgang wird eine geringe Menge Material vom Stein abgetragen.

Mit der Zeit entstehen dadurch Mulden im Schleifstein, die sich natürlich auch auf das Schleifergebnis auswirken. Die Schneide des Beitels wird dann nicht mehr exakt plan geschliffen.

Deshalb habe ich mich schon länger für Diamant-Schleifsteine interessiert und versucht, mich im Internet darüber zu informieren. Videos, Testberichte und Werbung gibt es dazu reichlich.

Allerdings sind diese Steine recht teuer, zumal man in der Regel mehrere Körnungen benötigt. In einem Holzwerker-Onlineshop wird beispielsweise eine „Side-by-Side-Diamant-Schärfstation“ für sage und schreibe 243 Euro angeboten. Das wäre mir deutlich zu teuer.

Gibt es tatsächlich so große Qualitätsunterschiede, die solche Preisunterschiede rechtfertigen?

 

Diamant-Schleifsteine von TEMU

2 verschiedene Sets

Da diese Schleifsteine extrem preiswert sind, habe ich gleich zwei Sets bestellt.

Eines der Sets besitzt eine deutlich größere Arbeitsfläche. Zunächst dachte ich auch, es handele sich um Produkte von zwei verschiedenen Herstellern. Offenbar stammen jedoch beide Sets aus derselben Produktion.

Wie auch immer – ran an die Arbeit!

Die Schleifsteine fühlen sich alle recht glatt an. Wesentliche Unterschiede zwischen den einzelnen Körnungen sind mit den Fingern kaum zu spüren. Da kam natürlich die Frage auf: Bin ich vielleicht auf ein fragwürdiges Angebot hereingefallen?

Erst vor wenigen Tagen hatte ich meine Beitel noch mit den herkömmlichen Wassersteinen geschärft. Mit dem Ergebnis war ich durchaus zufrieden. Allerdings hat das Ganze auch entsprechend viel Zeit in Anspruch genommen.

Für das fünfteilige Set der kleinen Diamant-Schleifsteine habe ich gerade einmal 11,80 Euro bezahlt. Die drei größeren Steine kosteten zusammen 24,00 Euro. Der Versand war sogar kostenlos.

 

Diamant-Schleifsteine von TEMU

erster Schliff mit 240

Zuerst nahm ich den Schleifstein mit 240er Körnung zur Hand und bearbeitete damit einen älteren Beitel, den ich für allgemeine Arbeiten verwende. Dieser war bereits geschärft.

Schon nach wenigen Hüben kontrollierte ich die geschliffene Fläche – und war regelrecht von den Socken. Die Schneidfase glänzte spiegelblank, und das ganz ohne Wasser und mit erstaunlich geringem Aufwand. Nur wenige Bewegungen hatten ausgereicht.

Keine schmutzigen Finger, kein schmieriges Wasser und keine Vorbereitungszeit. Das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen.

 

Diamant-Schleifsteine von TEMU

Breiter Beitel

Irgendwie konnte ich die Geschwindigkeit, mit der sich die Beitel schärfen ließen, zunächst kaum glauben.

Also nahm ich meinen breitesten Beitel zur Hand, um das Ganze genauer nachzuvollziehen.

Breite Beitel und herkömmliche Wassersteine vertragen sich meiner Erfahrung nach nicht besonders gut. Durch die Abnutzung der Steine entstehen mit der Zeit Vertiefungen, sodass die Schleiffläche nicht mehr vollkommen eben ist. Das führt schnell dazu, dass die Schneide nicht exakt rechtwinklig geschliffen wird.

Genau das war bei diesem Beitel deutlich zu erkennen. An der bereits angeschliffenen Fläche konnte man sehen, dass ein Teil der Schneide vom bisherigen Schleifstein noch gar nicht erreicht worden war.

Mit dem Diamant-Schleifstein brachte ich die Fläche zunächst wieder grob in den richtigen Winkel. Anschließend arbeitete ich mich mit den feineren Körnungen Schritt für Schritt weiter vor.

 

 

Diamant-Schleifsteine von TEMU

hervorragendes Ergebnis

Den zuvor auf den Nassschleifsteinen geschärften Beitel habe ich anschließend testweise auf ein Stück Multiplex angesetzt. Ohne großen Druck auszuüben, hob sich sofort ein sauberer Span ab. Ein derartiges Ergebnis hatte ich mit den herkömmlichen Wassersteinen bislang nicht erzielt.

Dabei hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal die großen Schleifsteine benutzt. Allein die Bearbeitung mit dem kleinen Set hatte bereits zu diesem überraschend guten Ergebnis geführt.

 

Diamant-Schleifsteine von TEMU

Mein Fazit zu Diamant-Schleifsteinen von TEMU

Jahrelang habe ich mich mit den verschiedenen Nassschleifverfahren herumgeschlagen und sie als selbstverständlich angesehen.

Bereits aufgrund des günstigen Preises war ich mit dem Kauf der Schleifsteine bei Temu mehr als zufrieden. Die Diamant-Schleifsteine haben meine Erwartungen jedoch deutlich übertroffen.

Selbst wenn dieses Set nur für eine einzige Komplettschärfung meiner Beitel ausreichen würde, hätte sich die Investition von weniger als 12 Euro für mich bereits gelohnt.

Auf den Bildern ist auch meine Schärfvorrichtung von Veritas zu sehen. Mit ihrer Funktion bin ich durchaus zufrieden, allerdings halte ich den Preis für dieses recht einfache Hilfsmittel für deutlich zu hoch.

Bei meiner Recherche bin ich außerdem auf das WOODPECKERS-Schärfsystem für Schleifsteine gestoßen. Als ich den Preis gesehen habe, musste ich erst einmal schlucken.

Da stellt sich mir schon die Frage: Wer kauft so etwas?

Mein Fazit nach den ersten Erfahrungen: Es lohnt sich, gelegentlich auch einen Blick auf günstige Alternativen zu werfen. In meinem Fall haben die preiswerten Diamant-Schleifsteine meine Erwartungen jedenfalls deutlich übertroffen.

(Und nein – das soll keine Werbung für Temu sein, sondern lediglich ein Erfahrungsbericht.)

 

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